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Rundmail
von Stop USA.be zur Erhängung von Saddam Hussein
(Ophanging
onafhankelijk staatshoofd, weg naar de VS-democratie)
Übersetzung
aus dem Niederländischen: Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Quelle:
Stop
USA.be
Am
Abend des 30. Dezember wurde der irakische Expräsident Saddam Hussein
hingerichtet. Saddam Hussein wurde in einem von den US-Amerikanern
finanzierten inszenierten Schauprozess verurteilt. Drei Anwälte von
Saddam wurden ermordet. Vier von fünf Richtern waren befangen wegen
Verstrickung in das irakische Besatzungsregime.
Es
bleibt kein Zweifel, dass der Mordbefehl aus Washington kam. Saddam
Hussein wurde auf einer US-Militärbasis in Nordirak festgehalten. Er war
somit Kriegsgefangener der USA, die ihn an ihre Vasallen auslieferten.
Dies bedeutet einen weiteren Schritt in eine Welt, wo das Gesetz des
Dschungels herrscht, und wo internationale Vereinbarungen nur einen Fetzen
Papier wert sind. Dies ist eine grosse Bedrohung für all diejenigen, die
sich einer „pax americana“ widersetzen.
Der
Expräsident Saddam Hussein wird formal verurteilt für das Erschießenlassen
von 148 Personen wegen deren Beteiligung an einem Anschlag auf den Konvoi
des Präsidenten während des Irak-Iran-Krieges.
Dies
ist interessant im Kontext von Kriegsverbrechen, die von
„USA-Befreiern“ begangen werden. Im Jahr 2004 wird die Stadt
Falludschah nahezu ausgelöscht von der Landkarte, um den Tod von 4 Söldnern
zu rächen. Viele Tausende Tote gab es dort. Die US-Streitkräfte
versuchten, die Besetzung der Stadt blindlings mit schweren
Bombardierungen von Wohnvierteln durchzusetzen. Sie verwendeten dabei
international geächtete Waffen, beispielsweise weißen Phosphor. Die
britische Regierung, die von Irakern wegen der Ermordung von Angehörigen
durch britische Soldaten angeklagt worden ist, erklärte 2004, dass die
„Europäische Menschenrechtskonvention nicht in Anwendung kommt bei
chaotischen Situationen wie im Irak“. Eine kürzlich erschienene Studie
der britischen Medizin-Fachzeitschrift „The Lancet“ schätzt, dass
655.000 Iraker in direkter oder indirekter Folge der Besetzung und
Besatzung getötet worden sind.
Heute
wälzen sich alle bürgerlicher Medien genüsslich in den Verbrechen, die
Saddam Hussein begangen hat. Aber, was immer auch alles die Verbrechen von
Saddam Hussein gewesen sind, sie haben nichts mit seinem derzeitigen Ende
zu tun. Sein wirkliches Verbrechen in den Augen der USA und Großbritanniens
ist es, dass er 1972 das Erdöl nationalisierte, dass er das Geld für die
Entwicklung seines Landes verwendete, für die Industrialisierung und das
Bildungswesen. Irak erhielt in den 80er Jahren drei Auszeichnungen von der
UNESCO für seine Anstrengungen in Sachen Beseitigung des
Analphabetentums. „Das Bildungswesen des Iraks war vor 1991 in der
Region eines der leistungsstärksten, fast 100% besuchten die Schulen im
Grundschulniveau in einem hohen Alphabetisierungsgrad sowohl bei Frauen
als auch bei Männern. Die höhere Bildung war von hoher Qualität, vor
allem in den wissenschaftlichen und technologischen Fachrichtungen. Das
Lehrpersonal war kompetent und motiviert.“(1)
In
seinem Anti-Saddam-Buch „The death lobby“ (1991) schreibt T. R.
Timmermann als Mitglied des US-Kongresses und dessen außenpolitischen
Ausschusses jenerzeit: „Saddam ließ Schulen bauen (...) er hat das
Elektrizitätsnetz des Irak ausgebaut bis in entlegenste Gehöfte. Bei
ausländischen Beobachtern beginnt sich die Ansicht zu verfestigen, die
wirtschaftliche Entwicklung des Iraks als ein seltsames Erfolgsmodell für
die dritte Welt zu sehen (...) Mit seinem Wirtschaftsprogramm wird
geschafft, das Lebensniveau des irakischen Volkes zu erhöhen.“
Seit
1990 haben 2 Kriege und 12 Jahre andauernde Blockaden das Land zurückgeworfen
auf den Stand eines rückständigen Drittweltlandes.
Im
November 1532 wurde der Inka-Herrscher Atahualpa „hingerichtet“ durch
ein Tribunal der spanischen Eroberer und zum Tode verurteilt. Er wurde
aufgehangen im August 1533. Unter den Beschuldigungen auch der Vorwurf,
„grausam zu seinen Untertanen gewesen zu sein“. Aber die Geschichte
erinnert sich nicht minder an alles, was sich nicht auf die Grausamkeiten
von Atahualpa eingrenzen lässt, sondern bestens mit dem grotesken
Charakter der Gerechtigkeitsauffassungen jener Zeit zu tun haben.
Die
Geschichte soll den Prozess von Saddam Hussein auf dieselbe Manier
beleuchten. Laut G. W. Bush ein „rechtsstaatliches Verfahren“, geführt
von einer durch die Besatzer in den Sattel gehobenen Marionettenregierung
mit so lächerlichen Beweismitteln, dass keine Nichtregierungsorganisation
dessen Rechtmäßigkeit unterstützen könnte.
Dem
irakischen Volk kann keine Gerechtigkeit widerfahren, solange nicht Bush
und andere US-Verantwortliche für die im Irak und anderswo begangenen
Kriegsverbrechen gerichtet worden sind.
http://www.unesco.org/afus/b85/Unesco.htm
vermeld in Wikipedia http://fr.wikipedia.org/wiki/Socialisme_arabe
www.stopusa.be
Übersetzung:
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
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