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Napoleon,
„Made in Israel“
Er
war ein israelischer Napoleon.
Uri
Avnery, 7.1.06
Von
früher Jugend an war er davon überzeugt, die einzige Person in der
Welt zu sein, die den Staat Israel retten könnte. Das war absolut
sicher – ohne jeden Zweifel. Er wusste, er müsse äußerste Macht
erlangen, um die Mission zu erfüllen, die das Schicksal ihm auferlegt
habe.
Dieser
Glaube führte zu einer kompletten Integration der persönlichen
Egozentrik und der nationalen Egozentrik. Für eine Person, die an solch
eine Mission glaubt, gibt es keinen Unterschied zwischen persönlichem
und nationalem Interesse. Was für ihn gut ist, wird automatisch gut für
die Nation und umgekehrt. Das bedeutet, dass jeder, der ihn daran
hindert, an die Macht zu kommen, wirklich ein Verbrechen gegen den Staat
begeht. Und jeder, der ihm zur Macht verhilft, eine patriotische Tat
begeht.
Diese
Überzeugung lenkte jahrzehntelang seine Aktionen. Sie erklärt die
hartnäckige Bestimmung, die Zähigkeit, die unbeugsame Beharrlichkeit,
die sein Markenzeichen wurde und ihm den Spitznamen „der Bulldozer“
einbrachte. Sie zog Bewunderer an, die vollkommen unter seinen Einfluss
gerieten.
Dies
erklärt auch seine Haltung gegenüber
dem Geld. Man sagte über ihn, dass „er nicht bei rot halte!“ und
„Gesetze gelten für ihn nicht“. Mehr als einmal wurde er
angeklagt, er habe Geld von
reichen Juden im Ausland angenommen. Am Tag vor seinem schicksalhaften
Schlaganfall kam ein förmliches Papier der Polizei heraus, er habe
Bestechungsgeld in Höhe von
drei Millionen Dollar von einem Casino-Besitzer angenommen. (Es ist möglich,
dass diese Veröffentlichung seinen Blutdruck erhöhte und den schweren
Schlaganfall auslöste.) Aber
nicht alle diese Millionäre erwarteten eine Gegenleistung. Einige von
ihnen glaubten, wie er selbst, wer ihn unterstütze, unterstütze den
Staat Israel. Kann es eine heiligere Pflicht geben, als den israelischen
Napoleon mit einem abgesicherten Einkommen
auszustatten, damit er sich mit ganzer Energie der Erfüllung
seiner historischen Aufgabe widmen kann?
Auf
seinem langen Weg hat Sharon solche Hindernisse einfach übersprungen.
Sie brachten ihn nicht von seinem Kurs ab. Persönliche Tragödien und
politische Niederlagen haben ihn nicht einen Augenblick aufgehalten. Die
Unfälle, die seine erste Frau und seinen ältesten Sohn töteten, seine
Entlassung aus dem Amt, nachdem er von einem
Unterausschuss der „indirekten Verantwortung“ für Sabra und
Shatila bezichtigt wurde, als auch die vielen anderen Rückschläge,
Fehlschläge und Enttäuschungen, die ihm während all der Jahre
widerfuhren, schreckten ihn nicht
ab. Sie lenkten ihn nicht einen Augenblick von seinen Bemühungen ab,
die höchste Macht zu erlangen.
Und
nun sollte es Wirklichkeit werden. Am Mittwoch, dem 4. Januar 2006,
konnte er sicher sein, dass er in drei Monaten der allein herrschende Führer
Israels werden würde. Er hat eine Partei geschaffen, die ihm allein gehörte,
die dabei war, nicht nur eine
zentrale Position in der nächsten Knesset einzunehmen, sondern auch
alle andern Parteien in Stücke zu reißen.
Er
war entschlossen, seine Macht zu gebrauchen, um das ganze politische
System Israels umzuwerfen
und ein Präsidialsystem zu
adoptieren, das ihm eine allmächtige Position geben würde, so wie Juan
Peron auf dem Höhepunkt
seiner Macht in Argentinien. Dann endlich würde er in der Lage sein,
seine historische Mission zu erfüllen, um für die nächsten
Generationen in Israel die Weichen zu stellen, so wie es Ben Gurion vor
ihm getan hatte.
Und
da, gerade, als es schien, ihn könne
nichts mehr aufhalten, hat ihn mit grausamer Plötzlichkeit sein Körper
im Stich gelassen.
Was
geschah, ähnelt einem zentralen Motiv der jüdischen Mythen: das
Schicksal des Moses, den Gott für
seinen Stolz strafte, indem er ihm noch erlaubte, von weitem einen Blick
auf das Gelobte Land zu werfen, ihn aber sterben ließ, bevor er einen
Fuß auf seinen Boden setzen konnte. An der Schwelle zur absoluten Macht
bekommt Ariel Sharon einen Schlaganfall.
Während
er im Krankenhaus noch um sein Leben ringt, beginnt sich schon
der Mythos von „Sharons
Vermächtnis“ aufzubauen.
So
wie es vielen Führern ergangen ist, die kein schriftliches Testament
hinterließen, kann sich nun jeder einen
Sharon frei auf seine Weise vorstellen. Die Linken, die
noch gestern Sharon als den Schlächter von Kibiya, den Mörder
von Sabra und Shatila verfluchten und als den Mann, der für den Raub
und das Gemetzel in den besetzten Gebieten verantwortlich ist, begannen,
ihn als den „Mann des Friedens“ zu bewundern. Siedler, die ihn als
Verräter verurteilten, erinnerten sich daran, dass er es war, der die
Siedlungen schuf und sie bis auf den heutigen Tag erweitern ließ.
Erst
gestern war er einer von den am meisten gehassten Leuten in Israel und
der Welt. Heute, nach der Evakuierung von Gush Kativ, ist er zum
Liebling der Öffentlichkeit geworden. Die Führer der Nationen
erhoben ihn zum „großen Krieger, der ein Held des Friedens
wurde“.
Jeder
stimmt darin überein, dass sich
Sharon völlig verändert habe, dass er von einem Extrem ins andere
geraten sei; der sprichwörtliche Äthiopier, der seine Hautfarbe, der
Leopard, der seine Flecken veränderte.
All
diese Analysen haben eines gemeinsam: sie haben nichts mit dem
wirklichen Ariel Sharon zu tun. Sie gründen sich auf Ignoranz, Illusion
und Selbsttäuschung.
Ein
Blick auf seine lange Karriere (und
ich kann hinzufügen, meine eigene Erfahrung mit ihm )
zeigt,
dass er sich nicht verändert hat. Er blieb seinem Grundkonzept
treu, glich nur seine Slogans veränderten Zeiten und Umständen
an. Sein Gesamtplan blieb das, was er von Anfang an war.
Seinem
Konzept lag ein primitiver Nationalismus des 19. Jahrhunderts zugrunde,
der besagt: unser Volk steht über allen anderen – andere Völker sind
minderwertig. Die Rechte unseres Volkes sind heilig – andere Nationen
haben überhaupt keine Rechte. Die Regeln von Ethik und Moral gelten nur
innerhalb der Nation – nicht für die Beziehungen zwischen Nationen.
Diese
Überzeugung hat er mit der Muttermilch eingesogen. Sie herrschte in
Kfar Malal, dem genossenschaftlichen Ort, in dem er geboren
wurde. Es war die Überzeugung, wie
sie zu jener Zeit auch in der ganzen Welt
herrschte. Unter Juden wurde sie besonders nach den Schrecken des
Holocaust noch stärker. Der Slogan „alle Welt ist gegen uns“ ist
tief in der nationalen Seele verankert und gilt jetzt vor allem
gegenüber den Arabern.
Aus
dieser moralischen Grundansicht baute sich das Ziel auf, den jüdischen
Staat so groß wie möglich
zu bauen und ohne Nicht-Juden. Das konnte zu dem Schluss führen,
dass die ethnische Säuberung, die von Ben-Gurion 1948 begonnen wurde,
als die Hälfte der Palästinenser ihr Heim und ihre Heimat verloren,
vollendet werden müsse. Sharons Karriere begann kurz danach, als er zum
Kommandeur der Undercover-Einheit 101 ernannt wurde, deren mörderische
Aktionen jenseits der Grenze dazu bestimmt waren, zu verhindern, dass Flüchtlinge
in ihre Dörfer zurückkehrten.
Sharon
wurde ziemlich bald davon überzeugt,
dass eine zweite ethnische Säuberung en masse jedoch in voraussehbarer
Zukunft nicht möglich sei ( abgesehen von einigen nicht voraussehbaren
internationalen Geschehnissen, die die Lage im Ganzen verändern würden).
Aus
Mangel an einer solchen Möglichkeit glaubte Sharon, dass Israel alle
Gebiete ohne dichte palästinensische Bevölkerung zwischen dem
Mittelmeer und dem Jordan annektieren müsse. Schon vor Jahrzehnten
bereitete er eine Karte (den sog. Sharon-Plan*) vor, die er stolz
lokalen und ausländischen Persönlichkeiten zeigte, um sie von seinen
Ansichten zu überzeugen.
Nach
dieser Karte wird Israel die
Gebiete entlang der 1967er Grenze annektieren und das Jordantal bis zum
„Rücken der Bergkette“ ( ein von Sharon besonders beliebter
Ausdruck). Er würde auch einige West-Ost-Streifen Land annektieren, um
das Jordantal mit der Grünen Linie
zu verbinden. In diesen Gebieten, die zur Annexion bestimmt sind,
schaffte Sharon ein dichtes Netz von Siedlungen. Das waren seine
Hauptbemühungen während der letzten dreißig Jahre in seinen
verschiedenen Positionen als Minister für Landwirtschaft, Minister für
Industrie und Handel, als Verteidigungsminister, als Wohnungs- und
Bauminister, als Minister für Infrastruktur und als Ministerpräsident
- und diese Arbeit geht bis zu diesem Augenblick weiter.
Die
Gebiete mit dichter palästinensischer Bevölkerung
beabsichtigte Sharon, der palästinensischen Selbstverwaltung zu
überlassen. Er war entschlossen, alle Siedlungen aus diesen zu
entfernen, die dort unüberlegt errichtet wurden. Auf diese Weise würden
acht oder neun Enklaven entstehen, die von einander getrennt
und von Siedlern und israelischen Armee-Einrichtungen umgeben
sind. Es wäre ihm gleichgültig, ob diese „Palästinensischer
Staat“ genannt würden. Die Verwendung dieses Terminus ist ein
Beispiel seiner Fähigkeit, nach
außen hin und verbal sich
veränderten Situationen anzugleichen.
Der
Gazastreifen ist eine dieser Enklaven. Das ist der wirkliche Sinn der
Auflösung der Siedlungen und des Rückzuges der israelischen Armee. Es
ist das erste Stadium der Verwirklichung der Karte: das kleine Gebiet
mit einer dichten palästinensischen Bevölkerung von einer und einer
Viertel Million wurde den Palästinensern übergeben. Die israelischen
Land- See- und Luftkräfte umgeben den Streifen fast vollständig. Die
pure Existenz seiner Bewohner hängt zu allen Zeiten von der Gnade
Israels ab, das die Ein- und Ausgänge
kontrolliert - außer dem Rafah-Übergang nach Ägypten, der
von Israel fernkontrolliert wird - und die Wasser und Stromzufuhr
jeden Augenblick sperren kann. Sharon beabsichtigte, dieselbe Situation
in Hebron, Ramallah, Nablus, Jenin und anderswo zu schaffen.
Ist
das ein „Friedensplan“?
Frieden
wird zwischen Nationen gemacht, die darin übereinstimmen, eine
Situation zu schaffen, in der alle in Freiheit, Wohlergehen und
gegenseitiger Achtung leben können und glauben, dass dies für alle gut
sei. Das hatte Sharon nicht im Sinn. Als Militär kannte er nur
Waffenstillstand. Wenn ihm Frieden auf einem Silbertablett angeboten
worden wäre, hätte er ihn nicht erkannt..
Er
weiß sehr genau, dass kein palästinensischer Führer mit dieser Karte
einverstanden sein kann – weder jetzt noch später. Deshalb
beabsichtigte er nicht, irgend welche politischen Verhandlungen mit den
Palästinensern zu führen. Sein Slogan war: „Wir haben keinen
Partner.“ Er beabsichtigte, all die verschiedenen Stadien seines
Planes „einseitig“ zu realisieren, so wie er es mit Gaza tat –
ohne Dialog mit den Palästinensern, ohne Rücksicht auf ihre
Forderungen und Hoffnungen und natürlich ohne ihre Zustimmung.
Aber
Sharon wollte wirklich Frieden machen – Frieden mit den USA. Für ihn
war der amerikanische Konsens wichtig. Er wusste, dass Washington nicht
mit seinem ganzen Plan einverstanden sein konnte. Deshalb wollte er ihr
Einverständnis Schritt um Schritt holen. Da sich Präsident Bush ihm
ganz unterworfen hat und
keiner weiß, wer ihm folgt, wollte Sharon den Hauptteil seines Planes
innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre, vor dem Ende von Bushs
Amtszeit durchgezogen haben. Das ist der Grund seiner Eile. Er musste
jetzt sofort zu absoluter
Macht kommen – nur der Schlaganfall verhinderte dies.
Der
Eifer, mit dem so viele gute Leute der Linken das „Sharon-Vermächtnis“
aufnehmen, zeigt nicht, dass sie seinen Plan verstehen, sondern
eher ihre eigene Sehnsucht nach Frieden. Sie verlangen mit all ihren
Fasern nach einem starken Führer, der den Willen und die Fähigkeit
hat, den Konflikt zu beenden.
Die
Zielstrebigkeit, mit der Sharon die Siedler aus Gush Kativ evakuiert
hat, erfüllte die Linken mit Begeisterung. Wer hätte geglaubt, dass es
einen Führer gibt, der in der Lage ist, dies ohne Bürgerkrieg, ohne
Blutvergießen auszuführen? Und wenn dies im Gazastreifen geschehen
ist, warum kann dies dann nicht auch in der West Bank geschehen? Sharon
wird die Siedler hinaustreiben und dann Frieden machen. Und all dies,
ohne dass die Linken einen Finger rühren. Der Retter wird wie ein deus
ex machina herunterspringen.
Ein hebräisches Sprichwort besagt:
„Die Arbeit der Gerechten wird von den anderen gemacht“, die
womöglich alles andere als gerecht sind.
Sharon
hat sich leicht dem Verlangen der Öffentlichkeit angepasst. Er hat
seinen Plan nicht verändert,
ihm aber einen neuen Anstrich gegeben, den Geist der Zeit. Von jetzt an
erschien er als „der Mann des Friedens“. Er kümmerte sich nicht
darum, welche Maske gerade zu tragen passend war. Aber diese Maske
reflektiert die tiefsten Wünsche
der Mehrheit des israelischen Volkes.
Von
diesem Gesichtspunkt aus kann das imaginäre
„Sharon-Vermächtnis“ eine positive Rolle spielen. Als er
seine neue Partei gründete, nahm er eine Menge Likudleute mit, und zwar
diejenigen, die zu dem Schluss gekommen waren, dass das Ziel, „das
ganze Land Israel“ zu erlangen, unmöglich sei. Viele von ihnen werden
in der Kadima-Partei bleiben, auch wenn Sharon die politische Bühne
verlassen hat. Als Teil eines weitergehenden, langsamen, unterirdischen
Prozesses sind auch die Likudleute bereit, die Teilung des Landes zu
akzeptieren. Das ganze System bewegt sich langsam in
Richtung Frieden.
Das
„Sharon-Vermächtnis“, selbst wenn man es sich einbildet, könnte
zum Segen werden, wenn Sharon darin in seiner letzten Inkarnation
erscheint: Sharon als derjenige, der die Siedlungen auflöste; als
Sharon, der bereit war, Teile von
Erez Israel aufzugeben; als Sharon, der mit einem Palästinensischen
Staat einverstanden ist.
Dies
war zwar nicht Sharons Absicht. Aber wie Sharon vielleicht selbst gesagt
haben könnte: Es sind nicht die Absichten, die von Bedeutung sind ,
sondern die realen Ergebnisse.
(Aus
dem Deutschen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser
autorisiert)
*
Sharon-Plan s. Viktoria Weitz: “Die Erde habt ihr uns genommen, 100
Jahre zionistische
Siedlungs-Politik in Palästina! 1986,
S. 287 - ER)
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Wie
palästinensischer Privatbesitz in Staatsland
verwandelt wird
Akiva
Eldar, Haaretz , 27.12.05
Ehud
Barak vergleicht den Staat Israel gern mit einer Villa
in einem Dschungel. Es wäre ganz interessant zu wissen, wie er
in diesem Zusammenhang die Siedlungen in den besetzten Gebieten sieht.
Sind es legale Terrassen dieser Villa oder sind sie ein Teil des
Dschungels.
Direkt
unter den Augen des Ministerpräsidenten, des Generalstabschefs und
des Zentralkommandos, der verantwortlich für „Judäa und
Samaria“( die West Bank) ist - unter ihnen auch Barak selbst – hat
der Staat Israel über diese Gebiete das Dschungelgesetz verhängt. Die
Zivilverwaltung ist mit dem Segen des Staatsanwalts
der wichtigste Partner in einem System
von Landbesitzgeschäften geworden, die man
ruhig mit der Beschreibung „dubios“ ergänzen kann.
Baugesellschaften,
die Siedlerführern und Grundstücksmaklern gehören und von ihnen
betrieben werden, erwerben Land von palästinensischen Gaunern und
vermachen es dem Verwalter von Staatsland bei der israelischen
Landverwaltung. Dieser „verwandelt“ das Land in „Staatsland“ und
verpachtet es zurück an Siedlergesellschaften,
die es dann an Baugesellschaften verkaufen. Auf diese Weise wird
abgesichert, dass die Palästinenser ( nach dem „Gesetz der besetzten
Gebiete“ liegt die Beweislast auf diesem) ihr Land nie mehr zurückfordern
werden/ können.
Als
Brigadegeneral Ilan Paz, dem damaligen Kommandeur von Judäa und
Samaria, diese
Machenschaften vor anderthalb Jahren bekannt wurden,
gab er einen schriftlichen Befehl heraus, um diese Land- „Wäsche“
zu beenden. Er begründete es damit, dass wenn dies auch rechtlich
korrekt wäre, es doch einen faden Geruch habe. Dieses Land war schon
zur Errichtung von Dutzenden von jüdischen Siedlungen benützt worden
und anderes wartet schon auf Käufer.
Einiges von diesem Land z.B. von Bilin – das jetzt wegen seines
entschlossenen Kampfes gegen die Mauer bekannt wurde – liegt neben der
Grünen Linie von 1967. Das Verteidigungsministerium hat darauf
geachtet, dass der Verlauf der Mauer so läuft, dass sie dieses Land zur
israelischen Seite schlägt. Und die Unternehmer beeilen sich, neue
Fakten in Beton zu gießen.
Vor
zwei Wochen wurde hier zuerst veröffentlicht, dass neben Bilin in der jüdischen
Siedlung von Matityahu –Ost, einem neuen Stadtteil von Ober-Modiin (Modiin-Illit),
Hunderte von Wohnungen ohne Genehmigung gebaut werden. Der Anwalt
der Bewohner Bilins Michael Sfard sandte dem Büro des
Staatsanwalts eine Kopie eines Briefes, den Gilad Rogel, der Anwalt des
Ortsrats von Ober-Modiin an den Ingenieur des Ortsrates geschrieben
hatte. Rogel machte darauf aufmerksam, dass Unternehmer dabei sind,
„ganze Gebäudekomplexe ohne Genehmigung zu bauen und dies mit ihrer
vollen Kenntnis und mit Plänen
und rechtlicher Unverantwortlichkeit, dass ich dafür keine Worte mehr
finde.“
In
einem Bericht, den er ans Innenministerium, an den internen Kontrolleur
Shmuel Heisler, sandte, schrieb er,
der Bau im neuen Projekt werde
entgegen des genehmigten Stadtbauplanes ausgeführt
und weiche „sehr“ von ihm ab.
Das
Justizministerium bestätigte, dass „anscheinend illegale Bautätigkeit
im Zuständigkeitsbereich von
Ober-Modiin im Gange sei und dass die zivile Verwaltung im Raum von Judäa
und Samaria angefragt worden sei, sich dazu zu äußern.“
Der
Sprecher der Zivilen Verwaltung sagte, dass angesichts der Tatsachen,
dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt dort Bautätigkeiten stattfinden, es
die Absicht der Zivilen Verwaltung sei, die ihm zur Verfügung stehenden
Rechtsmittel zur Durchsetzung so bald wie möglich zu prüfen und den
Bau des Gebäudes, der dort ausgeführt werde, zu stoppen .
An
Ort und Stelle geht aber die Arbeit wie gewöhnlich weiter. Dokumente in
Besitz von Haaretz zeigen, dass Gesetzesübertretungen beim Bauen nur
die Spitze einer Sache sind, die noch
viel schwerwiegender sind. Das erste Dokument ist ein eidlich
beglaubigtes Statement von Anwalt Moshe Glick, dem Anwalt
der Siedlervereinigung, die sich „Gesellschaft der Gründung
des Landes Israel Midrasha,LtD“ nennt. Am 16. Juni erklärte Glick dem
Anwalt Doron Nir Zvi: „Ich unterbreite hier die
beglaubigte Erklärung anstelle des Bürgermeisters von Bilin.
Nach meinem besten Wissen und Gewissen
ist H.Muhammad Ali Abed al Rahman Bournat der Besitzer dieses
Landstückes, das als Block 2 Stück 134 im Dorf von Bilin bekannt
ist.“
Niemals
dort gewesen
Am
16. November 2003 unterzeichnete Glick eine andere beglaubigte Erklärung.
Die neue Erklärung zielte dahin, das seltsame Phänomen zu erklären,
wie ein israelischer Anwalt anstelle eines Muchtars eines arabischen
Dorfes unter Eid erklären
kann – eine Prozedur, die einem beglaubigten Zeugnis vor Gericht
gleich kommt. Aus dieser neuen Erklärung ging hervor, dass Glick
niemals seinen Fuß auf das in der Erklärung genannte Land gesetzt
hatte. „Diese beglaubigte Erklärung
ist anstelle einer Erklärung des Dorfbürgermeisters von Bilin, das
wegen der Sicherheitssituation für
jeden Juden zu betreten gefährlich
ist, ( besonders wenn es sich um den Kauf von Land handelt.) Außerdem gäbe
es ja ein Verbot von Seiten der Behörden, das Bürgern Israels
verbiete, die Zone A und b zu betreten.“
Der
Sprecher der Zivilverwaltung bestätigte aber gestern, dass das Dorf
Bilin in Zone B liege, das unter voller israelischer Kontrolle stehe und
dass es israelischen Bürgern erlaubt sei, es zu besuchen.
Am
selben Tag, an dem Glick die beglaubigte Erklärung unterschrieb,
erschien der wohlbekannte Landdealer
Shmuel Anav vor ihm und unterschrieb noch ein beglaubigtes
Schreiben, bei dem es sich um dasselbe Stück Land handelte. Anav gab
dieselben Gründe an, warum es unmöglich
sei, eine Genehmigung vom Bürgermeister zu erhalten: die
Sicherheitsgründe und das
Verbot, die Zone A und B zu betreten.
In
der Abteilung, die sich (anscheinend ) mit den Details der Beweise
befasst, auf die die „Land
von Israel Midrascha-Stiftung“ ihre
Forderung gründet, das Stück Land auf ihren Namen einzutragen, erklärte
Anav, dass „der Besitzer das Land an seinen Sohn verkauft habe und der
Sohn habe
es an die Gesellschaft verkauft.“ Der ursprüngliche Besitzer
starb vor ein paar Jahren. Sein Sohn Sami, der nach Aussagen der
Einwohner von Bilin ihre Unterschriften gefälscht habe, wurde Anfang
2005 in Ramallah ermordet. Hätte die Polizei die Behauptung der
Bewohner von Bilin ernst genommen und die Besitzverhältnisse
des in den beglaubigten – und im Namen des Bürgermeisters
abgegebenen - Erklärungen
genannten Landstückes nachgeprüft – auch die zweifelhaften
Sicherheitsentschuldigungen, dann hätte die Polizei herausfinden müssen,
dass der Name Anav mit Landverkäufen verknüpft ist, die sich als purer
Landdiebstahl herausstellten.
....
Vor
10 Jahren hatte eine Baugesellschaft
der Siedler ( Moreshat Binyamin) von Anav 200 Dunum Land im nördlichen
Raum von Jerusalem gekauft. Er hatte sie von einem Araber mit Namen
Shehade Barakat gekauft, der bezeugte, dass dies sein Land sei – es
stellte sich aber heraus, dass er Land verkauft hatte, das seinen
Verwandten gehörte. Drei Jahre vorher wurde Anav für schuldig
befunden, für die Likud-Wahlkampagne von Landdealern Spenden erbeten zu
haben, mit der Erwartung , dass diese Vergünstigungen erhalten.
Das
Justizministerium hat geantwortet, dass „Besitz solange als
Regierungsbesitz angesehen wird, bis das Gegenteil bewiesen wird. Es ist
möglich, dass Privatbesitz zu Regierungsbesitz erklärt wird,
wenn der Besitzer des Landes den Verwalter
von Regierungsbesitz darum gebeten hat, den Besitz zu verwalten.“
Michael Ben Yair, der der Staatsanwalt in Yitzhak Rabins Regierung war,
sagte zu Haaretz, dass er dies niemals genehmigt habe, privaten
Landbesitz in Regierungsland zu verwandeln. Es sei das erste Mal, dass
er von solch einer Prozedur erfahren habe.
Die
Anwältin Talia Sasson war auch überrascht, zu hören, dass die
Zivilverwaltung den Siedlern
(nicht als Geld- sondern) als „Land-Wäsche“ gedient habe.
Das heißt nicht, dass die Autorin des Berichtes über die illegalen Außenposten
(„Sasson-Bericht“) nicht
wusste, dass die Zivilverwaltung dem Siedlungsprojekt in den besetzten
Gebieten dient. Bei einem Vortrag in der Universität in Haifa
berichtete Sasson von der
Beteiligung der IDF und besonders
der Zivilverwaltung an der Errichtung von Siedlungen in den (besetzten)
Gebieten.
„Die
Zivilverwaltung war geschaffen worden, weil
nach dem Völkerrecht, das für die (besetzten) Gebiete gilt, der
Kommandeur des Gebietes verpflichtet ist, sich um die „geschützte Bevölkerung“
- also die Palästinenser, die da waren, als die IDF diese Gebiete
einnahmen - zu kümmern,“
erklärte die Anwältin. „Mit der Zeit wurde die Zivilverwaltung
aber die Hauptanlaufstelle für die Angelegenheiten der
israelischen Siedlungen in den Gebieten
– und nicht in erster Linie der Palästinenser.“
Sie teilte den Siedlern das Land zu, erklärte Land zu
Staatsland, genehmigte den Siedlungen den Anschluss von Wasser und Strom
u.a.m. Sasson sagte: „Tatsächlich ist es die Zivilverwaltung,
die praktisch die Siedlungstätigkeit in den Gebieten ermöglicht.“
Sasson
betonte, dass die Zivilverwaltung dem
Militär, den IDF, untergeordnet sei – einerseits der GOC (?) und
andrerseits dem Koordinator für Aktivitäten in den Gebieten, der
natürlich eine Uniform trägt. „Es stellte sich heraus, dass
die Körperschaft , durch die die Regierungen all die Jahre
was die Siedlungen betraf, handelten, den IDF untergeordnet
ist und durch sie verwaltet wird; an seiner Spitze steht ein
Brigadegeneral. Diese Vermischung der IDF mit dem Siedlungsprojekt ist
eine üble und nachteilige Verbindung.“
Alles
nach einem Gesamtplan
Während
der Vorbereitungen eines neuen Berichtes, der sich mit der Ausdehnung
von Siedlungen unter dem
Deckmantel der
„Trennungsanlage“ befasst, konnten Mitarbeiter von B’tselem, dem
Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten und
von Bimkom, Planern von Planungsrechten, ihre Hände auf einen Plan für
2020 legen, auf einen „Gesamtplan für das Gebiet von
Ober-Modiin“. Die Karte bestätigt, dass es nicht nur
Sicherheitsgründe für den
Mauerverlauf sind, die die Planer interessieren. Sie sind so gierig nach
Land, dass sie vergessen, dass es aus Sicherheitsgründen nötig wäre,
einen gewissen Abstand zwischen der Mauer und
der nächsten jüdischen Siedlung einzuhalten. Es kam heraus,
dass zusätzlich zum üblichen Gesamtplan auf Initiative
des Bau- und Wohnungsministeriums und in Zusammenarbeit mit dem
Planungsbüro der Zivilverwaltung der Ortsrat von Ober-Modiin und dem
Matteh Binyamin-Regionalrat 1998 einen Gesamtplan für die ganzen Häuserblocks
aufgestellt hat. ...Der Bericht
weist darauf hin, dass im Gesamtplan
noch weitere 600 Dunum Land, die Bewohnern von Bilin gehören und
die sich an Matityahu Ost anschließen, für den Bau weiterer 1200 neuer
Wohneinheiten geplant sind. Vor zwei Monaten entdeckten Bewohner von
Bilin, dass eine neue Straße von Matityahu-Ost
zu einem großen Olivenhain geschlagen wurde. Der Dorfrat hat
Klage gegen die Jesha-Polizei erhoben, dass 100 Bäume entwurzelt und
gestohlen worden seien. Der Bau der Straße lässt den Verdacht
aufkommen, dass unter dem Deckmantel der Sperranlage (Mauer/ Zaun) es
einen Plan gibt, weiteres Land, das an Matityahu-Ost angrenzt, sich
anzueignen.
Ebenso
wird im Rahmen des
Gesamtplanes 1000 Dunum kultiviertes Land, das Bewohnern von Dir Qadis
und Nialim gehört und an
Matityahu-Nord angrenzt, im Plan hinzugefügt. Die Autoren des Berichtes
bemerken, dass der Gesamtplan für Ober-Modiin schweren Verdacht schöpfen
lässt, dass eines der verdeckten Ziele
der Sperranlage sei, die Palästinenser dahin zu bringen, dass
sie aufhören, ihr Land zu bearbeiten, das für die Ausdehnung
jüdischer Siedlungen gedacht
ist, damit dieses Land zu Staatsland erklärt werden kann.
(Dt.
Ellen Rohlfs)
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Vom
Mythos
Sharon
Stellungnahme
von Sedunia
Quelle:
Sedunia -
Initiative für internationale Politik vom Januar 2006
Mit
der Gründung des Staates Israel entstand eine große Anzahl von Mythen,
wie zum Bespiel "das Land ohne Volk" oder die
"Unbesiegbarkeit der israelischen Armee". Der Staat Israel benötigte
diese Sagen für seine Legitimation und betrieb diese Arbeit bis zur
Perfektion. Somit bekam auch jeder der israelischen Führer "seine
Geschichte", die immer nur ein Stück weit der Wahrheit entsprach.
Das westliche Ausland hatte bisher nur die Rolle zu übernehmen, diese
Mythen weiterzugeben.
So
ist der israelische Premier Ariel Sharon noch nicht einmal tot, und
schon werden seine Taten und Wandlungen wie üblich derart bereinigt
dargestellt, dass wir uns wenn wir der Wahrheit verpflichtet sind,
fragen müssen, wer dieser Mann war und was er, wenn es etwas besonderes
war, geschaffen hat.
Ariel
Sharon stammt aus einer weißrussischen Familie deutschen Ursprungs, die
den Namen Scheinermann trug. Also ist selbst sein Name eine Fälschung.
Weit vor dem Holocaust siedelte diese Familie in der ersten "rein jüdischen
Stadt", Tel Aviv. Die palästinensische Stadt Jaffa ist heute nur
noch ein Vorort des ehemaligen Vorpostens der zionistischen
Kolonisation. Ariel ist nicht nur von seinem äußeren Erscheinungsbild
europäisch, blond und hellhäutig, sondern auch von seiner inneren
Einstellung und Geisteshaltung. Denn seine ersten militärischen
Erfahrungen sammelte er in der Terrororganisation Haganah, die
vornehmlich die Palästinenserinnen und Palästinenser mit Gewalt und
Terror versuchte zur Flucht zu treiben. Er war ein typischer Europäer
seiner Zeit. Er war beseelt von der zionistischen Mission das arabische
Leben in Palästina auszulöschen. Diese blutige Spur zog sich durch
sein ganzes Leben, von den Eroberungskriegen 1948 und 1967, über die
grauenvollen Massaker 1982 in Sabra und Shatila, bis hin zur dem
Massaker von Dschenin, den Liquidierungen zahlreicher Vertreter der palästinensischen
Widerstandskräfte und der Tötung der palästinensischen Persönlichkeiten
Scheich Ahmed Yassin und Dr. Abdel Aziz Rantisi. Oder wie Uri Avnery über
Sharon meinte:" Seinem Konzept lag ein primitiver Nationalismus des
19. Jahrhunderts zugrunde, der besagt: unser Volk steht über allen
anderen - andere Völker sind minderwertig. Die Rechte unseres Volkes
sind heilig - andere Nationen haben überhaupt keine Rechte." Dabei
überschritt Sharon immer die ihm gegebenen Kompetenzen und hatte kaum
ein Empfinden für Verhältnismäßigkeit, doch dies ist die Regel oder
der notwendige Zustand einer Besatzungsarmee, wie es die israelische
ist. Obwohl die Besatzer wissen, dass sie das palästinensische Volk
nicht auslöschen können, verlangen sie es immer wieder.
Die
israelische Armee schießt nicht nur auf Kinder, sondern sie durchsiebt
sie, bis das Magazin der Waffe leer ist. Und das war Sharons Geist. Doch
dieser koloniale Geist wird abseits aller militärischen Offensiven
immer wieder auch gezwungen politisch zu denken. Dies mussten die
zionistischen Begründer Israels, dies musste Yitzak Rabin und dies
musste auch zeit seines Lebens Ariel Sharon.
Er
wusste, dass er immer ein fremder Europäer war und musste demnach, wie
es die westlichen Medien nennen, pragmatisch handeln. Die Europäer und
vor allem die Amerikaner reden ständig von der Wandlung des
"Falken zur Taube", sie sprechen über den Bulldozer der in
seinen alten Tagen noch ruhiger wird, und sogar ein Mann des Friedens
sei (G.W.Bush). Es war aber weniger eine Wandlung die Rabin oder Sharon
durchmachten, als die Flexibilität postkolonialer Eroberungspolitik.
Dies
ist ohne Polemik eine herausragende Leistung dieser Ideologie und ihrer
Führer, denn sie müssen ständig ihren eigentlichen Wunsch nach der
totalen Vernichtung des palästinensischen Volkes an die Realität
anpassen und dabei erkennen, dass sie nicht funktioniert.
Diese
Erkenntnis ist dann auch die Ursache warum solche Personen wie Rabin
oder Sharon auf diese Art sterben müssen. Diese Realität zerreißt förmlich
den faschistischen Krieger, der das Siegen so gewohnt ist. Der frühere
Terrorist Rabin wurde von seinen eigenen Leuten zerrissen, und Sharon
bekam laut einem US Prediger die Strafe Gottes mit einem Schlaganfall zu
spüren. Es war weniger die Strafe Gottes, denn wie hoch oder welche Art
von Strafe gibt es für tausendfachen Massenmord, als eher der innere
Widerspruch des Zionismus, der ihn zu Fall brachte.
Der
Rückzug aus dem Gazastreifen war eine politische Entscheidung aufgrund
der militärischen Sackgasse in der sich Israel befand. Es konnte die
palästinensischen Widerstandskräfte mit der herkömmlichen Kriegsführung
nicht besiegen. Die Variante der Massaker, wie in Dschenin, erkannten
die israelischen Verantwortlichen als erstens zu Verlustreich und
zweitens auf Dauer negativ für die weitere Okkupation des
Westjordanlandes. Diesen notwendigen Schritt realisierte Sharon und
hinterließ dem Staat Israel ein folgenschweres Erbe. Es wird niemals
ein Großisrael geben. Sharon war nicht eingekeilt zwischen den
israelischen Befürwortern eines palästinensischen Staates und den
Zionisten die niemals Land aufgeben werden, sondern zwischen
pragmatischen Zionisten und einer kleinen Elite von europäisch und
US-stämmigen Faschisten. Das ist die derzeitige Situation in der
israelischen Gesellschaft. Die wirklichen Leute des Friedens gibt es
fast nicht, bzw. sie sind in der Politik nicht hörbar repräsentiert.
Es wäre ungerecht sie als nicht existent zu bezeichnen, denn Personen
wie Uri Avneri sind das lebende Beispiel der Wandlung vom zionistischen
Terroristen zum Menschen des Dialogs. Oder auch Mordechai Vanunu, der
die volle Härte des Staates spürt, und verdient für seinen Beitrag
zum Frieden den größten Respekt. Doch diese wirklichen Menschen des
Friedens werden in Israel mundtot gemacht oder unter Hausarrest gestellt
und in Europa mit dem alten, aber bewährten Mittel des
Antisemitismusvorwurfs diffamiert, während Mörder wie Sharon zur
"Friedenshoffnung" verklärt werden, und wie im Falle des
Parteispendenskandals über österreichische Konten sogar finanziert
werden. Mit dieser Generation von zionistischen Politikern ist kein
Wandel für Israel in Sicht. Die palästinensischen Organisationen sind
bereit für den Dialog, obwohl sie ausgehungert werden sollen, und
permanent bombardiert werden. Doch die Partner zur Verhandlung für
einen Frieden fehlen auf israelischer Seite. Israel lehnt jeden Vertrag
ab, selbst solche für Palästina ungerechten Lösungen wie den Vertrag
von Oslo. Die Roadmap ist nur ein Blatt Papier, damit die europäische
Seite die Möglichkeit bekommt, auf etwas hinzuweisen. Für Israel hat
es keinen Wert. Doch die Mythen der israelischen Gesellschaft scheinen
wichtiger zu sein als ein Leben in Frieden.
Es
lebe die Würde und der Widerstand des palästinensischen Volks!
Die
Gefallenen von Deir Yassin, Sabra und Schatila sind nicht vergessen!
Mythos (gr.-lat.) u. Mythus der;-, ...then: Person, Sache,
Begebenheit, die (aus meist verschwommenen, irrationalen
Vorstellungen heraus) glorifiziert wird, legendären
Charakter
hat.
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