|
Wichtige
Rubriken und Beiträge
+++Neu+++
Newsletter
bestellen
zur
Homepage
Der
Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk
Kampf
den ideologischen Diversanten
Für
den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands
Gegen
den
imperialistischen Krieg
Black
Channel
Betrieb&Gewerkschaft
Bildung, Kultur & Wissen
Wider
den Block der
Rechten und Trotzkisten
zur
Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung
Wissenschaftlicher
Sozialismus
Aus
den Ländern
Links
Impressum
Archiv
Intern
Proletarischer
Internationalismus
| |
zurück
|
Revanchistenverband
„Sudetendeutsche Landsmannschaft“ trifft sich zu Pfingsten in
Augsburg: Markige Worte, viel Heimatseligkeit und großdeutsche Hetze
gegen Tschechen und Slowaken.
Tage
der Aggression
AUGSBURG
Bericht
german-foreign-policy
vom 29.05.2009 – Unter aktiver Beteiligung einflussreicher
Politiker und einer Organisation der äußersten Rechten feiert die
„Sudetendeutsche Landsmannschaft“ dieses Wochenende ihren
sechzigsten „Sudetendeutschen Tag“. Die Massenkundgebung des „Vertriebenen“-Verbandes
in Augsburg (Bayern) wird wie üblich als Protest gegen Gesetze von
Verfassungsrang in zwei EU-Mitgliedstaaten angekündigt – gegen die
„Beneš-Gesetze“ in Tschechien und der Slowakei – und vom
Bundesinnenminister per Grußwort gewürdigt. Präsenz zeigt auch der
„Witikobund“, der den radikal völkischen Flügel der
„Sudetendeutschen Landsmannschaft“ repräsentiert und Kontakte zur
extremen Rechten unterhält. Seine Jugendorganisation zählt einen
NPD-Funktionär zu ihrem Vorstand. Die staatliche Unterstützung für
das Treffen am Wochenende ist dennoch gesichert, da die Bundesregierung
die Umsiedlung der Deutschen nach Kriegsende als „Unrecht“
bezeichnet und dieser Ansicht mit Hilfe der „Vertriebenen“-Verbände
Nachdruck zu verleihen sucht. Erst kürzlich hat der
Kulturstaatsminister des Bundes aus demselben Grund die Arbeitsaufnahme
des „Zentrums gegen Vertreibungen“ („Stiftung Flucht, Vertreibung,
Versöhnung“) verkündet. Mit der Rechtsposition, die Umsiedlung sei
„Unrecht“ gewesen, hält Berlin die östlichen Nachbarstaaten unter
Druck.
Massenkundgebung
Mit
einer Pressekonferenz und einer Kranzniederlegung eröffnet die
„Sudetendeutsche Landsmannschaft“ am heutigen Freitag in Augsburg
(Bayern) ihren sechzigsten „Sudetendeutschen Tag“. Zu der
Massenkundgebung, die am Sonntag nach einer Festrede des bayrischen
Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) zu Ende geht, werden rund
15.000 Teilnehmer erwartet. Im Zentrum steht wie seit je der Protest
gegen die Beneš-Gesetze der ehemaligen Tschechoslowakei, die bis heute
in deren Nachfolgestaaten, der Tschechischen Republik und der Slowakei,
Verfassungsrang haben. Die Beneš-Gesetze dienten dem Wiederaufbau des
tschechoslowakischen Staates nach dem Ende der deutschen Okkupation; sie
regelten auch die Ausweisung der „Sudetendeutschen“, weshalb die
Landsmannschaft bis heute ihre Annullierung fordert. Den diesjährigen
„Sudetendeutschen Tag“ und seinen Protest gegen die Beneš-Gesetze
wertet der Bundesinnenminister mit einem amtlichen Grußwort auf,
hochrangige Politiker aus Bayern verschaffen ihm mit ihrer Präsenz große
Medienaufmerksamkeit.
NPD-Funktionär
Wie
in den Vorjahren nimmt auch diesmal der „Witikobund“ am
„Sudetendeutschen Tag“ teil und kündigt eine Vortragsveranstaltung
und einen Informationsstand an. Der „Witikobund“ wurde 1948 von
ehemaligen NSDAP- und SS-Mitgliedern gegründet; er repräsentiert den
radikal völkischen Flügel der „Sudetendeutschen“ und unterhält
Kontakte zur extremen Rechten. Ein früherer langjähriger Vorsitzender
der Organisation gehörte den „Republikanern“ an, als diese die führende
Partei der extremen Rechten in Deutschland waren; aktuell sind
Beziehungen zur NPD belegt. So ist letztes Jahr der Vorsitzende des
Regensburger NPD-Kreisverbandes Willi Wiener zum stellvertretenden
Bundesvorsitzenden der „Witiko“-Jugendorganisation „Junge
Witikonen“ gewählt worden. Der Regensburger Oberbürgermeister Hans
Schaidinger (CSU) nahm dies im März zum Anlass, um seine Teilnahme an
einer Kundgebung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ zu
verweigern: Er fordere eine offene Distanzierung vom „Witikobund“,
erklärte er und blieb nach deren Ausbleiben aus Protest der
Veranstaltung fern.[1]
Rechtsposition
Ähnliche
Schritte sind an diesem Wochenende weder von bayrischen Politikern noch
vom Bundesinnenminister zu erwarten. Ursache sind außenpolitische
Interessen. Die Bundesrepublik beharrt auf der Rechtsposition, dass die
Umsiedlung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg „Unrecht“
gewesen sei [2]; Kundgebungen wie der „Sudetendeutsche Tag“, die
diese Behauptung öffentlichkeitswirksam bekräftigen, sind daher erwünscht
und werden staatlich unterstützt. Aus demselben Grund forciert Berlin
seit zehn Jahren die Gründung des „Zentrums gegen
Vertreibungen“.[3] Der Kulturstaatsminister des Bundes hat am 13. Mai
mitgeteilt, dass sich der Stiftungsrat der „Stiftung Flucht,
Vertreibung, Versöhnung“ nun konstituiert hat; unter diesem Namen
wird das „Zentrum gegen Vertreibungen“, das ebenfalls die Umsiedlung
zum „Unrecht“ deklariert, in Berlin realisiert. Nach wie vor ungeklärt
ist die Frage, ob sich aus der Behauptung, die Umsiedlung sei
„Unrecht“ gewesen, ein einklagbarer Rechtsanspruch auf Rückgabe
oder Entschädigung ehemaligen Eigentums der Umgesiedelten ergibt; die
Bundesregierung hält derlei Ansprüche bis heute nach Möglichkeit
offen.[4] Unabhängig davon setzt die Thematik die östlichen
Nachbarstaaten unter Druck und verschafft Berlin damit außenpolitische
Vorteile, die machtbewussten Politikern einen Boykott von „Vertriebenen“-Kundgebungen
aus Protest gegen die äußerste Rechte unattraktiv erscheinen lassen.
„Schlesien
ist nicht in Polen“
Eine
ähnliche Konstellation wie an diesem Wochenende in Augsburg steht am
letzten Juniwochenende auch in Hannover (Niedersachsen) bevor. Dort
findet vom 26. bis zum 28. Juni das diesjährige „Deutschlandtreffen
der Schlesier“ statt. Als Festredner ist der Ministerpräsident des
Bundeslandes Niedersachsen, Christian Wulff (CDU), angekündigt; die
katholische Messe zelebriert der Apostolische Nuntius, der Botschafter
des Vatikan in Deutschland.[5] Die „Landsmannschaft Schlesien“ war
beim vergangenen „Schlesiertreffen“ unter Druck geraten, weil
Kritiker auf Verbindungen zur extremen Rechten verwiesen hatten.
Ministerpräsident Wulff war trotz der Vorwürfe aufgetreten. Die
Plakatslogans, die Journalisten damals vor Wulffs Rede in der
Veranstaltungshalle entdeckten, lassen vermuten, dass auch diesesmal die
äußerste Rechte sich nicht wird fernhalten lassen: „Schlesien ist
nicht in Polen - Die Wahrheit wird euch frei machen“ war auf Schildern
zu lesen.[6]
Extremistische
Kräfte
Der
Vorsitzende der „Landsmannschaft Schlesien“, der beim
„Deutschlandtreffen“ nach Wulff sprechen wird, ist zugleich führender
Aktivist der „Preußischen Treuhand“ - einer Organisation, die Polen
mit Prozessen auf Rückgabe früheren Eigentums von Umgesiedelten überzieht.[7]
Die „Schlesische Jugend“, der offizielle Jugendverband der
Landsmannschaft, bietet nach Auskunft ehemaliger Mitglieder
„extremistischen Kräften“, die „teilweise das Grundgesetz in
Frage“ stellen, ein Forum.[8] Die „Schlesische Jugend“ ist
ebenfalls nach Hannover eingeladen. Dort wie in Augsburg zeichnet sich
damit eine politische Konstellation ab, die staatliche Funktionsträger
der obersten Ebene und Aktivisten der äußersten Rechten vereint -
zugunsten außenpolitischer Aggressionen gegen Deutschlands östliche
Nachbarstaaten.
[1]
Sudetendeutsche sauer: Gedenktag ohne die Stadt; Mittelbayerische
Zeitung 08.03.2009
[2] s. dazu Revision
der Geschichte, Hitler,
Stalin, Churchill, Roosevelt und Moralisch
und materiell
[3] s. auch Sklavenhalter
und Ein
Lernort
[4] s. dazu Umfassende
Ansprüche, Ausgetrickst,
Heute
ist es das Gleiche, Grenzfragen
und Interview
mit Christoph Koch
[5] Informationen Deutschlandtreffen 2009; www.schlesien-lm.de
[6] Ein Auftritt in heiklem Rahmen; die tageszeitung 02.07.2007
[7] s. dazu Fristen
(I), „Eigentümer
an Grund und Boden“ und „Geklautes
Land“
[8] An die Freunde und Förderer der Schlesischen Jugend Landesverband
Bayern; www.schlesische-jugend-bayern.de/html/info.html
zurück |
|
Die
Natur des Imperialismus:
Zur
Durchsetzung seiner Ziele wird getäuscht, gelogen, betrogen. Und das
Ganze wird dann als „Recht der Menschen auf Heimat“ dargestellt.
Ein
Leserbrief von Werner
Lieber
Günter,
den
Faschismus sehe ich nicht als drohende Gefahr vor der Haustür. Trotzdem
muss man den Anfängen wehren. Denn „der Schoß ist fruchtbar
noch, aus dem das kroch“. Die deutsche Bourgeoisie ist heute natürlich
international soweit eingebunden, dass sie es sich nicht leisten kann,
deutschtümelnde Schlägertruppen an die Regierung zu bringen. Aber sie
wird ein bestimmtes Potential an Nazis aufrechterhalten, um nach innen
und nach außen bestimmte Absichten durchzusetzen.
Es
ist ja schon erstaunlich, wenn die „Vertreibung“ als Unrecht gesehen
wird. Über die vorhergegangenen Geschehnisse wird kein Wort verloren.
In Bezug auf die Tschechische Republik möchte ich nur Lidice erwähnen.
Ein Dorf, das unter den Verdacht geriet, die Heydrich-Attentäter
eine Nacht beherbergt zu haben. Die Männer wurden von der SS an Ort und
Stelle getötet, die Frauen und Kinder in die KZ getrieben. Ist es da
erstaunlich, dass die Tschechen, Slowaken und Karpatorussen keine
Deutschen in ihrem Lande mehr sehen wollten? Und wer immer noch
zweifelt, sollte sich das Benes-Dekret mal durchlesen. Die SS hat damals
bestimmt kein zurückgelassenes Eigentum ersetzt. Brauchte sie auch
nicht, war ja alles verbrannt.
Nun
stellen sich Deutsche hin und verlangen von den Nachkommen der Leute,
denen durch Deutsche maßloses Unrecht zugefügt wurde, dass diese Länder
einen Kniefall tun und alles wieder gut machen. Deutsche Betriebe, die
ausländische Zwangsarbeiter während der Nazizeit beschäftigten, haben
Jahrzehnte gebraucht, um diesen unschuldigen Menschen ein paar müde
Mark als Entschädigung zukommen zu lassen. Und dabei haben sie sich
noch gewunden, als ginge es ihnen ans Leben.
65
Jahre sind vergangen. Die meisten von denen, die da nach Rückkehr in
die „verlorenen Ostgebiete“ schreien, wissen gar nicht, wohin sie
zurückkehren sollen, weil sie die Länder noch nicht mal gesehen haben.
Außerdem würden sie wahrscheinlich niemals die Orte verlassen, an
denen sie leben und arbeiten. Wozu also dieses Geschrei? Es wird
abgelenkt von den wirklichen Problemen der Welt und der Menschen. Und da
der deutsche Imperialismus geblieben ist, was er war, nämlich
aggressiv, kommen solche Hanseln wie die Sudetendeutschen oder die
Schlesier natürlich gerade recht. Da man in Europa seine Aggressivität
nicht mehr ausleben darf, müssen eben Schlesische Landsmannschaft,
Sudentendeutsche Landsmannschaft und Ähnliche für den nötigen Druck
sorgen. Da sind dann natürlich auch NPD und Witikobund willkommen, auch
wenn man es nicht so direkt ausspricht. Seine Aggressivität nach außen
kann man ja im Kosovo bzw. in Afghanistan, vor der Küste Somalias oder
der des Libanon ausleben. Das Afrikakorps lässt grüßen.
An
diesem Beispiel zeigt sich wieder die Natur des Imperialismus; zur
Durchsetzung seiner Ziele wird getäuscht, gelogen, betrogen. Und das
Ganze wird dann als „Recht der Menschen auf Heimat“ dargestellt.
Wenn mit diesem Recht für Wenige, das Unrecht für Viele verbunden ist,
kann ich gern darauf verzichten.
65
Jahre sind vergangen. Die deutsche Bourgeoisie und ihr Staat haben es
bis heute nicht fertig gebracht, zu ihrer Verantwortung für die
Verbrechen an den Menschen Europas, insbesondere Osteuropas, zu stehen.
Immer wieder wird versucht der Sowjetunion und der Roten Armee den
Schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben. Es wird gerade so getan als hätte
die Sowjetunion Deutschland überfallen. Die Oder-Neiße-Grenze ist bis
heute von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland nicht als
internationale Grenze anerkannt. Und dann wundern sich alle, wenn
polnische, tschechische, slowakische, ukrainische Menschen äußerst
misstrauisch werden, wenn unsre Politiker sich zu außenpolitischen
Themen äußern. Ich wundere mich nicht.
Rot
Front
Werner
|
zurück |