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Der Dalai Lama, der Freund von Bush und Merkel, hetzt tibetischen Pfaffenmob auf[1]

Gastkommentar:

Der Rotkuttenmob

Terror im Namen des Dalai Lama

Von Colin Goldner

Quelle: jungeWelt vom 17.03.2008

Nichts kann China vor den Olympischen Spiele weniger gebrauchen als negative Presse. Grund genug für den Dalai Lama, für ebensolche zu sorgen. Mit ausdrücklicher Billigung »Seiner Heiligkeit« wurde am 4. Januar 2008 ein exiltibetischer Kampfverband gegründet, bestehend vor allem aus Mitgliedern des militanten »Tibetan Youth Congress«, mit dem Ziel, »direkte Aktionen« durchzuführen: »Wir werden den historischen Moment der Olympischen Spiele dazu nutzen«, so die als »Tibetan People’s Uprising Movement« (TPUM) ausgerufene Kampftruppe, »das Ende der chinesischen Besetzung herbeizuführen.« Im Internet kursierten wenig später erste Gerüchte über geplante Sabotageakte, Terroranschläge und Attentate. Schon Ende der 1980er hatte es unter der Bezeichnung »Chinesische Häuser anzünden: Sabotage« eine exiltibetische Untergrundorganisation gegeben, die für Terror gegen chinesische Siedler sorgte.
Der Dalai Lama selbst ließ keine Gelegenheit aus, die angeblich »erneut zunehmende Unterdrückung des tibetischen Volkes« anzuprangern und damit die offen gewaltbereite Stimmung innerhalb des TPUM anzuheizen. In seiner traditionellen Rede zum »Jahrestag des Volksaufstandes von 1959« am 11. März 2008 behauptete er, Peking mache sich fortgesetzt »zahlreicher, unvorstellbarer und grausamer Menschenrechtsverletzungen« in Tibet schuldig. In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu kam es noch am selben Tag zu gewalttätigen Ausschreitungen exilierter Tibeter. In Lhasa zogen mit Schlagstöcken bewaffnete Mönchstrupps aus dem nahegelegenen Kloster Drepung marodierend durch die Altstadt. Die Polizei ging mit entsprechender Härte gegen den Rotkuttenmob vor. Die gezielt provozierten Zusammenstöße ließen die Gewalt auf die beiden anderen Großklöster Lhasas und weitere Teile der Stadt überspringen: Polizeifahrzeuge, Busse und Privatautos wurden umgeworfen und angezündet, chinesische Häuser und Ladengeschäfte demoliert, geplündert, in Brand gesteckt. Molotowcocktails flogen in Banken, Schulen und Krankenhäuser. Außer Rand und Band geratene Mönchshorden brachen blutige Straßenkämpfe vom Zaun, es gab zahlreiche, teils schwer Verletzte.
Tibet-Unterstützergruppen weltweit machten Peking für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Der »friedliche Protest des tibetischen Volkes« sei brutal zusammengeknüppelt und niedergeschossen worden. Mehr als 100 Tibeter seien dabei zu Tode gekommen. Bush und Merkel forderten zu umgehenden Gesprächen mit dem Dalai Lama auf, der als einziger die »Tibetfrage« zu lösen imstande sei.
Die tatsächliche Rolle des Dalai Lama, der mit seiner Rede zum 11. März die Lunte ans Pulverfaß des TPUM-Terrors gelegt hatte, wurde konsequent ausgeblendet. Nach offiziellen Angaben gab es bisher zehn Tote: Opfer der Brandanschläge auf chinesische Häuser und Läden.

Colin Goldner, klinischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist, ist Autor des Buches »Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs« (alibri-Verlag)


[1]  Siehe: „Mann des Friedens“?  Der Dalai Lama sagt, er „liebt“ George W. Bush, Quelle: Freace vom 29.10.2007 mehr

Religiöser Fundamentalismus, wie ihn Imperialisten lieben: Der Dalai Lama bei Angela Merkel und bei George W. Bush , Ein moderner Sinnstiftungs-Guru und nützlicher Idiot westlicher Menschenrechtsdiplomatie auf Tournee Quelle: GegenStandpunkt vom 31. Oktober 2007 mehr

China, Tibet und das Geschwätz aus Berlin von Menschenrechte, Von Anna Heinzberger/4. Oktober 2007 mehr  

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Leserbrief zum Thema Tibet von Armin Kligge vom 3. Juni 2008

Liebe Genossen,

es gibt zur „Free Tibet“-Kampagne der westlichen Regierungsvertreter und ihrer Medien noch einen weiteren Aspekt, der meist übersehen wird:
Sollte es den imperialistischen Mächten – insbesondere der USA und ihrem CIA – gelingen, Tibet mit einer „orangenen Revolution“ nach dem Vorbild gewisser ehemaliger Sowjetrepubliken oder durch einen Krieg nach dem Vorbild Jugoslawiens aus dem chinesischen Staatsverband herauszureißen, gäbe ihnen das einen gewaltigen strategischen Vorteil sowohl gegenüber China als auch gegenüber Russland.

Ähnliche Motive dürften wohl auch hinter der „Menschenrechts“-Intervention im Falle Burma/Myanmar stecken.
Es dürfte sinnvoll sein, beizeiten auf solche imperialistischen Planspiele hinzuweisen.

Mit solidarischem Gruß
Armin Kligge

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