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TeleSUR zeigte Militärpakt USA-Kolumbien

USA SCHAFFEN BEDINGUNGEN FÜR KRIEG GEGEN LATEINAMERIKA

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Caracas, 5. November 2009, Tribuna Popular TP. -   Letztendlich wurde der zwischen den USA und Kolumbien unterzeichnete Vertrag über militärischen Beistand und Zusammenarbeit öffentlich gemacht. Das Dokument aus 25 Artikeln gewährt dem US-Militärpersonal Straffreiheit gegenüber den kolumbianischen Gesetzen und zielt auf die Durchführung von militärischen Handlungen im kontinentalen Rahmen für die US-Luftwaffe ab.

In beiden von Telesur veröffentlichten Dokumenten werden die Bestrebungen militärischer Kontrolle der USA über den gesamten Kontinent bis hin nach Afrika deutlich. Die Regierungen der USA und Kolumbiens verteidigen das militärische Abkommen mit dem Argument, damit „gegen den Terrorismus und die Drogenhändlergruppen zu kämpfen.“

Ein Dokument aus dem Sekretariat der Luftstreitkräfte der USA enthüllt, das zu den Bestrebungen des Paktes gehört, militärische Handlungen im kontinentalen Ausmaß vornehmen zu können. Dies sollte auch dazu dienen, als „anti-US“ eingestufte Regierungen zu neutralisieren. Man lese konkret Venezuela, Bolivien, Ekuador, Kuba und Nikaragua. Laut Vertrag fliegt die US-Luftwaffe zuerst Bogotá an. Von dort aus soll sie ihre Zielorte erreichen. Der Artikel 5 dieses Paktes legt fest, dass die Kampfflugzeuge aus den USA jeden der sieben internationalen Flughäfen Kolumbiens benutzen können: Barranquilla, Bogotá, Cali, Cartagena, Medellín, Bucaramanga und San Andrés.

In seinem Artikel 3 legt der Militärpakt keine Garantien über die Neutralität gegenüber den Nachbarländern bei möglichen bewaffneten Konflikten fest. Ebenso wenig bezieht er sich auf die Überwachung und elektronische Spionage aus den kolumbianischen Einrichtungen in Richtung anderer Länder. Andererseits ist das technische und Verwaltungspersonal Teil der US-Militärmission und soll Straffreiheit und zivilrechtliche Freiheit lt. Artikel 8 des Paktes genießen.

Das kolumbianische Verteidigungsministerium genehmigte die Benutzung der US-Bewaffnung und Uniform auf kolumbianischem Territorium. Auch genießen alle US-Amerikaner finanziellen Nutzen durch Steuerfreiheit beim Erwerb von Eigentum und der Inanspruchnahme von Dienstleistungen lt. Artikel 10 des Paktes. Die USA sollen Satellitenempfangsstationen kosten- und lizenzfrei errichten dürfen. Dieser Militärpakt läuft bis 2019 und kann dann um weitere 10 Jahre verlängert werden.

Ein Anhangdokument aus dem Pentagon erklärt, dass unter den Gründen für die neuen US-Militärstützpunkte in Kolumbien die angeblichen Bedrohungen durch Washington feindlich gesonnene Regierungen in der Region eingeschlossen sind und auch die Möglichkeit erwähnt wird, Kriegshandlungen in großem Ausmaß in ganz Südamerika durchzuführen. Der Text dementiert nachdrücklich die wiederholten Erklärungen von kolumbianischen und US-Regierungssprechern, wonach diese Militärstützpunkte sich auf Aktionen gegen den Drogenschmuggel und die Terrorbekämpfung innerhalb Kolumbiens beschränken würden.

Telesur hatte Zugang zu dem Dokument, welches das Sekretariat der Luftstreitkräfte dem US-Kongress im vergangenen Mai 2009 vorlegte, um seinen Antrag auf Bewilligung von Mitteln für das Jahr 2010 zu begründen. Auf Seite 216 führt das Dokument detailliert Ausgaben von 46 Millionen Dollar für die Rekonstruktion des Militärstützpunktes Palanquero im zentralen Süden von Kolumbien auf. Darin sind beinhaltet auch die Kosten für die Unterbringung von 250 US-Militärangehörigen. Die Erweiterung der Fähigkeit des Stützpunktes zur Aufnahme von massiven Luftttransportern, seine größtmögliche flächenmäßige Ausdehnung und sogenannte antiterroristische Einrichtungen.

Auf der folgenden Seite erklärt das Dokument den Grund. „Uns gibt dies die einzigartige Möglichkeit für Handlungen in einem breiten umfassenden Spektrum in einer kritischen Subregion unserer Hemisphäre, wo die Sicherheit und die Stabilität ständig von aus dem Drogenhandel finanzierten terroristischen Aufständen bedroht sind. Von den anti-US-Regierungen, der ständigen Armut und den häufigen Naturkatastrophen...“

Weiter vorn argumentiert das Dokument, dass der Luftwaffenstützpunkt Palanquero mit besonderen Vorteilen für die Militärstrategie der USA aufwartet. Der Antrag der US-Luftwaffe erklärt, dass die Erweiterung des Stützpunktes Palanquero notwendig ist, weil er der einzige Stützpunkt mit einer günstigen geographischen Lage ist, von wo aus nicht unter Beschränkungen zu handeln ist, welche Handlungen in den anderen vier Stützpunkten begrenzen, welche in das neue Abkommen zur Durchführung von Aktionen gegen den Drogenschmuggel eingeschlossen sind. Außerdem wird hervorgehoben, dass die isolierte Lage von Palanquero sicherstellt, dass „das Profil der militärischen Präsenz der USA minimiert werden wird.“

In einem anderen Teil hebt das Dokument hervor, dass von Palanquero aus die US-Kampfflugzeuge in beinahe ganz Südamerika operieren können. Bei der Definition der Funktion des neuen Militärstützpunktes bestätigt die Luftwaffe, dass „Palanquero den Zugang zum ganzen Kontinent gewährleistet, mit Ausnahme von Kap Horn, wenn es genug Treibstoff gibt. Und über die Hälfte des Kontinentes ohne Nachtanken.“ Das Dokument bekräftigt darüber hinaus die Bedeutung von Palanquero und gibt einige Details der Arten militärischer Aktivität an, welche die USA von diesem Militärstützpunkt aus entwickeln können.

In der Schlussfolgerung hebt der Text hervor, dass die Entwicklung dieses Standortes der Zusammenarbeit in Sicherheit (CSL, in englischer Sprache) „die strategische Beziehung zwischen den USA und Kolumbien vertiefen wird“ und „die Fähigkeit der USA, schnell auf eine Krise zu antworten, verbessern wird, indem er regionalen Zugang gewährt“...

Es wird ausgeführt, dass Palanquero die Möglichkeiten vermehrt, um „geheimdienstliche, Spionage- und Aufklärungsoperationen durchzuführen“. Und es wird mit überraschender Deutlichkeit angeführt, dass der Militärstützpunkt „unsere Kriegsfähigkeit bei Übersee-Operationen erweitert“. Was heißt, die Fähigkeit der USA, einen Krieg gegen Südamerika zu führen.

Quelle: Telesur – Tribuna Popular

in: http://www.pcv-venezuela.org/

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Venezuelas Volk wachsam gegenüber imperialistischer Bedrohung

FRIEDENSDEMONSTRATIONEN GEGEN US-MILITÄRSTÜTZPUNKTE IN KOLUMBIEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Caracas, 13. November 2009, Tribuna Popular TP. -   Am vergangenen Freitag demonstrierten die friedliebenden Menschen Venezuelas für den Frieden und gegen die Einrichtung der US-Militärstützpunkte im Nachbarland Kolumbien. Sie taten dies in der venezolanischen Hauptstadt Caracas und in der Stadt San Cristóbal im venezolanischen Bundesstaat Táchira an Venezuelas Grenze zu Kolumbien. An beiden Massendemonstrationen beteiligten sich Venezolaner aus dem ganzen Lande sowie Bürger Kolumbiens.

Jorge Rodríguez, Bürgermeister der Ortschaft Libertador und Mitglied der zu den Massendemonstrationen aufrufenden Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas (PSUV) gab bekannt, dass die Massendemonstration „zur Verteidigung Venezuelas, der Heimat, der Souveränität und vor allem des Friedens“ dient. Rodríguez erklärte weiterhin, dass mit der Massendemonstration „die brutale Tatsache der Umwandlung Kolumbiens in einen aggressiven imperialistischen Militärstützpunkt der USA und der Kolumbien regierenden Oligarchie“ beantwortet wird.

Die Demonstration in Caracas verlief unter Teilnahme des venezolanischen Kanzlers Nicolás Maduro zum Sitz der Botschaft Kolumbiens im Stadtteil Chacao.

In Venezuela ansässige Kolumbianer demonstrierten mit und veröffentlichten einen Aufruf an ihre Landsleute über die Gefahr aus der Tatsache, auf dem eigenen kolumbianischen Territorium eine ausländische Armee stationiert zu haben, „welche bereit ist, die Nachbarvölker anzugreifen.“

Kolumbien und die USA unterzeichneten am vergangenen 30. Oktober 2009 jenen Militärpakt, der über die Einrichtung von sieben US-Militärstützpunkten hinaus die Präsenz von mindestens 800 US-Militärangehörigen und 600 zivilen Söldner der US-Streitkräfte bis hin zu deren Immunität gegenüber den Gesetzen Kolumbiens regelt.

Der Militärpakt zwischen Kolumbien und den USA ist mit Ausnahme von Peru bei allen Ländern der Region Südamerika auf Ablehnung gestoßen. Alle ALBA-Mitgliedsländer haben sich gegen ihn ausgesprochen.

UNASUR wird aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ekuador, Guyana, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela gebildet.

Die ALBA hingegen besteht aus Bolivien, Kuba, Ekuador, Honduras, Nikaragua, Venezuela, Dominica, Antigua, Barbuda, San Vicente und den Grenadinen.

Venezuela ist Hauptbetroffener

Die Unterzeichnung des Militärpaktes wurde vom Großteil der Länder der Region zurückgewiesen, darunter auch von Venezuela, welches direkt an der Grenze Kolumbiens liegt.

Caracas war bereits alarmiert, weil die Nutzung der Militärstützpunkte in Kolumbien durch die US-Streitkräfte deren Spionagehandlungen gegen die Länder der Region ermöglichen würde, denn sie benutzen da hochtechnologische Ausrüstungen. Am vergangenen Sonntag bestätigte Chávez in seinem Programm „Aló Presidente“, dass trotz der Bedrohung durch das Imperium und seine Lakaien wie beispielsweise der kolumbianischen Regierung auf dem Kontinent Venezuela weiterhin zur sozialistischen Revolution übergehen wird. Er bezeichnete den Militärpakt als „Übergabe Kolumbiens“, wodurch Kolumbien eine US-Kolonie wird.

Nach Meinung von Chávez ist Kolumbien von den USA annektiert worden. Es gibt keine Vorgeschichte für eine derartige Übergabe eines Landes. Aber eines Tages „wird die Tochternation des Befreiers Simón Bolívar wieder frei sein.“ Hinsichtlich der Spionagehandlungen aus den US-Militärstützpunkten heraus klagte bereits die venezolanische Kommunikations- und Informationsministerin am vergangenen Donnerstag öffentlich an, dass der Funkraum Venezuelas von den Sende-Einrichtungen der kolumbianischen Streitkräfte verletzt wird. Dies sei ein Vorzeichen für das, was da zu erwarten sei.

Kolumbiens und Venezuelas Beziehungen sind angespannt seit Juli 2009, als sich die Unterzeichnung des Militärpaktes abzeichnete, welcher dann am 30. Oktober 2009 faktisch unterzeichnet worden ist.

Quelle: Telesur

in: http://www.pcv-venezuela.org

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