|
siehe
Originaltext
Widerstand
ja - aber gewaltfrei!
12.12.2003
- Frank Brendle - Telefon: 030 - 61074411
Bundessprecher
Jürgen Grässlin erklärt zu Berichten über die Unterstützung
irakischer Untergrundkämpfer durch die deutsche Friedensbewegung:
Die
Friedensbewegung unterstütze den Terror, behauptet das
FernsehmagazinPanorama in seiner gestrigen Sendung. Als Beleg dafür
dienten Personen, die in Deutschland Geld sammeln, um Waffenkäufe im
Irak zu finanzieren und damit angeblich den militärischen Widerstand
dort stärken wollen. Beispielhaft wurden Treffen und Sammelaktionen des
"Heidelberger Forums gegen Militarismus und Krieg" gezeigt,
dessen Mitglieder sinngemäß erklärten, Ziel ihrer Aktivitäten sei
es, die US-amerikanischen Besatzer durch eine Stärkung des militärischen
Widerstands aus dem Land zu vertreiben. Der Tod von US-Soldaten wurde
dabei von einigen Interviewpartnern offen begrüßt.
"Wer
Geld für Waffen sammelt und das Abschießen von Soldaten gutheißt, ist
weder Pazifist noch Humanist und stellt sich damit selbst außerhalb der
Friedensbewegung", meint Jürgen Grässlin, Bundessprecher der
Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK),
in einer ersten Reaktion. Grässlin weiter: "Wollen wir unserer
Zielvorstellung einer Welt ohne Waffen und Armeen nahe kommen, so müssen
wir deren Einsatz in jeglicher Form konsequent ablehnen und die zivile
Konfliktbearbeitung unterstützen".
Gerade
deshalb sei die massive Kritik der Friedensbewegung an der US-Politik
gegenüber dem Irak berechtigt, so der DFG-VK-Sprecher. Die
Koalitionstruppen unter dem Kommando der USA hätten das Land in einem völkerrechtswidrigen
Krieg besetzt und führten gezielte Tötungsaktionen gegen Untergrundkämpfer
durch, bei denen der Tod unschuldiger Kinder, Frauen und Männer bewusst
in Kauf genommen werde. Für Grässlin stellt diese Vorgehensweise
"einen barbarischen Akt dar, der durch nichts zu rechtfertigen
ist". Wer nun aber terroristische oder militärische
Untergrundgrundkämpfer im Irak unterstützen wolle, wie dies laut
Panorama einzelne Aktivisten vorhaben sollen, sei auf dem falschen Weg.
Es
gehe vielmehr darum, die US-Besatzer mit politischen und diplomatischen
Mitteln zu einem Rückzug aus dem Irak zu bewegen und das Land beim
Aufbau demokratischer Strukturen in Staat und Gesellschaft zu unterstützen.
Dies könne, so Grässlin, nur durch aktive zivile Aufbauhilfe
geschehen, nicht durch Waffenlieferungen an dubiose Freischärlergruppen
und Mörderbanden. "Die Friedensbewegung setzt ausschließlich auf
Mittel der Gewaltfreiheit und der humanitären Hilfe", so der
DFG-VK-Sprecher. Die in der
Panorama-Sendung vorgenommene Einschätzung "Der neue Terror findet
Unterstützung - ausgerechnet in der deutschen Friedensbewegung"
spiegele nicht die Realität in der deutschen Friedensbewegung, stellt
der Bundessprecher einer der größten Friedensorganisationen
Deutschlands fest.
Grässlin
fordert die Mitglieder des "Heidelberger Forums" zu einer
offenen Diskussion auf und erklärt sich bereit, diese auf Wunsch auch
öffentlich in Heidelberg zu führen.
Frank
Brendle Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit |