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Deutsche
Rüstungsindustrie verdoppelt
Exporte
Für
den Profit der Reichen über Leichen!
Von
Reinhold Schramm
Kommunisten-online
vom 16. März 2010 – Im zweiten Weltkrieg standen mehr als 110
Millionen Menschen unter Waffen. Dieser imperialistische deutsche und
japanische Weltkrieg verursachte die größten Zerstörungen und
forderte die höchsten Blutopfer. Er vernichtete über 55 Millionen
Menschenleben, darunter 20 Millionen Sowjetbürger, 6,5 Millionen
Deutsche, 6 Millionen Polen, über 5 Millionen Chinesen, 2,5 Millionen
Japaner, 1,7 Millionen
Jugoslawen, sowie 635.000 Franzosen, 500.000 Italiener, 368.000 Briten
und 273.000 Bürger der USA. In Europa wurden etwa 11 Millionen Menschen
in Zuchthäusern, Konzentrationslagern und anderen Arbeits- und
Vernichtungslagern (auch) der Deutschen Industrie umgebracht.
Ergebnisse
aus den aktuellen SIPRI-Untersuchungen:
Die Friedensforscher warnen vor einem weltweiten Wettrüsten. Die
Bundesrepublik Deutschland ist nach den USA und Russland der größte Rüstungsexporteur
der kapitalistischen und imperialistischen Welt. Kriegsschiffe, darunter
auch U-Boote der HDW-Werft in Kiel, machten in den vergangenen fünf
Jahren 44 Prozent der deutschen Rüstungsexporte aus. Vor allem durch
den Bau von U-Booten und Panzerfahrzeugen hat Deutschland seine Exporte
für Vernichtungswaffen in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt.
Nach Erhebungen des SIPRI (Stockholm International Peace Research
Institute) stieg der deutsche Weltmarktanteil am Export zwischen 2005
und 2009 auf elf Prozent. Der Exportanteil der USA liegt bei 30 Prozent
und für Russland bei 23 Prozent.
Von
2000 bis 2004 lag der deutsche Weltmarktanteil am Rüstungsexport noch
bei sechs Prozent. Wichtigster Abnehmer für die deutsche Rüstungsindustrie
ist der NATO-Vorposten Türkei. An die Türkei gingen 14 Prozent der
deutschen Rüstungsausfuhren. An Griechenland 13 Prozent und Südafrika
12 Prozent. Kriegsschiffe machten 44 Prozent und Panzerfahrzeuge 27
Prozent aller (offiziellen) deutschen Ausfuhren für Vernichtungsmittel,
Waffen und -systeme aus. Die Türkei unterzeichnete 2009 einen Vertrag
zur Lizenzherstellung von sechs deutschen U-Booten der Klasse U214 (HDW
/ ThyssenKrupp Marine Systems) im Wert von zwei Milliarden Euro.
Griechenland bekam eine Lieferung von drei in Lizenz hergestellten
U-Booten.
Die
deutsche Bundesregierung des BDI-BDA unterschlägt Angaben über
deutsche Rüstungsexporte, weil sie Kompensationsgeschäfte und den
Handel mit gebrauchter Bundeswehrausrüstung sowie „Geschenke“ nicht
in die offizielle Statistik einbezieht.
Die
Oliv-Bündnisgrüne Parteichefin Claudia Roth sagte dem Kölner
Stadt-Anzeiger: Der Bundestag müsse, „wie es in anderen Ländern und
Parlamenten ja Standard ist, endlich das Recht bekommen, die
Bundesregierung [des Kapitals] in Sachen Rüstungsexporte zu
kontrollieren“. [?]
Jan
van Aken, Vize-Fraktionschef der Linken, nannte den Anstieg deutscher Rüstungsexporte
„grauenvoll“ und forderte einen Exportstopp. Der Frankfurter
Rundschau sagte Jan van Aken: In Deutschland „darf es keine Arbeitsplätze
geben, die darauf beruhen, dass woanders Menschen sterben“. ['Ohren
auf' und den 'Klassenverstand einschalten', auch bei den KollegInnen in
der IG Metall]
Der
spezialdemokratische und sicherheitspolitische Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sagte zur FR: Er könne „nichts
Verwerfliches“ daran finden, wenn deutsche Firmen zu einem immer größeren
Teil Waffen an NATO-Partner lieferten. U.a. sagte Rainer Arnold der FR:
Bei Exporten von Handfeuerwaffen in arabische Staaten schaue er selbst
genau hin. Allerdings „wollen wir, dass sie den Terror bekämpfen“,
sagte der Arnold von der SPD des Kapitals.
Weltweit
stieg der Waffenhandel in den letzten fünf Jahren um 22 Prozent
[Kriegsvorbereitung für den ökonomischen Verteilungskampf und
Weltkrieg um Rohstoffe]. Vor allem der Handel mit Kampfflugzeugen habe
deutlich zugenommen. „Staaten mit entsprechenden Ressourcen haben
erhebliche Mengen geordert. Die Reaktion von Rivalen aus der jeweiligen
Region bestand dann darin, ebenfalls zu bestellen“, sagte Paul Holtom,
SIPRI-Forschung.
Paul
Holtoms SIPRI-Institut warnt vor einem Rüstungswettlauf in
Spannungsgebieten, im Nahen Osten, in Nordafrika, Süd- und Südostasien
sowie Südamerika. Der profitable Waffenhandel in Südamerika in den
letzten fünf Jahren habe sich gegenüber 2000 bis 2004 um 150 Prozent
erhöht.
Auch
das vom Staatsbankrott bedrohte EU-Griechenland gehört zu den fünf größten
Rüstungskäufern der Welt. Die
USA und Russland machten rund 40 Prozent ihrer Rüstungsgeschäfte mit
dem Verkauf von Kampfflugzeugen.
Die
Geschichte der imperialistischen Weltkriege und Folgekriege lehrt uns,
dass es notwendig ist, für antiimperialistische Umwälzung, Solidarität
und Frieden, vor Ausbruch des Krieges zu kämpfen. Es darf nicht
zugelassen werden, dass die Menschheit in eine ökologische und nukleare
Katastrophe durch das Kapital gestürzt wird.
15.03.2010
/ Reinhold Schramm |