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Gralshüter
wahrer Demokratie oder imperialistische Räuber?
Zur
Berichterstattung über die Präsidentenwahlen in Iran und die Hintergründe
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 17. Juni 2009 – Ich weiß es nicht, ich kann – und will –
nicht behaupten, die Präsidentenwahlen im Iran seien nicht gefälscht
worden, kann – und will – auch das Gegenteil nicht behaupten. Es
gibt keine authentischen Meldungen aus dem Iran, die auch nur
ansatzweise den Eindruck erwecken, sie seien nicht manipuliert. Dass die
bürgerliche Presse, bei ihrer Berichterstattung über die Proteste
gegen das Wahlergebnis in Teheran, lügt und manipuliert, das ist
jedenfalls offenkundig.
Da
„trieb“ Mahmud Ahmadinedschad seine Anhänger in Teheran auf die
Straße, dort protestierten aber bereits „friedliche Demonstranten“
der Opposition, darauf achtend, dass sie nicht den Straßenverkehr
behindern.
Wie
demonstriert man ohne Störung des Straßenverkehrs? Ich habe schon
viele Demos mitgemacht, Störungen des Verkehrs aber waren stets
unvermeidlich.
Nur
in Nebensätzen der Berichterstatter scheint etwas Wahrheit
durchzuschimmern. So hörte ich einen Journalisten sagen, dass es ja
nicht unmöglich sei, dass auf dem Lande die Mehrheit der Bevölkerung
Mahmud Ahmadinedschad gewählt haben könne.
Wie
dem auch sei: Es riecht für mich ganz ähnlich wie die „bunten“
Revolutionen in der Ukraine, Georgien, Weißrussland. Da aber weiß man,
dass massiv das Ausland, auch und vor allem Deutschland, die
„Revolutionäre“ bezahlt hat. Diese „Revolutionen“ wurden von
westlichen Geheimdiensten inszeniert und über Vorfeldorganisationen der
Geheimdienste finanziert.
So
tut sich die ehemalige Ministerin der Regierung Kohl, Claudia
Nolte (CDU) damit hervor, dass sie sich intensiv um die Destabilisierung
von Belorus bemüht und das gleiche auch bei den „Orange Revolutionären“
der Ukraine tat. Über Frau Nolte liefen die Kontakte und Zahlungen an
die angeblichen Revolutionäre.
„Schwerpunkte
hat Frau Nolte in den Ländern Lateinamerikas sowie Osteuropas gesetzt.
Diese Länder haben durch die dort stattfindenden
Transformationsprozesse und ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft,
jedoch auch durch ihre kulturellen und historischen Eigenschaften enge
Beziehungen zu Deutschland.“
(Homepage von Claudia Nolte)
So
ähnlich dürfte es auch im Iran gelaufen sein. Wir veröffentlichten
bereits am 11. Juni 2009 einen Bericht über den Staatterrorismus der
deutschen Außenpolitik zur Destabilisierung des Iran.
Was wir jetzt erleben, ist fast eine Kopie dessen, was vor ein paar
Jahren in Kiew, Tiflis passierte und dann auch in Belorus versucht
wurde.
Der
Iran ist ein wichtiges Land für die Energieversorgung der deutschen
Wirtschaft. Dort wird Erdöl und Erdgas gefördert und exportiert. Das
weckt Begehrlichkeiten. Außerdem ist der Iran Anrainer der wichtigen
Erdöl- und Erdgasregion rund um das Kaspische Meer. Die iranische
Regierung aber tanzt nicht, wie die frühere des Schah, nach der Pfeife
der westlichen imperialistischen Mächte, sondern fährt eine eigene,
ihren Interessen untergeordnete. Außen- und Wirtschaftspolitik. Sie lässt
sich nicht vor die westlichen Karren spannen. Das ist ein Makel und muss
beseitigt werden, meinen die Herrschaften der Banken und der westlichen
Regierungen.
Dazu
dient auch die unbewiesene Behauptung, der Iran baue eine Atombombe und
dazu gehören die sich immer wiederholenden Lügen, der iranische Präsident
Mahmud Ahmadinedschad, leugne den Massenmord an Juden durch die
deutschen Faschisten. Das ist schlichtweg falsch. Aber ich will darauf
hier nicht eingehen, wir setzten uns schon damit auseinander.
Dass
aber die deutsche Regierung und die anderen westlichen Mächte – z.B.
auch und vor allem die USA – geheimdienstlich bemüht sind, den Iran
zu destabilisieren, scheint mir als erwiesen. Zumindest gibt es
handfeste Äußerungen eines hochrangigen Wissenschaftlers vom rechten
Rand der CDU/CSU und Militärwissenschaftler.
Der
Münchner Professor an der Universität der Bundeswehr, Professor Dr.
Michael Wolffsohn, hat wieder einmal die Katze aus dem Sack gelassen. Er
erklärte in einem Interview folgendes:
„Diese
innenpolitische Labilität könnte – und sollte (geheimdienstlich
verdeckt, versteht sich) - der Hebel westlicher Iran-Politik unterhalb
des eigenen militärischen Eingreifens sein.
Die
meisten westlichen Staaten werden sich auch dabei natürlich nicht die
„Finger schmutzig machen“. Für die USA und Israel dürfte diese
Vorgehensweise nicht nur existentiell, sondern geradezu „charmant“
sein. Indem sie den
Iran schwächt, gegebenenfalls auflöst, wird die außenpolitisch-nukelare
Gefahr durch den Iran verringert. Sie
ermöglicht, ebenfalls ohne eigenes direktes Eingreifen, Sabotageakte
gegen militärische, gegebenenfalls sogar Teile der
nukleartechnologischen Anlagen. Diese würden dabei nicht zerstört,
doch ihr Auf- und Ausbau verzögert und erschwert. Jener
Destabilisierungshebel zielt nicht zuletzt aufs Recht nach nationaler,
kultureller und religiöser Freiheit der vom persischen Mullahregime
unterdrückten Völker. Wer will diesen Völkern das Recht auf
Selbstbestimmung verweigern?
Vielleicht
kommt Teheran auf diese Weise rechtzeitig zur Vernunft. Der Verzicht auf
die Atombombe sowie die Überwindung zentralistisch-persischer zugunsten
bundesstaatlicher Rahmenbedingungen läge im Eigeninteresse Teherans.
Nur so könnte es die unzufriedenen Minderheiten an den iranischen Staat
innerlich binden. So gesehen, würden die USA und Israel die Retter des
iranischen Staates sein“
(hervorgehoben von mir, G.A.)
Wolffsohn
ist derzeit der führende Ideologe der letzten drei Bundesregierungen in
Kriegsfragen und tat sich schon mehrfach durch schlimme Äußerungen
hervor;
2004
erklärte Wolffsohn bei einer Talkshow:
„Wenn
wir mit Gentleman-Methoden den Terrorismus bekämpfen wollen, werden wir
scheitern. […] Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich Folter
oder die Androhung von Folter für legitim.“
Dass
er sich damit die Kritik demokratischer Juristen und anderer zuzog,
liegt auf der Hand. Aber seine Anhänger machten es sich leicht und
stellten diese Kritiken in die Antisemitismus-Ecke und verglichen ihn
mit dem französischen Hauptmann Alfred Dreyfus (1859–1935),
der als angeblicher Spion für Deutschland im Jahre 1894 zu lebenslänglicher Haft und Verbannung verurteilt und deportiert
wurde.
So
einfach ist das.
Des
Weiteren befürwortet der wackere Professor an der Hochschule der
deutschen Brunnenbohrer und Krankenhauserbauer von Afghanistan – so
sieht sich ja die Bundeswehr gern – das Zentrum
gegen Vertreibungen des Bundes der Vertriebenen, also der ewig
Gestrigen, die die Ergebnisse des 2. Weltkrieges nicht anerkennen wollen
und nun die Deutschen zu den
einzigen Opfern des 2. Weltkriegs machen wollen. Die Täter sind nach
deren Darstellung die Polen, Russen und Tschechen – nicht aber die
Nazis.
Und
schließlich tritt Wolffsohn dafür ein, das Eiserne Kreuz als
Kriegsorden wieder einzuführen. Also einer, der wie gerufen kommt für
alle Reaktionäre und Kriegshetzer.
Nur
ist er etwas schwatzhaft und plaudert Dinge aus, die eigentlich den
Vermerk „streng geheim“ tragen dürften.
Ich
fasse zusammen: Kleriker au der politischen Macht, sind ein großes Übel, nicht minder
den Militärs als Regierung. Mir ist dabei die Religion egal: Ob Christ,
Buddhist, Hindu, Moslem oder Jude – klerikale Regierungen sind mir
suspekt. Das gilt auch für die iranischen klerikalen
Regierungen.
Aber
was Recht ist, muss Recht bleiben. Die iranische Regierung unter Mahmud
Ahmadinedschad, sie ist keine Regierung, die ich mag, jedoch entzieht
sie ihr Land dem räuberischen Zugriff der westlichen Imperialisten. Das
ist ihr Makel, mit dem sie für die Imperialisten behaftet ist, deshalb
ist sie „diktatorisch“ und fälscht sogar Wahlen.
Dass
George W. Bush, bis vor wenigen Monaten noch Präsident der USA,
nachweislich Wahlfälscher war, sei nur am Rande vermerkt. Die bürgerliche
Presse nahm es damals hin.
Wir
sollten also die Berichte aus Teheran mit Misstrauen hören/sehen/lesen.
Mahmud Ahmadinedschad eignet sich, wie kaum ein anderer, als Buhmann,
Holocaust-Leugner, Antisemit und was auch immer. Einfältige Gemüter
glauben das sogar.
Wir
aber sollten diese Lügen nicht hinnehmen, sondern das Wesentliche
aufzeigen. Seit wann ist es für die Imperialisten wichtig, wenn einer
angeblich oder wirklich Wahlen fälscht? Es geht hier um globale
imperialistische Interessen des deutschen Finanzkapitals, die im Iran zündelt
um die Regierung gefügig zu machen. Diese Herrschaften haben noch vor,
da viel Geld zu verdienen, da kommt es auf einige faustdicke Lügen
nicht an.
G.A,
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