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PENTAGON FORDERT VON WIKILEAKS HERAUSGABE DER GEHEIMDOKUMENTE

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 5. August 2010, Cubadebate. (Kommunisten-online am 10. August 2010) – Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Geoff Morrell, forderte die Internetseite Wikileaks dazu auf, die mehr als 15.000 militärischen Unterlagen über den Afghanistankrieg „unverzüglich herauszugeben“, die Wikileaks bisher noch nicht veröffentlicht hat, sowie auf seinem Internetportal die über 77.000 bereits veröffentlichten Geheimdokumente zu entfernen. Bei den 15.000 noch unveröffentlichten US-Geheimpapieren handelt es sich um diejenigen Dokumente, welche Wikileaks-Gründer Julian Assange zurückzuhalten entschied, um deren Quelle nicht zu gefährden.

Auf der Pressekonferenz wies Morell darauf hin, dass die Internetveröffentlichung tausender geheimer militärischer US-Unterlagen über den Afghanistankrieg „die Sicherheit unserer Truppen, unserer Verbündeten und der afghanischen Bürger bedroht hat, die uns dabei helfen, dieser Region der Welt Frieden und Stabilität zu bringen (...) Jetzt ist der einzig akzeptable Schritt, dass Wikileaks die erforderlichen Schritte unternimmt, um alle Ausfertigungen aller Geheimunterlagen an die Regierung der Vereinigten Staaten zurückzugeben und sie für immer von seiner Internetseite zu nehmen und aus seinen Computern und seinen Archiven zu entfernen (...) Wir bitten Wikileaks weiterhin darum, das Richtige zu tun“.

Der Pentagon-Sprecher bestätigte, dass die US-Behörden „eine gewisse Idee“ haben, aus welchen Quellen die genau 15.0000 Dokumente stammen, die Wikileaks bisher noch nicht veröffentlicht hat. Aber man wisse es nicht „mit Sicherheit“. Seit der Veröffentlichung der hauptsächlich Berichte aus den Standorten der US-Söldner hat die US-Regierung bekräftigt, dass die Folgen der Offenlegung sehr gefährlich sein können, weil sie Namen von Quellen, Identitäten von Söldnern und operative Methoden enthüllen, zu welchen die Taliban nun leicht zugreifen können.

Der US-Oberbefehlshaber Admiral Mike Mullen stellte vorige Woche klar, dass Assange „die Hände mit dem Blut von US-Soldaten und afghanischem Personal befleckt haben“ könnte.

Das Pentagon hat eine offene Ermittlung gemeinsam mit dem FBI eingeleitet, um die Person zu identifizieren, die die Dokumente offengelegt hat. Dokumente, die den Tod von Zivilpersonen belegen, welcher bisher nicht bekannt gemacht worden ist, und die auch auf die mögliche Zusammenarbeit der Geheimdienste Pakistans mit den Taliban hinweisen. Der Hauptverdächtige bisher ist der Beobachter des Geheimdienstes der US-Streitkräfte Bradley Manning. Das ist ein Mann von 22 Jahren, welcher bereits auf einem US-Militärstützpunkt in Kuwait nach einer Offenlegung von Geheimdokumenten im Mai gefangen gehalten wurde und anschließend in eine andere Haftanstalt im US-Bundesstaat Virginia verlegt worden ist. Der einstige Informationspirat Adrian Lamo, welcher Manning beschuldigte, machte letzte Woche für die US-Behörden den Weg frei für Ermittlungen gegen die Studenten des Technologischen Instituts von Massachusetts (MIT), welche er beschuldigte, bei der Offenlegung der Dokumente mitgearbeitet zu haben.

(Mit Information von EFE)

Quelle: http://www.cubadebate.cu/

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Entgegen Wünschen und Drohungen des US-Imperialismus

WIKILEAKS PUBLIZIERT WEITER GEHEIMES

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 8. August 2010, Cubadebate.-   Wikileaks bestätigte, auf seiner Internetseite, weiterhin Geheimpapiere von Regierungen aus aller Welt an die Öffentlichkeit zu bringen. Dies trotz der Forderung des Pentagons, daß Wikileaks seine Pläne einstellen soll, vertrauliche Papiere der US-Streitkräfte zu publizieren.

Wikeleaks Sprecher mit Aliasname „Daniel Schmitt“ sagte am vergangenen Sonnabend der US-amerikanischen Nachrichtenagentur AP: „Ich kann Dir bestätigen, daß wir weiterhin Dokumente veröffentlichen werden. Genau dies werden wir tun.“ Den Aliasname benutzte der Wikileaks-Sprecher zur Verschleierung seiner wahren Identität.

„Schmitt“ sagte auch, daß er nicht insbesondere ein Dokument nennen kann, es aber darum ginge, daß die Offenlegung der Geheimarchive über den Afghanistankrieg dazu beiträgt, daß die Öffentlichkeit den Konflikt begreift: „Das Wissen über Dinge wie den Krieg in Afghanistan ist das einzige Mittel zu helfen, etwas ähnliches wie die Sicherheit zu schaffen. Mit diesem Wissen beeinflusst die Öffentlichkeit hoffentlich die Regierungen, damit sie eine bessere Politik machen.“

„Schmitt“ wies Anschuldigungen zurück, daß die Wikileaks-Gruppe die nationale Sicherheit der USA oder das Leben einiger Menschen durch die Offenlegung von Dokumenten der US-Regierung gefährden würde: „Wir haben das Mögliche getan und arbeiten immer noch daran, den verursachten Schaden zu minimieren.“

Das Pentagon forderte Wikileaks auf, seine Pläne zur Veröffentlichung weiterer geheimer militärischer Unterlagen einzustellen und die zehntausenden seit 25. Juli 2010 veröffentlichten Texte über den Afghanistankrieg von der Internetseite zu nehmen, aus denen das Scheitern der US-Streitkräfte im dortigen Konflikt ersichtlich wird.

Die Form der Aufforderung, welche das Pentagon da gegenüber Wikileaks wählte, macht deutlich, daß das Pentagon nicht die Macht hat, sein Anliegen allein aus eigenem Handeln durchzusetzen und vermeiden will, daß Wikileaks weitere ca. 15.000 Geheimdokumente auf seiner Internetseite an die Öffentlichkeit bringt, über welche Wikileaks nach eigenen Worten derzeit verfügt. Und zu denen auch Korrespondenzen aus dem US State Department zählen.

„Schmitt“ sagte, daß die Wikileaks-Gruppe sich den Sicherheitsbelangen der ganzen Welt verpflichtet sieht, was bedeutet, daß dies in einigen Fällen gegen die nationalen Interessen der USA gerichtet sein kann: „Wikileaks ist eine Organisation, die weltweit agiert. Unter diesem Gesichtspunkt sind wir für die Menschen in aller Welt verantwortlich und nicht für die einzelnen Interessen eines einzelnen Volkes oder die besonderen Interessen einer einzigen Nation.“

(Mit Information von AP)

Quelle:

http://www.cubadebate.cu/

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