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Noch ist Polen nicht verloren*

Polen soll Besatzungsmacht im Nordirak werden

Günter Ackermann

Polnische Truppen sollen im Auftrag der USA Führungsmacht im Nordirak werden.  Präsident Aleksander Kwasniewski spricht von bis zu 2000 Soldaten, dessen Verteidigungsminister (oder nennt er sich schon Kriegsminister?) redet von über 10.000. Wie dem auch sei, Polen darf sich als Juniorpartner der USA an deren Raub beteiligen, die Europäischen Großmächte Russland, Deutschland und Frankreich dürfen es nicht – das haben sie nun von ihrem Ungehorsam gegen den Schorsch Dabbelju im Busch – ätsch!

Schon träumen einige in Polen laut, jetzt käme man ans billige Erdöl, andere wollen gleich die Heidenmissionierung im Dienste der allein selig machenden katholischen Kirche, wieder andere aber warnen jedoch vor diesem Abenteuer...

„Für eure und unsere Freiheit!“

Ich habe in Polen studiert, bin durch emotionale und familiäre Bande mit dem Land und seinem Volk verbunden. Die polnische Toleranz, darauf waren die Polen immer stolz, hatte Vorbildcharakter in der Welt. Nie gab es die Inquisition, nie Ketzerprozesse, nie Scheiterhaufen. Katholiken, Protestanten, Orthodoxe  Armenier, Juden und Moslems lebten einträchtig zusammen. Polen hat Jahrhunderte keinen Eroberungskrieg geführt. Und Polen hat sich gegenüber der östlichen Großmacht, dem zaristische Russland und den westlichen Mächten, Preußen/Deutschland und Österreich, immer verteidigen müssen. Die polnischen Aufstände des 18. und 19. Jahrhunderts gegen den Zaren, Preußen und Österreich erregten die gesamte Welt. Wellen der Solidarität entwickelten sich in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und in anderen Ländern.

Im Unabhängigkeitskrieg der Amerikaner gegen die Engländer, bei der Großen Französischen Revolution und auf den Barrikaden von 1848, überall kämpften Polen mit:

Za wolnosci wasza i nasza! (Für eure und unsere Freiheit!). Diese Parole hallte durch das revolutionäre Europa des 19. Jahrhunderts. Polen waren Ehrengäste bei den Freiheitsfesten, wie z.B. dem Hambacher Fest 1832. Einer der Organisatoren, Ph.J. Siebenpfeiffer rief zum Schluss seiner Rede aus: "Es lebe das freie, das einige Deutschland!
"Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken, der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere
Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht
und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!"

Im November 1831 hatten sich die Polen gegen die zaristische Herrschaft erhoben. Der Aufstand wurde blutig niedergescchlagen. Franzosen und Polen waren die Vorbilder im Vormärz. Die 2. Strophe des Hambacher Liedes gibt das anschaulich wider (siehe).

 

(Bild anklicken zum vergrößern)

Hambacher Fest 1832

Hambacher Lied

Wir sahen die Polen, sie zogen aus,

Als des Schicksals Würfel gefallen,

Sie ließen die Heimat, das Vaterhaus

In der Barbaren Räuberkrallen;

Vor des Zaren finsterem Angesicht

Beugt der freiheitliebende Pole sich nicht.  

 

Tadeusz Kosciuszko

Tadeusz Kosciuszko gilt als der polnische Nationalheld. Er befehligte die Aufständischen 1794 gegen die Teilungsmächte, kämpfte mit George Washington gegen die Engländer, beteiligte sich an der französischen Revolution.**. Er warnte seine Landsleute vor allzu großem Vertrauen in Napoleon – er sollte recht behalten.

In Italien kämpfte ein polnisches Korps unter General Dabrowski für das revolutionäre Frankreich und später für Napoleon, in der Hoffnung, damit einen Beitrag zur Befreiung der Heimat zu leisen. Napoleon hat sie schmählich verraten.

In den Folge-Jahrenhundert wurden unzählige Polen aus dem Land getrieben. Der polnische Nationaldichter Adam Mickiewicz (1798-1855) starb im Exil. Der größte polnische Komponist,  Fryderyk Chopin, geb. in Zelazowa-Wola bei Warschau am 22.02.1810, musste ebenfalls seine Heimat verlassen und starb am 17.10.1849 in Paris. Dass sein Heimatland nicht mehr existierte, dass Polen unter fremder Herrschaft stand, hat er in seiner Musik ebenso dokumentiert wie den Befreiungskampf der Polen. Und viele Polen beteiligten sich an den Befreiungskämpfen der europäischen Völker gegen die feudale Unterdrückung.  

Walery Wróblewski

Feliks Dzierzynski

Zamość

[Photo: Rosa Luxemburg]

Rosa Luxemburg

Leo Jogichens

Karol Swierczewski

„General Walter“

Auch in der internationalen Arbeiterbewegung:

"Für eure und unsere Freiheit!"

Walery Wróblewski  (1836-1898) war Teilnehmer am Aufstand gegen die zaristische Fremdherrschaft. Er musste vor den zaristischen Schergen, wie viele andere auch, ins Ausland fliehen. Als 1871 das Proletariat von Paris sich erhob und die Pariser Kommune ausrief, befehligte Wróblewski die Truppen der Kommune. 

Marx nannte ihn und seinen Landsmann Jarosław Dąbrowski „Heldensöhne“ und schrieb: „Die Kommune ehrte die Heldensöhne Polens, indem sie sie an die Spitze der Verteidigung von Paris stellte |Jaroslaw Dombrowski und Walery Wróblewski|.“ (Karl Marx: Der Bürgerkrieg in Frankreich III)

Walery Wróblewski gehörte später als korrespondierender Sekretär dem Generalrat der Internationalen Arbeiterassoziation an (eine Funktion, die auch Marx inne hatte).

Als in Russland die Revolution von 1905 ausbrach, begannen die bewaffneten Auseinandersetzungen nicht in Petersburg, sondern in der polnischen Industriestadt Lódz. Hier wirkte auch einige Jahre der Bolschewik und erster Leiter der Czeka Feliks Dzierzynski.

Auch in der deutschen Arbeiterbewegung haben Polen ihre Spuren hinterlassen. Die in Deutschland bekanntesten sind Rosa Luxemburg und Leo Jogiches.

Rosa Luxemburg (polnischer Vorname Rosalia) wurde am 5. März: 1871 in Zamość (Ostpolen) geboren. Sie engagiert sich als junge Frau in illegalen linken Zirkeln und muss 1889 aus ihrer Heimat fliehen.  Sie geht in die Schweiz.

1894 findet in Warszawa (Warschau) der erste (illegale) Kongress der sozialdemokratischen Arbeiterpartei des Königreichs Polen und Litauen statt (SDKPiL). Rosa Luxemburg gehört zu den führenden Genossen. Sie promoviert an der Universität Zürich über „Die industrielle Entwicklung Polens".

Sie geht nach Deutschland. Um hier politisch arbeiten zu können, geht sie mit dem deutschen Sozialdemokraten Gustav Lübeck 1898 eine Scheinehe ein und wird damit deutsche Staatsbürgerin. Alles weitere kann hier als bekannt voraus gesetzt werden.

Dass Rosa zu den führenden Personen der deutschen revolutionären Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts gehört, ist unbestritten. Der Mord an ihr und Karl Liebknecht klebt noch heute als Schandfleck an der Geschichte der von Verrat reichen SPD.

Weit weniger bekannt ist ihr Lebensgefährte Leo Jogiches.

17. Juli 1867 wird Leo Jogiches in Wilno (Wilna) in Litauen (Litauen war seit dem Mittelalter ein Teil des Königreichs Polen) geboren. Schon bald engagiert er sich in fortschrittlichen Zirkeln, wird verhaftet und muss ins Zuchthaus. 1891 lernt er die junge Rosa Luxemburg kennen, die ihn dazu bringt, sich der polnischen Arbeiterbewegung anzuschließen. Er wird Mitherausgeber der polnischsprachigen Zeitschrift "Sprawa Robotnicza“, der ersten sozialdemokratischen polnischen Zeitschrift. Auch er gehört zu den Mitbegründern der formierenden "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei des Königreichs Polen und Litauens" (SDKPiL).

1900 siedelt er nach Berlin über und wird Mitglied der SPD, gehört aber weiter zu den Redakteuren des Zentralorgans der SDKPiL.

1905 beteiligt er sich an wichtiger Stelle an den Kämpfen gegen den Zarismus in Warszawa (Warschau). Er wird in Wilno, seiner Heimatstadt, verhaftet und zu 8 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ihm gelingt jedoch 1907 die Flucht, er kehrt nach Berlin zurück.

Ab 1916 gibt er in Berlin die „Spartakusbriefe“ heraus, das Organ der revolutionären Kräfte in der SPD. Da Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg verhaftet sind, wird Leo Jogiches Leiter der Spartakusgruppe. Wie auch andere linke Kräfte, die die Burgfriedenspolitik mit dem Kaiser durch die SPD-Führung nicht mehr mittragen wollen, schließt er sich 1917 der USPD an.

Am 31. Dezember 1918 wird er auf dem Gründungsparteitag in die Führung der neu gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands gewählt. Nach Niederschlagung des Januaraufstandes wird er am 13. Januar 1919 verhaftet, ihm gelingt jedoch die Flucht. Nach dem Tod von Karl und Rose wird er Vorsitzender der KPD. Im März 1919 wird er entdeckt, nach Moabit ins Gefängnis geschafft und dort  am 10. März 1919 ermordet.

Ein weiterer herausragender Pole in der revolutionären Bewegung war Karol Swierczewski (1897-1947) Er war der legendäre Arbeitergeneral „Walter“. Im spanischen Bürgerkrieg befehligte er die XIV. (Internationale) Brigade. Bei den Kämpfen um Madrid und im Jaramatal  hat sicch seine Brigade unsterblichen Ruhm erworben. (siehe auch) Trotz schlechter Bewaffnung und Versorgung der republikanischen Einheiten gelang es Franco nicht Madrid zu erobern - auch nicht durch massive Unterstützung der deutschen faschistische Legion Condor.

Im 2. Weltkrieg kämpfte er in der polnischen Einheit an der Seite der Roten Armee gegen die faschistischen Okkupanten. In der neu gegründeten Volksrepublik Polen war er stellv. Verteidigungsminister.

Nach dem Krieg versuchten im Osten Polens ukrainische Banditen die junge polnische Volksrepublik zu destabilisieren. Diese ehemals mit den Nazis verbündeten Freischärler operierten in Südostpolen. Karol Swierczewski fiel im Kampf gegen diese Banditen im Jahr 1947.

Der Beispiele gibt es noch viele. Kämpfer, Helden, die der Tradition ihres Volkes nachkamen und für die Freiheit der Menschheit, gegen jegliche Unterdrückung, kämpften.

Bonaparte hat sie verraten – die Engländer verheizt

Die an der Seite des revolutionären Frankreichs kämpfenden polnischen Legion unter Dabrowski hofften, Napoleon schicke sie in die Heimat um für deren Befreiung zu kämpfen. Er tat es nicht. Stattdessen schickte er sie nach Spanien um den Aufstand der Spanier gegen die französische Fremdherrschaft niederzuschlagen. Teile wurden nach Übersee geschafft, nach Haiti, das damals französische Kolonie war. Sie sollten den Aufstand der schwarzen Sklaven niederschlagen. Polen sahen sie meist nicht wieder. 

Vom Boden Italiens, wie es in der Nationalhymne heißt, befreite Dabrowski die Heimat nicht. Es entstand für einige Jahre das Großherzogtum Warschau, ein Staat von Napoleons Gnaden. Nach dessen Scheitern und dem Wiener Kongress, wurde Polen unter Österreich, Preußen und Russland erneut aufgeteilt. Der russische Zar erhielt den Titel es Königs von Polen und Großfürsten von Litauen. Für über hundert Jahre sollte es de facto keinen polnischen Staat geben. Alles Polnische sollte aus dem Bewusstsein der Menschen Polens und anderer Länder verschwinden. 

In Preußen sollten unter Bismarck die Menschen germanisiert werden, in Russisch-Polen russifiziert. Die polnische Sprache verlor ihren Charakter als Amtssprache, selbst die katholischen Taufregister mussten russisch geschrieben werden und in Preußen auf deutsch.

Erst nach dem 1. Weltkrieg entstand Polen neu. Die westlichen Alliierten setzten es als Pufferstatt zwischen dem Kriegsverlierer Deutschland und dem revolutionären Russland ein.

Nach der Machtergreifung der Faschisten in Deutschland gab es kurzfristig ein Näherkommen der antikommunistischen autoritären Regierung in Polen und der faschistischen Reichsregierung. Hitler anerkannte die deutschen Ostgrenzen, was keine Regierung der Weimarer Republik gewagt hatte.

Aber schon bald stand auch Polen auf Hitlers Speisekarte. Der Regierung in Warschau wurde schnell klar, dass die polnische Armee schlecht bewaffnet war und schon deshalb der Wehrmacht heillos unterlegen. Bitten um Waffenlieferungen kamen die Engländer nur verbal nach. Sie wollten zuerst die Bezahlung in Gold haben, als auch das geleistet war, lieferten sie trotzdem nicht. Polen stand allein der Nazi-Kriegmaschine gegenüber. Die legendären Kavallerietruppen, die mit Pferd und Lanze gegen Panzer anrannten, ist nicht nur ein Sinnbild, das gab es wirklich.

Trotzdem brauchten die Nazitruppen mehr als drei Wochen bis der Widerstand der Polen beendet war. Bekannt geworden ist der Kampf um die polnische Post (siehe) in Danzig und der der Westernplatte bei Danzig (siehe). Die nur mit Gewehren und Pistolen bewaffneten 51 Postler verteidigten sich 14 Stunden gegen die erdrückende Übermacht der deutschen Faschisten. Die Nazi müssen erst den Keller mit Benzin vollpumpen und dann anzünden, damit sich die polnischen Postler ergeben. Von den 51 polnischen Postler fallen 38 in die Hände der Nazis. Sie werden am 5. Oktober 1939 in der Nähe des Friedhofs von Zaspa ermordet. Ihre Angehörigen erhalten im Jahr 2000, also 61 Jahre nach dem Verbrechen, eine „Entschädigung“ von sage und schreibe 5000 €.

Viele polnische Armeeangehörigen gelingt es nach England zu kommen. Sie stellen das Gros der Piloten bei der Luftschlacht um England. Hitler verliert die Luftschlacht. Ohne die polnischen Piloten wäre es schwerer gewesen die Göringsche Luftwaffe zu schlagen.

 

geografische Lage von Monte Casino

Kloster Montecassino

Bentiktinerkloster am Monte Casino

Später, im Jahr 1944 in Italien: Deutsche Truppen halten den strategisch wichtigen Berg Monte Casino besetzt. Sie sind gut bewaffnet und beherrschen von hier aus die Durchgänge von Süd- nach Norditalien. Die polnische Anders-Armee wird in die vorderste Frontlinie geschickt. Die Polen zahlten den größten Blutzoll als der Berg schließlich erobert und der Weg für die Alliierten frei ist. Die englische Armeeführung hatte die Polen als Kanonenfutter missbraucht um eigene englische Truppen zu schonen.

Das nach-sozialistische Polen und sein Drang, endlich in die westliche Wertegemeinschaft eingegliedert zu werden

Bekanntlich hat Polen seit 1990 eine westlich orientierte Regierung. Zwar triumphierte zunächst der Klerus vom Ende der Volksrepublik, aber schon bald war klar, die Leute folgten nicht den frommen Sprüchen der Kleriker (was die Polen auch noch nie taten).

Nun gehört Polen zur Nato, wird nächstes Jahr Mitglied der EU. Obwohl 90% der Polen gegen den Irak-Krieg waren, scherte sich die polnische Rechtsregierung einen Teufel darum. Der „linke“ Präsident Aleksander Kwasniewski hat Ambitionen Nato-Generalsekretär zu werden und schwor sich auf die Bushlinie ein. Polen gehört zur Allianz der Willigen.

Der Drang zur westlichen Wertegemeinschaft muss notgedrungen auch ein Bekenntnis zum Krieg, zu Eroberungen sein. Wenn Deutschland am Hindukusch verteidigt wird (Struck), warum nicht Polen am Euphrat und Tigris? Aleksander Kwasniewski und seine Regierung hegen den Traum zu den Regierungen gehören zu dürfen, die dem Big Brother in Washington in der Hintern kriechen und sich von seinen Exkrementen nähren dürfen und sich brüsten, dessen Lieblingshündchen zu sein.

Aber der große Bruder im fernen Washington und seine Generale werden dem polnischen Hündchen einen Tritt verpassen, sie werden den Traum polnischer „Im-Westen-Angekommener“ ans billige Erdöl zu kommen, nicht erfüllen. Die USA, den Irak-Krieg wegen des Öls für die Ölkonzerne geführt, werden den Teufel tun und auf die fette Beute größere Stücke abzugeben. Zwar werden sie den Polen die Kosten – vielleicht – erstatten, jedoch die Polen werden dort für die USA die Kastanien aus den Feuer holen müssen. Die USA bedienten sich während des Krieges der Kurden, jetzt werden diese zur Last. Wenn nun die Polen in den Nordirak als Besatzungsmacht kommen, haben sie den Ärger, den ihnen die Amis eingebrockt haben. Wieder einmal werden die Polen vor den Karren der Eroberungspolitik einer Großmacht gespannt - wie weiland von Napoleon.

Aber diesmal geht es nicht um die Befreiung der Heimat von Fremdherrschaft, diesmal geht es darum Fremdherrschaft selbst auszuüben. Das ist neu an der polnischen Politik (wenn man mal vom kurzen Techtelmechtel der polnischen Regierung 1938 mit Hitler absieht).

Die junge Welt titelt ihren Artikel  über dieses Thema mit „Periphere Grossmacht“ und meint das wohl auch eher ironisch. (siehe auch) Die jW schreibt weiter: „Das Land bleibt auch nach dem EU-Beitritt europäische Peripherie. In der EU-Klassengesellschaft ist dem östlichen Teil des Kontinents allein die Rolle eines Expansionsobjektes der westeuropäischen Konzerne zugedacht.“ Wenn sich die Herrschenden in Polen der Illusion hingeben, zu den europäischen Großmächten zu gehören, so zeigt eine Meldung vom 6. Mai 2003 wie es tatsächlich darum steht:

,,Hände hoch!"

GDANSK/BERLIN (Eigener Bericht) - In der polnischen Öffentlichkeit wird die Übergabe nationaler Hoheitsrechte an deutsche Polizeibehörden diskutiert. Die Debatte gilt deutschen Plänen, mehrere Tausend Uniformierte an die polnische Ostgrenze zu verlegen. Dort sollen die Berliner Beamten für Ordnung sorgen.

siehe auch

Spanien oder auch Portugal würden es als Frechheit der Deutschen ansehen, wenn deutsche Grenzpolizisten auf ihrem gebiet und an ihren Grenzen operieren und so tun, als übten sie hier Hoheitsrechte aus. Von der polnischen Regierung aber erwarten man das.

Der Traum Großmacht zu sein und als kleiner Bruder von der Weichsel/Wisla dem großen Bruder in Washington bei der Neuordnung der Welt zu helfen, wird ganz schnell von der Realität eingeholt und Aleksander Kwasniewski wird aufs Normalmaß zurechtgestutzt.

Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Polen, die Menschen im Land, sich ihrer Traditionen besinnen und empört das Ansinnen der USA und der Regierung in Warschau sich am Raub zu beteiligen, zurückweisen. Ich glaube nicht, dass sich die Polen in der Rolle einer Besatzungsmacht und als Unterdrücker eines Volkes, das dem polnischen Volk nichts getan hat, wohlfühlen werden.

Schande über Kwasniewski und seine Regierung, er hat dem Ansehen seines  Landes nachhaltig geschadet.

Aber noch immer gilt: „Noch ist Polen nicht verloren...“  

Polnische Nationalhymne
Jeszcze Polska nie zginela,

Kiedy my zyjemy.

Co nam obca przemoc wziela,

Szabla odbierzemy.

Marsz, marsz, Dabrowski,

Z ziemi wloskiej do Polski,

Za twoim przewodem

Zlaczym sie z narodem.


deutsch:

Noch ist Polen nicht verloren,

splange wir leben.

Was uns fremde Macht entrissen,

holen wir mit dem Säbel zurück.

befreien wir die Heimat.

** Kosciuszkos Gebeine liegen heute in der Königsgruft der Kathedrale von Kraków (Kraklau). Die katholische Kirche spielt sich heute als Sachwalterin des fortschrittlichen nationalen Erbes des polnischen Volkes auf, Tadeusz Kosciuszko jedoch war von seiner Überzeugung her antiklerikal, er war Anhänger der Jacobiner. Und die sangen bekanntermaßen: „schmiert die Gilodine mit der Pfaffen Fett“

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