|
Auch
in der
internationalen Arbeiterbewegung:
"Für
eure und unsere Freiheit!"
Walery Wróblewski
(1836-1898) war Teilnehmer am Aufstand gegen die zaristische Fremdherrschaft. Er
musste vor den zaristischen Schergen, wie viele andere auch, ins Ausland
fliehen. Als 1871 das Proletariat von Paris sich erhob und die Pariser Kommune
ausrief, befehligte Wróblewski die Truppen der Kommune.
Marx
nannte ihn und seinen Landsmann Jarosław Dąbrowski „Heldensöhne“
und schrieb: „Die Kommune ehrte die Heldensöhne Polens, indem sie sie an
die Spitze der Verteidigung von Paris stellte |Jaroslaw Dombrowski und Walery
Wróblewski|.“
(Karl Marx: Der Bürgerkrieg in Frankreich III)
Walery
Wróblewski gehörte später als korrespondierender Sekretär dem Generalrat der
Internationalen Arbeiterassoziation an (eine Funktion, die auch Marx inne
hatte).
Als
in Russland die Revolution von 1905 ausbrach, begannen die bewaffneten
Auseinandersetzungen nicht in Petersburg, sondern in der polnischen
Industriestadt Lódz. Hier wirkte auch einige Jahre der Bolschewik und erster
Leiter der Czeka Feliks Dzierzynski.
Auch
in der deutschen Arbeiterbewegung haben Polen ihre Spuren hinterlassen. Die in
Deutschland bekanntesten sind Rosa Luxemburg und Leo
Jogiches.
Rosa
Luxemburg (polnischer Vorname Rosalia) wurde am 5. März: 1871 in Zamość
(Ostpolen) geboren. Sie engagiert sich als junge Frau in illegalen linken
Zirkeln und muss 1889 aus ihrer Heimat fliehen.
Sie geht in die Schweiz.
1894
findet in Warszawa (Warschau) der erste (illegale) Kongress der
sozialdemokratischen Arbeiterpartei des Königreichs Polen und Litauen statt (SDKPiL).
Rosa Luxemburg gehört zu den führenden Genossen. Sie promoviert an der
Universität Zürich über „Die industrielle Entwicklung Polens".
Sie
geht nach Deutschland. Um hier politisch arbeiten zu können, geht sie mit dem
deutschen Sozialdemokraten Gustav Lübeck 1898 eine Scheinehe ein und wird damit
deutsche Staatsbürgerin. Alles weitere kann hier als bekannt voraus gesetzt
werden.
Dass
Rosa zu den führenden Personen der deutschen revolutionären Arbeiterbewegung
des 20. Jahrhunderts gehört, ist unbestritten. Der Mord an ihr und Karl
Liebknecht klebt noch heute als Schandfleck an der Geschichte der von Verrat
reichen SPD.
Weit
weniger bekannt ist ihr Lebensgefährte Leo Jogiches.
17.
Juli 1867 wird Leo Jogiches in Wilno (Wilna) in Litauen (Litauen war seit dem
Mittelalter ein Teil des Königreichs Polen) geboren. Schon bald engagiert er
sich in fortschrittlichen Zirkeln, wird verhaftet und muss ins Zuchthaus. 1891
lernt er die junge Rosa Luxemburg kennen, die ihn dazu bringt, sich der
polnischen Arbeiterbewegung anzuschließen. Er wird Mitherausgeber der
polnischsprachigen Zeitschrift "Sprawa Robotnicza“, der ersten
sozialdemokratischen polnischen Zeitschrift. Auch er gehört zu den Mitbegründern
der formierenden "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei des Königreichs
Polen und Litauens" (SDKPiL).
1900
siedelt er nach Berlin über und wird Mitglied der SPD, gehört aber weiter zu
den Redakteuren des Zentralorgans der SDKPiL.
1905
beteiligt er sich an wichtiger Stelle an den Kämpfen gegen den Zarismus in
Warszawa (Warschau). Er wird in Wilno, seiner Heimatstadt, verhaftet und zu 8
Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ihm gelingt jedoch 1907 die Flucht, er kehrt
nach Berlin zurück.
Ab
1916 gibt er in Berlin die „Spartakusbriefe“ heraus, das Organ der
revolutionären Kräfte in der SPD. Da Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg
verhaftet sind, wird Leo Jogiches Leiter der Spartakusgruppe. Wie auch andere
linke Kräfte, die die Burgfriedenspolitik mit dem Kaiser durch die SPD-Führung
nicht mehr mittragen wollen, schließt er sich 1917 der USPD an.
Am
31. Dezember 1918 wird er auf dem Gründungsparteitag in die Führung der neu
gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands gewählt. Nach Niederschlagung
des Januaraufstandes wird er am 13. Januar 1919 verhaftet, ihm gelingt jedoch
die Flucht. Nach dem Tod von Karl und Rose wird er Vorsitzender der KPD. Im März
1919 wird er entdeckt, nach Moabit ins Gefängnis geschafft und dort
am 10. März 1919 ermordet.
Ein
weiterer herausragender Pole in der revolutionären Bewegung war Karol
Swierczewski (1897-1947) Er war der legendäre Arbeitergeneral
„Walter“. Im spanischen Bürgerkrieg befehligte er die XIV. (Internationale)
Brigade. Bei den Kämpfen um Madrid und im Jaramatal
hat sicch seine Brigade unsterblichen Ruhm erworben. (siehe
auch) Trotz schlechter Bewaffnung und Versorgung der republikanischen
Einheiten gelang es Franco nicht Madrid zu erobern - auch nicht durch massive
Unterstützung der deutschen faschistische Legion Condor.
Im
2. Weltkrieg kämpfte er in der polnischen Einheit an der Seite der Roten Armee
gegen die faschistischen Okkupanten. In der neu gegründeten Volksrepublik Polen
war er stellv. Verteidigungsminister.
Nach
dem Krieg versuchten im Osten Polens ukrainische Banditen die junge polnische
Volksrepublik zu destabilisieren. Diese ehemals mit den Nazis verbündeten
Freischärler operierten in Südostpolen. Karol Swierczewski fiel im Kampf gegen
diese Banditen im Jahr 1947.
Der
Beispiele gibt es noch viele. Kämpfer, Helden, die der Tradition ihres Volkes
nachkamen und für die Freiheit der Menschheit, gegen jegliche Unterdrückung, kämpften.
Bonaparte
hat sie verraten – die Engländer verheizt
Die
an der Seite des revolutionären Frankreichs kämpfenden polnischen Legion unter Dabrowski hofften, Napoleon schicke sie in die Heimat um für deren
Befreiung zu kämpfen. Er tat es nicht. Stattdessen schickte er sie nach
Spanien um den Aufstand der Spanier gegen die französische Fremdherrschaft
niederzuschlagen. Teile wurden nach Übersee geschafft, nach Haiti, das damals
französische Kolonie war. Sie sollten den Aufstand der schwarzen Sklaven
niederschlagen. Polen sahen sie meist nicht wieder.
Vom
Boden Italiens, wie es in der Nationalhymne heißt, befreite Dabrowski die
Heimat nicht. Es entstand für einige Jahre das Großherzogtum Warschau, ein
Staat von Napoleons Gnaden. Nach
dessen Scheitern und dem Wiener Kongress, wurde Polen unter Österreich,
Preußen und Russland erneut aufgeteilt. Der russische Zar erhielt den Titel es
Königs von Polen und Großfürsten von Litauen. Für über hundert Jahre sollte es
de facto keinen polnischen Staat geben. Alles Polnische sollte aus dem Bewusstsein der Menschen
Polens und anderer Länder verschwinden.
In
Preußen sollten unter Bismarck die Menschen germanisiert werden, in
Russisch-Polen russifiziert. Die polnische Sprache verlor ihren Charakter als
Amtssprache, selbst die katholischen Taufregister mussten russisch geschrieben
werden und in Preußen auf deutsch.
Erst
nach dem 1. Weltkrieg entstand Polen neu. Die westlichen Alliierten setzten es
als Pufferstatt zwischen dem Kriegsverlierer Deutschland und dem revolutionären
Russland ein.
Nach
der Machtergreifung der Faschisten in Deutschland gab es kurzfristig ein Näherkommen
der antikommunistischen autoritären Regierung in Polen und der faschistischen
Reichsregierung. Hitler anerkannte die deutschen Ostgrenzen, was keine
Regierung der Weimarer Republik gewagt hatte.
Aber
schon bald stand auch Polen auf Hitlers Speisekarte. Der Regierung in Warschau
wurde schnell klar, dass die polnische Armee schlecht bewaffnet war und schon
deshalb der Wehrmacht heillos unterlegen. Bitten um Waffenlieferungen kamen die
Engländer nur verbal nach. Sie wollten zuerst die Bezahlung in Gold haben, als auch das geleistet war, lieferten sie
trotzdem nicht. Polen stand allein der
Nazi-Kriegmaschine gegenüber. Die legendären Kavallerietruppen, die mit Pferd
und Lanze gegen Panzer anrannten, ist nicht nur ein Sinnbild, das gab es
wirklich.
Trotzdem
brauchten die Nazitruppen mehr als drei Wochen bis der Widerstand der Polen
beendet war. Bekannt geworden ist der Kampf um die polnische Post (siehe)
in Danzig und
der der Westernplatte bei Danzig (siehe). Die nur mit Gewehren und Pistolen bewaffneten
51 Postler verteidigten sich 14 Stunden gegen die erdrückende Übermacht der
deutschen Faschisten. Die Nazi müssen erst den Keller mit Benzin vollpumpen
und dann anzünden, damit sich die polnischen Postler ergeben. Von den 51
polnischen Postler fallen 38 in die Hände der Nazis. Sie werden am 5. Oktober
1939 in der Nähe des Friedhofs von Zaspa ermordet. Ihre Angehörigen erhalten
im Jahr 2000, also 61 Jahre nach dem Verbrechen, eine „Entschädigung“ von
sage und schreibe 5000 €.
Viele
polnische Armeeangehörigen gelingt es nach England zu kommen. Sie stellen das
Gros der Piloten bei der Luftschlacht um England. Hitler verliert die
Luftschlacht. Ohne die polnischen Piloten wäre es schwerer gewesen die Göringsche
Luftwaffe zu schlagen.
|