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Kuba und Israel:

Was für ein Gegensatz!

EIN WEITERES VERBRECHEN ISRAELS

von Juan Marrero, Havanna

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 3. Juni 2010, Cubadebate.-   Als Barack Obama US-Präsident wurde, gab es in Israel keinerlei Angst, dass Israels Bündnis mit den USA darunter irgendwie leiden könnte. Dies trotz der Tatsache, dass die wirtschaftlich, politisch und militärisch Mächtigen Israels aus ihrer Vorliebe für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain keinen Hehl machten.

Und faktisch gab es im imperialistischen Bündnis zwischen den USA und Israel auch keinerlei Veränderung in den letzten 17 Monaten, in denen Obama die USA regierte. Israel erhält weiterhin große finanzielle und materielle Hilfe aus den USA. Dabei geht es vor allem um Waffen für Israels Aggressionen und seine Unterdrückung des palästinensischen Volkes und Israels Druck auf Washington und Tel Aviv gegenüber unbotmäßige Regimes im Mittleren Osten.

2010 soll Israel für 2,8 Milliarden Dollar Militärhilfe von den USA erhalten. In den folgenden Jahren bis 2018 wird diese Summe auf 3 Milliarden US-Dollar ansteigen. Seit 1949 hat Israel bisher 101 Milliarden Dollar an Hilfe von den USA erhalten, wovon über die Hälfte für den Erwerb von Kampfflugzeugen und -Hubschraubern, Panzer, Raketen, Gewehre, Phosphorwaffen, Tränengas, Gummigeschosse und andere Munition „made in USA“ bestimmt waren. Teil der Verträge zwischen den USA und Israel war die Festlegung, dass Israel 74% der Finanzhilfe für den Erwerb von militärischen Produkten und Dienstleistungen der USA ausgibt.

Somit ist Israel letztlich nichts weiter als ein blühendes Geschäft für die US-Rüstungskonzerne. Was erklärt, warum das Weiße Haus oder das Capitol in Washington nie ein Wort der Verurteilung gegen die faschistischen, terroristischen und verbrecherischen Handlungen der israelischen zionistischen Streitkräfte gegen die Palästinenser oder gegen die benachbarten arabischen und muslimischen Völker ausspricht. Warum der Sicherheitsrat der UNO niemals Maßnahmen beschließt, um die israelische Barbarei zu stoppen.

Ich bitte die Leser dieses Artikels, sich drei beeindruckende Fotos über die letzten verbrecherischen Handlungen der israelischen Armee anzuschauen. Die Aufnahmen stammen von einer friedlichen Protestkundgebung in Qalanduya, nahe einem Kontrollpunkt Israels an der Grenze zum Westjordanland. Eine Gruppe von Palästinensern aus verschiedenen Ländern protestierte dort gegen das Massaker Israels an der humanitären Hilfsflottille für die unter der grausamen Blockade der Zionisten leidende palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen in internationalen Gewässern in diesen Tagen.

Die drei Fotos zeigen eine US-amerikanische Studentin. Sie verlor durch die Angriffe israelischer Militärangehöriger auf die kleine friedliche Demonstration ein Auge.

Die Tränen- und Reizgasprojektile des israelischen Militärs verletzten die erst 21 Jahre junge US-Amerikanerin schwer im Gesicht. Sie hatte nichts weiter getan, als friedlich und öffentlich ihre Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung zu äußern. Ihr Name ist Emily Henochowicz. Sie ist Kunststudentin in Cooper Union, Manhattan. Als umstehende Demonstrationsteilnehmer sie in das Hadassah-Krankenhaus brachten, musste ihr dort ihr linkes Auge entfernt werden. Sie wird ihr Leben lang nicht mehr sehen können.

Democracy Now gibt die Worte einer Demonstrationsteilnehmerin wieder: „Das war eine spontane und recht kleine Kundgebung gegen die brutale Gewaltanwendung Israels gegen die Hilfsflottille für Gaza. Hundert Leute waren zu Beginn dabei. Als sie auf Emily schossen, waren mal gerade noch 20 Leute da. Emily befand sich genau dort, wo dann die Dinge geschahen. Die Offiziere der Grenzpolizei begannen einfach draufloszuschießen. Sie schossen konkret Reizgaspatronen auf uns ab. Dies aus kurzer Entfernung, 10 bis 20 Meter nur. Eines der Geschosse traf direkt in Emilys Gesicht. Daran gibt es keinen Zweifel.“

Mit denselben Waffen, die in Fabriken der USA hergestellt worden sind, haben Israels Militärangehörige eine junge aus den USA stammende Studentin um ihr Augenlicht gebracht. Was für eine Tragödie! Und was für ein Schrecken! Warum jedoch verurteilen die USA nicht einmal in diesem Fall den Staatsterrorismus ihres Verbündeten Israel, der da das Augenlicht einer Bürgerin der USA mit Waffengewalt auslöschte? Warum stellen die USA nicht die milliardenschwere Hilfe an dieses Israel ein, welches täglich palästinensische Frauen und Kinder mit seinen Angriffen auf Flüchtlingslager ermordet? Warum steht Israel nicht auf der US-Liste von Terroristenstaaten?

Was da jener aus den USA stammenden Studentin Emily geschah, stimmt jeden gefühlvollen Menschen nachdenklich. Für uns Kubaner steht dies im konkreten Gegensatz zum Einsatz unserer Augenärzte in der „Mission Milagro“, „Mission Wunder“, durch welche Hunderttausende Lateinamerikaner ihr Augenlicht nach Jahren und Jahrzehnten durch ihnen kostenlos gewährte medizinische Hilfe zurückerhielten.

Ich denke, mehr ist dazu nicht zu sagen.

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