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Vor
70 Jahren begann das faschistische Deutschland den
II. Weltkrieg
Von
Uwe Langer
Trotz
Alledem vom September 2009 –
Als
der „Führer“ des faschistischen Terrorregimes in Deutschland, Adolf
Hitler, am 1. September 1939 tönte: „Seit 5.45 Uhr wird jetzt
zurückgeschossen“, und damit den Beginn des Krieges gegen Polen verkündete,
der zugleich den Beginn des II. Weltkrieges in Europa markierte, war
selbst die Uhrzeit eine Lüge.
Schon
eine Stunde früher hatte die faschistische Wehrmacht den Angriff auf
Polen begonnen. Und vom „Zurückschießen“ konnte keine Rede sein.
Das imperialistische Deutschland hatte nach umfangreicher Aufrüstung
und Kriegspropaganda den Krieg längst geplant, die Provokation von „Gleiwitz“,
in der die Faschisten einen angeblichen Überfall polnischer Kämpfer
auf deutsches Territorium inszenierten, war nur ein schlecht verhüllter
Versuch, einen „Anlaß“ für den Angriff auf Polen vorzuweisen.
Auch
wenn der erste September 1939 als Beginn des II. Weltkrieges gilt, seine
Vorgeschichte beginnt viel früher, im Grunde mit dem Ende des
I. Weltkrieges. Das imperialistische Deutschland war 1918 mit
seinem Versuch gescheitert, die Welt zu seinen Gunsten neu aufzuteilen.
In Rußland hatte 1917 erstmals in der Geschichte eine sozialistische
Revolution gesiegt und zum Schrecken der kapitalistischen Welt war mit
der Sowjetunion der erste Arbeiter- und Bauernstaat auf der Erde
entstanden. Nur mit Mühe und mit Hilfe einer verräterischen
SPD-Führung war es 1918/19 in Deutschland gelungen, die Revolution
niederzuschlagen. Für das Finanz- und Monopolkapital standen seitdem
zwei Ziele im Vordergrund. Das erste war ein gemeinsames mit den anderen
imperialistischen Mächten: Die Zerschlagung der Sowjetunion und
damit die Zerstörung des Sozialismus. Das zweite bestand in der
Revision der Niederlage im I. Weltkrieg und der erneute Versuch, durch
Krieg eine neue Weltaufteilung unter Vorherrschaft des deutschen
Imperialismus zu erreichen.
Die
20er und der Beginn der 30er Jahre in Deutschland waren durch ständige
nachrevolutionäre Kämpfe, durch die schwere Wirtschaftskrise und einen
Aufschwung der kommunistischen Bewegung gekennzeichnet, die KPD war zu
einer Massenpartei geworden. Das reaktionäre Kapital in
Deutschland war sich bewußt, daß es nur dann einen neuen Krieg
anzetteln konnte, wenn es gelingen würde, die revolutionären und
fortschrittlichen Kräfte in Deutschland zu zerschlagen, jeden
Kriegswiderstand niederzuhalten und das vom I. Weltkrieg noch
immer kriegsmüde Volk von der Notwendigkeit eines neuen Krieges zu überzeugen.
Dazu gehörte es, einen „Kriegsschuldigen“ zu finden.
In
der faschistischen NSDAP fand das Kapital das Werkzeug, das ihm am
geeignetsten erschien, um seine Pläne zu verwirklichen. Karl Marx
charakterisierte das Kapital einmal so, daß es bei entsprechend hohem
Profit kein Verbrechen geben würde, das der Kapitalismus nicht bereit wäre
zu begehen, selbst auf die Gefahr des Galgens hin. Das Bündnis von
Kapital und Faschismus entspricht genau dieser Beschreibung.
1933
gelang es dem reaktionärsten Teil der deutschen Bourgeoisie in
Deutschland eine faschistische Diktatur zu errichten. Hitlers Schergen
unterdrückten mit brutaler Gewalt jeden Widerstand gegen das
faschistische Regime. Zugleich nutzten sie nun alle Staatsgewalt und
Propagandamittel, um ihre antikommunistische, chauvinistische,
rassistische und antisemitische Hetze auf bislang beispiellose Weise zu
steigern. Das Ziel war klar: Dem deutschen Volk sollte eingeimpft
werden, es sei ein „Herrenvolk”, bestimmt, über andere,
„minderwertige Völker” zu herrschen, mit dem Recht, andere zu
unterdrücken und „Lebensunwertes” zu vernichten. Die
menschenverachtende Hetze gegen das jüdische Volk sollte den Sündenbock
liefern für alle „Mißstände” in Deutschland. Für Ausbeutung, den
Unterschied zwischen Arm und Reich wurde das „raffende jüdische
Kapital” verantwortlich gemacht, das zugleich beschuldigt wurde, einen
neuen Krieg zu planen. Eine Hauptrichtung der faschistischen Propaganda
war die antisowjetische Hetze mit der Lüge von der „jüdisch-bolschewistischen
Bedrohung”. Hitler und seine Sprachrohre wie Göbbels ließen nie
einen Zweifel daran: Das faschistische Deutschland wollte die Herrschaft
über die Welt und es sah seinen Hauptfeind „im Osten”, in der
Sowjetunion. Eine neue, gigantische Rüstungsmaschinerie wurde in Gang
gesetzt.
Zeitgleich
schickte sich eine andere imperialistische Macht an, sich vom
„Weltkuchen” ebenfalls ein größeres Stück abzuschneiden: Der
japanische Imperialismus begann am 7. Juli 1937 eine große Invasion
gegen China und dehnte anschließend die Kriegshandlungen über weite
Teile Asiens aus. (Bereits 1936 hatten übrigens das faschistische
Deutschland und Japan den „Antikominternpakt” geschlossen, der sich
gegen die Sowjetunion und die Kommunistische Internationale richtete.)
Der
Antikommunismus und der Kampf gegen die sozialistische Sowjetunion war
ein wesentliches Motiv, weshalb andere kapitalistische Länder mit dem
faschistischen Deutschland gemeinsame Sache machten, seine Wiederaufrüstung
duldeten, ja ganze Staaten schon im Vorfeld des II. Weltkrieges dem
faschistischen Deutschland in den Rachen geworfen wurden. Hitler hatte
mehr als deutlich gemacht, daß der Hauptfeind die Sowjetunion war.
Frankreich, Großbritannien und andere kapitalistische Mächte hofften
deshalb, Hitlerdeutschlands Armeen nach Osten, gegen die Sowjetunion
lenken zu können. Sie sollten für sie die blutige Schmutzarbeit
erledigen, während Frankreich, Großbritannien und auch die USA
erwarteten, nach einem „deutsch-sowjetischen Krieg”, von dem sie die
Zerschlagung des Sozialismus und die Schwächung des deutschen
Kapitalismus erwarteten, profitieren zu können.
Der
deutsche Faschismus provozierte, testete die internationalen Reaktionen.
1935 wurde das Saarland „heimgeholt”, 1936 marschierte die Wehrmacht
in das entmilitarisierte Rheinland ein. 1938 wurde Österreich
„angeschlossen”. Während die Westmächte still hielten und sich auf
laue verbale „Proteste” beschränkten, warnte allein die UdSSR
konsequent vor der immer größeren Kriegsgefahr. Der Tiefpunkt des
Verrats der Westmächte war die Auslieferung der Tschechoslowakei an das
faschistische Deutschland 1938 mit dem „Münchner Abkommen”. Selbst
als 1939 die „restliche Tschechoslowakei” von Deutschland annektiert
wurde, hielten sich Frankreich und Großbritannien zurück und feierten
statt dessen „die Rettung des Friedens”.
Ofenkundig
war nun Polen als nächstes Opfer im Visier der deutschen Faschisten.
Wieder war es die Sowjetunion, die zahlreiche Vorschläge machte, um
jetzt endlich den faschistischen Aggressoren in den Arm zu fallen. Aber
selbst das höchst bedrohte Polen wies alle Angebote der UdSSR, sich
kollektiv gegen Hitlerdeutschland zu verteidigen, zurück und vertraute
auf die heuchlerischen Hilfszusagen Frankreichs und Großbritanniens. In
Wirklichkeit waren die längst entschlossen, auch Polen zu opfern. Aus
ihrer Sicht stimmte die Richtung: Nazideutschland marschierte gen Osten,
Richtung Sowjetunion.
Zur
gleichen Zeit ging in Spanien der Bürgerkrieg zu Ende. Von 1936 bis
1939 hatte sich die progressive Volksfrontregierung gegen den Ansturm
der faschistischen Putschisten verteidigt, dann waren die Kräfte der
Republik erschöpft. Mit angeblicher „Neutralität” hatten die Westmächte
zugesehen, wie deutsche und italienische Truppen die Franco-Faschisten
massiv militärisch unterstützten. Die Wehrmacht nutzte Spanien, um den
Krieg unter „realen Bedingungen” zu proben. Zugleich behinderten die
„neutralen” Westmächte die UdSSR und die heldenhaften Kämpfer in
den Internationalen Brigaden bei ihren Bemühungen, das republikanische
Spanien zu unterstützen.
Als
klar wurde, daß der Krieg unvermeidlich wurde, die Westmächte ihre
Politik des Verrats fortsetzten und sich weigerten, mit der UdSSR
gemeinsam dem Faschismus entgegenzutreten, blieb der Sowjetunion zum
Schutz ihrer eigenen Bürger kein anderer Weg, als mit dem Abschluß
eines Nichtangriffspaktes zwischen der UdSSR und Deutschland noch einmal
Zeit zu gewinnen, um eine sofortige Konfrontation mit dem faschistischen
Deutschland nach dessen Überfall auf Polen zu vermeiden. Bis heute
benutzen antikommunistische Ideologen den Begriff
„Hitler-Stalin-Pakt”, um die Sowjetunion und ihre Politik zu
diskreditieren. Dabei hat Stalin nie mit Hitler verhandelt, es gab
keinen „Pakt” zwischen ihnen, sondern einen Nichtangriffsvertrag
zwischen den Staaten. Was die Geschichtsfälscher gern verschweigen,
sind die Tatsachen, daß z.B. Polen 1934 selbst auch einen
Nichtangriffsvertrag mit Hitlerdeutschland abgeschlossen hatte und daß
Polen das Schandabkommen von München 1938 nutzte, um Gebiete in „Mährisch-Schlesien”
und Teile der Slowakei zu annektieren. Die Sowjetunion hat 1939 nichts
anderes getan – nachdem alle Bemühungen für ein Friedensbündnis
gescheitert waren – als jene Gebiete zu besetzen, die Polen im Zuge
des Krieges gegen die junge Sowjetrepublik 1919-21 erobert hatte.
Die
gleichen Geschichtslügner, die die Sowjetunion bezichtigen, Polen „überfallen”
zu haben, sind sehr leise, wenn es um den Verrat der Westmächte ihren Bündnisverpflichtungen
gegenüber Polen geht. Auch in den Berichterstattungen zum 70. Jahrestag
des Beginns des II. Weltkrieges hörte man oft, daß Großbritannien und
Frankreich nach dem Überfall auf Polen Nazideutschland „den Krieg
erklärt” hätten, aber wenig darüber, daß sie in Wahrheit Polen in
Stich ließen und schon gar nichts darüber, daß dies dem Konzept der
Westmächte entsprach, Polen zu opfern, um Deutschland gegen die
Sowjetunion zu lenken. Mit der Eroberung Polens stand das faschistische
Deutschland da, wo die anderen imperialistischen Staaten es haben
wollten: An der Grenze zur Sowjetunion.
Dafür
hatten die imperialistischen Mächte die Tschechoslowakei, Österreich
und Polen dem faschistischen Deutschland in den Rachen geworfen, dem
Untergang der rechtmäßigen spanischen Regierung gegen die
Franco-Putschisten zugesehen. Dafür hatte man weggesehen, wie im
faschistischen Deutschland jeder Widerstand mit brutalster Gewalt
niedergeschlagen wurde, Tausende in den Folterhöllen der SA, SS und
Gestapo, in den extra zur Vernichtung von Menschen errichteten
Konzentrationslagern gequält und ermordet wurden, dafür hatte man
zugesehen, wie öffentlich die jüdische Bevölkerung zum Freiwild erklärt
wurde, das „vernichtet” werden müsse. Niemand kann sagen, man hätte
das Grauen nicht kommen sehen können. Noch 1939 hätte man den Krieg
verhindern können, wenn die kapitalistischen Westmächte bereit gewesen
wären, gemeinsam mit der UdSSR zu handeln.
So
aber nahm der II. Weltkrieg seinen bekannten weiteren Verlauf mit all
seinen furchtbaren Folgen. Das faschistische Deutschland rückte nicht,
wie von den Westmächten erhofft, nach Polen in die Sowjetunion ein. Es
wandte sich zunächst nach Westen. In schneller Folge fiel faktisch ganz
West-, Nord- und Südeuropa in die Hände Hitlerdeutschland, wo sich nun
weitere faschistische und profaschistische Ländern Hitlerdeutschland
als „Bündnispartner” andienten. Frankreich, das Polen nicht half,
war nun selbst hilflos und wurde von der faschistischen Wehrmacht überrannt.
Großbritannien rettete nur seine Insellage vor der Okkupation. Überall,
wo die faschistische Wehrmacht als Besatzer einzog, wurde eine
Schreckensherrschaft errichtet, die unterdrückten Völker wurden
ausgeplündert, ihre Ressourcen der faschistischen Kriegsführung und
nicht zuletzt den Gewinnen des deutschen Großkapitals und der deutschen
Konzerne zugeführt.
Am
22. Juni 1941 überfiel das faschistische Deutschland unter Bruch des
Nichtangriffspaktes die Sowjetunion. Trotz heldenhaften Widerstandes
gelang es der Roten Armee zunächst nicht, den faschistischen Vormarsch
aufzuhalten. Die Zeit war zu gering gewesen, um eine in der
Umstrukturierung befindliche Rote Armee ausreichend auf den Kampf mit
der hochgerüsteten, kampferfahrenen Wehrmacht vorzubereiten. Viele
glaubten, das faschistische Deutschland würde auch diesmal siegen.
Hitlers Truppen erreichten Leningrad, Moskau und Stalingrad. Erobern
konnten sie keine der Heldenstädte. 900 Tage hielt Leningrad einer
Belagerung stand und selbst unter unsagbar schweren Opfern ergab sich
die Stadt den Faschisten nicht. Vor Moskau erlitt die Wehrmacht ihre
erste schwere Niederlage, der Traum Hitlers, die Hauptstadt der UdSSR zu
erobern, scheiterte. Stalingrad wurde schließlich zum Grab einer ganzen
faschistischen Armee und zum Wendepunkt des II. Weltkrieges. Mit der
verheerenden Niederlage Anfang 1943 dämmerte nun erstmals auch den Anhängern
der Faschisten in Deutschland, daß der Krieg verloren gehen könnte. Es
waren auch gerade überlebende deutsche Soldaten aus der Schlacht um
Stalingrad, die gesehen hatten, wie ihr „Führer” sie zu zig
Tausenden in einem sinnlosen Kampf ohne jede menschliche Regung opferte,
und denen angesichts der vielen Verbrechen, die die faschistische
Wehrmacht auf ihrem Raubzug durch Europa und insbesondere durch die
Sowjetunion begangen hatten, klar wurde, daß man sie und das deutsche
Volk nach ihrer Verantwortung dafür fragen würde, die sich dem im
Sommer 1943 gegründeten „Nationalkomitee Freies Deutschland” (NKFD)
anschlossen. Dem NKFD gehörten auch deutsche Kommunisten wie Wilhelm
Pieck oder Walter Ulbricht an, die im Laufe des Krieges eine Reihe
von Soldaten und Offizieren der faschistischen Wehrmacht überzeugen
konnten, sich auf die Seite der Antifaschisten zu stellen. Die große
Mehrheit der deutschen Soldaten aber führte den Krieg weiter. Ob aus Überzeugung
oder blindem Gehorsam, sie ermordeten im bis dahin furchtbarsten Krieg
aller Kriege Millionen Menschen und bezahlten schließlich selbst
millionenfach mit ihrem Leben für einen verbrecherischen Eroberungs-
und Vernichtungskrieg, in den sie der deutsche Imperialismus, gestützt
auf die faschistische Diktatur, gejagt hatte.
Je
länger der Krieg dauerte und je mehr sich die Berichte über die
Grausamkeiten der Faschisten häuften, um so größer wurde der Druck
auf die Westmächte, sich mit der Sowjetunion zu verbünden und eine
Antihitlerkoalition zu bilden. Einerseits waren die Westmächte durch
ihre Niederlagen 1940/41 in West- und Südeuropa selbst in existentielle
Gefahr geraten, andererseits forderten die Völker von ihren Regierungen
immer nachdrücklicher, zu handeln. Im Mai/Juni 1942 wurde schließlich
zwischen der UdSSR, Großbritannien und den USA das „Bündnis im Krieg
gegen Hitlerdeutschland und seine Verbündeten“ geschlossen. Von
Beginn an war freilich klar, daß dies nur ein Zweckbündnis sein
konnte. Während z.B. einfache Soldaten und Matrosen mit großem Mut gefährliche
Fahrten über dem Atlantik auf sich nahmen, um Unterstützungsmaterialien
in die Sowjetunion zu liefern, zögerten die Regierungen der USA und Großbritannien
so lange als möglich die von der UdSSR geforderte zweite Front hinaus.
So mußte die Sowjetunion auch weiterhin die übergroße Last bei der
Zerschlagung der faschistischen Truppen leisten und dafür große Opfer
bringen. Erst im Juni 1944, als völlig klar war, daß die UdSSR auch
allein den Hitlerdeutschland besiegen und dazu bis Westeuropa vorrücken
würde, landeten die Alliierten endlich an der französischen Küste.
Im
Laufe des Jahres 1944 hatte die Sowjetunion ihr eigenes Territorium von
den Faschisten befreit. Das sowjetische Volk hatte unter den Faschisten
dabei unsäglich leiden müssen und es hatte zu seiner Verteidigung und
Befreiung in seinem Großen Vaterländischen Krieg überaus heldenhaft
gekämpft: Die Soldaten an der Front, die mutigen Partisanen im
Hinterland und die Millionen in den Fabriken und auf den Feldern, die
mit allergrößten Anstrengungen alles in ihren Kräften taten, um die
Rote Armee mit Allem zu versorgen, was sie zum Sieg über die Faschisten
brauchte. Bis Ende 1944 befreite die UdSSR die Völker Osteuropas vom
faschistischen Joch, bislang mit Deutschland verbündete Staaten traten
nun auf die Seite der Antihitlerkoalition über.
Obwohl
längst klar war, daß das faschistische Deutschland nicht die geringste
Chance hatte, die Niederlage noch abzuwenden, wurde Göbbels’ Phrase
vom „totalen Krieg” zur grausigen Wahrheit und führte zur totalen
Niederlage. Bis zur endgültigen Befreiung vom Faschismus und dessen
Kapitulation am 8. Mai 1945 forderte der verbrecherische Krieg noch
zahllose Opfer. Die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager,
in denen die Faschisten Millionen Menschen aufs Grausamste mißhandelt
und „industriell” ermordet hatten und die Bilder davon erschütterten
die Menschen weltweit zutiefst. Hitler, der einst von einer „überlegenen
deutschen Rasse” gefaselt hatte, hatte angesichts seines nahen Endes
keine Skrupel zu verlangen, das ganze deutsche Volk mit in den Untergang
zu reißen, weil es sich seiner „nicht würdig” gezeigt habe.
Nachdem der Westen Deutschlands von britischen und amerikanischen
Truppen besetzt und die sowjetischen Soldaten nur noch wenige hundert
Meter vom „Führerbunker” in Berlin entfernt waren, entzog sich
Hitler feige durch Selbstmord der Verantwortung.
Für
alle anständigen Menschen war und ist der 8. Mai 1945, der Tag der
Kapitulation des faschistischen Deutschland, ein wahrer Tag der
Befreiung. Hitler und seine Mordbanden, die Werkzeuge des deutschen
Imperialismus, waren zerbrochen. Zu danken ist dies zuerst der
Sowjetunion und seiner Roten Armee, zu danken ist es den alliierten
Streitkräften, den Widerstandskämpfern in Deutschland wie in den
besetzten Gebieten, den zahlreichen Antifaschisten, die mit ihrem Kampf,
ob in Uniform oder Arbeitsanzug, das Ihre beitrugen, um die Faschisten
zu schlagen.
Auch
in Asien hatte sich das Blatt gewendet. Nachdem Japan in rascher Folge
Sieg auf Sieg errang und große Gebiete unter seine Kontrolle brachte,
konnten die USA und seine Verbündeten spätestens Ende 1942 die
Initiative zurückgewinnen und nach und nach die japanischen Invasoren
aus den besetzten Gebieten vertreiben. Die Sowjetunion kam auch hier
ihren Bündnispflichten nach und griff in den Kampf gegen die
japanischen Streitkräfte ein. Als die Niederlage Japans bereits
besiegelt war, warfen die USA am 6. und 9. August 1945 über Hiroshima
und Nagasaki Atombomben ab. Japan kapitulierte schließlich am 2.
September 1945. Damit endete der II. Weltkrieg auch in Asien.
Der
Atombombenabwurf war entgegen US-amerikanischer Behauptungen nicht
kriegsentscheidend, es war vielmehr eine Demonstration der Stärke gegenüber
der UdSSR. Je näher das Kriegsende rückte, um so offener zeigten sich
die Widersprüche innerhalb der Antihitlerkoalition. Die reaktionärsten
Kräfte des Imperialismus hätten am liebsten den Krieg nun gegen die
Sowjetunion weitergeführt. Dies wäre aber nicht nur an der Stärke der
UdSSR gescheitert, die Sowjetunion genoß auf Grund ihres Sieges über
das faschistische Deutschland unter den Völkern der Welt so hohes
Ansehen, man hätte die französischen, britischen oder amerikanischen Bürger,
die über nichts glücklicher waren, als über das Ende des Krieges,
nicht in einem weiteren Krieg gegen die sowjetischen Bürger treiben können.
Der
Sieg der Sowjetunion und ihrer Verbündeten über den Faschismus veränderte
die Welt nachdrücklich. Er war die Voraussetzung für die Entstehung
der sozialistischen Staaten in Europa, darunter der DDR, den Aufschwung
der nationalen Befreiungsbewegungen und den Zusammenbruch des alten
Kolonialsystems.
Je
mehr sich der Pulverdampf des Krieges verzog, um so offensichtlicher
machten nun deutsche, amerikanische, britische, französische u.a.
Imperialisten wieder gemeinsame Sache. Ein sozialistisches Weltsystem,
das war das letzte, was sie als Ergebnis des II. Weltkrieges akzeptieren
wollten. Die schnell einsetzende Nachsicht gegenüber den faschistischen
Kriegsverbrechern und der aufkommende „Kalte Krieg” zeigten, daß
der Imperialismus, gleich unter welcher Flagge, niemals friedensfähig
oder friedenswillig ist. Er konnte nur durch die Existenz des
Sozialismus über vier Jahrzehnte in Europa zum Frieden gezwungen
werden.
Der
„Tag X” und das „Roll Back” konnten so lange verhindert werden,
so lange der Sozialismus stark war. Was den deutschen Faschisten nicht
gelang, die Zerstörung des Sozialismus in der Sowjetunion, gelang
schließlich der verräterischen Clique um Gorbatschow, die nach einer längeren
Phase des Voranschreitens des Revisionismus und Reformismus in der UdSSR
und anderen sozialistischen Staaten die Macht an sich reißen und in
Kumpanei mit dem Imperialismus der Konterrevolution zum Sieg verhalf.
Was
immer Geschichtsfälscher aller Couleur über die Sowjetunion und ihren
heldenhaften Kampf im II. Weltkrieg zusammenlügen, was immer ewig
Gestrige über „verlorene Siege” klagen und der „deutschen
Niederlage” nachtrauern, was immer Apologeten des Kapitalismus sagen,
um den Anteil der Sowjetunion am Sieg über den Faschismus klein zu
reden: Für uns bleibt die Sowjetunion das Land von Lenin und Stalin,
das die Stärke, die Kraft und den Mut hatte, sich den bis an die Zähne
bewaffneten faschistischen Aggressoren entgegenzustellen und daß so große
Opfer brachte nicht nur für die eigene, sondern auch für die Befreiung
aller Völker vom faschistischen Joch.
Die
schrecklichen Verwüstungen und die etwa 55 Millionen Opfer des II.
Weltkrieges, die ungeheuren Verbrechen des Faschisten mahnen uns, so
etwas nie wieder zuzulassen. Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg,
das ist die Lehre aus dem II. Weltkrieg.
Uwe
Langer
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