Gegen den imperialistischen Krieg

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Vor 70 Jahren begann das faschistische Deutschland den II. Weltkrieg

Von Uwe Langer

Trotz Alledem vom September 2009 – Als der „Führer“ des faschistischen Terrorregimes in Deutschland, Adolf Hitler,  am 1. September 1939 tönte: „Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“, und damit den Beginn des Krieges gegen Polen verkündete, der zugleich den Beginn des II. Weltkrieges in Europa markierte, war selbst die Uhrzeit eine Lüge.

Schon eine Stunde früher hatte die faschistische Wehrmacht den Angriff auf Polen begonnen. Und vom „Zurückschießen“ konnte keine Rede sein. Das imperialistische Deutschland hatte nach umfangreicher Aufrüstung und Kriegspropaganda den Krieg längst geplant, die Provokation von „Gleiwitz“, in der die Faschisten einen angeblichen Überfall polnischer Kämpfer auf deutsches Territorium inszenierten, war nur ein schlecht verhüllter Versuch, einen „Anlaß“ für den Angriff auf Polen vorzuweisen.

Auch wenn der erste September 1939 als Beginn des II. Weltkrieges gilt, seine Vorgeschichte beginnt viel früher, im Grunde mit dem Ende des I. Weltkrieges. Das imperialistische Deutschland war 1918 mit seinem Versuch gescheitert, die Welt zu seinen Gunsten neu aufzuteilen. In Rußland hatte 1917 erstmals in der Geschichte eine sozialistische Revolution gesiegt und zum Schrecken der kapitalistischen Welt war mit der Sowjetunion der erste Arbeiter- und Bauernstaat auf der Erde entstanden.  Nur mit Mühe und mit Hilfe einer verräterischen SPD-Führung war es 1918/19 in Deutschland gelungen, die Revolution niederzuschlagen. Für das Finanz- und Monopolkapital standen seitdem zwei Ziele im Vordergrund. Das erste war ein gemeinsames mit den anderen imperialistischen Mächten:  Die Zerschlagung der Sowjetunion und damit die Zerstörung des Sozialismus. Das zweite bestand in der Revision der Niederlage im I. Weltkrieg und der erneute Versuch, durch Krieg eine neue Weltaufteilung unter Vorherrschaft des deutschen Imperialismus zu erreichen.

Die 20er und der Beginn der 30er Jahre in Deutschland waren durch ständige nachrevolutionäre Kämpfe, durch die schwere Wirtschaftskrise und einen Aufschwung der kommunistischen Bewegung gekennzeichnet, die KPD war zu einer Massenpartei geworden.  Das reaktionäre Kapital in Deutschland war sich bewußt, daß es nur dann einen neuen Krieg anzetteln konnte, wenn es gelingen würde, die revolutionären und fortschrittlichen Kräfte in Deutschland zu zerschlagen, jeden Kriegswiderstand niederzuhalten und das vom I. Weltkrieg noch immer kriegsmüde Volk von der Notwendigkeit eines neuen Krieges zu überzeugen. Dazu gehörte es, einen „Kriegsschuldigen“ zu finden.

In der faschistischen NSDAP fand das Kapital das Werkzeug, das ihm am geeignetsten erschien, um seine Pläne zu verwirklichen. Karl Marx charakterisierte das Kapital einmal so, daß es bei entsprechend hohem Profit kein Verbrechen geben würde, das der Kapitalismus nicht bereit wäre zu begehen, selbst auf die Gefahr des Galgens hin. Das Bündnis von Kapital und Faschismus entspricht genau dieser Beschreibung.

1933 gelang es dem reaktionärsten Teil der deutschen Bourgeoisie in Deutschland eine faschistische Diktatur zu errichten. Hitlers Schergen unterdrückten mit brutaler Gewalt jeden Widerstand gegen das faschistische Regime. Zugleich nutzten sie nun alle Staatsgewalt und Propagandamittel, um ihre antikommunistische, chauvinistische, rassistische und antisemitische Hetze auf bislang beispiellose Weise zu steigern. Das Ziel war klar: Dem deutschen Volk sollte eingeimpft werden, es sei ein „Herrenvolk”, bestimmt, über andere, „minderwertige Völker” zu herrschen, mit dem Recht, andere zu unterdrücken und „Lebensunwertes” zu vernichten. Die menschenverachtende Hetze gegen das jüdische Volk sollte den Sündenbock liefern für alle „Mißstände” in Deutschland. Für Ausbeutung, den Unterschied zwischen Arm und Reich wurde das „raffende jüdische Kapital” verantwortlich gemacht, das zugleich beschuldigt wurde, einen neuen Krieg zu planen. Eine Hauptrichtung der faschistischen Propaganda war die antisowjetische Hetze mit der Lüge von der „jüdisch-bolschewistischen Bedrohung”. Hitler und seine Sprachrohre wie Göbbels ließen nie einen Zweifel daran: Das faschistische Deutschland wollte die Herrschaft über die Welt und es sah seinen Hauptfeind „im Osten”, in der Sowjetunion. Eine neue, gigantische Rüstungsmaschinerie wurde in Gang gesetzt.

Zeitgleich schickte sich eine andere imperialistische Macht an, sich vom „Weltkuchen” ebenfalls ein größeres Stück abzuschneiden: Der japanische Imperialismus begann am 7. Juli 1937 eine große Invasion gegen China und dehnte anschließend die Kriegshandlungen über weite Teile Asiens aus. (Bereits 1936 hatten übrigens das faschistische Deutschland und Japan den „Antikominternpakt” geschlossen, der sich gegen die Sowjetunion und die Kommunistische Internationale richtete.)

Der Antikommunismus und der Kampf gegen die sozialistische Sowjetunion war ein wesentliches Motiv, weshalb andere kapitalistische Länder mit dem faschistischen Deutschland gemeinsame Sache machten, seine Wiederaufrüstung duldeten, ja ganze Staaten schon im Vorfeld des II. Weltkrieges dem faschistischen Deutschland in den Rachen geworfen wurden. Hitler hatte mehr als deutlich gemacht, daß der Hauptfeind die Sowjetunion war. Frankreich, Großbritannien und andere kapitalistische Mächte hofften deshalb, Hitlerdeutschlands Armeen nach Osten, gegen die Sowjetunion lenken zu können. Sie sollten für sie die blutige Schmutzarbeit erledigen, während Frankreich, Großbritannien und auch die USA erwarteten, nach einem „deutsch-sowjetischen Krieg”, von dem sie die Zerschlagung des Sozialismus und die Schwächung des deutschen Kapitalismus erwarteten, profitieren zu können.

Der deutsche Faschismus provozierte, testete die internationalen Reaktionen. 1935 wurde das Saarland „heimgeholt”, 1936 marschierte die Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland ein. 1938 wurde Österreich „angeschlossen”. Während die Westmächte still hielten und sich auf laue verbale „Proteste” beschränkten, warnte allein die UdSSR konsequent vor der immer größeren Kriegsgefahr. Der Tiefpunkt des Verrats der Westmächte war die Auslieferung der Tschechoslowakei an das faschistische Deutschland 1938 mit dem „Münchner Abkommen”. Selbst als 1939 die „restliche Tschechoslowakei” von Deutschland annektiert wurde, hielten sich Frankreich und Großbritannien zurück und feierten statt dessen „die Rettung des Friedens”.

Ofenkundig war nun Polen als nächstes Opfer im Visier der deutschen Faschisten. Wieder war es die Sowjetunion, die zahlreiche Vorschläge machte, um jetzt endlich den faschistischen Aggressoren in den Arm zu fallen. Aber selbst das höchst bedrohte Polen wies alle Angebote der UdSSR, sich kollektiv gegen Hitlerdeutschland zu verteidigen, zurück und vertraute auf die heuchlerischen Hilfszusagen Frankreichs und Großbritanniens. In Wirklichkeit waren die längst entschlossen, auch Polen zu opfern. Aus ihrer Sicht stimmte die Richtung: Nazideutschland marschierte gen Osten, Richtung Sowjetunion.

Zur gleichen Zeit ging in Spanien der Bürgerkrieg zu Ende. Von 1936 bis 1939 hatte sich die progressive Volksfrontregierung gegen den Ansturm der faschistischen Putschisten verteidigt, dann waren die Kräfte der Republik erschöpft. Mit angeblicher „Neutralität” hatten die Westmächte zugesehen, wie deutsche und italienische Truppen die Franco-Faschisten massiv militärisch unterstützten. Die Wehrmacht nutzte Spanien, um den Krieg unter „realen Bedingungen” zu proben. Zugleich behinderten die „neutralen” Westmächte die UdSSR und die heldenhaften Kämpfer in den Internationalen Brigaden bei ihren Bemühungen, das republikanische Spanien zu unterstützen.

Als klar wurde, daß der Krieg unvermeidlich wurde, die Westmächte ihre Politik des Verrats fortsetzten und sich weigerten, mit der UdSSR gemeinsam dem Faschismus entgegenzutreten, blieb der Sowjetunion zum Schutz ihrer eigenen Bürger kein anderer Weg, als mit dem Abschluß eines Nichtangriffspaktes zwischen der UdSSR und Deutschland noch einmal Zeit zu gewinnen, um eine sofortige Konfrontation mit dem faschistischen Deutschland nach dessen Überfall auf Polen zu vermeiden. Bis heute benutzen antikommunistische Ideologen den Begriff „Hitler-Stalin-Pakt”, um die Sowjetunion und ihre Politik zu diskreditieren. Dabei hat Stalin nie mit Hitler verhandelt, es gab keinen „Pakt” zwischen ihnen, sondern einen Nichtangriffsvertrag zwischen den Staaten. Was die Geschichtsfälscher gern verschweigen, sind die Tatsachen, daß z.B. Polen 1934 selbst auch einen Nichtangriffsvertrag mit Hitlerdeutschland abgeschlossen hatte und daß Polen das Schandabkommen von München 1938 nutzte, um Gebiete in „Mährisch-Schlesien” und Teile der Slowakei zu annektieren. Die Sowjetunion hat 1939 nichts anderes getan – nachdem alle Bemühungen für ein Friedensbündnis gescheitert waren – als jene Gebiete zu besetzen, die Polen im Zuge des Krieges gegen die junge Sowjetrepublik 1919-21 erobert hatte.

Die gleichen Geschichtslügner, die die Sowjetunion bezichtigen, Polen „überfallen” zu haben, sind sehr leise, wenn es um den Verrat der Westmächte ihren Bündnisverpflichtungen gegenüber Polen geht. Auch in den Berichterstattungen zum 70. Jahrestag des Beginns des II. Weltkrieges hörte man oft, daß Großbritannien und Frankreich nach dem Überfall auf Polen Nazideutschland „den Krieg erklärt” hätten, aber wenig darüber, daß sie in Wahrheit Polen in Stich ließen und schon gar nichts darüber, daß dies dem Konzept der Westmächte entsprach, Polen zu opfern, um Deutschland gegen die Sowjetunion zu lenken. Mit der Eroberung Polens stand das faschistische Deutschland da, wo die anderen imperialistischen Staaten es haben wollten: An der Grenze zur Sowjetunion.

Dafür hatten die imperialistischen Mächte die Tschechoslowakei, Österreich und Polen dem faschistischen Deutschland in den Rachen geworfen, dem Untergang der rechtmäßigen spanischen Regierung gegen die Franco-Putschisten zugesehen. Dafür hatte man weggesehen, wie im faschistischen Deutschland jeder Widerstand mit brutalster Gewalt niedergeschlagen wurde, Tausende in den Folterhöllen der SA, SS und Gestapo, in den extra zur Vernichtung von Menschen errichteten Konzentrationslagern gequält und ermordet wurden, dafür hatte man zugesehen, wie öffentlich die jüdische Bevölkerung zum Freiwild erklärt wurde, das „vernichtet” werden müsse. Niemand kann sagen, man hätte das Grauen nicht kommen sehen können. Noch 1939 hätte man den Krieg verhindern können, wenn die kapitalistischen Westmächte bereit gewesen wären, gemeinsam mit der UdSSR zu handeln.

So aber nahm der II. Weltkrieg seinen bekannten weiteren Verlauf mit all seinen furchtbaren Folgen. Das faschistische Deutschland rückte nicht, wie von den Westmächten erhofft, nach Polen in die Sowjetunion ein. Es wandte sich zunächst nach Westen. In schneller Folge fiel faktisch ganz West-, Nord- und Südeuropa in die Hände Hitlerdeutschland, wo sich nun weitere faschistische und profaschistische Ländern Hitlerdeutschland als „Bündnispartner” andienten. Frankreich, das Polen nicht half, war nun selbst hilflos und wurde von der faschistischen Wehrmacht überrannt. Großbritannien rettete nur seine Insellage vor der Okkupation. Überall, wo die faschistische Wehrmacht als Besatzer einzog, wurde eine Schreckensherrschaft errichtet, die unterdrückten Völker wurden ausgeplündert, ihre Ressourcen der faschistischen Kriegsführung und nicht zuletzt den Gewinnen des deutschen Großkapitals und der deutschen Konzerne zugeführt.

Am 22. Juni 1941 überfiel das faschistische Deutschland unter Bruch des Nichtangriffspaktes die Sowjetunion. Trotz heldenhaften Widerstandes gelang es der Roten Armee zunächst nicht, den faschistischen Vormarsch aufzuhalten. Die Zeit war zu gering gewesen, um eine in der Umstrukturierung befindliche Rote Armee ausreichend auf den Kampf mit der hochgerüsteten, kampferfahrenen Wehrmacht vorzubereiten. Viele glaubten, das faschistische Deutschland würde auch diesmal siegen. Hitlers Truppen erreichten Leningrad, Moskau und Stalingrad. Erobern konnten sie keine der Heldenstädte. 900 Tage hielt Leningrad einer Belagerung stand und selbst unter unsagbar schweren Opfern ergab sich die Stadt den Faschisten nicht. Vor Moskau erlitt die Wehrmacht ihre erste schwere Niederlage, der Traum Hitlers, die Hauptstadt der UdSSR zu erobern, scheiterte. Stalingrad wurde schließlich zum Grab einer ganzen faschistischen Armee und zum Wendepunkt des II. Weltkrieges. Mit der verheerenden Niederlage Anfang 1943 dämmerte nun erstmals auch den Anhängern der Faschisten in Deutschland, daß der Krieg verloren gehen könnte. Es waren auch gerade überlebende deutsche Soldaten aus der Schlacht um Stalingrad, die gesehen hatten, wie ihr „Führer” sie zu zig Tausenden in einem sinnlosen Kampf ohne jede menschliche Regung opferte, und denen angesichts der vielen Verbrechen, die die faschistische Wehrmacht auf ihrem Raubzug durch Europa und insbesondere durch die Sowjetunion begangen hatten, klar wurde, daß man sie und das deutsche Volk nach ihrer Verantwortung dafür fragen würde, die sich dem im Sommer 1943 gegründeten „Nationalkomitee Freies Deutschland” (NKFD) anschlossen. Dem NKFD gehörten auch deutsche Kommunisten wie Wilhelm Pieck oder Walter Ulbricht an,  die im Laufe des Krieges eine Reihe von Soldaten und Offizieren der faschistischen Wehrmacht überzeugen konnten, sich auf die Seite der Antifaschisten zu stellen. Die große Mehrheit der deutschen Soldaten aber führte den Krieg weiter. Ob aus Überzeugung oder blindem Gehorsam, sie ermordeten im bis dahin furchtbarsten Krieg aller Kriege Millionen Menschen und bezahlten schließlich selbst millionenfach mit ihrem Leben für einen verbrecherischen Eroberungs- und Vernichtungskrieg, in den sie der deutsche Imperialismus, gestützt auf die faschistische Diktatur, gejagt hatte.

Je länger der Krieg dauerte und je mehr sich die Berichte über die Grausamkeiten der Faschisten häuften, um so größer wurde der Druck auf die Westmächte, sich mit der Sowjetunion zu verbünden und eine Antihitlerkoalition zu bilden. Einerseits waren die Westmächte durch ihre Niederlagen 1940/41 in West- und Südeuropa selbst in existentielle Gefahr geraten, andererseits forderten die Völker von ihren Regierungen immer nachdrücklicher, zu handeln. Im Mai/Juni 1942 wurde schließlich zwischen der UdSSR, Großbritannien und den USA das „Bündnis im Krieg gegen Hitlerdeutschland und seine Verbündeten“ geschlossen. Von Beginn an war freilich klar, daß dies nur ein Zweckbündnis sein konnte. Während z.B. einfache Soldaten und Matrosen mit großem Mut gefährliche Fahrten über dem Atlantik auf sich nahmen, um Unterstützungsmaterialien in die Sowjetunion zu liefern, zögerten die Regierungen der USA und Großbritannien so lange als möglich die von der UdSSR geforderte zweite Front hinaus. So mußte die Sowjetunion auch weiterhin die übergroße Last bei der Zerschlagung der faschistischen Truppen leisten und dafür große Opfer bringen. Erst im Juni 1944, als völlig klar war, daß die UdSSR auch allein den Hitlerdeutschland besiegen und dazu bis Westeuropa vorrücken würde, landeten die Alliierten endlich an der französischen Küste.

Im Laufe des Jahres 1944 hatte die Sowjetunion ihr eigenes Territorium von den Faschisten befreit. Das sowjetische Volk hatte unter den Faschisten dabei unsäglich leiden müssen und es hatte zu seiner Verteidigung und Befreiung in seinem Großen Vaterländischen Krieg überaus heldenhaft gekämpft: Die Soldaten an der Front, die mutigen Partisanen im Hinterland und die Millionen in den Fabriken und auf den Feldern, die mit allergrößten Anstrengungen alles in ihren Kräften taten, um die Rote Armee mit Allem zu versorgen, was sie zum Sieg über die Faschisten brauchte. Bis Ende 1944 befreite die UdSSR die Völker Osteuropas vom faschistischen Joch, bislang mit Deutschland verbündete Staaten traten nun auf die Seite der Antihitlerkoalition über.

Obwohl längst klar war, daß das faschistische Deutschland nicht die geringste Chance hatte, die Niederlage noch abzuwenden, wurde Göbbels’ Phrase vom „totalen Krieg” zur grausigen Wahrheit und führte zur totalen Niederlage. Bis zur endgültigen Befreiung vom Faschismus und dessen Kapitulation am 8. Mai 1945 forderte der verbrecherische Krieg noch zahllose Opfer. Die Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager, in denen die Faschisten Millionen Menschen aufs Grausamste mißhandelt und „industriell” ermordet hatten und die Bilder davon erschütterten die Menschen weltweit zutiefst. Hitler, der einst von einer „überlegenen deutschen Rasse” gefaselt hatte, hatte angesichts seines nahen Endes keine Skrupel zu verlangen, das ganze deutsche Volk mit in den Untergang zu reißen, weil es sich seiner „nicht würdig” gezeigt habe. Nachdem der Westen Deutschlands von britischen und amerikanischen Truppen besetzt und die sowjetischen Soldaten nur noch wenige hundert Meter vom „Führerbunker” in Berlin entfernt waren, entzog sich Hitler feige durch Selbstmord der Verantwortung.

Für alle anständigen Menschen war und ist der 8. Mai 1945, der Tag der Kapitulation des faschistischen Deutschland, ein wahrer Tag der Befreiung. Hitler und seine Mordbanden, die Werkzeuge des deutschen Imperialismus, waren zerbrochen. Zu danken ist dies zuerst der Sowjetunion und seiner Roten Armee, zu danken ist es den alliierten Streitkräften, den Widerstandskämpfern in Deutschland wie in den besetzten Gebieten, den zahlreichen Antifaschisten, die mit ihrem Kampf, ob in Uniform oder Arbeitsanzug, das Ihre beitrugen, um die Faschisten zu schlagen.

Auch in Asien hatte sich das Blatt gewendet. Nachdem Japan in rascher Folge Sieg auf Sieg errang und große Gebiete unter seine Kontrolle brachte, konnten die USA und seine Verbündeten spätestens Ende 1942 die Initiative zurückgewinnen und nach und nach die japanischen Invasoren aus den besetzten Gebieten vertreiben. Die Sowjetunion kam auch hier ihren Bündnispflichten nach und griff in den Kampf gegen die japanischen Streitkräfte ein. Als die Niederlage Japans bereits besiegelt war, warfen die USA am 6. und 9. August 1945 über Hiroshima und Nagasaki Atombomben ab. Japan kapitulierte schließlich am 2. September 1945. Damit endete der II. Weltkrieg auch in Asien.

Der Atombombenabwurf war entgegen US-amerikanischer Behauptungen nicht kriegsentscheidend, es war vielmehr eine Demonstration der Stärke gegenüber der UdSSR. Je näher das Kriegsende rückte, um so offener zeigten sich die Widersprüche innerhalb der Antihitlerkoalition. Die reaktionärsten Kräfte des Imperialismus hätten am liebsten den Krieg nun gegen die Sowjetunion weitergeführt. Dies wäre aber nicht nur an der Stärke der UdSSR gescheitert, die Sowjetunion genoß auf Grund ihres Sieges über das faschistische Deutschland unter den Völkern der Welt so hohes Ansehen, man hätte die französischen, britischen oder amerikanischen Bürger, die über nichts glücklicher waren, als über das Ende des Krieges, nicht in einem weiteren Krieg gegen die sowjetischen Bürger treiben können.

Der Sieg der Sowjetunion und ihrer Verbündeten über den Faschismus veränderte die Welt nachdrücklich. Er war die Voraussetzung für die Entstehung der sozialistischen Staaten in Europa, darunter der DDR, den Aufschwung der nationalen Befreiungsbewegungen und den Zusammenbruch des alten Kolonialsystems.

Je mehr sich der Pulverdampf des Krieges verzog, um so offensichtlicher machten nun deutsche, amerikanische, britische, französische u.a. Imperialisten wieder gemeinsame Sache. Ein sozialistisches Weltsystem, das war das letzte, was sie als Ergebnis des II. Weltkrieges akzeptieren wollten. Die schnell einsetzende Nachsicht gegenüber den faschistischen Kriegsverbrechern und der aufkommende „Kalte Krieg” zeigten, daß der Imperialismus, gleich unter welcher Flagge, niemals friedensfähig oder friedenswillig ist. Er konnte nur durch die Existenz des Sozialismus über vier Jahrzehnte in Europa zum Frieden gezwungen werden.

Der „Tag X” und das „Roll Back” konnten so lange verhindert werden, so lange der Sozialismus stark war. Was den deutschen Faschisten nicht gelang, die Zerstörung des Sozialismus in der Sowjetunion, gelang schließlich der verräterischen Clique um Gorbatschow, die nach einer längeren Phase des Voranschreitens des Revisionismus und Reformismus in der UdSSR und anderen sozialistischen Staaten die Macht an sich reißen und in Kumpanei mit dem Imperialismus der Konterrevolution zum Sieg verhalf.

Was immer Geschichtsfälscher aller Couleur über die Sowjetunion und ihren heldenhaften Kampf im II. Weltkrieg zusammenlügen, was immer ewig Gestrige über „verlorene Siege” klagen und der „deutschen Niederlage” nachtrauern, was immer Apologeten des Kapitalismus sagen, um den Anteil der Sowjetunion am Sieg über den Faschismus klein zu reden: Für uns bleibt die Sowjetunion das Land von Lenin und Stalin, das die Stärke, die Kraft und den Mut hatte, sich den bis an die Zähne bewaffneten faschistischen Aggressoren entgegenzustellen und daß so große Opfer brachte nicht nur für die eigene, sondern auch für die Befreiung aller Völker vom faschistischen Joch.

Die schrecklichen Verwüstungen und die etwa 55 Millionen Opfer des II. Weltkrieges, die ungeheuren Verbrechen des Faschisten mahnen uns, so etwas nie wieder zuzulassen. Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg, das ist die Lehre aus dem II. Weltkrieg.

Uwe Langer

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!