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Der
Historiker Dr. sc. Dr. h.c. Kurt Gossweiler
Quelle:
kominform.at
Der
Historiker Dr. sc. Dr. h.c. Kurt Gossweiler, geboren im Jahr der
Oktober-Revolution 1917, aufgewachsen in einem kommunistischen Elternhaus,
jugendlicher Widerstandskämpfer gegen den Hitler-Faschismus, von der
faschistischen Wehrmacht 1943 auf die sowjetische Seite übergetreten,
Mitstreiter beim Aufbau der DDR, hat sich als Wissenschaftler und
politischer Publizist stets vor allem für folgende Fragestellung
interessiert: Welches waren die Ursachen der epochalen Niederlagen der
Arbeiterbewegung, des Hitler-Faschismus 1933 und der konterrevolutionären
Restauration des Kapitalismus in den sozialistischen Staaten Europas
1989/90?
Mit seiner Dissertation über „Die Röhm-Affaire“ (1963) und seiner
Habilitationsschrift über „Großbanken, Industriemonopole, Staat“
(1972) und vielen weiteren Arbeiten wurde Gossweiler zu einem der
bedeutendsten Faschismus-Forscher.
Als
einer von wenigen erkannte er schon früh, dass unter der Führung
Chruschtschows die KPdSU unter dem Vorwand des Bruchs mit dem so genannten
„Personenkult“ in Wahrheit den Bruch mit dem Marxismus-Leninismus
vollzog und den Weg der Restauration des Kapitalismus beschritt. Mit
unbestechlichem historischen Tatsachensinn erfasste er in seinem
politischen Tagebuch das Aufkommen des Revisionismus in der
kommunistischen und Arbeiterbewegung, nachzulesen in:
Kurt
Gossweiler, Die Taubenfuß-Chronik oder Die Chruschtschowiade 1953 bis
1964, Bd. I 1953 bis 1957, München, 2002, 1. Aufl., 412 S.; ISBN
3-00-008773-7 ; 20,00 Euro; Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen
Weltanschauung, Tulbeckstr. 4, 80339 München, Tel.: 089-5040 703 46; Fax:
089-540 703 48
Dazu
Gossweiler: „ In Teil I -niedergeschrieben in den Monaten Dezember 1956
bis Januar 1957 -ließ ich an Hand von Zeitungsnotizen noch einmal die
Ereignisse vom März 1953 - vom Tode Stalins also - bis Ende 1956 Revue
passieren, um einen durch die Ereignisse in Ungarn verstärkten bestimmten
Verdacht, die Rolle Chruschtchows betreffend, zu widerlegen oder zu
verifizieren. Diese Überprüfung führte - leider - zu dem Ergebnis, dass
der Verdacht begründet war - der Verdacht nämlich, dass mit diesem „Reforme“
in Wahrheit ein Antikommunist an die Spitze der Partei Lenins gelangt war
- so unwahrscheinlich mir auch das erschien und allzu vielen auch heute
noch erscheint, trotz vorliegender Beweise“
Teil
II der Taubenfußchronik wird noch (siehe oben) erscheinen.
Taubenfußchronik
nannte Gossweiler sein faszinierendes Zeugnis der Zeitgeschichte nach dem
Ausspruch : „Die Entartung kommt, wie man zu sagen pflegt, auf Taubenfüßen“
(Karl Schirdewan auf der 28. Tagung des ZK der SED, November 1956).
Dass
der Revisionismus in die Niederlage führen könnte, blieb auch Gossweiler
bis 1988 unvorstellbar. Nach der Menschheitskatastrophe der Zerschlagung
der sozialistischen Staaten in Europa widmete er sich dann in zahlreichen
Arbeiten der „Katastrophen-Ursachenforschung“. Ein Teil dieser
Arbeiten erschien in dem Sammelband:
Kurt
Gossweiler, Wider den Revisionismus, München, 1997, 410 S. broschiert;
ISBN: 3-00-002404-2; Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen
Weltanschauung, Tulbeckstr. 4, 80339 München, Tel.: 089-5040 703 46; Fax:
089-540 703 48
Der
Band ist ab sofort wieder lieferbar.
Das
Hauptanliegen der in dem Sammelband zusammengestellten Aufsätze ist es,
Hintergründe der erfolgreichen Zerschlagung der sozialistischen
Gesellschaftsordnungen in Ost-Europa, insbesondere der Sowjetunion, zu
untersuchen. Dabei konzentriert sich Gossweiler insbesondere auf die
Analyse jener Prozesse, welche die in Ost-Europa regierenden
kommunistischen Parteien - seit Chrustschow - schrittweise veränderten
und zur Basis für die dann erfolgte Zerschlagung des Sozialismus wurden.
Einige
der Arbeiten aus dem Sammelband und zahlreiche weitere sind auf der
Webseite www.kurt-gossweiler.de verfügbar, die nunmehr 47 Arbeiten
umfasst und weiter ausgebaut werden soll.
Mit
internationalistischen Grüßen Klaus von Raussendorff
Anhang
28.
April 2004 Kurt Gossweiler - Politisches Archiv www.kurt-gossweiler.de
erweitert um folgende Texte:
Zum
Themenbereich „Revisionismus in der Geschichte der kommunistischen und
Arbeiterbewegung“:
Zur
Rolle Stalins und zum Anteil des Chruschtschow-Revisionismus an der Zerstörung
der Sowjetunion (März 2004)
Revisionismus
- Totengräber des Sozialismus Zur Entstehung des modernen Revisionismus
und zu seiner Etablierung in der Sowjetunion unter Chruschtschow 1953-1964
(Februar 2004)
Die
Überwindung des Anti-Stalinismus. Eine wichtige Voraussetzung für die
Wiederherstellung der kommunistischen Bewegung als einer einheitlichen
marxistisch-leninistischen Bewegung (1. Mai 1994)
Die
vielen Schalen der Zwiebel Gorbatschow (Februar 1993)
Rückblick
auf den Rückschlag: Hatte der Sozialismus nach 1945 keine Chance? (Januar
1991)
Zum
Themenbereich „deutsche und Geschichte der Sowjetunion“:
Geheimmission
des BRD-Vizekanzlers beim DDR-Vize-Verteidigungsminister 1955 und 1956.
Was wollte der Vizekanzler Schäffer bei seinen Geheimmissionen 1955 und
1956 beim DDR-Vize-Verteidigungsminister Vincenz Müller? (Dezember 2003)
Benjamin
Baumgarten und die „Stalin-Note“ (Mai 1998)
Eine
neue Sicht zur Sowjetischen Außenpolitik? Anmerkungen zu einem Beitrag
von Ernst Hoffmann (ICARUS 1/96; Anfang 1996)
Anmerkungen
zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag und zur Rolle Stalins im
Zweiten Weltkrieg (1996)
Hintergründe
des 17. Juni 1953 (Sommer 1993)
Betrachtungen
zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag von 1939 (Juni 1989)
Zum
Themenbereich „Diskussionen und Positionen“:
Rede
in der Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals (6. Februar 2000)
Der
„Moderne Sozialismus“. Gedanken zu 12 Thesen Gysis und seiner
Denkwerkstatt (Oktober 1999)
John
Maynard Keynes. Ein Ratgeber für uns und unsere Probleme? (2. Hälfte
1996)
Zu
den Positionen der MLPD (November 1994)
Stellungnahme
zum Entwurf des Buches von Sahra Wagenknecht (August 1994) |