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Rassistische
Morde in Belgien:
Dutzende
Demonstranten vor dem Sitz von „Vlaams Belang“ in Brüssel
Von
Christophe Callewaert (Übersetzung K-Online)
Nach
dem rassistischen Mordanschlag von Antwerpen zogen am Sonntagnachmittag
einige Dutzend Demonstranten verschiedener politischer Richtungen und
Altersklassen durch Brüssel und versammelten sich am Hauptquartier von
„Vlaams Belang“ am Madouplein mit einer Abschlusskundgebung am
Bahnhof Brüssel Centraal. Nach Meinung der Demonstranten sind die Morde
des Rassismus, den auch „Vlaams Belang“ schürt.
Der
Protestzug wurde von solchen Organisationen wie UDEP, MRAX und der französischsprachigen
Liga für Menschenrechte veranstaltet. Zielort der Proteste ist das
Hauptquartier des „Vlaams Belang“. „Vlaams Belang – mehr als nur
verantwortlich“ steht auf einem Transparent, welches ein Mann nach
oben hält. „Kein Geld fuer Vlaam Belang“ rufen die Demonstranten.
Viele
afrikanische Belgier fühlen sich betroffen durch die Morde. „Ich habe
Angst“, sagt Fanta. „Als ich die Nachrichten hörte, habe ich
geweint. Das kann mir und meinem Kind doch auch passieren.“ Eine Frau
zeigt ihren Pass offen vor. Sie ist Malinesin und kann auch Opfer
solcher faschistischer Gewalttaten werden. „Die Weißen haben Afrika
ausgeplündert und werden trotzdem dort überall als Könige empfangen.
Aber wir werden ermordet, wenn wir es schaffen, bis hierher zu
kommen“, ruft sie uns leidenschaftlich zu.
Youssef
ist aus London bei einem Freund in Brüssel zu Besuch gekommen.
„Mitten in Europa rechnet man mit so etwas nicht gerade. In meinem
Land haben wir auch eine Partei, die Hass sät, die Britische
Nationalpartei (BNP). Solche Parteien sollten nicht auch noch Unterstützung
bekommen. Von niemandem“, sagt er. Auch er hat Angst. „Ich gebe
immer acht beim Rausgehen. Aber wo kann es heute noch sicher sein, wenn
unsereins um Mitternacht mal aus einer Kneipe kommt und allein auf der
Straße steht?“
Aly
Guissee ist Sprecher von der UDEP, der Bewegung der Menschen ohne
Papiere „sans papiers“. „Wir hoffen, dass die Regierung auf dieses
Signal reagiert. Sie müssen was tun. Nicht zerreden, sondern Maßnahmen
ergreifen.“
Bei
Beginn und Abschluss des Protestes wird jeweils eine Schweigeminute
abgehalten. „Zum Gedenken an alle Gewaltopfer“, sagt Aly Guissee. |