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Dass
Bildung noch nie die Stärke des kapitalistischen Deutschlands war, ist
nicht neu. In den 60er Jahren redete man schon mal vor Bildungsnotstand. Es gab
Konfessionsschulen, in denen Religion das Hauptfach war, Sprachen und
Naturwissenschaften unter ferner liefen. Diese Volksschulen vermittelten nur das
Notwendigste zur Verwertung als Arbeitskraft.
Trotzdem
wurde die Propaganda nicht müde und verbreitete, das deutsche Bildungssystem
sei in der Welt beispielhaft. Es ist klar, in den anderen kapitalistischen
Staaten verschwendet man auch keinen Pfennig für eine umfassende Volksbildung.
Man will ja kein hochgebildetes Proletariat, die kämen womöglich noch auf
krumme Gedanken.
Jetzt
aber ist es heraus. Es gibt in Deutschland eine erschreckend hohe Zahl von
Analphabeten.
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jW-Bericht
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PISA zum Quadrat
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In Deutschland gibt es bis zu vier Millionen
funktionelle Analphabeten
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Während die Ergebnisse der PISA-Studie (Programm
for International Student Assessment) zur Ermittlung des
Wissens und der assoziativen Fähigkeiten von 15jährigen
Schülern in dreißig Ländern bundesweit für allerlei
populistische Bekenntnisse zur schleunigen Verbesserung des
deutschen Schulsystems Anlaß gaben, bleibt eine andere
Opfergruppe des bundesdeutschen Bildungssystems weiterhin
nahezu unbeachtet: die erwachsenen Analphabeten. Sie werden
laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in zwei
Gruppen unterschieden: absolute Analphabeten, die über
keinerlei Kenntnisse der Schriftsprache verfügen und
funktionelle Analphabeten, die nicht in der Lage sind, sich
der Schriftsprache als Kommunikationsmittel im Alltag zu
bedienen. Weltweit wird von knapp einer Milliarde Betroffener
ausgegangen, zwei Drittel davon Frauen
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