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Reaktion
auf Gerd Höhnes Beitrag
EINIGE
GEDANKEN ZUM ABLEBEN VON MICHAEL JACKSON
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel (2.
Juli 2009)
Lieber
Genosse Höhne,
Dein
Beitrag über „den Zombie“ Michael Jackson inspiriert mich, einige
Gedanken zu dessen für viele Menschen überraschendes Ableben im Alter
von nur 50 Jahren zu äußern, der auf den ersten Blick ja wirklich wie
ein Zombie aussah.
Es
muss Gründe haben, wenn der bekannte fortschrittliche US-Bürgerrechtler
Jesse Jackson so vehement Aufklärung und eine erneute Autopsie am
Leichnam von Michael Jackson verlangte, wie er es unmittelbar nach der
Bekanntgabe dessen Todes getan hat.
Im
„Spiegel“ ist zu lesen: „Jackson bereitete sich zuletzt in Los
Angeles auf ein großes Comeback vor: Für den 13. Juli war in London
das erste von insgesamt 50 Konzerten geplant. Die O2-Arena, eine riesige
Sport- und Konzerthalle in der britischen Hauptstadt, war ausverkauft. Für
die Konzerte im früheren Millennium Dome probte Jackson bereits
stundenlang mit Tänzern.“ (1)
Somit
schien Michael Jackson alles andere als sterbenskrank und eigentlich
topfit zu sein, als er nach Behandlungen durch seinen keineswegs langjährigen
Leibarzt Conrad Murray tödlich kollabierte.
Warum
nun standen Millionen „Michael-Jackson-Fans“ in aller Welt auf und
zeigten sich dermaßen tief betroffen? Warum so viele Menschen? Alles
manipulierte Kinder der Konsumgesellschaft namens Imperialismus? Hier
mal der wohl derzeit populärste Text für diese Fans in deutscher Übersetzung.
Der Song heißt „Heal the world“ („Heile die Welt“):
„Denke
über die Generationen nach und darüber, zu sagen, dass wir für unsere
Kinder und Kindeskinder die Welt verbessern wollen. So dass sie wissen,
dass sie in einer besseren Welt leben; und darüber nachdenken, ob sie
sie verbessern können.
Da
ist ein Platz in deinem Herzen
Und
ich weiß dass es Liebe ist
Und
dieser Platz könnte
viel
heller sein als morgen.
Und
wenn du es wirklich versuchst
Dann
wirst du herausfinden, dass du nicht weinen musst
An
diesem Ort fühlst du
keinen
Schmerz und keine Traurigkeit
Es
führen viele Wege dorthin
Wenn
du etwas für das Leben übrig hast
Dann
mach einen kleinen Raum daraus, einen besseren Ort.
Heile
die Welt
Mach
daraus einen besseren Ort
Für
dich und für mich, und die ganze menschliche Rasse
Es
sterben Leute
Wenn
du etwas für das Leben übrig hast
Mach
einen besseren Ort daraus
Für
dich und mich
Wenn
du wissen willst warum
es
eine Liebe gibt, die nicht lügen kann
Liebe
ist stark
Sie
ist nur dort, wo mit Freuden gegeben wird
Wenn
wir es versuchen, dann werden wir sehen
in
dieser Ehre können wir
keine
Angst und keine Bedrohung fühlen
Wir
hören auf zu existieren und fangen an zu leben
Dann
scheint es, dass
immer
genug Liebe da ist, um uns daran wachsen zu lassen
Mach
eine bessere Welt daraus, eine bessere Welt
Heile
die Welt
Mach
einen besseren Ort daraus
Für
dich und für mich und die ganze menschliche Rasse
Es
sterben Leute
Wenn
du etwas für das Leben übrig hast
Dann
mach einen besseren Ort
Für
dich und mich daraus
Und
der Traum, in dem wir anfangen zu begreifen
Wird
an einem Ort voller Freuden in Erfüllung gehen
Und
die Welt, an die wir einst geglaubt haben
Wird
wieder in Anmut erstrahlen
Warum
hängen wir überhaupt so an diesem Leben, das uns erstickt
verwunden
diese Erde, kreuzigen seine Seele
Obwohl
es doch klar zu sehen ist, dass diese Welt himmlisch ist
Gottes
Glut
Wir
könnten so hoch fliegen
Lass
unseren Geist nie sterben
In
meinem Herzen fühle ich
Dass
ihr alle meine Brüder seid
Erschafft
eine Welt ohne Angst
Wo
wir zusammen Freudentränen weinen
Zusehen,
wie die Nationen
Ihre
Schwerter zu Pflugscharen machen
Wir
könnten es wirklich schaffen
Wenn
du etwas für das Leben übrig hast
Mach
es zu einem kleinen Raum, um eine bessere Welt zu schaffen
Heile
die Welt
Mach
einen besseren Ort daraus
Für
dich und für mich und die ganze menschliche Rasse
Es
sterben Leute
Wenn
du etwas für das Leben übrig hast
Dann
mach einen besseren Ort
Für
dich und mich daraus
Es
sterben Leute
Wenn
du etwas für das Leben übrig hast
Dann
mach einen besseren Ort
Für
dich und mich daraus
Es
sterben Leute
Wenn
du etwas für das Leben übrig hast
Dann
mach einen besseren Ort
Für
dich und mich daraus“ (2)
Diese
Botschaft scheint offenbar bei sehr vielen Menschen angekommen zu sein.
Geht es da nur um „ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude, ein
bisschen Liebe“, wie bei der bundesdeutschen „volkstümlichen
Musik“? Oder thematisiert Michael Jackson das Weltverbessern, um damit
Menschen zu gesellschaftlichem Engagement zu mobilisieren und damit dem
individuellen Egoismus sowie der weitverbreiteten Passivität und
Entsolidarisierung in der Masse der Bevölkerung der USA
entgegenzutreten?
Michael
Jackson und Jesse Jackson waren enge Freunde, der Muslim und der
christliche Priester, die fast täglich telefonisch oder wie auch immer
zusammen beteten und damit auf ihre Art ein humanitäres Zeichen gegen
die vom US-Imperialismus und israelischen Zionismus betriebene
Verhetzung der Anhängerschaften der Religionen setzten. Michael Jackson
reiste oft nach Afrika und förderte in Afrika und in den USA viele
karitative Kinderhilfsprojekte, ohne dies groß zu vermarkten. (3) Er
wurde der Pädophilie angeklagt, aber nicht schlüssig überführt. Es
blieb da der Nachgeschmack, daß habgierige Erwachsene Kinder
manipulierten, um sich Teile von Michael Jacksons Vermögen durch diese
aufgebauschten Gerichtsprozesse anzueignen.
Michael
Jackson gehörte zu den größten Unterstützern von Jesse Jackson, dem
Hoffnungsträger der nach Emanzipation strebenden farbigen
US-Amerikaner. Und wir Kommunisten sind uns sicherlich darin einig, daß
ein US-Präsident Jesse Jackson Guantanamo Bay sofort an Kuba zurückgeben
würde und dem militärisch-industriellen Komplex und Finanzkapital der
USA ein dermaßener Dorn im Auge wäre, daß er allerspätestens im
Moment eines sich abzeichnenden Präsidentenwahlsieges Opfer eines
Attentats „natürlich eines Geisteskranken“ in jenem keinesfalls
gewaltfreien Land der CIA geworden wäre.
Folglich
sollten wir auch darüber nachdenken, daß mit Barack Obama jenen vielen
farbigen US-Amerikanern nun eine pro-imperialistische Galionsfigur ihrer
Hautfarbe „maßgeschneidert“ präsentiert worden ist, deren Getue
nun wirklich nur billige Show ist.
Ich
muss da irgendwie an unser „Bundesengelchen“ denken, die aus Sicht
der Ossis ja eben auch „irgendwie Ossi“ ist. Gysi sagte mal, daß
„die deutsche Einheit dann vollendet“ wäre, „wenn ein
Ostdeutscher Ministerpräsident eines Bundeslandes im Westen ist“. Die
CDU ließ dies wahr werden und präsentierte uns unser
„Bundesengelchen“ mit Herkunft DDR.
Was
doch irgendwie dasselbe Strickmuster ist, oder? Und so billig die Show
um und von Obama auch ist, kraft gigantischer Massenmedien übt sie noch
immer eine unübersehbare psychologische Massenbeeinflussung in den führenden
imperialistischen Ländern aus. Und Jesse Jackson? Öffentlich
weitestgehend kaltgestellt. Wir wissen, wem dies nützt.
Was
aber, wenn da ein Michael Jackson demnächst in das Rampenlicht auf 50
ausverkauften Großkonzerten tritt und mal laut vor aller Welt fragt,
was denn nun dieser „Yes we can“ - Brüller bisher so für die
Weltverbesserung wirklich gekonnt hat? Fakt ist, daß nicht nur Jesse
Jackson nun eine enorme Unterstützung fehlt.
Last
not least gehört noch jemand in diesen Freundeskreis fortschrittlich zu
nennender prominenter Persönlichkeiten rund um Michael Jackson: Der
mittlerweile 58 Jahre alte Yusuf Islam alias Cat Stevens, welcher maßgeblich
dafür sorgte, daß Michael Jackson zum Islam konvertierte. Er wollte
nie wieder singen und lebte jahrzehntelang zurückgezogen, trat aber
angesichts des kreuzzugartigen Krieges des US-Imperialismus und seiner
„christllich-abendländischen“ Vasallen immer öfter und immer öffentlicher
für Frieden und die Beendigung der imperialistischen Massaker in Gaza,
Irak und Afghanistan ein: „Die Menschen schätzen es, daß ich meine
Musik wieder für einen wirklich guten Grund mache: um Frieden zu
schaffen und Menschen glücklich zu machen.“ (4)
Nach
über 30 Jahren steht dieser Sänger nun wieder auf der Bühne in London
und in Dubai. Und diesem Mann kann niemand nachsagen, er würde nun zu
„Sex, Drugs and Rock'n Roll“ rückkehren oder rückkehren wollen.
Auch wenn es den Herrschaften nur zu sehr passt, daß aus rebellierenden
Künstlern angepasste und steuerbare drogenabhängige Haufen aus Fleisch
und Knochen werden, die immer top sein wollen und mit der Mode gehen.
Mein
Fazit hinsichtlich Michael Jackson: Dieses Show-Produkt entwickelte sich
auf seine Art sehr deutlich in eine politische Richtung, die den Hintermännern
und Drahtziehern von Barack Obama nur sehr lästig werden kann. Leider
wissen wir zuwenig über die konkrete Ausgestaltung seiner geplanten
Tournee und dort zu erwartende politisch relevante Botschaften von ihm,
um besser zu erhärten, daß es nennenswert großes politisches
Interesse am Verhindern weiterer großer öffentlicher Auftritte von
Michael Jackson gab. Wir halten jedoch unsere Augen naturgemäß offen
und stellen stets die Frage, wem es nützt, wenn ein unnatürliches
Ableben eines Massen begeisternden Michael Jackson sich ereignet.
Auch
wenn er noch so naiv in seinem Ruf nach Frieden und Humanismus, in
seiner Kinderliebe und Naturverbundenheit, in seiner Afrikasolidarität
war. Die meisten Menschen werden nun mal leider nicht als Kämpfer
geboren oder zu welchen erzogen, sondern lassen erst das Maß der
Zumutbarkeiten überquellen, um dann in Bewegung zu geraten. Michael
Jackson war offenbar auf dem Wege, immer mehr zu einer Kämpfernatur zu
werden und in seinen Botschaften nicht nur Träume wie Opium zu
vermitteln, sondern die Massen zu mobilisieren, um für ihre ureigenen
Klasseninteressen aufzustehen und gemeinsam was für das Überleben der
Menschheit und den Erhalt des Planeten zu tun. So mein Eindruck.
Jens-Torsten
Bohlke, Brüssel
Verwendete
Quellen:
(1)
http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,632864,00.html
(2)
http://www.magistrix.de/lyrics/Michael%20Jackson/Heal-The-World-Uebersetzung-11286.html
(3)
http://www.msnbc.msn.com/id/8006456/
(4)
http://www.msnbc.msn.com/id/18357635/
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