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Michael Jackson ein Zombie -  

ein Kunstprodukt, nur zur Vermarktung bestimmt, trat ab

Von Gerd Höhne

Kommunisten-online den 30. Juni 2009 – Er wandelte mal eben 50 Jahre, 9 Monate und 27 Tage auf diesem Planeten. Er, der Sohn eines farbigen Lastwagenfahrers, schien es bis ganz oben geschafft zu haben: Erfolg, Reichtum, kurz: die Inkarnation des amerikanischen Traums: Vom Ghettojungen zum Superstar.

Liest man die Nahrufe der bürgerlichen Presse, dann ist sein herausragendes Verdienst, viele, sehr viele, extrem viele, Tonträger gefüllt zu haben.

Mit was? Rillen in Polyvinylchloridplatten, Dateninformationen auf silbernen Scheiben und anderen Tonträgern. Na und? Ja, richtig: Na und? Was ist dann besonderes an ihm?

Was von ihm auf Tonträger gepresst wurde, soll Kunst, soll Musik gewesen sein Die Massen seien davon begeistert – heißt es. Ich war es nicht. Aber ich bin ja wohl auch nicht der Maßstab. Der Maßstab ist allein das Geld, das das einbringt, was auf dem Tonträger drauf ist. Qualität ist unwichtig.

Erinnern wir uns: Man schuf „Boy-Bands“, aber auch „Girl-Bands“, die nicht nach den Kriterien geschaffen werden, was die Boys oder Girls musikalisch drauf haben, sondern wie sie aussehen. Stimmt das nicht so ganz, dann ändert man es, im Zweifel wird gefälscht. Dann schafft man eine Legende um sie, rührt die Werbetrommel, lässt ihnen was singen, das mittels Tontechnik so lange hoch gepowert wird, bis es einigermaßen klingt und verkauft die Gruppe dann als die Entdeckung des Jahres. Werden die Platten dann verkauft, ist es gut, wenn dann die Nachfrage zurück geht, dann löst man die Gruppe auf. Dann einfach wird eine neue aufgebaut – wieder wie gehabt. Die Opfer sind nicht nur die Plattenkäufer, sondern auch die meist sehr jungen „Künstler“: Eben noch im Himmel des Erfolgs – morgen schon in der Hölle des Vergessens. Und alles oft im Alter von unter 20 Jahren.

Erinnern wir uns an das Duo der 90er Jahre „Milli-Vanilli“ Bei ihnen verzichtete man gleich aufs Singen, sie tanzten nur auf der Bühne herum und bewegten den Mund. Der Gesang kam von Bändern, die von anderen in den Studios aufgenommen wurden und nun über die Lautsprecher lief. Die beiden „Künstler“ – artgerecht gestylt auf der Bühne – hopsten herum und bewegten den Mund vor dem Mikrofon. Natürlich wussten  das die Fans nicht. Als es heraus kam – einer der richtigen Sänger hatte geplaudert – kam es zum Fall.

Einer der „Künstler“ von Milli-Vanilli , Robert Pilatus, hat den Aufstieg und Fall nicht unbeschadet überlebt und starb im April 1998 an einem tödlichen Cocktail aus Alkohol und Drogen.

Oder die Girl-Band Tic Tac Toe. Sie wurden als fesche Teenager von der Musikindustrie vermarktet. Als dann raus kam, dass sie etwas älter waren, als angegeben, die eine sogar verheiratet und eine andere eine zeitlang Prostituierte war, war die Karriere auch vorbei.

So ähnlich lief es auch mit Michael Jackson. Sein Stimmchen reicht nicht aus für einen Sänger. Konnten die Beatles, die Rolling Stones oder auch Elvis Presley noch Stimmen hören lassen, ist die von Jackson eher dürftig und dünn.

Er ging aus den ehrgeizigen Plänen seines Vaters, seine Kinder zu bekannten Musikern zu machen, als Kunstprodukt der Musikindustrie, als singende schwarzer Junge aus den Ghetto, hervor. Er wurde gepuscht und beworben und schon bald war der Welterfolg da.

Die Person des Jackson spielte keine Rolle, sein Können auch nicht. Dass er zusehends mit seinen Erfolgen nicht fertig wurde, dass er immer tiefer in Wahnfantasien und Ängste versank, war unwichtig. Sein Erfolg als King of Pop spülte die Dollars in die Kassen der Musikindustrie – nur das zählte.

Seine Verrücktheiten – so soll er in einem Sauerstoffzelt geschlafen haben, lief mit Mundschutz herum und hatte panische Angst vor Ansteckungen, wurden als Werbegags vermarktet. Die Modifikationen an seinem Körper entstellten ihn so sehr, dass uns auf den Bildern eine lebende ägyptische Mumie anzustarren scheint. Das alles aber wurde in die Vermarktung mit einbezogen. Nicht der scheinbare Künstler mit seiner scheinbaren Kunst war von Bedeutung, sondern der Mensch als Produkt, dessen Äußerungen in Form von musikalischen Produkten man erwerben soll. Je mehr Jackson zum Zombie wurde, umso besser, weil umso interessanter für den Verkauf.

Die Vorwürfe in den 90er Jahren, die Jackson Pädophilie nachsagten, führten nur vorübergehend zu einem Karriereknick. Jetzt wollte er sein Comeback feiern und auf Welttournee gehen. Die Karten waren bereits überall ausverkauft. Da machte ihm seine Drogen- und Medikamentensucht einen Strich durch die Rechnung: Er starb in seinem Haus in Los Angeles – wahrscheinlich an den Folgen der Einnahme einer zu hohen Dosis eines synthetischen Opiats. Die offizielle Todesursache lautete – wie bei seinem zeitweiligen Schwiegervater Elvis Presley: Herzstillstand.

Jackson und auch andere aus der Popszene, sind zur schnellen Vermarktung bestimmt. Wer oben bleiben will, muss Geld in die Kassen der Musikkonzerne spülen. Wenn es zu wenig ist, lohnt es sich nicht mehr und sie werden gnadenlos fallen gelassen.

Dass das, was da geboten wird, unappetitlich wird, ist nur dann schlecht, wenn es die Kunden davon abhält, das Produkt des Betreffenden, zu kaufen. Das hatte das Duo Milli-Vanilli vor etwa 10 Jahren zu spüren bekommen. Ebenso fanden es die Größen der Musikindustrie störend, dass sie mit der Mädchengruppe Tic Tac Toe einer Ehefrau und einer Ex-Prostituierten zugejubelt wurde, sie wollten des erotischen Charme von Nymphchen verkaufen – das aber war bei dieser Gruppe unmöglich geworden. Deshalb auch das schnelle Ende dieses Produkts der bürgerlichen Kultur.

Die bürgerliche Kultur trat einst gegen eine dekadente feudale Hofkultur an. Musiker, wie Beethoven und Mozart, begeistern die Menschen noch heute. Die Maler der bürgerlichen Niederlande sind längst in der Spitzenklasse gelandet. Jedes Museum ist stolz, wenn es ein Bild von Rembrand ihr Eigen nennt. Und die bürgerliche Literatur der Aufklärung und der Weimarer Klassik gehört längst zur Kultur der gesamten Menschheit.

Wer Lessings „Minna von Barnhelm“ sieht, der kann hier eine Musterbeispiel der Kritik an der Dekadenz des Feudalismus sehen. Da tritt ein französischer Hofschranze vom Hof Friedrichs II. auf, dessen Dekadenz auffallend negativ dargestellt wird.

Heute ist die bürgerliche Kultur, jedenfalls was ihre herausragenden Teile betrifft, selbst dekadent geworden. Jackson ist da nur ein Beispiel, andere siehe oben. Man braucht nur bestimmte Radiosender zu hören und kann es miterleben.

Ich meine nicht nur die Popmusik. Das gilt letztlich auch für die Klassik. Aber die ist für die Angehörigen der herrschenden Klasse bestimmt. Der Künstler trägt Frack, die Künstlerin ein schwarzes langes Abendkleid und gehört einem großen Orchester an. Die CD-Tonträger mit dieser Musik sind entsprechend teuer. Auch diese Kunst ist zur Ware verkommen.

Die bürgerliche Kultur kann keine positiven Impulse mehr geben. So, wie es auch die bürgerliche Wissenschaft nicht kann. Letztlich auch der gesamte Kapitalismus nicht. Das ist Kultur, Politik und Ökonomie einer Gesellschaft, die dem Untergang geweiht ist. Ob und wann das geschieht und ob es geschieht, ehe diese kapitalistische Gesellschaft die Menschheit in ein nie da gewesenes Morden geführt hat, liegt letztlich auch an uns.

G.H.

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Reaktion auf Gerd Höhnes Beitrag

EINIGE GEDANKEN ZUM ABLEBEN VON MICHAEL JACKSON 

von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel (2. Juli 2009)

Lieber Genosse Höhne,

Dein Beitrag über „den Zombie“ Michael Jackson inspiriert mich, einige Gedanken zu dessen für viele Menschen überraschendes Ableben im Alter von nur 50 Jahren zu äußern, der auf den ersten Blick ja wirklich wie ein Zombie aussah.

Es muss Gründe haben, wenn der bekannte fortschrittliche US-Bürgerrechtler Jesse Jackson so vehement Aufklärung und eine erneute Autopsie am Leichnam von Michael Jackson verlangte, wie er es unmittelbar nach der Bekanntgabe dessen Todes getan hat.

Im „Spiegel“ ist zu lesen: „Jackson bereitete sich zuletzt in Los Angeles auf ein großes Comeback vor: Für den 13. Juli war in London das erste von insgesamt 50 Konzerten geplant. Die O2-Arena, eine riesige Sport- und Konzerthalle in der britischen Hauptstadt, war ausverkauft. Für die Konzerte im früheren Millennium Dome probte Jackson bereits stundenlang mit Tänzern.“ (1)

Somit schien Michael Jackson alles andere als sterbenskrank und eigentlich topfit zu sein, als er nach Behandlungen durch seinen keineswegs langjährigen Leibarzt Conrad Murray tödlich kollabierte.

Warum nun standen Millionen „Michael-Jackson-Fans“ in aller Welt auf und zeigten sich dermaßen tief betroffen? Warum so viele Menschen? Alles manipulierte Kinder der Konsumgesellschaft namens Imperialismus? Hier mal der wohl derzeit populärste Text für diese Fans in deutscher Übersetzung. Der Song heißt „Heal the world“ („Heile die Welt“):

Denke über die Generationen nach und darüber, zu sagen, dass wir für unsere Kinder und Kindeskinder die Welt verbessern wollen. So dass sie wissen, dass sie in einer besseren Welt leben; und darüber nachdenken, ob sie sie verbessern können.

Da ist ein Platz in deinem Herzen

Und ich weiß dass es Liebe ist

Und dieser Platz könnte

viel heller sein als morgen.

Und wenn du es wirklich versuchst

Dann wirst du herausfinden, dass du nicht weinen musst

An diesem Ort fühlst du

keinen Schmerz und keine Traurigkeit

Es führen viele Wege dorthin

Wenn du etwas für das Leben übrig hast

Dann mach einen kleinen Raum daraus, einen besseren Ort.

Heile die Welt

Mach daraus einen besseren Ort

Für dich und für mich, und die ganze menschliche Rasse

Es sterben Leute

Wenn du etwas für das Leben übrig hast

Mach einen besseren Ort daraus

Für dich und mich

Wenn du wissen willst warum

es eine Liebe gibt, die nicht lügen kann

Liebe ist stark

Sie ist nur dort, wo mit Freuden gegeben wird

Wenn wir es versuchen, dann werden wir sehen

in dieser Ehre können wir

keine Angst und keine Bedrohung fühlen

Wir hören auf zu existieren und fangen an zu leben

Dann scheint es, dass

immer genug Liebe da ist, um uns daran wachsen zu lassen

Mach eine bessere Welt daraus, eine bessere Welt

Heile die Welt

Mach einen besseren Ort daraus

Für dich und für mich und die ganze menschliche Rasse

Es sterben Leute

Wenn du etwas für das Leben übrig hast

Dann mach einen besseren Ort

Für dich und mich daraus

Und der Traum, in dem wir anfangen zu begreifen

Wird an einem Ort voller Freuden in Erfüllung gehen

Und die Welt, an die wir einst geglaubt haben

Wird wieder in Anmut erstrahlen

Warum hängen wir überhaupt so an diesem Leben, das uns erstickt

verwunden diese Erde, kreuzigen seine Seele

Obwohl es doch klar zu sehen ist, dass diese Welt himmlisch ist

Gottes Glut

Wir könnten so hoch fliegen

Lass unseren Geist nie sterben

In meinem Herzen fühle ich

Dass ihr alle meine Brüder seid

Erschafft eine Welt ohne Angst

Wo wir zusammen Freudentränen weinen

Zusehen, wie die Nationen

Ihre Schwerter zu Pflugscharen machen

Wir könnten es wirklich schaffen

Wenn du etwas für das Leben übrig hast

Mach es zu einem kleinen Raum, um eine bessere Welt zu schaffen

Heile die Welt

Mach einen besseren Ort daraus

Für dich und für mich und die ganze menschliche Rasse

Es sterben Leute

Wenn du etwas für das Leben übrig hast

Dann mach einen besseren Ort

Für dich und mich daraus

Es sterben Leute

Wenn du etwas für das Leben übrig hast

Dann mach einen besseren Ort

Für dich und mich daraus

Es sterben Leute

Wenn du etwas für das Leben übrig hast

Dann mach einen besseren Ort

Für dich und mich daraus“ (2)

Diese Botschaft scheint offenbar bei sehr vielen Menschen angekommen zu sein. Geht es da nur um „ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude, ein bisschen Liebe“, wie bei der bundesdeutschen „volkstümlichen Musik“? Oder thematisiert Michael Jackson das Weltverbessern, um damit Menschen zu gesellschaftlichem Engagement zu mobilisieren und damit dem individuellen Egoismus sowie der weitverbreiteten Passivität und Entsolidarisierung in der Masse der Bevölkerung der USA entgegenzutreten?

Michael Jackson und Jesse Jackson waren enge Freunde, der Muslim und der christliche Priester, die fast täglich telefonisch oder wie auch immer zusammen beteten und damit auf ihre Art ein humanitäres Zeichen gegen die vom US-Imperialismus und israelischen Zionismus betriebene Verhetzung der Anhängerschaften der Religionen setzten. Michael Jackson reiste oft nach Afrika und förderte in Afrika und in den USA viele karitative Kinderhilfsprojekte, ohne dies groß zu vermarkten. (3) Er wurde der Pädophilie angeklagt, aber nicht schlüssig überführt. Es blieb da der Nachgeschmack, daß habgierige Erwachsene Kinder manipulierten, um sich Teile von Michael Jacksons Vermögen durch diese aufgebauschten Gerichtsprozesse anzueignen.

Michael Jackson gehörte zu den größten Unterstützern von Jesse Jackson, dem Hoffnungsträger der nach Emanzipation strebenden farbigen US-Amerikaner. Und wir Kommunisten sind uns sicherlich darin einig, daß ein US-Präsident Jesse Jackson Guantanamo Bay sofort an Kuba zurückgeben würde und dem militärisch-industriellen Komplex und Finanzkapital der USA ein dermaßener Dorn im Auge wäre, daß er allerspätestens im Moment eines sich abzeichnenden Präsidentenwahlsieges Opfer eines Attentats „natürlich eines Geisteskranken“ in jenem keinesfalls gewaltfreien Land der CIA geworden wäre.

Folglich sollten wir auch darüber nachdenken, daß mit Barack Obama jenen vielen farbigen US-Amerikanern nun eine pro-imperialistische Galionsfigur ihrer Hautfarbe „maßgeschneidert“ präsentiert worden ist, deren Getue nun wirklich nur billige Show ist.

Ich muss da irgendwie an unser „Bundesengelchen“ denken, die aus Sicht der Ossis ja eben auch „irgendwie Ossi“ ist. Gysi sagte mal, daß „die deutsche Einheit dann vollendet“ wäre, „wenn ein Ostdeutscher Ministerpräsident eines Bundeslandes im Westen ist“. Die CDU ließ dies wahr werden und präsentierte uns unser „Bundesengelchen“ mit Herkunft DDR.

Was doch irgendwie dasselbe Strickmuster ist, oder? Und so billig die Show um und von Obama auch ist, kraft gigantischer Massenmedien übt sie noch immer eine unübersehbare psychologische Massenbeeinflussung in den führenden imperialistischen Ländern aus. Und Jesse Jackson? Öffentlich weitestgehend kaltgestellt. Wir wissen, wem dies nützt.

Was aber, wenn da ein Michael Jackson demnächst in das Rampenlicht auf 50 ausverkauften Großkonzerten tritt und mal laut vor aller Welt fragt, was denn nun dieser „Yes we can“ - Brüller bisher so für die Weltverbesserung wirklich gekonnt hat? Fakt ist, daß nicht nur Jesse Jackson nun eine enorme Unterstützung fehlt.

Last not least gehört noch jemand in diesen Freundeskreis fortschrittlich zu nennender prominenter Persönlichkeiten rund um Michael Jackson: Der mittlerweile 58 Jahre alte Yusuf Islam alias Cat Stevens, welcher maßgeblich dafür sorgte, daß Michael Jackson zum Islam konvertierte. Er wollte nie wieder singen und lebte jahrzehntelang zurückgezogen, trat aber angesichts des kreuzzugartigen Krieges des US-Imperialismus und seiner „christllich-abendländischen“ Vasallen immer öfter und immer öffentlicher für Frieden und die Beendigung der imperialistischen Massaker in Gaza, Irak und Afghanistan ein: „Die Menschen schätzen es, daß ich meine Musik wieder für einen wirklich guten Grund mache: um Frieden zu schaffen und Menschen glücklich zu machen.“ (4)

Nach über 30 Jahren steht dieser Sänger nun wieder auf der Bühne in London und in Dubai. Und diesem Mann kann niemand nachsagen, er würde nun zu „Sex, Drugs and Rock'n Roll“ rückkehren oder rückkehren wollen. Auch wenn es den Herrschaften nur zu sehr passt, daß aus rebellierenden Künstlern angepasste und steuerbare drogenabhängige Haufen aus Fleisch und Knochen werden, die immer top sein wollen und mit der Mode gehen.

Mein Fazit hinsichtlich Michael Jackson: Dieses Show-Produkt entwickelte sich auf seine Art sehr deutlich in eine politische Richtung, die den Hintermännern und Drahtziehern von Barack Obama nur sehr lästig werden kann. Leider wissen wir zuwenig über die konkrete Ausgestaltung seiner geplanten Tournee und dort zu erwartende politisch relevante Botschaften von ihm, um besser zu erhärten, daß es nennenswert großes politisches Interesse am Verhindern weiterer großer öffentlicher Auftritte von Michael Jackson gab. Wir halten jedoch unsere Augen naturgemäß offen und stellen stets die Frage, wem es nützt, wenn ein unnatürliches Ableben eines Massen begeisternden Michael Jackson sich ereignet.

Auch wenn er noch so naiv in seinem Ruf nach Frieden und Humanismus, in seiner Kinderliebe und Naturverbundenheit, in seiner Afrikasolidarität war. Die meisten Menschen werden nun mal leider nicht als Kämpfer geboren oder zu welchen erzogen, sondern lassen erst das Maß der Zumutbarkeiten überquellen, um dann in Bewegung zu geraten. Michael Jackson war offenbar auf dem Wege, immer mehr zu einer Kämpfernatur zu werden und in seinen Botschaften nicht nur Träume wie Opium zu vermitteln, sondern die Massen zu mobilisieren, um für ihre ureigenen Klasseninteressen aufzustehen und gemeinsam was für das Überleben der Menschheit und den Erhalt des Planeten zu tun. So mein Eindruck.

Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Verwendete Quellen:

(1)   http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,632864,00.html

(2)  http://www.magistrix.de/lyrics/Michael%20Jackson/Heal-The-World-Uebersetzung-11286.html

(3)  http://www.msnbc.msn.com/id/8006456/

(4)  http://www.msnbc.msn.com/id/18357635/

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die sache mit michael jacksen gibt mir sehr zu denken.

Zuschrift von Helmut aus Bremen vom 3. Juli 2009

ich habe euere artikel darüber gelesen. michael ist dieser welt mit kindlichen illusionen begegnet. vor und während meiner pubertät dachte ich auch mit vielen gags und witzen auf meine umwelt einwirken zu können und sie zum nachdenken zu bewegen. ich war der liebe junge und es wurde viel gelacht, die chefs habens akzeptiert aber verändert hat sich nichts.

Die sache bekam einen ganz anderen stellenwert, als ich später gesellschaftliche zusammenhänge aus marxistischer einschätzung erklärte. da war ich nicht mehr der liebe junge. die chefs schauten mir auf die finger -- bei der bundesbahn wurden mir die laufbahnen gesperrt --- , als ich dann noch auf der betriebsversammlung sprach und den obersten personalrat wegen mauscheleien angriff --- dann später gegen ihn selber kandidierte und die unterstützung meiner kollegen hatte, kam es ganz schlimm. ich wurde heimlich aus der liste gestrichen, so das ich nichts mehr unternehmen konnte und obendrein in eine sehr reaktionäre kolonne strafversetzt. später entließ mich die db, als ich meine stimme gegen den faschistischen pinochetputsch in chile erhob. das alles passierte in münchen.

michael jacksen hat es nicht geschafft, die dinge zu durchschauen. da ist es natürlich ein unterschied, ob mensch arbeiter oder ein pop-star im absoluten streß ist, und dafür die dicke kohle erntet. michael wurde mit den problemen nicht fertig – akzeptierte sich selber nicht wie er war und wurde stark medikamenten süchtig.die pharma – industrie mag dieses auch ausgenutzt haben. sie profitiert ja von jeden, der ihre produckte reinschaufelt und menschenleben interessieren im kapitalismus nicht.

micheal jacksen mußte auf der einen seite für die musikindustrie funktionieren, aber auf der anderen seite seite hatte er seine gedanken für eine bessere gerechtere welt. auf der klassenbarikade fand dies aber keinen ausdruck, sonst wäre michael nicht zum islam gewandert. für ein teil der herschenden kipitalistenklasse mag seine botschaft auch gefährlich gewesen sein und er mußte aus dem weg geräumt werden -- siehe auch das attentat auf john lennon.

wir können darüber spekulieren, ob sein leibarzt langfristig hiebei mitgeholfen hat. es wäre ja seine aufgabe gewesen, schaden von michael jacksen abzuwenden, aber wie heißt es doch -- ein arzt hat die möglichkeit einen menschen zu heilen oder durch gifte umzubringen. kann sein, das letzteres sogar beabsichtigt war. nun wird sein tot allerdings auch noch gut verkauft. seine tonträger sind wieder in den musikcharts und tote können nichts mehr zum ausdruck bringen. allerdings lassen sich tote auch gut dafür gebrauchen, ihre aussagen in beliebigkeit wieder zu geben. 

gez. :: helmut aus bremen.

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