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Zehntausend demonstrierten gegen Studiengebühren

Protestaktionen in Hannover, Frankfurt/Main, Dresden, Potsdam und Halle

Quelle: jungewelt vom 03.06.2005

Mehr als zehntausend Studierende demonstrierten am Donnerstag gegen die Einführung von Studiengebühren. Allein in Hannover beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren 4 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Protestmarsch durch die Innenstadt. In Dresden kamen laut Studentenrat bis zu 3 000 Menschen zu einer Protestkundgebung. In Frankfurt am Main und Halle begannen am Nachmittag ebenfalls Veranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern. Auch in Potsdam kam es zu Protesten. Die Demonstrationen, zu denen das »Aktionsbündnis gegen Studiengebühren« (ABS) aufgerufen hat, waren ein Höhepunkt des »summer of resistance« gegen das Bezahlstudium.

»Wir solidarisieren uns mit den Studierenden der anderen Bundesländer, in denen die Gebührenpläne schon weiter fortgeschritten sind als in Sachsen«, erklärte Martin Jahnke vom Studentenrat der TU Dresden. Zudem solle die SPD mit der Aktion aufgefordert werden, an ihrem Versprechen festzuhalten, sich in der sächsischen Koalition gegen Studiengebühren einzusetzen. »Wir wollen Zeichen setzen, gegen Bildungsabbau und für den gebührenfreien Bildungszugang», sagte Katrin Koch vom Studentenrat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die derzeitigen Probleme im deutschen Bildungssystem müßten mit einem Prioritätenwechsel in der Verteilung der öffentlichen Mittel gelöst werden.

Unterstützung bekamen die Studierenden unter anderem von der Ärzteorganisation »Marburger Bund«. Studiengebühren verschärften den schon existierenden »sozialen Numerus clausus«, erklärte Hauptgeschäftsführer Armin Ehl in Köln. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie zahlreiche Schülervertreter unterstützten die Aktionen. »Die soziale Auslese im Bildungssystem, die durch Studiengebühren verstärkt würde, beginnt schon im Kindergarten. Sie wird durch das starre dreigliedrige Schulsystem fortgesetzt«, erklärte Steffi Geyer vom freien zusammenschluß von studentInnenschaften den Schulterschluß. (AP/jW)

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