Prof.
Dr.-Ing. Monika Auweter-Kurtz ist Raketenforscherin und Leiterin des
Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart. Seit Jahren
forscht die Professorin an einem Arcjet-Lichtbogentriebwerk, der die
Raketentechnologie revolutionieren soll. Mit ihrem
Raketenantrieb soll die Menschheit zum Mars katapultiert werden:
das ist eine der Visionen von Frau Prof. Auweter-Kurtz, die jetzt Präsidentin
der Universität Hamburg werden will.
Todbringende Geschäfte mit Rüstungskonzernen
Als
Leiterin des „Steinbeis-Transferzentrums für Plasma und
Raumfahrttechnologie“ betreibt sie allerdings nicht nur
Grundlagenforschung für die Raumfahrtindustrie, sondern auch Geschäfte
mit Rüstungskonzernen. Als Referenz und Projektpartner ihres
Technologie-transferzentrums wird im Internet die Rüstungsfirma
Bayern-Chemie Protac genannt.
Der Rüstungskonzern Bayern-Chemie Protac liefert mit seinem
luftatmenden Strahltriebwerk den
Antrieb für die Meteor-Rakete. Diese lenkbare Luft-Luft-Rakete ist die
Hauptbewaffnung des Eurofighter Typhoon, einer Exportversion des 85
Millionen Euro teuren Jagdflugzeugs Eurofighter EF 2000. Das
Transferzentrum von Prof. Auweter-Kurtz hat für den Auftraggeber
Bayern-Chemie Protac neues Material für die Brennkammer von Raketen
getestet. Das „Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen“, lies der
Geschäftsführer und Institutsmitarbeiter, Herr Dr.-Ing. Georg Herdrich
auf einer Veranstaltung im Dezember 2005 verlauten.
Zündende Idee der Präsidenten-Findungskommission
Die
Kandidatin Auweter-Kurtz haben der Präsident der
Hochschulrektorenkonferenz a.D., Prof. Klaus Landfried, als Berater der
Findungskommission und der Vorsitzende des Hochschulrats der Universität,
Herr Prof. Jürgen Timm, gesucht und gefunden.
Ihrer
Meinung nach, seien die Bewerbungen auf die öffentliche Ausschreibung
indiskutabel gewesen, weshalb man sich von der Sozietät für
Unternehmensplanung (SUP) aus Basel, einem Headhunter für Führungskräfte
beraten lies. „Die Goldfische der einzelnen Märkte werden von SUP
systematisch und frühzeitig entdeckt und für ihren weiteren Führungsweg
analysiert, beraten und in behutsamer professioneller Weise gecoacht,
sozusagen „feinjustiert““, heißt es auf deren Internetseite. „Den
Kandidaten bringt das entgegen-gebrachte Vertrauen das nötige
Selbstbewusstsein, um in künftigen Führungspositionen Höchstleistungen
zu erbringen.“
Kompetenzcluster Rüstungs- und
Luftfahrtindustrie
Die
politische Orientierung bei der Kandidatensuche hat offensichtlich das
Leitbild Wachsende Stadt gegeben, denn in dem Regierungsprogramm von
CDU-Senat und Handels-kammer ist das Wirtschaftscluster Luftfahrtindustrie
klar benannt. Auch Wissenschaftssenator Jörg Dräger wird von der
Kandidatin begeistert sein, da sie nicht nur das „Kompetenzcluster“
repräsentiert, sondern auch noch seinen Auftrag an die Hochschulen, den
„Innovations- und Wissenstransfer von den Hochschulen zu den Unternehmen
weiter zu verstärken“ geradezu personifiziert.
Wissenschaftliche Laufbahn auf dem Planeten
Erde
Der
Traum der Kandidatin von der Marsmission ist leicht zu erklären: Frau
Auweter-Kurtz ist in Stuttgart geboren, hat dort auf dem
Heidehof-Gymnasium ihr Abitur gemacht, um an der Universität Stuttgart zu
studieren und auch dort „Zur Dynamik der mit Kaltgas angeströmten
Lichtbogensäule“ zu promovieren. Zeitgleich kehrte sie an das
Heidehof-Gymnasium zurück, wo sie neun Jahre als Physiklehrerin die
Unterstufe unterrichtete. Ihre Habilitation zum Thema
„Lichtbogenantriebe für Weltraumaufgaben“ ist ebenfalls an der
Universität Stuttgart erfolgt, genauso wie sie ihren Ruf als erste und
einzige Professorin für Raumfahrt in Deutschland und wahrscheinlich auch
weltweit an der Universität Stuttgart erhalten hat.
In der Stuttgarter Zeitung wird Prof. Auweter-Kurtz nach dem
Antritt ihrer Professur folgendermaßen zitiert: „Vor der Zusammenarbeit
mit der US-Raumfahrtbehörde NASA und der US Air Force hat sie keine
Hemmungen. Wissenschaft und Militärforschung könne man nun mal nicht
voneinander trennen. Und der Verteidigungsauftrag sei im Grundgesetz
verankert.“