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Rudolf Steiner zum "Negerroman"

"Neulich bin ich in Basel in eine Buchhandlung gekommen, da fand ich das neueste Programm dessen, was gedruckt wird: ein Negerroman, wie überhaupt jetzt Neger allmählich in die Zivilisation von Europa hereinkommen! Es werden überall Negertänze aufgeführt, Negertänze gehüpft. Aber wir haben ja sogar schon diesen Negerroman. Er ist urlangweilig, greulich langweilig, aber die Leute verschlingen ihn. Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl Negerromane kriegen und geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade solche Gelüste manchmal entwickeln können - wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt zu werden, dass Neger nach Europa kommen, damit Mulatten entstehen; da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz grau sind, Mulattenhaare haben, die mulattenähnlich aussehen werden."

(Rudolf Steiner in: "Über Gesundheit und Krankheit", Gesamtausgabe Bd. Nr. 348, Rudolf Steiner Verlag, Dornach / Schweiz, 1976, Seite 185.)

Zur Anthroposophiedebatte

von M. Hammerschmitt - 17.10.2001 00:27

Der rege Zuspruch, den mein Beitrag zum ICE "Rudolf Steiner" gefunden hat, veranlaßt mich, einen längeren Text zur Anthoposophie in ganzer Länge hier einzustellen, der einem meiner Bücher entnommen ist. Die Einwände sind vorhersehbar. Ich entgegne ihnen nichts, weil die Repliken auf die Entgegnungen vorhersehbar sind. Mein Text ist ein Beitrag zur Ideologiekritik, die ich im Moment für wichtiger halte als vieles andere.

Wege zur Versteinerung (1)

Die Anthroposophie ist der Katholizismus unter den esoterischen Lehren. Sie ist mittlerweile schon so alt, daß sie allein dadurch Würde gewonnen hat, die Patina auf den Bildern Steiners verleiht seiner Lehre den Ernst des Althergebrachten. Die Anthroposophen betreiben 168 Schulen in Deutschland, sie unterhalten sowohl ideologisch als auch ökonomisch starke Brückenköpfe in der Ökologiebewegung ("Weleda", "Wala", "Demeter") und präsentieren sich insgesamt als eine sanfte Bewegung von Naturfreunden mit leicht schrulligen Ideen zur Architektur. Dann schlägt man einen der über 300 Bände auf, die die Äußerungen des Bewegungsgründers enthalten, und es hebt einem den Rock. Da werden zur Zeit des vollentwickelten Industriekapitalismus infantile Wirtschaftssysteme entworfen, die einer Agrarkultur aus dem Mittelalter entsprechen, da wird Atlantis für bare Münze genommen, da werden krause Theorien über Botanik geäußert, die jeder wissenschaftlichen Betrachtung Hohn sprechen, da wird eine Physik betrieben, über die Archimedes gelacht hätte, da werden hahnebüchene Ernährungslehren formuliert, da wird ekelhafter Rassismus mit wolkig-spirituellem Räucherwerk umgeben. Allein die Tatsache, daß er solchen Nonsens in Vorträgen und Schriften verbreitet hat, die über 300 Bände füllen, sollte sehr nachdenklich stimmen. Es hat echte Genies gegeben, die einen starken Mitteilungsdrang hatten; man denke nur an Aristoteles, der auch Unsinn erzählt hat, aber dabei wenigstens auf der Höhe seiner Zeit war. Nicht so Steiner. Er kümmert sich um den Kenntnisstand seiner Zeit gar nicht, weil er keine Hoffnung haben kann, ihn aufzuholen, und erfindet das Rad in Form einer privaten Pseudowissenschaft neu. Weil es seines ist, darf es dann auch Ecken haben. Was er nicht versteht, oder was ihm nicht paßt, redet er so lange mit einer nichtendenwollenden Kaskade aus Geschwätz nieder, bis es völlig verdrängt ist. Die klaffenden Löcher in seiner eigenen "Theorie" stopft er mit raunenden Andeutungen von höheren Einsichten, die er entweder gar nicht oder nur durch Querverweise auf Gleichgesinnte belegen kann. "Gewiß" und "bestimmt" sind zwei seiner liebsten Vokabeln, und während sie Gewißheit und Bestimmtheit simulieren sollen, bezeichnen sie das gähnende Nichts. Er ist ohne Scham in der Lage, seine wüsten Phantastereien mit den eigenen "Mysteriendramen" zu belegen. Wo man das Lesezeichen auch hineinsteckt: Steiners Werk ist durchtränkt mit Bestimmtheiten und Gewißheiten, die er nicht belegen kann. Es besteht daraus.(2) Die folgenden Zitate stellen weder die krassesten noch die kontroversesten Beispiele für den Nonsens dar, den Steiner verbreitet hat. Sie markieren den guten schlechten Durchschnitt. Es ist wirklich gleichgültig, wo man sucht, Äußerungen wie die folgenden finden sich immer.

"Durch diese Fähigkeit - und das ist gerade das Ideal der britischen Geheimgesellschaften - sollen gewisse, heute der Industrialisierung zugrunde liegende soziale Formen auf eine ganz neue Grundlage gestellt werden. Es weiß jedes Mitglied dieser geheimen Zirkel, daß man einfach durch gewisse Fähigkeiten, die heute noch beim Menschen latent sind, die sich aber entwickeln, mit Hilfe des Gesetzes der zusammenklingenden Schwingungen in großem Umfange Maschinen und maschinelle Einrichtungen und anderes in Bewegung setzen kann. Eine kleine Andeutung finden Sie in dem, was ich in meinen Mysteriendramen an die Person des Strader geknüpft habe. Diese Dinge sind heute im Werden. Diese Dinge werden innerhalb jener geheimen Zirkel auf dem Gebiete des materiellen Okkultismus als ein Geheimnis gehütet. Motoren gibt es, welche dadurch, daß man die betreffende Schwingungskurve kennt, durch sehr geringfügige menschliche Beeinflussung in Tätigkeit, in Betrieb gesetzt werden können. Dadurch wird es möglich sein, vieles, vieles, wozu man heute Menschenkräfte braucht, durch rein mechanische Kräfte zu ersetzen."(3)

Steiner behauptet hier allen Ernstes, daß eine Turbine unter Umgehung der Grundsätze der Physik in Gang gesetzt werden kann, indem man sie "andenkt" oder "anmeditiert". Goldene Zeitalter standen uns bevor, als Herr Steiner noch in wild in die Zukunft hineinphantasierte.

"Aber man wird, wenn das, was ich jetzt vor Ihnen mechanischen Okkultismus nenne, in das Gebiet der praktischen Wirksamkeit tritt, was ein Ideal jener geheimen Zentren ist, man wird nicht nur fünf- oder sechshundert Millionen Menschenarbeit leisten können, sondern man wird etwa tausendundachtzig Millionen Menschenarbeit leisten können."(4)

Wenn nicht gar tausendfünfhundertzehn "Millionen Menschenarbeit". Und der zeitgenössische Hinweis auf die Wunder der Zukunft? Ein Indiz dafür, daß das alles nicht nur die infantilen Wunschträume eines Spinners sind?

"Vielleicht ist Ihnen bekannt, daß Keely einen Motor konstruiert hat, der nur ging, wenn er selbst dabei war. Er hat damit den Leuten nichts vorgemacht, denn er hatte in sich selbst jene treibende Kraft, die aus dem Seelischen hervorgeht und Mechanisches in Bewegung setzen kann. Eine Antriebskraft, die nur moralisch sein kann, das ist die Idee der Zukunft; die wichtigste Kraft, die der Kultur eingeimpft werden muß, wenn sie sich nicht selbst überschlagen soll. Das Mechanische und das Moralische werden sich durchdringen, weil dann das Mechanische ohne das Moralische nichts ist. Hart vor dieser Grenze stehen wir heute. Nicht bloß mit Wasser und Dampf, sondern mit spiritueller Kraft, mit spiritueller Moral werden in Zukunft die Maschinen getrieben werden."(5)

Ein Motor, der nur geht, wenn sein Erfinder dabei ist, ist kein Motor, sondern ein Schwindel. Aber mit der Frechheit des routinierten Marktschreiers geht Steiner über das eigene implizite Geständnis des Betrugs hinweg und galloppiert einfach fröhlich weiter, hinaus in die weite Wallachei. Und er ist ohne Scham in der Lage, seine Ohrenbläsereien über moralische Maschinen mit den eigenen "Mysteriendramen" zu belegen. Wo sind die Motoren, von denen er faselt? Kann er die Kräfte demonstrieren, die er behauptet? Nichts davon. Konzepte Steiners wie das vom "mechanischen Okkultismus" könnten noch als verschrobene Idee eines begabten Phantasten gelten, auch wenn es einem bei dem Gedanken kalt den Rücken herunterläuft, daß dieser Nonsens Schulkindern beigebogen wird. Bei anderen Ansichten Steiners vergeht einem das Lachen dann völlig. Es ist nicht nur gerechtfertigt, ihn einen Rassisten zu nennen, es ist absolut zwingend. Seine Übernahme des Blavatskyschen "Wurzelrassenlehre" macht es unausweichlich.(6) Sind alle Eltern, die ihre Kinder auf Waldorschulen schicken, Rassisten? Wohl kaum. Die meisten kennen Steiners Schriften überhaupt nicht, sondern verlassen sich auf das mild-alternative Image der Anthroposophie in der Öffentlichkeit. Wenn sie einmal über die eine oder andere befremdliche Äußerung des Bewegungsgründers oder über seltsame Sitten an den Schulen stolpern, sind sie bereit, im Austausch für die diffuse Nestwärme, die ihnen die Anthroposophie in einer kalten Welt gibt, beide Augen zuzudrücken. War Steiner selbst ein Faschist? Nein. Er war nur ein Irrationalist, dessen spätromantische Schwärmerei, okkulte Geisteshuberei und dessen spirituell verbrämter Rassismus starke Affinitäten zur faschistischen Antiaufklärung haben. Er hatte es gar nicht nötig, sich selbst mit politischen Strukturen zu umgeben und Sturmabteilungen oder Schutzstaffeln zu gründen. Das Besondere an Steiner war die Fähigkeit, immer hart an der Grenze des vollentwickelten Wahns entlangzudelirieren und gleichzeitig mit einem ganz erstaunlichen Organisationsgeschick die Unterstützung der Mächtigen für seine Bewegung zu erlangen und zu erhalten. Bei einer extremen Begrenzung der sprachlichen Mittel mit allen reden zu können, war eines seiner weiteren herausragenden Talente.(7) Er war durchaus in der Lage, 1919 vor Stuttgarter Arbeitern Marx als großen Mann zu loben, um ihn nachher Stück für Stück zu verdrehen und ihn der Relevanz für seine Zuhörer zu berauben. Die Zahl von 168 Waldorfschulen in Deutschland zeugt einerseits von dem sozialen Geschick, mit dem die Anthroposophen ihren esoterischen Eintopf unter die Leute bringen, andererseits von einem brennenden Verlangen nach Heil, Genesung, Natur und Sanftheit in einer Gesellschaft, die all das planmäßig abbaut. Die Durchschlagskraft, mit der Steiner seinen sanften Kreuzzug gegen die Moderne und das kritische Denken von Etappensieg zu Etappensieg geführt hat, machen ihn so bemerkenswert. Als soziologisches Phänomen ist die Anthroposophie interessant, ihre Lehre kann man dagegen getrost vergessen.

Endnoten und Quellen:

(1) So der Untertitel eines Buchs von Charlotte Rudolph, Luchterhand SL 727, Darmstadt 1987. Der ganze Titel lautet: "Waldorf-Erziehung - Wege zur Versteinerung"

(2) Eines der Probleme mit Steiners Strategie besteht darin, daß es aufgrund des quantitativen Gigantismus seines Werks so gut wie unmöglich ist, auch nur einen repräsentativen Querschnitt durch die krudesten Passagen zu geben. Da er sich zu beinahe allem geäußert hat, würde selbst die Aufzählung der Themengebiete hier zu weit führen. Einige meiner Lieblingszitate seien aber noch angeführt.

"Also sehen Sie, während wir beim Menschen vom Bauch zum Kopf gehen müssen, von unten herauf, müssen wir bei der Pflanze den umgekehrten Weg machen. Die Wurzel der Pflanze ist mit dem Kopf verwandt. Wenn wir das bedenken, wird uns gewissermaßen ein Licht aufgehen über die Bedeutung der Kartoffel. Denn die Kartoffel, die hat Knollen; das ist etwas, was nicht ganz Wurzel geworden ist. Man ißt also, wenn man viel Kartoffeln ißt, vorzugsweise Pflanzen, die nicht ganz Kartoffel geworden sind. Wenn man sich also beschränkt auf das Kartoffelessen und zu viel Kartoffeln ißt, kriegt man nicht genug in den Kopf hinein. Es bleibt unten im Verdauungstrakt. So daß es also so ist, daß mit dem Kartoffelessen die Menschen in Europa ihren Kopf, ihr Gehirn vernachlässigt haben. Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man Geisteswissensschaft treibt. Da sagt man sich: Seit in Europa diese Kartoffelnahrung immer mehr und mehr überhand genommen hat, seit der Zeit ist der Kopf der Menschen unfähiger geworden." (Rudolf Steiner, Themen aus dem Gesamtwerk 6, Naturgrundlagen der Ernährung, Verlag Freies Geistesleben, 1984, S. 77)

Ich mag dieses Zitat sehr, weil es eines der ersten war, bei dem mir "gewissermaßen" ein Licht über Steiner und seine Geisteswissenschaft aufgegangen ist. Erhellend in diesem Zusammenhang war auch die folgende Passage, die schlagend illustriert, wie Steiner mit Kritik umgeht.

"So ist für den, dessen geistige Sinne erschlossen sind, der physisch wahrnehmbare Mensch nur ein Teil des ganzen Menschen. Dieser physische Mensch wird der Mittelpunkt seelischer und geistiger Ausströmungen. Nur angedeutet kann die reich-mannigfaltige Welt werden, die sich vor dem "Seher" hier auftut. Ein menschlicher Gedanke, der sonst nur in dem Denkverständnisse des Zuhörenden lebt, tritt zum Beispiel als geistig wahrnehmbare Farbenerscheinung auf. Seine Farbe entspricht dem Charakter des Gedankens. Ein Gedanke, der aus einem sinnlichen Trieb des Menschen entspringt, hat eine andere Färbung als ein im Dienste der reinen Erkenntnis, der edlen Schönheit oder des ewig Guten gefaßter Gedanke. In roten Farbnuancen durchziehen Gedanken, welchen dem sinnlichen Leben entspringen, die Seelenwelt.*"

Ich unterbreche an dieser Stelle, weil die seelische Farbenlehre Steiners völlig unerheblich ist. Viel interessanter ist seine eigene Fußnote, die gerade hier einhakt. Sie lautet:

"Die hier gegebenen Auseinandersetzungen sind naturgemäß den stärksten Mißverständnissen ausgesetzt. Es soll deshalb in dieser neuen Auflage ganz kurz am Schlusse in einer Bemerkung auf sie zurückgekommen werden (Vgl. S. 158 ff.)

Man schlägt die angegebene Stelle auf und erfährt, wie auf die Auseinandersetzungen "zurückgekommen wird".

"Das Kapitel dieses Buches: "Von den Gedankenformen und der menschlichen Aura", ist wohl das, welches am leichtesten zu Mißverständnissen Anlaß gibt.(...) Es liegt zum Beispiel wirklich recht nahe, zu verlangen, daß die Aussagen des Sehers auf diesem Gebiete durch Versuche bewiesen werden sollen, welche der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart entsprechen."

In der Tat, es liegt nahe. Steiner war ja kein bloßer Dummerjan, er wußte, was man ihm entgegenhalten würde. Der Redeschwall, mit dem er den vorweggenommenen Einwand gegen seine Phantasterien wegdrückt, ist deswegen so interessant, weil er einen der zentralen Tricks Steiners denunziert: den bequemen Rückzug auf eine Geisterwelt, die völlig ohne Evidenz, Überprüfung und Beweise auskommt. Was im Haupttext als bewiesene Tatsache präsentiert wird, wird in der Fußnote in vorsichtigen Formulierungen zu einer Hypothese gedämpft, die in der groben materiellen Welt, in der die Nichtseher leben, keinen, in der Steinerschen Geisterwelt aber allen Wert hat. Der Seher sieht, was der Seher sieht, belegt es sich selbst und beweist es seinesgleichen dadurch in einem Zug. Für die Länge des Zitats bitte ich um Entschuldigung. Wer es nicht erträgt, hat mein volles Verständnis und darf gerne weiterblättern.

"Allein, es kommt das Folgende in Betracht: Die Arbeit des Geistesforschers an der eigenen Seele, die ihm die Fähigkeit des geistigen Schauens gibt, gehzt dahin eben diese Fähigkeiten zu erwerben. Ob er dann im einzelnen Falle etwas in der geistigen Welt wahrnimmt und was er wahrnimmt, das hängt nicht von ihm ab. Das fließt ihm zu als eine Gabe aus der geistigen Welt. Er kann sie nicht erzwingen, er muß warten, bis sie ihm wird. Seine Absicht, die Wahrnehmung herbeizuführen, kann nie zu den Ursachen des Eintreffens dieser Wahrnehmung gehören. Gerade diese Absicht aber fordert die naturwissnschaftliche Vorstellungsart für das Experiment. Die geistige Welt läßt sich aber nicht befehlen. Sollte der Versuch zustande kommen, so müßte er von der geistigen Welt aus angestellt werden. In dieser müßte ein Wesen die Absicht haben, die Gedanken eines oder mehrerer Menscheneinem oder mehreren Sehern zu offenbaren. Diese Seher müßten dann durch "geistigen Antrieb" zur Beobachtung zusammengeführt werden. Dann würden ihre Angaben ganz gewiß miteinander stimmen."

Steiner traut seinem eigenen Gerede nicht. Das ständige inhaltslose Herumgepurzele in der Geisterwelt überschlägt sich derart, daß Steiner zum Schluß nichts bleibt als das autoritäre Dekret. Der nächste Satz lautet:

"So paradox dies alles für das rein naturwissenschaftliche Denken erscheinen mag: es ist doch so."
(Die fünf letzgenannten Zitate aus Rudolf Steiner, Theosophie, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, 1962 S. 123ff. u. 158ff.)

(3) Aus: "Die Entwickelung mechanischer, eugenetischer und hygienischer okkulter Fähigkeiten in der Zukunft" in: Die soziale Grundforderung unserer Zeit, Gesamtausgabe Bd. 186, S. 71.

(4) Ebd.

(5) Aus "Die königliche Kunst in einer neuen Form" in: Die Tempellegende und die Goldene Legende, Gesamtausgabe Bd. 93, S. 286.

(6) Mit diesem Vorwurf konfrontiert, beriefen die niederländischen Anthroposophen 1996 eine Kommission ein, die ihn überprüfen sollte. Nach reiflicher Sichtung der Steinerschen Schriften zählte diese Kommission 62 diskriminierende Passagen, von denen sie sogar 12 als strafrechtlich relevant einstufte. Darunter finden sich solche Perlen wie die Behauptungen, daß "Neger" aufgrund ihres besonderen Stoffwechsels ein "starkes Triebleben hätten" (Gesamtausgabe Bd. 349, Vortrag vom 3.3.1923, S. 52-67), daß Indianer transformierte "Neger" seien, die aufgrund ihrer Unfähigkeit, wirkliche "Neger" zu sein, zum Untergang verdammt seien (ebd.) und ähnliches mehr. Es braucht wohl nicht betont zu werden, daß die "Untersuchungskommission" Steiners allgemeinen Irrationalismus mit keinem Wort erwähnt oder gar kritisiert. Sie konzentriert sich ganz auf die heikelsten Passagen, um das Gebirge aus Unsinn, das sie krönen, unangetastet zu lassen. Und selbst die von der Kommission gefundenen eindeutigen Belege rechtfertigen ihrer Ansicht nach nicht die Behauptung, Steiner sei ein Rassist gewesen (Vgl. Anthroposophy and the Race Issue, Summary of the interim report: »ANTHROPOSOPHY AND THE RACE ISSUE«, englischsprachige Zusammenfassung des Berichts "Antroposofie en het vraagstuk van de rassen", Anthroposophische Gesellschaft der Niederlande, 1998). Unweigerlich fühlt man sich an eine ähnliche Kommission erinnert, die im Auftrag des Papstes die Kollaboration der Katholiken mit dem Nationalsozialismus untersuchen sollte. Nach jahrelangen Beratungen wuschen sie ihre Hände in Unschuld, und bezeichneten den Nationalsozialismus als eine "neuheidnische Bewegung", die dem katholischen Christentum immer wesensfremd gewesen sei. Der tiefverwurzelte christliche Antisemitismisus wird mit milden Formulierungen erwähnt und väterlich getadelt, nur um ihm im gleichen Atemzug vom völkischen Antisemitismus ebenso radikal wie künstlich unterschieden zu werden. Zu der Protektion, die den abgehalfterten Nazischergen nach dem Krieg durch den Vatikan zuteil wurde, zum stabilen Bündnis mit den Mördern, zu den finanziellen Verquickungen des Vatikans mit den Nazis und ihren Alliierten, zu den Greueln der katholischen Kroaten während des zweiten Weltkriegs, zu all dem kein Wort (vgl. "Wir erinnern: eine Reflexion über die Shoah. Dokument der "Päpstlichen Kommssion für die religiösen Beziehungen zu den Juden", 1998). Strukturell ähnlich das reine Gewissen der Anthroposophen. Selbstverständlich haben auch sie nichts dazu zu sagen, daß der sogenannte Führerstellvertreter Rudolf Heß einer der glühendsten Anhänger der Anthroposophie war, und daß der führende Nazipädagoge Alfred Bäumler sie protegierte, indem auf seine Veranlassung 1938 fünfzig von Steiners Schriften, die 1935 verboten worden waren, wieder zugelassen wurden (taz vom 11.3.95). Selbst 1939 noch blieb der Fortbestand der Waldorfschulen in Dresden, Hamburg und Hannover genehmigt, zu einer Zeit, in der alles, was mit dem Nationalsozialismus nicht halbwegs kompatibel war, schon längst nichts mehr zu melden hatte (ebd.)

(7) Von 1899 - 1904 war Steiner Lehrer an der "Berliner Arbeiterbildungsschule" Wilhelm Liebknechts.

Der ganze Abschnitt aus: "Instant Nirwana", Aufbau 1999, S. 53 - 58, Endnoten S. 99 - 104

Weiteres zur Anthroposophie:

 http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/low_hansson.html

 http://www.akdh.ch/ps/ps_38Dossiers.html#anthro

Grüße,

M. Hammerschmitt

 http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/high.html

Homepage: http://www.cityinfonetz.de/homepages/hammerschmitt/low_linkskurve.html

Aus: http://whttp://ww.de.indymedia.org/2001/10/9360.shtml

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Esoterik an Staatsschulen

von hochris - 22.12.2002

Die Waldorfschulen versuchen ihre Abgeschiedenheit zu überwinden

Esoterik an Staatsschulen
Die Waldorfschulen versuchen ihre Abgeschiedenheit zu überwinden
Die fundierten und umfassend belegten Vorwürfe nicht nur der letzten Jahre, Rudolf Steiner, der Gründer der Waldorfpädagogik sei ein Rassist und Antisemit gewesen, sind an dem positiven Vorurteil, von dem die Steiner- Schulen leben, nahezu spurlos vorübergegangen. Die Waldorfpädagogik wird von der Erziehungswissenschaft noch immer nicht ernst genommen. Das ist insofern berechtigt, als dass Steiner tatsächlich keine wissenschaftlich fundierte Pädagogik vorgelegt hat, sondern nur einen Eklektizismus aus schon zu seiner Zeit veralteten Lehren, die er angeblich mittels übersinnlicher Kräfte in der geistigen Welt erkennen konnte. Gefährlich ist das Desinteresse allerdings, wenn man bedenkt, dass immer mehr Waldorfeinrichtungen sich etablieren, ohne dass Aufklärung über deren okkulte und spirituelle Grundlagen stattfindet.
Inzwischen versuchen Waldorfpädagogen auch, ihre Ideologie an Staatsschulen unterzubringen. Um dieses Ziel zu erreichen hat sich eine „Freie Initiative- Waldorfpädagogik an staatlichen Schulen“ gegründet. Der Begriff „frei“ wird bei den Anthroposophen (Anthroposophie ist das esoterische Gedankenkonstrukt Steiners) inflationär verwendet. Gemeint ist: Alles wird so gemacht, wie der selbsternannte „Menschheitsführer“ Steiner es in seinen Visionen gesehen hat. Die Initiative, die von einem Dozenten der Uni Paderborn und einem der Uni Bremen gegründet wurde, hat schon zwei Tagungen durchgeführt, um das Vorgehen inhaltlich und organisatorisch zu planen. Für 2003 sind weitere Treffen bereits in Vorbereitung, wie der Homepage der Initiative (  http://hrz.upb.de/waldorfpaedagogik) zu entnehmen ist. In Bremen startete ein Modellprojekt, das Waldorfelemente in drei Grundschulen transportierte. Das heißt, anthroposophische Ideen wie Karma, Reinkarnation, die Existenz geistiger Wesen (Steiner glaubte, Kobolde und Trolle leiblich sehen zu können) etc. werden jetzt auch an Schulen (subtil) vermittelt, die komplett vom Staat finanziert werden, nicht nur zu großen Teilen, wie es an den Waldorfschulen der Fall ist.
Die Anthroposophen planen sicher keine Erweiterung der Staatsschulpädagogik, sondern deren Verdrängung. Denn schon Steiner sagte: „Unser Zeitalter wünscht, unbewusst natürlich, die Kinder so zu erziehen, daß Ahriman (Ahriman und Luzifer sind die Teufel in der anthroposophischen „Geheimwissenschaft“, d.A.) möglichst stark in der Menschenseele kultiviert werden kann. Und wenn wir heute die gangbaren Erziehungsmethoden durchnehmen, so sagen wir uns als Okkultisten: Diese Leute, die diese Erziehungsmethoden vertreten, sind nur Stümper“ (Vortrag vom 14.3.1913 in: Themen aus dem Gesamtwerk Bd. 12, S. 134).

Aus: http://www.indymedia.de/2002/12/37536.shtml

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