|
Wichtige
Rubriken und Beiträge
+++Neu+++
Newsletter
bestellen
zur
Homepage
Der
Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk
Kampf
den ideologischen Diversanten
Für
den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands
Gegen
den
imperialistischen Krieg
Black
Channel
Betrieb&Gewerkschaft
Bildung, Kultur & Wissen
Wider
den Block der
Rechten und Trotzkisten
zur
Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung
Wissenschaftlicher
Sozialismus
Aus
den Ländern
Links
Impressum
Archiv
Intern
Proletarischer
Internationalismus
| |
zurück
|
„Erreicht
den Hof mit Müh und Not und siehe da, der Gaul war tot.“
(Eberhard
Cohrs, frei
nach „Der Erlkönig“ von Johann W. v. Goethe)
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 17. September 2010 – Der
Gaul ist schon länger tot. Langsam fängt er an zu riechen, nur scheint
es niemand zu bemerken, wie bei dem Mann in Forchheim, der ein Jahr tot
in seiner Wohnung lag. Dort wie in der Politik stank es zum Himmel, aber
keiner störte sich daran.
Ich
möchte diesmal nicht Plasberg kommentieren, der die x-te Auflage der
Sarrazin-Rechtfertigung nachschob. Denn dort wurde nur festgestellt, es
war heiße Luft, die die Politik bis jetzt erzeugte. Aber das trifft es
auch nicht genau, im Grunde war die Luft nur lauwarm. Jeder Asylant ist
gut beraten, seine Integration persönlich voranzutreiben; von der
Politik hat er nichts zu erwarten und von diesem schwarz-gelben Haufen
gleich gar nichts. Da weiß offenbar noch nicht einmal der Daumen
derselben Hand, was der Zeigefinger macht, von der anderen Hand mag ich
da schon gar nicht reden.
Unsere
hübsche Bundesmutti (11.00 Uhr Plenarsaal, die Frisur hält) hat sich
was einfallen lassen, um das negativ belegte HARTZ IV umzubenennen. Dass
erst einmal die verfassungswidrigen Regelsätze auf die Reihe gebracht
werden sollten, ist dabei nebensächlich. Die sind bisher nicht
verhungert, werden sie den Rest auch noch durchstehen. Frau von der
Leyen schwebt die Bezeichnung „Basisgeld“ vor. Ist etwas schwammig.
Vor allem wird das Engagement unserer Arbeits- und Sozialministerin gar
nicht gewürdigt. Deshalb schlage ich die Bezeichnung „St.
Ursula-Cent“
vor. Dieser Name wird wohl auch der Höhe des Betrags etwas gerechter.
Brüderle,
das Kasperle der FDP und derzeit als Wirtschaftsminister eingestellt,
hat seinen größten Coup gelandet in seiner bisherigen Amtszeit. Bei
dem Atomdeal musste sein Amtskollege passen, er war gar nicht eingeladen
worden. Nun kann ich mir vorstellen, dass sich Röttgen nie getraut hätte,
gegen die Intentionen seiner Kanzlerin und Parteichefin zu handeln. Aber
unser Bundesengelchen wollte wohl auch den leisesten Anflug von Störfeuer
aus dem Umweltministerium ausschalten. Also durfte Röttgen noch nicht
einmal so tun, als wollte er die Umwelt schützen. Er hat sich auch noch
nicht dazu geäußert, ob ihm das recht war, aber ich denke mal, so kann
er immer wieder behaupten, von nichts gewusst zu haben, wenn irgendetwas
aus dem Ruder läuft. Da ist einem die eigene Haut
dann auch näher als der Hosenanzug der Kanzlerin.
Natürlich
dürfen wir auch nicht unsere Streiter für Recht und sozialen
Fortschritt vergessen, die SPD. Innerhalb von 10 Jahren hat sie eine
wahre Rosskur durchgemacht. Offenbar wurde dadurch auch das Gedächtnis
etwas beeinträchtigt, denn die SPD-Oberen wissen offensichtlich nicht,
von wem eigentlich die Beschlüsse stammen, gegen die sie jetzt lauthals
wettern. Ebenso natürlich stößt Gabriel die Mövenpick-Spende auf.
Die hätte sich ja schließlich in der eigenen Parteikasse auch ganz
stattlich gemacht. So ist die FDP der Nutznießer und die SPD ging
wieder mal leer aus.
Es
ist selbstverständlich frustrierend, wenn man nur da ist, um die
Kastanien aus dem Feuer zu holen. Aber das weiß doch die SPD seit
Ebert, Scheidemann und Noske. Darf ich mal den „Genossen“ Noske
zitieren? „Einer muss es machen“, sagte er, „ dann will ich der
Bluthund sein.“ Sprach´s und ließ auf Arbeiter schießen und Karl
Liebknecht und Rosa Luxemburg ermorden. Von diesem „Erbe“ hat sich
die SPD bis heute nicht distanziert. Und bis heute ist sie bestrebt,
alles zu tun, damit es dem Großkapital gut geht. Also Herr Gabriel,
kommen Sie runter von ihrem Podest, die Würmer bohren schon. Sie bohren
schon lange, nicht dass Sie fallen und größeren Schaden nehmen. Denn
das Fallen ist bei SPD-Größen in der letzten Zeit zur Mode geworden.
Arzt
am Krankenbett der Bourgeoisie zu sein, ist kein leichter Job. Der
Patient ist verwöhnt und launisch. Da setzt schon mal der Herzschlag
aus. Auch Atemstillstände können vorkommen. Aber dank der vereinten
Bemühungen der „Volksparteien“ (die FDP müsste man wohl
gerechterweise als „Völkchenparteilein“ bezeichnen) konnte sich der
schwer kranke Patient zumindest wieder im Bett aufsetzen und seine Suppe
schlürfen, die inzwischen wieder so gut schmeckt wie vorher.
Ach
ja, weil wir gerade bei der „Suppe“ sind: Die EU hat den
„Spekulanten Fesseln“ angelegt. Und so sehen die „Fesseln“ aus.
Leerverkäufe können „unter bestimmten Umständen“ verboten werden.
Zu Deutsch: Wenn das Verbot greift, ist der Deal schon lange über die Bühne
und neue Spekulationen können eingeleitet werden, wenn denn überhaupt
erst mal verboten wird. Bei Leerverkäufen muss außerdem schon „die
Beschaffung des Wertpapiers zumindest … vereinbart sein“. Das wird
die Leerverkäufe aber ausbremsen! Wenn ich Bänker wär, würde ich
jetzt schon heulen, …. vor Freude.
Der
Derivatehandel wird an bestimmte Institutionen gebunden, weil die
„Ausfälle auffangen“. Wenn aber die Ausfälle so groß sind, dass
auch diese Clearinghäuser in den Strudel gezogen werden? Und ein
Transaktionsregister soll für Transparenz sorgen. Die nächsten 6000
EU-Bürokraten wurden soeben eingestellt. Da hat unser Stoiberle dann
aber ganz schön zu tun, wird ihm gar nicht gefallen, so viel Arbeit;
und dann auch noch außerhalb Bayerns!
Es
zeigt sich, dass weder die nationalen Regierungen noch die EU auch nur
daran denken, die Finanzoligarchie in ihre Schranken zu weisen. Wie
sollten sie auch; sind sie doch diejenigen, die auf der Gehaltsliste
eben jener Oligarchie ganz oben stehen. Erst das gesellschaftliche
Eigentum an Produktionsmitteln wird die Grundlage dafür sein, dass
solchen Geschäften auf Kosten der Bevölkerung die Grundlage entzogen
wird und die Verantwortlichen, entsprechend ihrer Schuld, bestraft
werden.
Rot
Front
Werner
Die
Rührstory von der heiligen Jungfrau Ursula (gemeint ist nicht die
schwarz/gelbe Ministerin Ursula, schon allein deshalb, weil sie 7
Kinder hat und evangelisch ist):
Ursula
(…) wolle sich mit zehn erlesenen Jungfrauen, denen sie selbst als
elfte angehören wolle, vorbereiten: zu ihnen sollten sich je 999
weitere Jungfrauen gesellen, sie alle sollen geweiht und getauft,
(…); Schiffe sollten gebaut werden, weltliche und geistliche Beschützer,
darunter die Bischöfe Pantalus und Mauritius von Sizilien, sollten
die Jungfrauen auf einer Fahrt nach Rom begleiten. (…),
Als
der Wind gut stand brachen sie auf, gelangten aber in der Nordsee
durch einen schweren Sturm in die Rheinmündung und dann nach Köln,
wo Königin Sigillindis sie freundlich begrüßte. Ursula erfuhr im
Traum von einem Engel, dass sie nach ihrem Besuch in Rom
wieder nach Köln zurückkehren werde, um hier das Martyrium zu
erleiden. Alle fuhren zunächst auf dem Rhein weiter nach Basel, von
dort gingen sie zu Fuß nach Rom. Inzwischen erschien auch dem Ætherius
ein Engel, der ihm kundtat, er solle seiner Braut entgegen fahren.
Mit Mutter, Schwester und dem Bischof Marculus von Griechenland
gelangte er ebenfalls nach Rom. Ursula wurde vom Papst Siricius
empfangen, dieser schloss sich mit vielen Bischöfen der Rückreise
nach Köln an. Zwei christenfeindliche römische Herren, die die
Jungfrauen vergeblich für sich hatten gewinnen wollen, bewegten
hinterrücks die Hunnen, Ursula und ihre Gesellschaft in Köln zu überfallen
und zu töten. Das Blutbad unter den 11.000 Jungfrauen wurde bei der
Ankunft der Schiffe um das Jahr 451 aufs Grausamste verwirklicht.
Zuletzt blieb Ursula alleine übrig. Der Hunnenfürst begehrte sie für
sich und erschoss die sich standhaft Verweigernde mit seinem Pfeil.
Siehe: St. Ursula: Ökumenisches Heiligenlexikon siehe
zurück´
|
|
Du
häßlicher Vogel, wirst du einst
Mir
in die Hände fallen;
So
rupfe ich dir die Federn aus
Und
hacke dir ab die Krallen
Heinrich
Heine
|
Grundgesetz Art. 3, Abs. 1:
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ –
Manche sind gleicher
Von whs
Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 22. September 2010 –
Unglaublich
aber wahr: Die Bundesregierung schießt weitere 40 Milliarden Euro in
die schwer angeschlagene Hypo Real Estate und lässt gleichzeitig 25
Millionen Euro Bonitätszahlungen an die
1400 Mitarbeiter der Bank überweisen. Der Steuerzahler darf also
wieder mal für die Gelüste der Bänker aufkommen und tief in die
Tasche greifen. Wie tönte unser Bundesengelchen vor gar nicht so langer
Zeit? Die Banken würden an die Leine gelegt? Sie hatte aber hoffentlich
nicht vor, alle Banken an das Flüsschen Leine zu legen, dass würde
ihrem Parteifreund Althaus nur die Sicht versperren. Und das wollen wir
doch nicht.
Aber so ist das eben mit der Politik und der
Wirtschaft, lässt Du mir was zukommen, gibt’s von mir auch was für
Dich. Nun sind beide noch in der komfortablen Position, dass sie nicht
in die eigene Tasche greifen müssen. Nein, die Politiker bedienen sich
beim Bürger und die „Wirtschaft“ (sprich: die Bourgeoisie) presst
das aus ihren „Arbeitnehmern (sprich: den Proletariern). So kommen wir
Ausgequetschten in die äußerst angenehme Lage, für die Gelüste
beider Gieriger zahlen zu dürfen. Aber gemach, etwas bleibt auch für
uns übrig: eine Gesundheitsreform.
Darum ging es gestern bei Anne Will. Vorweg, die
FDP, allen voran unser Pharmareferent Philipp Rösler (auch als
Bundesminister für Gesundheit bezeichnet) und Dauerrechthabenwoller
Christian Lindner (Generalsekretär der FDP) haben sich gedrückt
(einige Andere auch noch), wohl weil sie Angst vor Schelte hatten. Herr
Spahn von der CDU (gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion) hatte
keine Angst, aber auch keine neuen Argumente, genauso wenige neue
Argumente hatte Herr Lauterbach (gleiche Funktion SPD), um die
Verfehlungen der rot-grünen Politik zu verteidigen. Die schwarz-roten
Verfehlungen brauchte er nicht verteidigen, die wurden kaum
angesprochen. Kamen sie doch zur Rede, wurden sie von beiden verteidigt.
Vehement wurde hin und her gestritten. Da warf man
sich gegenseitig dies und jenes an den Kopf. Natürlich wurden auch
Besitzstände verteidigt. Da war Herr Leienbach als Verbandspräsident
Privater Krankenversicherer natürlich in seinem Metier. Und flugs
schlug er seinen Widersachern die Argumente freier Marktwirtschaft um
die Ohren. Er sagte: „Es gibt bei uns eine hervorragende
Grundversorgung, aber oberhalb dieser Grundversorgung auch Sonderwünsche
und das muss in einer freien Gesellschaft erlaubt sein.“ Schauen wir
mal nach, Stimmt das?
Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht
im Artikel 3 Absatz 1 geschrieben: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz
gleich.“ Nun werden Grundfragen der Gesundheitspolitik vom
Sozialgesetzbuch bestimmt. Im Buch V ist die Frage der Beitragspflicht
geregelt. In den §§ 5 und 6 wird die Beitragspflicht und
Beitragsfreiheit näher erläutert. Und da sind eben nicht mehr alle
Menschen gleich. Manche sind gleicher und dürfen sich privat
versichern. Nun will uns Herr Leienbach weismachen, dass auch
Niedrigverdiener privat versichert sind. Das ist richtig, es gibt
Niedrigverdiener in der Privaten. Aber sie sind nicht für alle
Leistungen versichert, sondern in der Regel für eine oder zwei
Leistungen, die die Gesetzlichen nach der rot-grünen bzw. schwarz-roten
Reform nicht mehr anbieten dürfen, nämlich Brillen und Zahnersatz.
Ohne Zahnersatz ist halt schlecht essen, auch das
wenige, das HARTZ-IV-Empfänger essen dürfen (wenn es keine Tafeln gäbe).
Ohne Brille ist halt schlecht lesen, auch die Lügen und Halbwahrheiten
unserer Politiker, sofern sie gedruckt werden. Aber auch elektronische
Geräte muss Otto Normalverbraucher manchmal schon mit Brille bedienen,
um die Lügen wenigstens hören zu können. Die Leistungen kann ich aber
nur bekommen, wenn ich mich privat versichere oder aus eigener Tasche
bezahle. Kann ich mir Letzteres aber nicht leisten, eben weil ich „so
viel“ verdiene, muss ich mich privat versichern oder auf die Leistung
verzichten. Bin ich noch in der Produktion tätig (Leiharbeiter,
Ein-Euro-Jobber und andere „Viel“verdiener), kann ich mir das nicht
aussuchen (zumindest die Brille wird gebraucht). Und schon bin ich
privilegiert? Nein, sagt Herr Spahn, er ist sowieso der Meinung, wenn er
dem tumben Volk alles besser erklärt, dann wird alles gut. Hoffentlich
kann das Volk auch seine Erklärung lesen bzw. hören. Was uns die
Gesundbeter der kranken Regierung nicht sagten, ob wir ohne Zähne
bessere Chancen hätten als Model. Denn da gibt’s eine Agentur, die
sucht hässliche Models. Dazu müsste man aber erst einmal nach Großbritannien
kommen, denn die Agentur hat dort ihren Sitz.
Die jetzige Regierung setzt eine altbewährte
Politik erfolgreich fort: die Bedienung der Interessen der
Finanzoligarchie. Was dieser gut bekommt, bekommt auch dem Staate der
Bourgeoisie. Was ihr nicht bekommt, bekommt auch diesem Staat nicht. Das
ist auch kein Wunder, dieser Staat ist der Staat der Mächtigsten der Mächtigen.
Und er wird alles tun, um diese Macht weiter zu erhalten und zu stärken,
denn das ist seine Aufgabe und die Aufgabe seiner Bediensteten, der
Politiker.
Ändern kann das nur das Volk unter Führung der
Arbeiterklasse, die das private Eigentum an Produktionsmitteln in
Gemeineigentum zu überführen hat. Erst dann wird es möglich sein,
eine gerechtere Verteilung des gesellschaftlich erarbeiteten Reichtums
zu schaffen. Das kann aber nur geschehen, wenn die Arbeiterklasse sich
eine revolutionäre Partei schafft unter deren Leitung sie sich wieder
zur Klasse formiert.
Nieder mit dem Imperialismus! Für eine
proletarische Avantgardepartei!
Rot Front
Werner
zurück´
|
|
Herr
Rösler hat einen wesentlichen Beitrag zur Sanierung seiner Klientel
geleistet, die auf dem Gebiet der Gesundheit noch stärker die
Umverteilung der Gelder von unten nach oben durchzusetzen.
Endlich
geschafft:
die
Rösler-Sanierung ist durch!
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 24. September 2010 –
Hosianna, hosianna, es ist geschafft! So oder so ähnlich wird
sich unser aller Pharmareferent, Herr Philipp Rösler gefreut haben, als
sein „Sanierungskonzept“ des Gesundheitswesens nach langem Anlauf
und vielen Turbulenzen zumindest als zartes Pflänzlein nun endlich doch
im Bundestag durchgewunken werden kann. Damit dürfte Herr Rösler auch
einen wesentlichen Beitrag zur Sanierung seiner Klientel geleistet
haben, die schon lange darauf drängt, auch auf dem Gebiet der
Gesundheit, noch stärker als bisher die Umverteilung der Gelder von
unten nach oben durchzusetzen.
Noch
mal kurz zu den Eckpunkten der „Reform“:
Der
Beitrag der Unternehmen wird bei einem Anteil von 7,3% eingefroren. Der
steigt dann nicht mehr. Mit dem 1. Januar 2011 steigt der Beitrag für
gesetzlich Versicherte auf 8,2%. Das ergibt den Beitragssatz von 15,5% für
die gesetzlichen Krankenkassen. Was dann an zusätzlichen Beiträgen
kommt, berappen die Versicherten allein. 2011 soll es noch ohne Zusatz
abgehen. 2012 rechnen Experten mit 5€, 2014 mit 10€ bis 16€. 2020
könnten es dann, Rösler sei Dank, schon um die 80€ pro Monat sein,
die dem gesetzlich Versicherten generös aus der Tasche gezogen werden.
Soviel ist übrig geblieben vom „Mehr-Netto-vom-Brutto“-Getöse der
blau-gelben Faschingsvereinigung, die sich offiziell FDP nennt.
Herr
Rösler ist sich dann aber auch nicht zu fein, seine Entscheidung (es
ist seine Entscheidung, denn es ist sein Plan) zu begründen: „Das,
was früher immer galt, dass mehr Gesundheit zu weniger Beschäftigung führen
kann, gibt es nicht mehr.“ Man beachte; der Große Schwätzer spricht
vom Konjunktiv, nicht vom Indikativ. Er weiß also gar nicht, ob es so
ist, sondern vermutet nur. Diese Vermutung verkauft er aber als Große
Wahrheit letzter Instanz.
Dass
sein Plan der Umgestaltung aber Bestand haben wird, weiß Herr Rösler:
„Es gibt im Gesundheitswesen keinen Reset-Knopf.“ Zu Deutsch heißt
das: „Meine Umverteilung von Reichtum von unten nach oben wird niemand
mehr rückgängig machen, das weiß ich.“ Und da hat der Mann verdammt
recht. Wir bezahlen ja auch heute noch die Sektsteuer für des Kaisers
Marine. Nun weiß ich, dass dies für die meisten Menschen irrelevant
ist, aber es gibt ja noch mehr solcher Ungereimtheiten in dieser
Bananenrepublik, die sich Bundesrepublik Deutschland nennt.
Der
Herr Röser war heute Spitzenthema in meiner Tageszeitung, aber nicht
alleiniges. Der Herr Huber, seines Zeichens Innenminister von Thüringen
hat ein Herz für die Kommunen. Fast die Hälfte aller Kommunen Thüringens,
könnten durch den Sparkurs der Landesregierung in Finanznot geraten.
Und was rät der Innenminister seinen Kollegen in den Städten und
Gemeinden? Er rät zu Steuererhöhungen und zu Erhöhungen von Gebühren.
Schön nach dem Motto: „Was der Rösler kann, können wir schon
lange!“
Nun
haben die Menschen in diesem Staate in den letzten Jahren etliche Null-
und Minusrunden in der Einkommensentwicklung hinnehmen müssen. Die Gebühren,
die Preise von Verkehr, Energie, Wasser und anderem sind aber gestiegen.
Die Gesundheit wurde teurer. Lebensmittelpreise gingen, zwar moderat,
aber trotzdem, in die Höhe. Die Menschen können das verdiente Geld nur
einmal ausgeben. Zu den Billiganbietern sollen sie es aber auch nicht
tragen. Vielleicht könnte uns ein Politiker mal vorrechnen, wie das
gehen soll. (Auf die Hilfe von RTL II zum Kochen von lecker Menüs für
HARTZ IV kann ich aber verzichten.) Herr Rösler hätte dazu einen
Vorschlag, er zieht sich mit
45 aus der Politik zurück. Da kriegt er dann genug Rente, dass er davon
leben kann. Sollte er trotz aufopferungsvoller Arbeit im Auftrag der
Volksgesundheit noch so gesund sein, dass er noch ein wenig nebenbei
arbeiten kann, wäre er sicher nicht abgeneigt einen 400-tausend-€-Job
zu erledigen (könnte z.B. bei einem Pharmakonzern sein).
Damit
sind wir mit den Bonmots aber immer noch nicht am Ende. Ein weiterer
Artikel: „Aufpassen bei Zuverdienst im Alter“. In der Unrechts-DDR hätte
jeder den Kopf geschüttelt, über diese Schlagzeile. Was aber ist der
Sinn dieses Beitrags?
Achim
Backendorf vom Sozialverband VdK sagt, dass immer mehr Senioren mit
ihren gesetzlichen Bezügen nicht mehr auskommen
und nebenbei arbeiten müssen. Sind sie 65 Jahre alt, ist alles
ok (bezüglich der Höhe des Einkommens, ansonsten alles andere als ok).
Wer darunter ist und die Rente quasi als Almosen bekommt, muss dafür
dankbar sein, indem er sich selbst bescheidet in der Armut, in die ihn
der Staat stieß. Wer über 400 € dazu verdient, setzt sich der Gefahr
aus, empfindliche Kürzungen der Rente hinnehmen zu müssen. Sozialstaat
BRD eben.
Wer
von den Senioren aber denkt, mit der Beachtung der 400-€-Grenze alles
richtig gemacht zu haben, hat wieder mal einen typischen Fall von
Denkste. Denn dann kommt der Fiskus und schlägt zu. Der Staat muss sich
also auch noch zusätzlich an der Armut der Armen bereichern. Es ist
schon eine Schande, dass ein Mensch, der sein Leben lang arbeitete, sich
nicht mit seiner Rente über Wasser halten kann. Verdient er sich noch
was dazu, um sich selbst zu versorgen, zockt ihn der Staat ab. Da können
wieder ein paar Euronen nach oben transferiert werden.
Noch
ein Wort zur DDR. Es ist richtig, dass die Rentner in der DDR keine
allzu hohe Rente bekamen, aber sie konnten davon leben. Sie mussten zu
keiner Tafel und betteln, ja sie haben noch nicht mal arbeiten müssen.
Viele taten es trotzdem, weil es die Gesellschaft honorierte. Wer Rente
bekam, konnte verdienen so viel er wollte. Er zahlte keine Steuern und
keine Abgaben.
Wer
nun glaubte, jetzt hält er aber endlich die Gusche, hat sich getäuscht.
Einen hab ich noch. Die Politiker legen die Finanzwirtschaft an die
Leine, zumindest schreien sie deswegen ziemlich laut herum. Wer dachte,
na endlich geschieht was, musste feststellen, das Ganze ist eine
Lachnummer sondergleichen.
„Die
EU installiert von 2011 an eine Finanzmarktpolizei
mit einer beispiellosen Machtfülle.“ Soweit der Text im Artikel.
Worum geht´s? Es werden drei neue Behörden installiert, die zunächst
einmal dem Steuerzahler eine Menge Kohle kosten werden. In
Frankfurt/Main geht die „Versicherungsaufsicht“, in London die
„Bankenaufsicht“ und in Paris die „Börsenaufsicht“ an den
Start. Welche „beispiellose Machtfülle“ bekommen nun die drei
Aufsichtsbehörden? Sie sollen kontrollieren und in „Krisensituationen
und Streitfällen“ Anweisungen
auch an nationale Banken geben können. M.E. geht das Ganze aus wie das
Hornberger Schießen. Wenn es zu Streitfällen kommt, können sich die
Gerichte über eine neue Schwemme an Klagen freuen. Und wer fällt dabei
hinten runter? Richtig! Die EU-Aufsichten. Aber macht nichts, kostet ja
bloß unser Geld.
Eine
Lachnummer der besonderen Art hat sich unsere Exekutive einfallen
lassen, sie hat ja im Moment auch nichts anderes zu tun. Die
Bankprodukte erhalten „Beipackzettel“. Auf diesen Informationsblättchen
sollen „Risiken, Erträge und Kosten kurz und verständlich“
beschrieben werden. Wenn das so wird wie bei den Arzneimitteln, ist der
Erfolg vorprogrammiert. Dann werden noch ein paar Bäume umsonst
geopfert, um Papier mit nutzlosen Informationen zu bedrucken, die keiner
versteht und demzufolge erst gar nicht liest. Aktionismus macht sich
aber schon immer gut, da kann man schreien: „Schaut her, was wir alles
machen.“ Dem Zuschauer bleibt nur zu resümieren: „Außer Spesen
nichts gewesen.“
Rot
Front
Werne4 zurück
|
|
Bischof
Overbeck (Essen) droht:
„Die
Mitarbeiter, (der katholischen Kirche) haben sich an die entsprechende
Ordnung der katholischen Kirche zu halten, wenn nicht, hat das
Konsequenzen.“
Und
wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo gleich gar nichts her
…
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 25. September 2010 – Das
ist natürlich maßlos übertrieben, denn irgendwas kommt, und sei es
ein dummer Spruch aus Richtung Regierung und (oder) Parteien. So konnte,
wer wollte, den Röslerschen Auftritt bei Illner verfolgen, wo er sich
als Superman und Batman outete, der „das System retten musste“. Er
hat es gestern oft retten müssen, denn Schuld hat natürlich die rot-grüne
Vorgängerregierung, denn die „hätte es ja richten können, hat sie
aber nicht. Und deshalb … musste ich das System retten.“ Dass die
„Systemrettung“ auch anders gegangen wäre, wurde ihm zwar einige
Male vorgestellt, schien Herrn Rösler aber nicht sonderlich zu
interessieren. Nun wollen wir den Mann nicht überbewerten, er hat das
getan, was er im Auftrag der Pharma- und Medizinlobby
und im Auftrag der Unternehmerverbände tun musste. Insgesamt
kann man zu dieser Sendung, frei nach Rainer Maria Remarque, sagen:
„Bei Illner nichts Neues“.
Die
eigentlichen Hypes
(schönes neudeutsches [Neusprech] Wort) fanden gestern dort statt, wo
man sie eigentlich gar nicht vermutet, im ZDF heute Journal. Zunächst
einmal wurde die Schuldenuhr des Steuerzahlerbundes vorgestellt, die
inzwischen bei 1,7 Bio. € steht. Jede Sekunde kommen über 3000 €
dazu. In der Zwischenzeit ist jeder Deutsche (vom gerade erst Geborenen
bis zum gerade in die Grube Fahrenden) mit der erklecklichen Summe von
knapp 30.000 € SCHULDEN ausgestattet. Da kommt Freude auf! Genossen
und Freunde, könnt Ihr Euch vorstellen, welche Freude erst nachfolgende
Generationen damit haben werden?
Die
Schuldenuhr war aber nur der Einstieg in eine Problematik, die einem bei
genauem Hinsehen das Gehirn gefrieren lässt. Der Vorschlag von Herrn
Huber in Richtung Thüringer Kommunen hat offenbar außerhalb Thüringens
schon Anwender gefunden. In ihrer Not, nicht mehr zu wissen, wie sie die
Leistungen für die Bürger finanzieren sollen, verfallen die Städte
auf die abstrusesten (aber manchmal auch naheliegensten) Ideen. So
verlangt Essen eine „Bräunungssteuer“. Für jede aufgestellte
Sonnenbank ist zu löhnen. Köln berechnet eine Sexsteuer.
Genaueres konnte ich hierzu nicht eruieren. Hamburg hat die besten
Ideen, wer die Polizei ruft, zahlt erst mal, damit die auch kommt. Die
„Blaulichtsteuer“ ist das bisherige Highlight , ließe sich aber
ausdehnen auf „Feuerwehrsteuer“ und „Notarztsteuer“.
Der
Finanzsenator Carsten Frigge von der Freien und Hansestadt Hamburg
bringt es auf den Punkt: „Von den Bürgern eingesammeltes Geld geben
wir wieder aus. … Wir
sollten uns überlegen, welche Leistungen der Staat überhaupt noch
finanziert. … Wir müssen sehr genau fragen, ob wir Geld für solche
Dinge ausgeben.“ Genau, Herr Frigge, sammeln Sie das Geld vom Bürger
ein und verteilen Sie es doch bitte unter notleidenden Politikern und
Lobbyisten. Die können viel besser mit dem Geld umgehen.
Herr
Ude (Oberbürgermeister von München und stellvertretender Vorsitzender
des Deutschen Städtetages) bezeichnet diese Steuern als „Griffe nach
dem Strohhalm in größter Finanznot“. Nun fragt sich, wer hat denn
die Städte und Gemeinden in diese Finanznot gebracht? War es der Bürger
durch Schwarzfahrerei und nicht bezahlten Eintritt im Freibad? Oder war
es der Staat, der die Finanzgrundlage durch Gesetze und Verordnungen
zuungunsten der Kommunen zerstörte? Wie heißt es im Märchen?
„Dreimal darfst Du raten.“
Eine
zweite Meldung wollte ich zunächst unter Ulk verbuchen, bis ich merkte,
die meinen das tatsächlich ernst. Hintergrund: Herr Schüth, Organist
an einer Essener katholischen Kirche wurde gekündigt. Er lebte von
seiner Ehefrau getrennt und hat mittlerweile mit seiner neuen Lebensgefährtin
ein Kind. Daraufhin wurde er von der katholischen Kirche gekündigt.
Die
katholische Kirche ließ sich herab mitzuteilen, dass sich
„Mitarbeiter an moralische Anforderungen anzupassen“ haben. Nun
schon klar. Was hat das mit dem unehelichen Kind eines Organisten zu
tun? Herr Overbeck, Bischof von Essen schob nach: „Die Mitarbeiter, ob
Organist oder Erzieherin in der Tagesstätte haben sich an die
entsprechende Ordnung der katholischen Kirche zu halten, wenn nicht, hat
das Konsequenzen.“
Klare
Worte sollte man meinen, denen im Falle von Herrn Schüth konkrete Taten
folgten. Da fiel mir was ein. War da nicht mal irgendwas mit der
katholischen Kirche und ihren Priestern? Ach ja, da ging es doch mal um
Kindesmissbrauch. Und nun
fragte ich mich noch, ob das mit der „entsprechenden Ordnung der
katholischen Kirche“ zu vereinbaren sei. Nach langem Hin und Her rang
ich mich durch, einen logischen Schluss zu ziehen. Erste Prämisse: man
muss sich als Mitglied und Angestellter der katholische Kirche an die
Ordnung halten. Zweite Prämisse: tut man erstens nicht, hat das
Konsequenzen. Logischer Schluss: die Priester taten kein Unrecht, denn:
ihr Verhalten hatte keine Konsequenzen.
Die
katholische Kirche hat sich damit als das geoutet, was sie ist, ein ökonomischer
Verein, der seine Macht benutzt, um sie noch zu vergrößern, ein
verlogener Haufen, dem man das gerade gesprochene Wort nicht glauben
kann. Damit macht sie sich aber hoffähig als Machterhalter der
Bourgeoisie. Deshalb wird auch nicht am Konkordat gekratzt werden. Was
der Kirche dient, dient auch der Finanzoligarchie.
Sie
wird zusammen mit der Bourgeoisie untergehen. Es wird etwas länger
dauern, bis sie endgültig aus den Köpfen der Menschen verbannt sein
wird, aber es wird geschehen. Spätestens wenn die Maxime: „Wer den
Popen will, soll den Popen bezahlen“ durchgesetzt ist, werden sich die
Menschen überlegen, ob sie für Lügen auch noch bezahlen.
Rot
Front
Werner
Die im Volksmund Sexsteuer genannte spezielle Vergnügungssteuer
wird seit dem Jahr 2004 in Köln erhoben. Hierbei ist pro
Prostituierte ein monatlicher Obulus von 150,-- Euro an die Stadt zu
entrichten.
Die
Steuer wird für "die gezielte Einräumung der
Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen in Bars, Sauna-, FKK- und
Swingerclubs oder Kraftfahrzeugen" erhoben. siehe
|
zurück |