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Wissen unsere Politiker,  was sie tun? – 

Ja, sie wissen es!

Von whs

Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 24. November 2009 – Es war wieder einmal Showtime bei Frau Illner. Anwesend waren Herr Schäuble, Herr Steinmeier, Frau Koch-Mehrin und Herr Huber von der IGM. Ja was soll ich über die 4 schreiben? Es wurden wieder die alten Hüte ausgepackt und die gleichen Kaninchen hervorgezaubert. Wir erleben also Kontinuität. Wo die endet, werden wir auch erleben, aber das dauert noch ein Weilchen.

So habe ich mich denn entschlossen dazu nichts zu sagen, schaute mir aber die Sendung bis zum bitteren Ende an. Und bitter sollte es noch werden, sehr bitter. Frau Illner hatte eine Frau aus Baden-Württemberg eingeladen, die lange Zeit HARTZ IV bezog. Frau Kienzle betonte noch einmal, dass die Erhöhung des Kindegeldes sofort zur Kürzung der HARTZ-IV-Leistung führt. Aber das ist nicht der eigentliche Aufreger. Es ist auch nicht die Tatsache, dass Frau Kienzle des Öfteren bitterlich weinte, weil sie nicht wußte, wie sie ihrem Sohn helfen sollte, der ob des HARTZ-IV-Empfangs seiner Mutter in der Schule gemobbt wurde. Der eigentliche Skandal war folgender. Frau Kienzle wurde vom Arbeitsamt ein Nachtjob angeboten, gegen den sie Widerspruch einlegte, weil sie alleinerziehend war. Daraufhin sagte die Sachbearbeiterin zu ihr (ich zitiere Frau Kienzle wörtlich): „Wollen Sie das Land Baden-Württemberg dafür verantwortlich machen, dass Sie Mutter sind? Gab es zu Ihrer Zeit keine Pille?“

Das ist eigentlich schon Skandal genug. Aber von all den hochrangigen Vertretern des Volkes, die in dieser illustren Runde versammelt waren, wollte nicht ein einziger wissen, wer das zu Frau Kienzle gesagt hatte. Offensichtlich hat die Mitarbeiterin der Arge staatstragend gehandelt. Genossen und Freunde, bitte versteht mich richtig. Ich bin nicht der Meinung, dass alle Mitarbeiter der Arge so handeln, im Gegenteil. Aber solche Leute gehören nicht in das Arbeitsamt. Die sollen auf die Baustelle, Sand schippen.

Den zweiten Skandal trat eine Studentin los. Frau Klüh wurde nach dem Studentenprotest befragt. Sie machte deutlich, dass nach dem Bildungsgipfelchen unseres Bundesengelchens gar nichts passiert ist. Das Bildungssystem ist immer noch „extrem sozial selektiv“. Die Studiengebühren sind unsozial. Studenten müssen sich während des Studiums versorgen und beginnen ihr Berufsleben (so sie einen Arbeitsplatz bekommen) mit Schulden. In den Unis ist nach wie vor kein Platz, und Studenten finden keine Betreuung.

Der Bildungsgipfel soll bis 2015 25 Mrd. € zusätzlich für Bildung bereitstellen. Da der Bund wenig Geld gibt und die Länder wenig Geld haben, sind sie äußerst kreativ. So werden in die Bildungsausgaben eingerechnet:

das Kindergeld für Volljährige,

Ausbildungsfreibeträge bei der Steuer,

Umsatzsteuer für Bücher

und die Pensionen für Lehrer.

Auf diese Art und Weise hat man schon mal 9 Mrd. € im Säckel, ohne einen müden Cent mehr auszugeben. Schöne Bildungspolitik. Diese Kreativität wird auch weiterhin gefragt sein, denn durch die Steuersenkungspolitik des Bundes werden die Länder noch weniger Geld zur Verfügung haben, um den Bildungsgipfel umzusetzen. Der Bund gibt in 4 Jahren 12 Mrd. € hinzu. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber Schäuble tut sich groß, dass von diesen 12 Mrd. € des Bundes Stipendien gezahlt werden, die dann immerhin 10% der Studenten erhalten werden. Nun ja, ein Anfang wär´s. Die Frage ist, ob es auch dabei bleibt.

„Die Botschaft hör´t ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube.“ Goethe Faust Der Tragödie Erster Teil

Rot Front

Werner

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