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Den
Acker bestellen
Von
Anna Heinzberger/05. August 2007
Zuweilen
ist es recht vergnüglich den hektischen Aktivitäten kapitalistischer
Staatsorgane zuzusehen. Gleich mehrere Staatsanwaltschaften und die
Bundesanwaltschaft ermitteln gegen Journalisten, die zu Beginn des Jahres
über den Fall Murat Kurnaz berichteten. Dabei zitierten sie auch aus
vertraulichen Akten des BND-Unterschungsausschusses.
Wir
erinnern uns, Murat Kurnaz ist der Mensch aus Bremen, der mit Wissen und
Beihilfe von BRD-Staatsorganen und Regierungsmitgliedern vom
verbrecherischen US Geheimdienst verschleppt, über fünf Jahre im KZ
Guantanamo des US-Terrorregimes festgehalten und gefoltert wurde. Dort
wurde er auch von Beamten des BKA verhört.
Seinerzeit
erhielt die Staatsanwaltschaft Anzeigen, die u. a. auch den Namen
Steinmeier als Verdächtigen nannten. Die Staatsanwaltschaft sah und sieht
keinen Anlass zu ermitteln. Das ist schon ein Vorgang für sich. Die
Verbrechen sind bekannt, das Opfer ist bekannt, Tatorte sind bekannt, Verdächtige
sind bekannt.
Das
ist etwa so, als würde ein Bandit auf frischer Tat über dem Opfer
ertappt. Der Zeuge ruft die Polizei. Die stürmt herbei, verhaftet den
Zeugen, belobigt den Täter, beseitigt das Opfer, verwischt die Spuren am
Tatort. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Zeugen wegen
Geheimnisverrat. Die Anführerin der Bande stellt sich demonstrativ vor
den Täter. Die Berufsschwadronierer nennen das Ganze ein grandioses
Ablenkungsmanöver und stellen fest, der eigentliche Skandal sei, dass die
Bande ihnen massenhaft wesentliche Informationen vorenthalten habe.
Nicht
die Tat ist das Verbrechen, nein, die Aufdeckung der Tat ist das
Verbrechen.
Die
Vorgänge spiegeln direkt, wie verkommen und verfault die Diktatur der
Bourgeoisie inzwischen ist.
Das
ist der Boden, aus dem Revolutionen wachsen. Bestellen wir den Acker.
Anna Heinzberger
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