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Die
Ahnengalerie deutscher Kanzler (Auszug)?
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Adolf
Hitler,
(genannt auch Gröfaz)
Kanzler des Deutschen Reiches von 1933 bis 1945 |

Konrad
Adenauer
(„Was kümmert mich mein Geschwätz von
gestern?“
)
Kanzler der BRD
von 1949 bis 1963 |

Ludwig
Erhardt
(genannt auch „Vater der Sozialen Marktwirtschaft“)
Kanzler der BRD
von 1963 bis 1966
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Kurt
Georg Kiesinger
(bekam eine Ohrfeige wegen seiner glorreichen
Vergangenheit)
Kanzler der BRD
von 1966 bis 1969 |
Provinzposse
oder die höheren Einsichten der Stadtoberen von Germersheim –
Nazis
in die Ahnengalerie!
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 27. Dezember 2009 – In Germersheim,
einem schnuckeligen Städtchen in der Pfalz, 20.874 Einwohner,
davon 34% katholisch, 26% evangelisch, der Rest verschiedene, wie
Moslems, Heiden und Gottlose. Bei den letzten Kommunalwahlen entfielen
auf die CDU 16 Sitze, SPD 7 Sitze, die Grünen 3 Sitze im Stadtrat. Aber
auch die ganz Rechten sind vertreten. Die
REP's besetzen zwei Stadtratsmandate, die Linken Null Mandate.
Die Welt ist hier also noch in Ordnung.
Und
nun kam die regierende Rathauspartei auf die Idee der Ehrung derer, die
in der Vergangenheit die Geschicke des Städtchens gelenkt hatten. Im
Kaminzimmer des Stadthauses hingen sie die Bilder der Bürgermeister
dieser Stadt auf – lückenlos das letzte Jahrhundert. Also auch das
Bild des Nazi-Bürgermeisters Otto Angerer, Bürgermeister von 1936 bis
1945, seit 1931 Mitglied der NSDAP, Standartenführer der SA und seit
1934 Gauinspekteur und das in voller Nazi-Uniform.
Die
Sinti und Roma, die Jusos und andere protestierten heftig – wir
verstehen das wohl. Was wie eine Provinzposse erscheint, hat aber –
genauer betrachtet – einen tiefen Sinn. Die Sinti und Roma meinen, lt.
FAZ, der Nazi „Angerer in der Ahnengalerie sei so wie Hitler in einer
Reihe mit Adenauer und Kohl im Kanzleramt.“ Da haben sie recht.
Der
tiefere Sinn dieser scheinbaren Provinzposse ist aber: Genau das ist ja
eigentlich die Wahrheit. Gehören nicht die Kanzler der BRD genau in
diese Ahnengalerie mit Hitler? Also Adenauer und Nachfolger neben
Hitler.
Mit
der bedingungslosen Kapitulation des Nazireiches am 8. Mai 1945 war’s
nämlich nur vorläufig mit der braunen Herrschaft aus. Die Braunen
wechselten die Hemden und wurden meist schwarz oder gelb, manche auch
SPD-rot, also mutierten zu Demokraten.
Die
Braunen in der CDU sind hinlänglich bekannt. Unter Adenauer wurde
Glocke, der Blutjurist, der die Kommentare zu den Nürnberger
Rassegesetzen schrieb, Chef des Kanzleramtes. Ehemalige Mitglieder der
Nazipartei dürften die Mehrheit der CDU-Bundestagsabgeordnete gestellt
haben.
Die
FDP war ein wahrer Pfuhl von Altnazis. Selbst der damalige Jung-FDPler
und Vorsitzender dieser Partei in Aachen, Otto Graf Lambsdorff, mischte
da mit. Der zeigte sich offen mit dem Stellvertreter Heydrichs, trat für
die Amnestie aller Kriegsverbrecher ein und half sogar dem niederländischen
Nazi und Kriegsverbrecher, Antoine Touseul, der aus dem Knast in den
Niederlanden geflohen war, beim untertauchen. Die FDP gehörte der
ersten Adenauer-Regierung an.
Es
gab aber auch offen nationalistische Parteien, die im Bund und Ländern
mit regierten. So gab es die
ominöse Partei „Gesamtdeutscher Block, BHE“ (BHE steht für Bund
der Heimatvertriebenen und Entrechteten) Diese Partei stellte auch zwei
Bundesminister, Oberländer und Kraft. Oberländer wird aber 1960 wegen
seiner Nazivergangenheit zum Rücktritt gezwungen.
In
Hessen und Niedersachsen koalierte diese Rechtspartei mit der SPD.
Die
andere ist die Deutsche Partei. Auch sie ist offen rechtsextrem. Mit
Heinrich Hellwege stellt spie sogar einen Regierungschef in einem
Bundesland (Niedersachsen). Vorher war der Minister in der
Adenauer-Regierung gewesen. Ferner sind Heinrich von Merkatz
(Justiz/Vertriebene) und Hans-Christoph Seebohm (Verkehr) Bundesminister. Die Deutsche Partei und
der GB-BHE wurden später von der CDU geschluckt.
Aber
auch in die SPD tauchten Altnazis unter. Der prominenteste war der heute
noch bekannte Karl Schiller. Der trat schon 1933 in die SA ein und 1937
in die Nazipartei. Schiller wurde sogar Ortsgruppenführer der NSDAP.
Ein
Altnazi, CDU-Mitglied und Ribbentrop
und Goebbels-Mitarbeiter brachte es sogar bis zum Bundeskanzler: Kurt
Georg Kiesinger. Der trat bereits in Februar 1933 der NSDAP bei. Als
Rechtsanwalt in Berlin verdiente er seinen Lebensunterhalt. Als aber
dann der Krieg begann, zog er es vor, im Auswärtigen Amt unter Ribbentrop
und dessen Staatsekretär und SS-Brigadeführer Ernst
von Weizsäcker, zu arbeiten. Dort war ein in der Rundfunkabteilung tätig
und Verbindungsmann zur Auslandspropaganda im Goebbels-Ministerium.
Also;
Warum dann im Kanzleramt keine Ahnengalerie wie in Germersheim, wo man
den Nazikanzler Hitler mit einbezieht, vielleicht sogar in voller
Uniform und Hakenkreuzarmbinde?
Sicher,
das geht nicht, das wäre zu offenkundig. Aber die BRD ist ja – nach
eigenen Selbstverständnis – Nachfolgestaat des Deutschen Reiches,
also sind Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt bis zur Merkel Nachfolger
Hitlers.
Es
ist also nicht nur eine Provinzposse, was da in Germersheim geschieht.
Hier zeigt sich auch, dass es nach 1945 keinen wirklichen Bruch mit dem
Nazireich gab. Jedenfalls nicht im Westen.
Jeder
Nazi hatte nur jetzt einen oder mehrere Juden im Keller, denen er das
Leben rettete. Oder, da behauptet
doch der waschechte Ex-Bundespräsident von Weizsäcker in seinem Buch
allen Ernstes, sein Vater sei nur Staatssekretär und SS-Brigadeführer
gewesen, um schlimmere Verbrechen an den Juden zu verhindern. Was gibt
es Schlimmeres als Auschwitz?
So
ist das nun mal. Kaum ein Naziverbrecher wurde je von einem
bundesdeutschen Gericht belangt. Wie sollten sie auch? Waren doch die
Staatsanwälte und Richter, sogar die Polizei, voll von gewendeten
Nazis. Liest man die offiziellen Biografien ehemaliger bundesdeutscher
Spitzenpolitiker, so war keiner von ihnen wirklich Nazi gewesen, sondern
alle verkappte Widerständler. Und einer dieser Es-Nazis war ja sogar
Bundesjustizminister.
Diese
gewendeten Nazis in Justiz und Politik verboten 1951 die Freie Deutsche
Jugend im Westen gleich
zweimal und bunkerten ihren Vorsitzenden – unter Bruch dessen Immunität
als Landtagsabgeordneter – Jupp Angenfort ein. Er bekam wegen
Hochverrat fünf Jahre Zuchthaus.
1956
dann folgte das Verbot der KPD. Folglich fanden sich Kommunisten wieder
in den Knästen wieder, verhaftet von und im Auftrag jener, die sie
schon vor 1945 verfolgten. Auch eine Kontinuität.
Nein,
es gab keinen Bruch mit den Nazis im Westen, den gab es nur im Osten. In
den Waldheim-Prozessen zum Beispiel wurden die Nazis aus dem Osten zur
Rechenschaft gezogen. Aber, so meinten nach 1990 die in der Tradition
der Nazijustiz stehenden westdeutschen Juristen, die Waldheim-Prozesse
gegen Naziverbrecher seien Rechtsbeugung gewesen. Deshalb wurden einige
DDR Juristen vor Gericht gestellt und ins Gefängnis geschickt. Das ist
auch Traditionspflege der BRD.
Wenn
also im Bundeskanzleramt in der Ahnengalerie neben Adenauer nun Hitler
hinge, dann wäre das nur konsequent.
G.A.
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