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Internet-Statement
2011-43
Zu
aktuellen Problemen
Maria
Weiß
Quelle:
Verlag
Neue Einheit vom 14. /
29.10.2011
Auf
Kommunisten-online am 10. November 2011
–
Sendung
Maybrit Illner: „Wem gehören die Banken“? 14.10.11
Diese
Bewegung „Besetzt die Deutsche Bank“ sollte sich besser nennen
Bewegung „Rettet den Kapitalismus“, und vor allen Dingen den bürgerlichen
(oder revisionistischen) Staat.
Das
kam in der Sendung Maybrit Illner sehr schön zum Ausdruck, vor allen
Dingen bei dem Beitrag von Sahra Wagenknecht von der sog. Linkspartei,
welche überzeugend dargestellt hat, daß die Deutsche Bank ja
eigentlich längst „dem Steuerzahler“ gehört und daß diese Banken
unverantwortlich handeln und so handeln, daß sie eben immer mehr
Risiken eingehen und sich darauf verlassen, daß letztendlich der
Steuerzahler diese trägt und daß dieses ganze System dazu führt, daß
in absehbarer Zeit die Banken als auch der Steuerzahler pleite sind und
man es soweit doch nicht kommen lassen solle. Der Staat wird prinzipiell
außen vor gelassen, der dient nur als Instrument zur Rettung der
Banken, hat aber kein eigenes (es sei denn seinen Selbsterhalt als
parasitärer Koloß, der auf der Gesellschaft lastet) Interesse, aber
das kommt jedenfalls bei dieser Vertreterin nicht zum Ausdruck dabei,
welches das eben ist. Und da dieses ganze System sich immer weiter überhitzt,
stellt sie am Schluß die „überzeugende“ Frage: „Soweit wollen
wir es doch nicht kommen lassen, daß am Ende alle pleite sind.“ Wieso
eigentlich nicht? Dann ist eben der gesamte Kapitalismus pleite. Aber
das ist genau das, was diese Kräfte in Angst und Schrecken versetzt.
„Soweit
wollen wir es doch nicht kommen lassen?“ Aber sicher doch, soweit müssen
wir es kommen lassen, weil sich sonst prinzipiell nichts ändert, weil
dieses ganze System, was diese ganzen Erscheinungen, die hier so schön
beschrieben werden, hervorruft, bankrott ist und zu Bruch geht und
eigentlich schon längst für seinen Sturz reif ist. Wie denn sonst?
Wagenknecht schwätzt etwas von „Überwindung des Kapitalismus“. Wie
will sie ihn denn überwinden? Indem sie ihn rettet, „von Staats
wegen“ sozusagen? Sicherlich nicht.
„Der
Finanzsektor soll gesundschrumpfen, damit er wieder Diener der
Realwirtschaft (sprich der realen kapitalistischen Ausbeutung und vor
allem des die Ausbeutung garantierenden realen bürgerlichen Staates)
wird“. Was ist das für ein Konzept?
Es
ist eine Unmasse von dieser sogenannten „Realwirtschaft“ die Rede in
der Sendung. Der einzige Vertreter, der den wesentlichen Punkt des
Wachstums, bzw. besser gesagt Nicht-Wachstums angesprochen hat, war der
Vertreter von Standard and Poors. Er wurde auch sofort von May Britt
Illner abgeschnitten.
Es
ist richtig, daß das Finanzkapital mit ganzen Staaten spekuliert und
die Bevölkerung als Geisel nimmt, aber man darf nicht vergessen: der
Staat macht das selbst, der macht ja mit. Er nimmt die Bevölkerung als
Rücklage.
Sahra
Wagenknecht, was will denn die eigentlich? Sie will doch bloß mit ihrem
ganzen Gerede von wegen „Profite machen hier“, „Profite machen
dort“, was kapitalistische Banken halt tun, natürlich, was das
kapitalistische Prinzip ist, nebenbei, erreichen, daß der Staat mehr
abkriegt von der ganzen Ausbeutung, das ist alles was die interessiert.
Ebenso die ganzen übrigen Herrschaften dieser Spezies. Was
unterscheidet die sog. Linkspartei eigentlich von der Sozialdemokratie?
Beim
Staat ist immer die Frage: wem nützt er? Wessen Diener ist er? Und wenn
er wie hier als Ziel ein Diener gezähmter Banken sein soll, dafür kann
man sich bedanken,
So
wie beispielsweise in Rußland der Putinsche Staat, der von gezähmten,
an die Kandare genommenen Oligarchen ist, mal abgesehen von den Mafiosi,
mit denen man sich verschmolzen hat. Oder im revisionistischen China
heutzutage, wo die Kapitalisten sich mit den Bürokraten verschmolzen
haben.
Mit
Herrschaft der Arbeiterklasse,, der arbeitenden Bevölkerung hat so
etwas überhaupt nichts mehr zu tun.
Von
wegen, wenn hier gesagt wird, die Finanzmärkte hätten durch ihren
Renditefetischismus Arbeitsplätze und Kapitalvermögen zerstört. Das
sind nicht nur die Finanzmärkte, das ist die Bourgeoisie als Ganzes,
der Staat und die Bourgeoisie, die vor allem durch ihre
Anti-Wachstumspolitik hier Arbeitsplätze zerstört haben. Ganz
abgesehen davon, daß der Kapitalismus sowieso permanent Arbeitsplätze
und Kapitalvermögen vernichtet, schon allein aufgrund der ganz gewöhnlich
immer wieder kehrenden Krisen und seiner ständigen Gier nach neuen
Absatzmärkten und billigen Arbeitskräften. Diese ganzen Forderungen
wie Transaktionssteuer oder Besteuerung der Konzerne oder noch andere
Steuern dienen nur dazu, dem Staat Geld in den Sack zu bringen, oder
besser gesagt seine Schulden (vielleicht) etwas zu vermindern, aber das
führt keineswegs zu mehr Arbeitsplätzen, das ist ein Trugschluß, es führt
allenfalls zu mehr Bürokratie und damit zu weiteren Schulden, weil das,
was wirklich Wert erzeugt, nicht stattfindet.
Das
ganze Gerede von wegen Eingrenzung der Profitgier ist Quatsch. Der
Kapitalismus basiert auf dem Profitsystem, das kann man nicht abschaffen
ohne diesen selbst abzuschaffen.
Man
muß sich mal darüber Klarheit verschaffen, woher die gegenwärtige
Mehrfachkrise eigentlich kommt. Sie hängt doch vor allen Dingen mit dem
ganzen maroden Zustand der Gesellschaften in Europa als auch den USA
zusammen, mit der Tatsache, daß diese Bereiche der Welt es vorgezogen
haben, ihre Produktion zunehmend zu großen Teilen in andere Teile der
Welt zu verlagern, um im eigenen Bereich dem Druck der arbeitenden
Massen zu entkommen. Das ist sowohl für die USA charakteristisch als
auch für die europäischen Länder, jedenfalls die meisten, vor allem
die westeuropäischen und südeuropäischen Länder. Dies hat dazu geführt,
daß infolgedessen die Gewichte sich verschoben haben und vor allen
Dingen das Hauptgewicht der wirtschaftlichen Entwicklung in andere Teile
der Welt verlagert worden sind. Wen wundert es da, daß natürlich diese
Schwerpunktverlagerung ihre Konsequenzen hat, indem nämlich diese Teile
der Welt inzwischen auch längst im Kapitalismus und auch auf den höheren
Etagen der Finanzbourgeoisie„angekommen“ sind und ein entsprechendes
Spiel mit treiben. Es gibt also auch unter den Nutznießern des
weltweiten Systems des Kapitalismus einen verstärkten Wettbewerb auf höchsten
Ebenen. Und daß diese Kreise nach Gutdünken mit den Massen oder auch
mit ganzen Staaten umspringen, ist nichts Neues.
Richtig
ist grundsätzlich, daß von den Massen her, von unten Widerstand
entgegen gesetzt wird. Das ist in Ordnung und unterstützenswert.
Verkehrt ist jedoch einiges an der Stoßrichtung, die nämlich stecken
bleibt in dem ganzen System, was diese Krisen verursacht und den Stoß
einseitig nur gegen einen bestimmten Teil dieser Verursacher richtet.
Das führt nicht weiter und wird natürlich auch nicht zufällig von
einem Teil der herrschenden Klasse, vor allen Dingen gegenwärtig den
staatlichen Exponenten unterstützt und beklatscht. Vor allen Dingen die
Sozialdemokratie tut sich damit hervor, die darin wieder eine Chance für
sich sieht, aber auch eine ganze Reihe anderer Kräfte mit zum Teil
recht undurchsichtigem Charakter.
Zu
der Bewegung „Occupy Wall-Street“
In
Frankfurt war z.B. ein Plakat zu sehen, auf dem in großen Buchstaben
stand „Besetzt die Welt“. Na ja, wenn es denn so einfach wäre. Aber
man kann wohl von dieser Bewegung nicht erwarten, nach alledem was hier
passiert ist im Laufe der letzten Jahrzehnte, daß sie auf einmal ein
lupenreines Klassenbewußtsein entwickeln. Ähnliches gilt natürlich
zunächst auch für die in USA.
Es
ist auch keineswegs mehr ausschließlich so, daß Wall-Street und London
alleinige Zentren dieses globalen Kapitalismus sind, sondern dieser hat
inzwischen längst mehrere Zentren, eines davon liegt auf jeden Fall in
Asien (China vor allem), andere entwickeln sich in Südamerika oder auch
in Osteuropa, womit vor allen Dingen Rußland gemeint ist. Auch in
Arabien liegt ein Schwerpunkt. Das hat sich aufgespalten, und diese
neuen Zentren wittern natürlich ihre Chance, gegen das herkömmliche
westliche Kapital endlich mal die Rechnung auf zu machen. Und man kann
sicher sein, daß in dieser jetzigen Bewegung, die zwar berechtigte
Seiten hat, aber auch noch sehr einseitig ist, genau diese Kräfte mit
drin herumrühren und die Dinge in die erwähnte Richtung in ihrem Sinne
vorantreiben. Auch die Wall-Street selbst spaltet sich übrigens auf,
und irgend jemand hat kürzlich zu recht festgestellt, daß Obama selbst
mit dieser Bewegung „Wahlkampf“ treibt.
Es
ist viel von „génératios perdues“ oder „verlorenen
Generationen“ die Rede. Wie können sich gewisse Leute es aber
erlauben, auf ganze Generationen zu verzichten? Das spricht doch auch
schon Klartext über das System und darüber, daß es nicht damit getan
ist, den Banken Schranken aufzuerlegen.
„Spart
euch doch gleich das Volk“ stand auf einem Transparent bei der
Frankfurter Demo. Ja von wegen, das braucht man doch zum Ackern, sonst
kann man doch die Profite gar nicht machen. Irgendwo muß die Basis ja
sein.
Was
offenbar gegenwärtig die Bourgeoisie und vor allem den Staat und seine
Apologeten in Unruhe versetzt, ist, daß die Banken so wenig
Bargeldvorhaltung, wie es genannt wird, d.h. Eigenkapital haben. Die
meisten Banken haben nicht mehr als 5 Prozent maximaler sog.
Bargeldvorhaltung. Das ist extrem wenig, wenn man bedenkt, für was die
sozusagen alles gerade stehen müssen im Falle daß, das können die gar
nicht. Was ist denn im Fall einer Inflation? Da ist dieses Geld nichts
mehr wert, da kumuliert sich das, und vor dieser Art von Bankrott haben
die natürlich alle einen unglaublichen Respekt. Deswegen kommen zum
Beispiel Vertreter wie Schäuble und Co. zu solchen Konstruktionen wie
„Hebelung“ des jetzigen sogenannten Euro-Rettungsschirms. Der Schirm
besteht doch jetzt schon aus Geld was sie gar nicht haben, und wenn das
auch noch „gehebelt“ wird, wo soll das enden? Das ist völlig
hirnrissig und zeigt wirklich die extreme Kraßheit des Widerspruchs,
der hier existiert, oder besser gesagt aufgebrochen ist. Deswegen ist es
mehr als an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, grundsätzlich,
was mit diesem ganzen System überhaupt passieren soll und wie man
grundlegend die Probleme anpackt.
Das
ist natürlich etwas, was Revisionisten nicht gerne hören.
Revisionisten stehen immer auf dem bestehenden Staat und möchten diesen
am liebsten für sich vereinnahmen, entsprechende Ummodelungsvorschläge
inklusive. Das war schon m 19. Jahrhundert so mit Lassalle und das ist
heute wieder so, mit der sog. Linkspartei hierzulande beispielsweise,
(die Sozialdemokratie ist ja längst ein integraler Bestandteil
desselben). Solche Dinge wie prinzipielle Überlegungen, das hören sie
gar nicht gerne. Aber genau das ist es, was sein muß.
Was
wir brauchen ist einen anderen Staat, und zwar überall auf der Welt.
Die
Sache mit den 99 zu eins, die haut eben nicht hin.
Was
auf der Welt stattfindet ist der Kampf gegensätzlicher
gesellschaftlicher Klassen, welche sich gegenwärtig in nahezu sämtlichen
Staaten auf der Welt herausgebildet haben.
Die
Frage ist doch, was will diese Bewegung eigentlich durchsetzen, was die
Bourgeoisie nicht sowieso will?
Wenn
es wirklich 99 Prozent wären und nur ein Prozent Ausbeuter, dann wär
es ja leicht, diese los zu werden. Allerdings stellt sich die Frage: was
wollen die 99 Prozent? Und ob das alles so einheitlich ist, das ist noch
sehr die Frage. Das ist eigentlich völlig aus der Welt. Im Grunde ist
es klar, daß es dann von vorne los geht. Abgesehen davon, daß man (um
das eine Prozent los zu werden) noch die Frage der Atombombe lösen muß.
Die
Frage ist doch, in wie weit diese jetzige Bewegung die Klassenspaltung
berücksichtigt oder tangiert. Die Frage ist auch nach der Rolle des
Staates, und die Frage ist, oder das ist eigentlich gar keine Frage: es
ist eben nicht so, daß wenn man irgendwo nur die Spitze abhaut, daß
dann gleich der ganze Baum verschwindet und die ganze Struktur des
Waldes. Das ist Unsinn.
Diese
Aufführung, wie jetzt zum Beispiel gegenüber Libyen vor aller Welt
demonstriert, trägt die Handschrift der USA-Imperialisten, und die
bezieht sich z. B. keineswegs nur auf dieses angebliche eine Prozent.
Das sind weit mehr, die so etwas aus welchen Gründen auch immer befürworten,
und das spricht Bände über die gesellschaftlichen Spaltungen.
Schäuble
läßt die Katze aus dem Sack
Heute
abend kündigte er an, den sogenannten Eurorettungsschirm auf 1000
Milliarden Euro zu hebeln!!!
Wie
kann man denn eine Versicherung zur Verfügung stellen für Summen die
man gar nicht hat, eine Gewährleistung geben, die man gar nicht geben
kann?
Die
Wahrheit, die an dieser ganzen Sache heraus kommt, ist folgende: Es
zeigt sich doch an dieser jetzigen Krise, daß die Politik des
ungehemmten Auftürmens von Staatsschulden, des Wechsels auf die Zukunft
kommender Generationen, die der Staat und die Bourgeoisie seit
Jahrzehnten hier betreiben - eine Politik der Flucht vor dem eigenen
inneren Klassengegner, der arbeitenden Klasse - letztendlich nichts genützt
hat und jetzt auf ihren Bankrott zusteuert. Es ist im Grunde das Faß
ohne Boden, welches sich auftut, nicht nur in Griechenland.
Die
Frage ist doch: Haben die Massen denn überhaupt eine andere Wahl als
grundsätzlich dagegen den Kampf aufzunehmen? Hat die Arbeiterklasse,
die arbeitende Bevölkerung letztlich eine andere Wahl? Es ist nun mal
so, daß die Gesetzmäßigkeit des Kapitalismus sich hier voll
durchsetzt und die entsprechenden Aufgaben objektiv sich stellen.
In
gewisser Weise kann man wirklich sagen: Griechenland
ist überall.
Es
ist nur der Anfang, die Spitze oder noch nicht mal die Spitze des
Eisbergs (Schuldenbergs) wahrscheinlich.
Nationbuilding
nach US-Manier – wow!
Die
Imperialisten, allen voran die USA - Imperialisten, versuchen, über
kriegerische Manöver sich aus der Krise herauszuwinden, damit sie
billig an Rohstoffe kommen, beispielsweise an Öl. Deswegen wurde der
Libyenkrieg angezettelt, und deswegen wurde jetzt Gaddafi exekutiert. Es
ist schon seltsam: diesmal pfeifen selbst die Spatzen von den Dächern
(der Presse) in unserem Land, daß das Ganze natürlich gut ist, damit
dieser nicht vor Gericht gestellt werden kann und vielleicht bestimmte
unangenehme Dinge auspfeifen kann. Diesmal gibt es auch keinen großen
Beifall von Angela Merkel, jedenfalls nicht wie in dem davor liegenden
Fall (der Exekution des Osama Bin Laden). Nur Hillary Clinton – wen
wundert es – war mit einem unappetitlichen „Wow“ zu hören, nach
der Exekution.
Interessant
ist, daß tatsächlich nun verkündet wird von den US-Imperialisten, daß
diese ihre Strategie weltweit darauf hinausläuft, in einer solchen
Weise unliebsame Gegner aus dem Weg zu räumen,( natürlich unter dem
Vorwand der Verteidigung der sog. Menschenrechte!). Das muß man mal
durchdenken, was das bedeutet.
Sicherlich
war dieser Mensch (Gaddafi) eine Persönlichkeit mit sehr verschiedenen
Seiten. Eins scheint aber klar zu sein, und das wird in der Presse
weitgehend verschwiegen, daß eine ganze Reihe Dinge in dieser langen
Zeit (seiner Regierung) in diesem Land sich weiter entwickelt haben, und
zwar nicht zum Nachteil der Bevölkerung. Zum Beispiel dadurch, daß
besonders für Frauen die Möglichkeit eines wissenschaftlichen Studiums
geschaffen und praktiziert wurde. Es wurde die Vielfrauen-Ehe der Männer
untersagt, und anderes mehr. Daß dieser nun, nach allem was bekannt
geworden ist, einem von der Nato unterstützten (wenn nicht sogar
organisierten)Lynchmord zum Opfer fiel, hat wohl unter anderem auch in
diesen Fakten seinen Grund.
„Freedom
and democracy“ oder once again “yes we can” in Obama`s way!
Die
Hunderolle der Sarkozy und Cameron, des französischen und des
britischen Kapitals, darf man auch nicht außer acht lassen.
Gaddafi
soll übrigens vorgehabt haben, in den afrikanischen Staaten eine
afrikanische Währung auf der Basis von Gold einzuführen.
Was
sagt eigentlich die Afrikanische Union zu dieser ganzen Sache?
Daß
übrigens vielen Europäern angesichts dieser unverhohlen von den
USA-Imperialisten vorgetragenen Strategie doch nicht so wirklich wohl
ist, zeigt sich daran, daß davon dies mal einiges durch die Medien
durchsickert.
Die
russischen Imperialisten halten sich sehr zurück, von Kritik ist kaum
was zu hören. Medwedew sagte irgendwas daher von wegen, daß Libyen
jetzt einen „demokratischen Weg“ finden müsse. Ansonsten warten sie
ab. China hält sich wie in den meisten Fälle weitgehend heraus und
trifft seine eigenen strategischen Vorbereitungen für die anstehenden
Auseinandersetzungen.
In
der Tat ist es dringlich, Vorbereitungen zu treffen für die Volksmassen
in Europa, und das ist gar nicht so einfach. In gewisser Weise bestätigt
sich heute wieder das, was schon in ganz frühen Veröffentlichungen
unserer Organisation vertreten wird: Der Imperialismus stellt die
Arbeiterklasse vor die Wahl: Entweder du unterwirfst dich, dann wirst du
abgezockt bis zum Geht-nicht-mehr oder im Krieg verheizt, sofern überhaupt
noch irgendwas übrig bleibt von dir, oder du stehst dagegen auf. Und es
ist wohl keine Frage, daß Letzteres unabdingbar sein wird.
Die
gemütliche, sanfte Tour, die gegenwärtig revisionistische Kräfte hier
propagieren als Lösung für die Situation, daß sie selbst hier
wesentliche Teile des Staatsapparates und der zu verstaatlichenden
Banken übernehmen, ist eine gefährliche Illusion, hinter der
letztendlich auch die Imperialisten selbst stecken. Dem sollte man nicht
auf den Leim gehen, das ist keine Lösung.
In
sämtlichen europäischen Staaten zeigen sich die Versäumnisse der
Vergangenheit. Die ganze Politik des Fliehens vor der Revolution erweist
sich als Bumerang, welcher jetzt die Form einer riesigen, unübersehbaren
und höchstwahrscheinlich für sie auch gar nicht mehr lösbaren
Schuldenkrise auftritt.
Es
wäre interessant zu erfahren, wer sich alles melden würde, wenn ganz
Europa proklamieren würde: wir machen einen Schuldenschnitt mit Null.
Das wäre wirklich interessant zu sehen, was für internationale Kräfte
sich dann rühren würden und was für Interventionen sie dann unternähmen.
Ein solcher Akt käme einer Revolution gleich, allerdings würde sich
dann sehr schnell zeigen, wer in diesem Land z.B. wirklich was für eine
Position vertritt und wie stark die Verknüpfung des eigenen Kapitals
mit dem internationalen, wie stark die Banken, bzw. der Staatsapparat
selbst mit den internationalen Finanzhaien, die jetzt angeblich so unter
Beschuß stehen, verknüpft und verwoben sind. Man kann das eine nicht
vom anderen trennen. Zu glauben, man könne diesen Staat, in dieser Form
wie er jetzt ist, „sanieren“, ist Illusion. Dazu braucht es einen
ganz andern revolutionären Staat und das bedeutet, daß ein solcher
erst mal erkämpft werden muß, bzw. daß der jetzige zerbrochen werden
muß, und das bedeutet Revolution. Letztlich führt daran kein Weg
vorbei. Man muß aber sehen, daß so etwas zu vertreten eine Sache ist,
mit der man hier Kopf und Kragen riskiert. Dies zeigt die Erfahrung aus
der Geschichte, aus den Klassenkämpfen und dafür ist Hartmut Dicke aus
dem Weg geräumt worden, weil er dafür gestanden hat. Das gilt grundsätzlich,
daß die Bourgeoisie dazu immer wieder schreiten wird. Man darf nicht
davor zurückschrecken und muß den Kampf aufnehmen.
Die
europäischen Staaten, die herrschenden Klassen, brauchen gar nicht zu
denken, daß sie etwa nicht dran sind oder dran kommen könnten. Man
sieht doch, wie der USA-Imperialismus vorgeht. Der macht glatt ein
ganzes Land, mit dem vorher eng zusammengearbeitet wurde, zum Teil,
platt und exekutiert am Schluß den führenden Vertreter dieses Landes.
Es glauben doch nicht Leute, daß es nicht auch in anderen Fällen so
praktiziert würde. Vorsorglich wird diese Person gleich in eine ganz
bestimmte historische Reihe gestellt, damit ja niemand auf die Idee
kommt, daß vielleicht hier irgendeine Zögerlichkeit existieren würde.
Es
stellt sich auch die Frage, ob nicht gegenwärtig bestimmte Kräfte ganz
gezielt die Dinge vorziehen.
In
diesem Zusammenhang muß auch erwähnt werden, daß die Merkel-Regierung
nunmehr auch die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft hat und die
Bundeswehr zu einer Berufstruppe für Internationale Einsätze im
Interesse imperialistischer Kriege gegen andere Völker zurechtgestutzt
hat – eine nicht ungefährliche Angelegenheit. Damit wird die
Verteidigungsfähigkeit des eigenen Landes weiter unterminiert und sich
im Grunde mehr oder minder USA-imperialistischen und anderen
imperialistischen Großmachtsmanövern ausgeliefert.
Zu
dem sog. Eurorettungsbeschluß
Selbstverständlich
dienen diese ganzen Beschlüsse, die jetzt auf dem sog.
Euro-Rettungsgipfel gefaßt worden sind, dazu, der Bourgeoisie noch mal
wieder über die Runden zu helfen, für eine Zeit lang, der europäischen
Bourgeoisie vor allen Dingen. Lösen können sie kein einziges Problem
dieser Gesellschaft. Dazu bedarf es ganz anderer, prinzipieller sozialer
Umwälzungen.
Man
kann aber eine Revolution auch nicht herbeireden. Sie entwickelt sich,
oder eben (noch) nicht. Das hängt von der objektiven Entwicklung der
Widersprüche ab, alles andere ist Idealismus.
Natürlich
wäre ein Crash zum gegenwärtigen Zeitpunkt in gewisser Weise für
Europa fatal, weil daraus andere ultrareaktionäre Kräfte auf der Welt
profitieren würden. Auf der anderen Seite ist aber die gegenwärtige
Situation auch nicht so, daß man an ihr festhalten kann, im Gegenteil,
sie führt zunehmend zu einer Quälerei für große Teile der Bevölkerung,
und es wird sich im weiteren zeigen, in wie weit hier die Möglichkeit
besteht, diese Fesseln zu durchbrechen.
Gegenwärtig
wird Angela Merkel als angebliche Retterin der europäischen Krise
gefeiert. Das ist allerdings eine sehr oberflächliche
Betrachtungsweise. Wenn man nur ein ganz klein wenig dahinter zupft,
stellt man fest, daß eher das Gegenteil der Fall ist. Merkel hat mit
ihrem Beschluß zur endgültigen Verzicht auf die Kernenergie in
Deutschland diese Krise noch massiv vertieft, was sich in allernächster
Zukunft bereits zeigen wird. Es gibt auch unter den bürgerlichen
Vertretern Stimmen, die dieses ebenfalls sehen und den Beschluß
kritisieren. Das reicht aber überhaupt nicht aus. Die Frage ist
allerdings, ob sie überhaupt noch imstande sind, das rückgängig zu
machen, weil es natürlich auch zusammenhängt mit der ganzen Verschärfung
der Widersprüche dieser Gesellschaft und dem Wunsch der herrschenden
Klasse, einer revolutionären Entwicklung dieser Gesellschaft zu
begegnen. Was statt dessen als „Lösung“ präsentiert wird ist im
Grunde nichts anderes als permanent Summen, die man gar nicht hat, hin
und her zu schieben, derweil echte Investitionen, echte Entwicklungen
von zukunftsweisenden Projekten verhindert, bzw. ausländischen Mächten
überlassen werden.
Sicherlich
ist der Gedanke, in Griechenland beispielsweise oder auch anderswo in
Europa zu investieren, weitaus klüger als eine Fortsetzung der
idiotischen Aufkauferei von Staatsanleihen, bei denen von vornherein
klar ist, daß der Wert gleich Null ist, bzw. in einer vermehrten Schröpfung
der Bevölkerung des jeweiligen Landes besteht. Aber wer tut es denn?
Bis jetzt ist davon nicht viel zu merken. Statt dessen kriecht man
internationalen angeblichen ökonomischen Potentaten hinterher – eine
ziemlich erbärmliche Pose- und fleht sie an, doch bitte schön Europa
bei seiner Schuldenkrise über die Runden zu helfen.
Sicherlich
ist ein erneuter Zerfall europäischer Staaten und damit einhergehend
die Möglichkeit, diese gegeneinander auszuspielen nicht wünschenswert.
Auf der anderen Seite ist aber ein derart hohles Gebilde, wie es zur
Zeit hier mit aller Gewalt krampfhaft versucht wird aufrecht zu
erhalten, ebenfalls nicht viel wert. Daraus folgt, daß die gegenwärtige
Situation in Europa keineswegs ungefährlich ist, denn die Bourgeoisie
weiß im Grunde keinen Rat, verstrickt sich immer weiter in ihre
falschen „Auswege“ und der soziale Gegenpart, die Arbeiterklasse,
ist nicht up to date. Ihre gesellschaftliche und politische Aktion
fehlt. Und diese Lage hat eben etwas zu tun mit dem
Arbeiteraristokratismus, und damit, daß dieser auf Grund der
zunehmenden internationalen Differenzierung in Ausbeuter und
Ausgebeutete weltweit eben mit dazu beigetragen hat, daß große Teile
dieser traditionellen kapitalistischen Länder als solche überhaupt
weiter existieren konnten. Diese Rechnung wird auf die Dauer nicht
aufgehen, und erste Anzeichen davon zeigen sich eben jetzt. Das ist die
für vielleicht recht viele Menschen hier unbequeme Wahrheit, die sich
in der gegenwärtigen Situation herausschält.
Es
kommt also auch darauf an, in wie weit politisch weiter denkende und am
gesellschaftlichen Fortschritt interessierte Menschen es schaffen, hier
eine Änderung zu erzwingen.
Letztendlich
sind die Widersprüche, die auf der ganzen Welt in diesem
kapitalistischen Ausbeutungssystem aufgebrochen sind, nicht zu lösen außer
durch eine revolutionäre Umwälzung. Diese wird sich auf die Dauer
gesehen auch durchsetzen, mögen Imperialisten und Revisionisten und
alle Reaktionäre noch so scheußliche, kriegerische Verbrechen in ihren
Hinterstuben planen. Um so mehr ist es aber notwendig, daß revolutionär
gesonnene und auf Fortschritt und Entwicklung und Umwälzung der
bestehenden maroden Ausbeuter-Verhältnisse bedachte Menschen auf der
ganzen Welt sich beraten und wenn möglich zusammenschließen. |