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Das
ist eben Demokratie, Demokratie, wie sie die
Herrschenden verstehen und wie sie ihre Lakaien umsetzen.
„Erst
schießen, dann fragen“, oder: „Wir sind Demokraten durch und
durch“
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 5. September 2010
Sarrazin
hat mit seinem Buch für Wirbel im deutschen Blätterwald und den
elektronischen Medien gesorgt. Aber dazu später. Zunächst einmal eine
Betrachtung zur Sendung der Frau Maischberger. Diese Sendung hatte
eigentlich so gar nichts mit Herrn Sarrazin zu tun, und trotzdem sollte
sich im Nachtrab heraus stellen, dass beiden das gleiche Strickmuster
zugrunde liegt.
Das
erste, was dem Zuschauer bei Frau Maischberger zugemutet wurde, war ein
Exkurs in Demokratie. Herr Hahne, Moderator beim ZDF, durfte
unwidersprochen folgendes von sich geben: Früher habe es noch kantige
Personen in der Politik gegeben, z.B. Herrn Helmut Schmidt, der den
NATO-Doppelbeschluss durchsetzte. Er habe mit 4 Mitstreitern gegen 1000
Delegierte diesen Beschluss „durchgezogen“. Dann lobte er die beiden
Demokratieverächter Stoiber und Koch über den grünen Klee, ehe er
Herrn Gauck (ebenfalls anwesend) bescheinigte, er habe immer der Maxime
gehuldigt: erst durchsetzen, dann reden.
An
der Stelle musste ich eine Denkpause einlegen. Funktioniert Demokratie
nicht eigentlich so, dass eine Mehrheit bestimmt, wo es langgeht? Wurde
von ZDF und ARD im Einklang mit den Bundesbehörden nicht immer
behauptet nur in Diktaturen bestimmten einige Wenige, was die Mehrheit
zu machen habe? Und nun diese Töne, nicht von irgendwem, nein, von
einem gestandenen Moderator des ZDF. Da fiel es mir wie Schuppen von den
Augen. Das hat sicher einen tieferen Sinn. In dem Film „Die
Olsenbande“ mit dem unvergessenen Ove Sprogoe, wird vom Polizeichef
auch verlangt: „Erst schießen, dann fragen.“
Frau
Maischberger musste natürlich auch noch in Gaucks Anus kriechen, obwohl
schon Hahne zum Gutteil drin steckte: Er habe eine Biografie, die unter
der Diktatur gelitten habe und geformt wurde. Ja Frau Maischberger, er
musste für sich und seine Familie einen VW-Bus kaufen. Mit diesem
VW-Bus musste er den Umzug seiner Söhne in die BRD bewerkstelligen. Die
Ausreise der beiden war vorher zynischerweise von den kommunistischen
Barbaren genehmigt worden. Dann wurde auch noch verfügt, dass er seine
Söhne im Westen und sie ihn im Osten besuchen durften. Ein schlimmeres
Schicksal ist im Kommunismus schlechthin undenkbar.
Wer
aber jetzt glaubte, es sei kein Platz mehr im Hinterteil des älteren
Herrn, der irrte, Herr Stoiber wollte auch noch hinein. Herr Gauck sei
ein Kämpfer für die Freiheit, ihm sei Freiheit wichtiger als Staatsfürsorge.
Freilich, wer sein Schäfchen im Trockenen hat, hat gut über den Regen
philosophieren. Herr Stoiber bestätigte Herrn Gauck auch „respektable
Aussagen zu Rente ab 67 und Afghanistan“. Wir wissen natürlich, dass
Herr Gauck sowohl für die Totschufterei und damit Renteneinsparung ist,
als auch, dass er für den Krieg ist. Schließlich ist er ja Pfarrer,
die immer gerne mal Waffen segnen, damit mehr Feinde ins Gras beißen
als Freunde, so Gott und das Kriegsglück wollen.
In
einem Einspiel mit Walter Sittler, Schauspieler und Sprecher der Bürgerinitiative
gegen Stuttgart 21 wurden den staunenden Zuschauer nochmals die Leviten
bezüglich Demokratie gelesen. Nachdem Walter Sittler auf Fragen von
Frau Maischberger den Widerstand mit der Zurückhaltung von
Informationen in Vorbereitung dieses Bauvorhabens und deren Offenlegung
erst kurz vor der Angst begründete, musste Frau Maischberger noch
dreimal nachfragen, warum man denn erst jetzt mit dem Widerstand
beginne. Und dann wurde der Demokrat Stoiber in die Debatte einbezogen,
wer Edmund kennt, weiß, was nun folgte. Natürlich wahrte er den
demokratischen Schein, indem
er sagte, dass der baden-württembergische Landesvater mit den
Demonstranten sprechen werde, obwohl eine lange Zeit vergangen, in der
die Bürger hätten Einspruch erheben können und beklagte, dass so kaum
noch große Projekte durchsetzbar seien. Auf den Einwand Frau
Maischbergers, ob er sagen wolle, dass sich daran nichts ändere, kam wörtlich:
„Ja, ja, ja, weil es Baden-Württemberg erhebliche Strukturvorteile
geben wird, so war die Meinung.“
Auf
Herrn Hahnes Frage, warum die Politik nicht das Gespür habe, auf die
Leute zuzugehen, Herr Stoiber wörtlich: „Damit würden Sie die
Politik ein Stück weit überfordern.“
Was
soll man dazu noch sagen? Aber um das Ganze noch etwas schlimmer zu
machen, musste sich der Allvater der Demokratie auch noch zu Worte
melden. „Immer, wenn sich die Menschen ermächtigen, die Rolle als Bürger
anzunehmen, dann freu ich mich.“ Etwas weiter kam dann der Salto
mortale rückwärts mit eingesprungener Pirouette: „Aber die Politik käme
in ein echtes Problem, denn es gibt bindende Beschlüsse der
entsprechenden Gremien.“
Also
Leute, grämt Euch nicht, auch wenn Ihr dauernd übers Ohr gehauen
werdet: Das ist eben Demokratie, Demokratie, wie sie die Herrschenden
verstehen und wie sie ihre Lakaien in den Regierungen, den Amtsstuben
und in den Büros der Medien umsetzen. Einen Kommentar dazu kann ich mir
ersparen. Herr Hahne beklagte den Zustand bitterlich: „Es kommt von
den bürgerlichen Parteien. Nicht die Linken ergreifen die Flucht,
sondern diejenigen, die Dienst, Ehre, Vertrauen, Glaubwürdigkeit,
Dienstpflicht vertreten.“ Tja, Herr Hahne, die Bourgeoisie ist halt
auch nicht mehr das, was sie einmal war. Im Übrigen werden sich alle
anderen bedanken, denen Sie damit Schlampigkeit, Unehre, Misstrauen und
Lüge vorwerfen.
Nun
wird sich die geneigte Leserschaft fragen, was hat denn nun Gauck und
Konsorten mit Sarrazin und Konsorten zu tun? Ganz einfach, bei beiden
geht es darum, die Macht der Bourgeoisie zu festigen, in dem man dort
Schuldige sucht, wo sich niemand wehren kann. Es klappt halt manchmal
nicht. Darüber ist die Bourgeoisie dann ganz erschrocken (siehe
Stuttgart) und rudert erst mal. Manchmal muss sie auch ganz zurück
rudern.
Was
ist denn nun eigentlich der Kern von Sarrazins Ergüssen. Es geht nicht
um Moral, es geht nicht um Ethik, es geht schlicht und einfach um
Profit. In den 60-er und 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die
Wirtschaft der BRD brummte, wurden billige und willige Arbeitskräfte
gebraucht, die die Drecksarbeiten erledigten, für die sich deutsche
„Arbeitnehmer“ zu gut waren. Ja, die Korrumpierung der
Arbeiterklasse begann damals schon. Es war geplant, dass man die Leute,
die da herein geholt wurden, nach einigen Jahren wieder in ihre Heimat
zurückkehren sollten. Nun ging es ihnen aber trotz schlechter
Arbeitsbedingungen besser als in der Türkei, aus der die meisten „Gast“arbeiter
kamen. Viele holten ihre Familie nach. Da die Türken meist in herunter
gekommenen Stadtvierteln untergebracht worden waren, in denen wenige bis
gar keine Deutschen mehr lebten, blieben sie unter sich. Einige wurden
arbeitslos und machten Läden oder Gaststätten auf. Der Zwang, sich mit
Deutschen zu unterhalten entfiel immer mehr. Die paar Brocken, die man
bei der Arbeit brauchte, waren kein Problem. Die Gastarbeiter bauten
sich aber nicht nur eine eigene Existenz auf, in vielen Fällen unterstützten
sie ihre Familie zu Hause in der Türkei mit Geld. Das führte unter
anderem dazu, dass noch mehr in die Bundesrepublik kamen.
Nun
plötzlich entdeckt die Bourgeoisie, dass diese Leute auch ein Recht
haben auf Vorsorge, auf Rente. Angesichts sinkender Beiträge in die
Sozialkassen und steigender Rentnerzahlen wird das Horrorszenario, dass
auch die Großkopfeten abdrücken müssen, immer wahrscheinlicher. Was
tut man also, um die gefährdeten Profite doch noch zu retten? Erstens
wird gegen die Ärmsten der Armen gehetzt, die haben eh keine Lobby.
Also wird sich auch niemand darüber aufregen. Zweitens wird gegen die
„Ausländer“ gehetzt. Dabei ist es völlig egal, ob die ihren
Beitrag zur Entwicklung des Landes schon geleistet haben oder ihn
leisten wollen.
Das
Schöne an der Sache ist, Sarrazin ist ein „Einzeltäter“. Jeder
kann und darf über ihn herfallen. Niemand kann der Bourgeoisie am Zeuge
flicken, denn sie hilft Sarrazin abzuschießen. Dass er anschließend
von seiner Abfindung gut bis ausgezeichnet leben kann, steht schon
wieder auf einem anderen Blatt, denn „über Geld redet man nicht, man
hat es“. Ihre großen und kleinen Helferlein werden nicht am
Hungertuche nagen müssen, natürlich entsprechend ihrer Nützlichkeit.
Sarrazin war sehr nützlich, denn er machte ein Problem publik, das die
Bourgeoise selbst Jahrzehnte schleifen ließ. Dieses Problem fiel natürlich
auch den Leuten auf, die jetzt Sarrazin recht geben, nicht bedenkend,
dass er, wie gewohnt und schon vielfach praktiziert, Wahrheiten,
Halbwahrheiten und Lügen geschickt mischt und leserlich präsentiert.
Zudem tut er auch noch pseudowissenschaftlich, indem er auf Lügen
hinweist, aber so, dass sie keinen Schaden nehmen.
Das
ist nun das Gemeinsame an beiden Talkrunden. In beiden wurde
demonstriert, dass der Bourgeoisie die Demokratie am Hintern vorbei
geht. Sie wird nur gebraucht, um als schönes Mäntelchen die Herrschaft
zu verdecken, die Diktatur der Bourgeoisie. Das ist ihr alleiniger Sinn
und Zweck. Einen anderen hatte sie nicht und wird sie auch nicht haben.
Die bürgerliche Demokratie soll der Mehrheit Sand in die Augen streuen,
damit sie nicht bemerkt, dass sie von einer Minderheit dirigiert wird.
Rot
Front
Werner
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Würde
die Politik das Integrationsproblem auf die Reihe
bringen, würde ein wichtiger Pfeiler des imperialistischen „divide et
impere“ wegfallen und die Bourgeoisie müsste sich etwas Neues suchen,
um wieder Volksgruppen im Interesse ihrer eigenen Machtsicherung
aufeinander hetzen zu können.
Sarrazin
und kein Ende, oder:
Glaubt
ruhig jeden Müll, den wir euch vorsetzen
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 8. September 2010 –
Wenn es um die Durchsetzung der Ideologie der Bourgeoisie geht,
darf natürlich auch Frau Will im Konzert der Großen der
Moderatorenszene des „öffentlich-rechtlichen“ Bezahl-Fernsehens
fehlen. Und wie immer ist sie bemüht, ihre Rolle zu spielen. Diesmal
hatte sie viel Politprominenz geladen, wie zum Beispiel Herrn Wowereit
(SPD) und Herrn Bosbach (CDU/Innenexperte) sowie Frau Göring-Eckardt,
Vorzeigegrüne aus Thüringen und Präses der Ev. Kirche. Ebenfalls
anwesend Frau Necla Kedek (Soziologin ) und Herr Bolz (Philosoph).
Wer
sich nun sagte, endlich einmal eine Sachdebatte, um die Probleme heraus
zu kristallisieren, die gelöst werden müssen, musste sich nach
Sendungsende mit der Sentenz zufrieden geben: „Außer Spesen nichts
gewesen.“ Es war lediglich eine weitere Sarrazin-Verteidigungssendung.
Langsam bekomme ich den Eindruck, es geht nicht darum Probleme zu lösen,
sondern welche zu schaffen. Und was mir langsam aber sicher Angst macht,
ist die schleichende Faschisierung dieser Gesellschaft zu der die
jetzige Bundesregierung ihr gerüttelt Maß beiträgt durch Nichtstun.
In
einer anderen Sendung (Plasberg) wurde behauptet, die „Väter“ des
Grundgesetzes hätten Sicherungen eingebaut, die eine Weimarer Republik
unmöglich machen sollten. Nun, im Moment mehren sich die Anzeichen für
Weimarer Verhältnisse: schwache Regierung, Störfeuer von rechts,
Diskriminierung von ganzen Bevölkerungsgruppen und deren zunehmende
Ausgrenzung. Bislang hat noch niemand behauptet, dass die Türken für
das Hochwasser in Sachsen verantwortlich sind. Allzu weit sind wir aber
nicht davon entfernt.
Zurück
zu Frau Will. Gleich am Anfang große Lachnummer: Die Herren Bolz,
Bosbach und Wowereit behaupteten allen Ernstes die „Unabhängigkeit“
der Bundesbank. Wovon unabhängig? Von der Politik? Ja, sicher, die
Bundesbank schreibt der Politik, im Namen der Finanzoligarchie, vor, was
sie zu tun und zu lassen hat, damit es unseren „ersten Familien“ an
nichts ermangele. In dem Sinne ist sie schon unabhängig.
Eine
zweite Anmerkung sei gestattet. Die Politiker behaupten immer, sie seien
aus dem Volk vom Volk gewählt, um dem Volk zu dienen. Dass dies eine
große Lüge ist, wissen wir (sie wird schon vom Grundgesetz nicht
gedeckt). Aber es wird auch immer von der „politischen Klasse“
gesprochen. Nun wissen wir, Klassen sind „ große Menschengruppen, die
sich voneinander unterscheiden nach ihrem Platz in einem geschichtlich
bestimmten System der gesellschaftlichen Produktion, nach ihrem Verhältnis
zu den Produktionsmitteln, nach ihrer Rolle in der gesellschaftlichen
Organisation der Arbeit und folglich nach der Art der Erlangung und der
Größe des Anteils am gesellschaftlichen Reichtum, über den sie verfügen.“
Manfred BUHR/Alfred KOSING „Kleines Wörterbuch der
Marxistisch-Leninistischen Philosophie“
5. Auflage, Dietz Verlag Berlin 1981 S.174
„Große
Menschengruppe“, stimmt. „Platz im System der Organisation der
Arbeit“, nun, sie machen Arbeit immer billiger, aber auch immer
teurer, wissen nicht so recht was sie wollen und schaffen damit
Rechtsunsicherheit, indem sie (auch in einer Legislaturperiode) mal dies
und das beschließen. Wobei „dies“ auch mal das ganze Gegenteil von
„das“ sein darf. „Verhältnis zu den PM“ haben die meisten, sie
sind Eigentümer. Zumindest wurden viele mit den Lappen (auch
„Aktien“ genannt) bedacht, die Eigentum gewährleisten. „Art …
und Größe des Anteils am gesellschaftlichen Reichtums“ ist auch
suspekt. Die Art und Größe ist leicht beschrieben, sie nehmen sich,
wie viel sie glauben brauchen zu müssen. Dies Privileg haben nur unsere
Politiker.
Aber
nun zurück zu unserem guten (nunmehr Ex) Bundesbänker Sarrazin. Wie
gesagt es geht eigentlich gar nicht um ihn, es geht vielmehr um die
„Meinungsfreiheit“. Zu dieser „Meinungsfreiheit“ wurde viel
gesagt und gestritten. Komischerweise ging es aber nur um Sarrazins
Meinungsfreiheit, die angeblich stark eingeschränkt sei. Dabei konnten
er und seine Mitstreiter ihre Meinung gefragt und ungefragt jedem
mitteilen, auch dem, der sie nicht hören wollte.
Sarrazin
hat seine Schuldigkeit getan. Nach außen sieht es nun so aus, als werde
er geopfert. Aber ich denke, wir müssen uns um Thilo Sarrazin und
seinen Lebensabend (im Gegensatz zu sehr vielen Rentnern) keine Sorgen
machen. Er wird wahrscheinlich auch noch für manche Provokation gut
sein, die Zeit hat er jetzt dazu. Wer aber jetzt glaubt, dass die
Politik endlich das Integrationsproblem anpackt und auf die Reihe
bringt, dürfte aufs falsche Pferd gesetzt haben. Wäre das tatsächlich
so, würde ein wichtiger Pfeiler des imperialistischen „divide et
impere“ wegfallen und die Bourgeoisie müsste sich etwas Neues suchen,
um wieder Volksgruppen im Interesse ihrer eigenen Machtsicherung
aufeinander hetzen zu können.
Zum
Nachdenken sollten auch unbedingt folgende Äußerungen anregen:
Herr
Bosbach: Wir sollten die „Sorgen der Menschen ernst nehmen.“ Frage
an Herrn Bosbach: Sie sitzen seit dem Jahre 2002 im Bundestag. Was haben
Sie bis jetzt ernst genommen? Ihre Diäten? Ihre Lobby?
Frau
Göring-Eckardt: „Was müssen wir eigentlich tun in der
Integrationsdebatte?“ Frage an Frau Göring-Eckardt: Sie sitzen seit
1998 im Bundestag und wissen immer noch nicht, was Sie in der
Integrationsdebatte tun müssen? Dann wissen Sie wohl auch nicht, was
Sie tun müssen um die Integration endlich voran zu bringen?
Herr
Bolz: „Meinungsfreiheit ist Respekt vor Andersdenkenden.“ Herr Bolz
meint damit den Respekt gegenüber Herrn Sarrazin, nicht etwa gegenüber
der verunglimpften Mehrheit der Muslime in Deutschland. Deren Respekt
geht Herrn Bolz am After vorbei.
Herr
Bosbach: „Das mit den jüdischen Genen hat er selbst schon als
Rieseneselei bezeichnet.“ Herr Bosbach, dann war der ganze Faschismus
einschließlich II. Weltkrieg also nur eine „Rieseneselei“? Herrn
Krupp von Bohlen und Halbach wird´s freuen, Herrn Stinnes und Herrn Röchling
auch. Herr Quant und Herr Srtauß haben mit Sicherheit ihre Freude
daran.
Herr
Bolz: „Es steht nicht auf dem Spiel, ob Herr Sarrazin Rassist ist oder
Nazi, sondern Meinungsfreiheit steht auf dem Spiel.“
So
sieht das aus mit der „Meinungsfreiheit“ in Deutschland.
Ultrarechtes Gedankengut (Euthanasie) darf wieder in Deutschland
verbreitet werden und dafür wird noch Respekt eingefordert. Und das
darf straffrei geschehen.
Grundgesetz
Artikel 5 Absatz 2: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den
Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum
Schutz der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“ Diese
gesetzlichen Bestimmungen sind unter anderem der §130 StGB, §§185-189
StGB. Aber wie die Sache ausschaut, wird keines der darin beschriebenen
Delikte zu ahnden sein, da Herr Sarrazin ja „bloß seine Meinung
sagte“. Und dafür dürfte er nach Meinung der Herrschende sowieso
genug gestraft sein, da er jetzt, ohne Job und mit einer guten Abfindung
und guten Pension gepolstert, genug Zeit hat, um noch was Holz
nachzulegen.
Rot
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Die
Demokratie ist offensichtlich was Schönes,
wenn die Politiker Struck, Söder und Consorten vom Volk unbehelligt tun
und lassen können, was ihre Herren befehlen. Sobald der gemeine Michel
aufsteht und seine Stimme erhebt, muss er in die Schranken verwiesen
werden.
Bürger
auf die Barrikaden? Geht die Demokratie flöten?
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 15. September 2010 – Anne Will wollte mal wieder und
hatte sich ein brisantes Thema ausgesucht. Das es dann doch nicht so
brisant wurde und im Rahmen der „freiheitlich-demokratischen
Grundordnung“ blieb, war der illustren Runde geschuldet, unter anderen
Struck-Maul, Herr Dr. Peter Struck, ehemaliger Fraktionsvize der Sozis,
Herr Markus Söder, Umweltminister Bayerns und Stehaufmännchen der CSU,
Herr Baring, Historiker, Herr Sittler, Schauspieler und Frau Niejahr,
die für große Tageszeitungen schreibt. An den Anfang stellte Frau Will
ein Zitat von Herrn Edzard Reuter, ehemaliger
Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzender, der kundtat: „Es ist eine
Belastung für unser demokratisches Prinzip, was sich hier in Stuttgart
abspielt.“
Zunächst
dachte ich mir, nun ja, das ist eben der Herr Reuter, der da seine
eigene Meinung zu den Vorgängen in Stuttgart hat. Sehr bald bemerkte
ich jedoch, dass ich mich geirrt haben sollte. Und ich wusste auch,
warum ich mich irrte, ich ging nicht vom Klassenstandpunkt an die
Analyse des Satzes von Reuter. Denn Reuter sprach nicht als
Privatperson, er sprach als Repräsentant der Finanzoligarchie, deren
Vertreter er nach wie vor ist.
Dass
diese Art des Reuterschen Demokratieverständnisses in den etablierten
Parteien angekommen ist, machten sowohl die Aussagen von Struck als auch
von Söder deutlich. Vor allem Herr Söder beteuerte immer wieder, dass
er Respekt vor den Ansichten der Anderen habe. Er machte aber auch
deutlich, dass er nicht gewillt ist, eigene Positionen deswegen
aufzugeben.
Nun
kann man das sehen, wie man will, es drückt eins aus: Herr Söder
weicht zurück, wenn´s nichts kostet, er bleibt hart, wenn Profite in
Gefahr sind. Das Volk ist ihm egal, wenn es seiner Klientel nützt. Der
Volksentscheid zum Nichtraucherschutz war ihm wohl gleichgültig. Im
Zusammenhang mit dem Volksentscheid in Bayern, sagte Herr Söder: „
Ich wäre ein schlechter Politiker, wenn ich die Mehrheit nicht
respektierte.“ Da hatte er wohl schon vergessen, dass ihm vorher eine
andere Äußerung entschlüpft war: „Nur weil die Bevölkerung dagegen
ist, wäre es doch falsch, wenn die Politik einknickt.“
Herr
Söder bedauerte denn auch, dass sich die Bürger erst einbringen, wenn
es ernst wird. Er war bass erstaunt, dass im Vorfeld die Bürgerbeteiligung
gegen Null geht. Dass die Planfeststellungverfahren so angelegt sind,
dass Bürgereinmischung außen vor bleibt, hat er dabei wohlweislich
verschwiegen. Es wäre wohl auch an der Zeit, das bundesdeutsche
Baurecht mal ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Aber daran hat die
Politik im Auftrag der großen Konzerne kein Interesse. Es müsste dann
noch Anderes auf Vordermann gebracht werden, nicht nur das Baurecht.
Herr
Dr. Struck wusste auf dieses Demokratieverständnis noch eins drauf zu
setzen. Er bezog sich wieder auf den NATO-Doppelbeschluß: „Ich hielt
den NATO-Doppelbeschluß damals für falsch, das hat aber den Kanzler
(Helmut Schmidt, SPD d.A.) nicht beeindruckt. Er hat gestanden gegen den
Rest der Republik.“ Und etwas vorher hatte er schon gucken lassen:
„Der Einsatz in Afghanistan ist richtig, auch wenn die Mehrheit der
Bevölkerung dagegen ist.“ Was soll jemand noch dazu sagen, der vorher
die Definition des Begriffs „Demokratie“ gelesen hat?
Der
Herr Dr. ergänzte seine Meinung: „ Es gibt Fragen, die können Sie
dem Volk gar nicht vorlegen. Die repräsentative Demokratie ist das
Beste. Wir können nicht immer das Volk entscheiden lassen. Wer
formuliert die Frage?“ Am Anfang hatte der Herr Dr. schon im Brustton
der Überzeugung folgende Sentenz in das Studio geschleudert:
„Versuchen Sie mal dem Volk in 10 Minuten zu erklären was Kernenergie
ist.“
Ob
solcher Ignoranz (von Seiten eigentlich intelligenter Leute) ist Otto
Normalverbraucher nun doch etwas schockiert. Aber trotzdem möchte ich
versuchen, den beiden Herren in Nadelstreifen zu antworten. Man verzeihe
mir meine ungeschliffene Sprache, ich bin halt bloß Arbeiter.
Die
Demokratie ist offensichtlich was Schönes, wenn die Politiker Struck, Söder
und Consorten vom Volk unbehelligt tun und lassen können, was ihre
Herren befehlen. Sobald der gemeine Michel aufsteht und seine Stimme
erhebt, muss er in die Schranken verwiesen werden. Zum Leidwesen der
Herren Struck, Söder & Cie. klappt das heutzutage nicht mehr so
richtig. So muss auch Herr Söder gute Laune zum bösen Spiel machen,
wenn ihm „seine“ Bayern in seine „Arbeit“ dreinreden und dann
auch noch Recht haben wollen. So ist auch sein voller Einsatz für
seinen Kumpel Mappus (MP BW) zu verstehen. Als wollte er sagen: „Nicht
nochmal!“ Aber keine Angst Herr Söder, in Zukunft gibt’s noch mehr
auf die Narrenkappe. Das Volk wacht langsam auf, voran die
Arbeiterklasse.
Zu
Herrn Dr. Struck. Ich kann mir vorstellen, Herr Dr., dass Sie auch nicht
länger als 10 Minuten über Kernenergie sprechen können. Aber Sie
haben doch sicher Experten an der Hand, und seien es auch welche, die
kein SPD-Parteibuch in der Tasche haben, die dem gemeinen Bürger die
Kernenergie erklären können. Und wenn´s länger als 10 Minuten
dauert, ist das auch nicht so schlimm, die Leute hören zu. Die nehmen
sich sogar ´ne Stunde Zeit, wenn´s denn sein muss.
Wenn
die Mehrheit des Volkes gegen etwas ist, bei dem die Mehrheit der gewählten
„Volksvertreter“ dafür ist, stellt sich mir die Frage, ob nun das
Volk oder die Politiker umdenken müssen. Es könnte ja auch sein, dass
das Volk ganz einfach ungenügend informiert ist. Dann informiert es
doch bitte. Aber bitte nicht wieder halb. Der deutsche Michel kommt ja
doch dahinter. Und dann heißt es wieder: „Wer einmal lügt, dem
glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht.“ Diese alte
Volksweisheit habt Ihr vergessen und wundert Euch, dass Euch niemand
mehr anschauen, geschweige denn Euch zuhören will. Und daran Herr Dr.
Struck hat die SPD einen erheblichen Anteil Aktien.
Die
Fragen für die Volksentscheide dürfen ruhig die Politiker formulieren.
Wenn sie sich darin nicht sicher sind, hindert sie niemand, ein paar
hunderttausend Euro auszugeben, um ein Anwaltsbüro mit der Formulierung
der Frage zu beauftragen. Ich persönlich bin allerdings dann dafür,
dass die Politiker das Anwaltsbüro aus der eigenen Tasche bezahlen.
Zu
Herrn Baring möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Herrn Baring lag
der Herr Sarrazin am Herzen, dem es jetzt ja so schlecht geht, dem armen
Mann. Na ja, 10.000 Euro monatlich sind ja auch ein bisschen wenig, als
Rente. Da hätten die Herrschaften ruhig noch was drauflegen können,
bei den Verdiensten, die sich Herr Sarrazin erworben hat.
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