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Das Atomkraftwerk Fukushima explodiert

siehe

Imperialistische Profitgier geht über Leichen und ganze Völker

JAPANS ATOMARE APOKALYPSE AM EIGENEN VOLK

von Jens-Torsten Bohlke

Kommunisten-online 16. März 2011 – Die bürgerlich-reaktionären Meinungsmacher in Gestalt der großen westlichen Medienkonzerne wollen uns in diesen Tagen weismachen, dass die jetzt in die Tausende und in einigen Tagen sicherlich in die Zehntausende wenn nicht gar Hunderttausende gehende Zahl von derzeit frisch atomar verstrahlten und sterbenden oder gestorbenen Japanern lediglich Ergebnis "höherer Gewalt", des mit bis zu 8,9 auf der Richterskala gemessenen und somit wirklich extrem starken Erdbebens ist. So werden wir nun medial darauf vorbereitet, dass jene dort vor Ort an den zerstörten und jetzt atomare Stoffe freisetzenden KKW arbeitenden Menschen sicherlich mit so hoher Dosis an Radioaktivität ihre hochgefährliche Arbeit beenden werden, dass sie in Kürze versterben werden. Dies wäre schon in Tschernobyl so gewesen ... heißt: Dies ist ganz normal, bloß nicht aufregen, liebe Leute!

VERGLEICH MIT TSCHERNOBYL-KATASTROPHE ANGEBRACHT?

Mancherorts im Internet finden sich auch hämische Kommentare gegen die Sowjetunion, wo irgendwo "tief in der russischen Provinz" (sorry, Tschernobyl ist Teil der Ukraine) "inkompetente Atomkraftwerksbetreiber" (Namen werden nicht genannt, worauf wie noch eingehen werden!) "versagten", während ja in Japan nun ein hochmodernes Niveau vorhanden wäre und "alles unter Kontrolle" sei.

Mittlerweile sind diese Stimmen etwas verstummt, weil eben für alle sichtbar in Japan doch nicht "alles unter Kontrolle" ist. Leider, wie wir hinzufügen wollen, denn das unermessliche Leid dieses Volkes kann niemanden von uns kalt lassen. Zumal Japans Zivilbevölkerung Opfer jener militärisch völlig überflüssigen US-Atombomben im August 1945 war.

Aber es sei auch angemerkt, dass die schlimme Katastrophe von Tschernobyl sich in der Sowjetunion zu einem Zeitpunkt ereignete, als der korrupte Antikommunist Gorbatschow bewusst und systematisch den gesamten Staats- und Kontrollapparat dieser damaligen Noch-Weltmacht tiefgreifend zerstörte. Wir sprechen ihn daher von seiner Mitverantwortung für die Tschernobyl-Katastrophe nicht frei und sind dafür, dass die unter seiner Herrschaft damals verratenen und geschädigten Völker der einstigen Sowjetunion eines Tages zu Gericht über ihn sitzen sollten. Landeshochverrat mit derart schlimmsten Folgen für die eigenen Völker und alle Völker der Welt verdient eine angemessene sehr hohe Strafe.

Stattdessen erfreut sich Gorbatschow bekanntlich immer noch der Ehrungen und Judaslöhne durch maßgebliche Kreise des US- und EU-Imperialismus. Und keine bürgerlich-reaktionäre Medienanstalt wird Gorbatschow mit der Tschernobyl-Katastrophe in Verbindung setzen. Die Hetze dieser reaktionären Kräfte gilt der Sowjetunion, dem Kommunismus, Stalin und Lenin. Sie gilt nicht dem damals zuständigen Partei- und Regierungschef Gorbatschow, diesem korrupten Antikommunisten und üblen Volksverräter, welcher ihnen die UdSSR und etliche weitere sozialistische Staaten für ein paar Silberlinge auslieferte.

Sachlich gesehen, gab es in Tschernobyl seinerzeit im April 1986 kein Erdbeben. Schon gar nicht ein so schweres Erdbeben, wie dieser Tage in Japan geschehen. Die Tschernobyl-Katastrophe war ein gigantischer Störfall in jenem KKW. Solche schweren Störfälle mit austretender Radioaktivität ereigneten sich auch in den USA und in Großbritannien, noch bevor es zu jenem Störfall in Tschernobyl kam. Während die Panikmache seitens der reaktionären bürgerlichen Medien unter den Bevölkerungen der USA und Westeuropas keine Grenzen kannte, werden Störfälle in den KKW "des Westens" eher kaum erwähnt, z.B.:

7. Juni 2007 - Ein Brand im finnischen AKW Olkiluto führt zur automatischen Abschaltung eines Reaktors. Der Brand kann von Mitarbeitern gelöscht werden.

14. November 2006 - Im schwedischen AKW Ringhals bei Göteborg brennt ein Transformatorenhaus, das 200 Meter vom Reaktor entfernt liegt. Der Reaktor wird automatisch heruntergefahren.

11. Oktober 2005 - In Neckarwestheim bei Stuttgart wird der Block I des Reaktors nach Ausbruch eines kleinen Brandes von Hand abgeschaltet.

28. November 2002 - Auf dem Gelände des AKW Brunsbüttel brennt es außerhalb des nuklearen Kontrollbereichs. Wahrscheinlich entzündete sich ausgelaufenes Öl.

11. August 2002 - Der Reaktor in Stade bei Hamburg wird nach einem Kurzschluss in einer Schalteranlage und einem anschließenden Feuer heruntergefahren. (dpa) (1)

Ein Vergleich mit Tschernobyl kann somit gar nicht gezogen werden, denn die Tschernobyl-Katastrophe ereignete sich unter ganz anderen gesellschaftlichen und Umwelt-Bedingungen als die jetzigen KKW-Katastrophen in Japan nach dem dortigen extrem starken Erdbeben.

KKW's IN JAPAN WIEDERAUFBAUEN UND WEITERMACHEN WIE BISHER?

Wir können uns in Mitteleuropa glücklich schätzen, dass wir nicht wie Japan auf dem großflächigen Seismologischen Gürtel der Pazifikregion ansässig sind, sondern Mitteleuropa von schweren Erdbeben im Allgemeinen verschont bleibt. Und den sehr vielen mit bester Schulbildung ausgestatteten Köpfen in Japan muß immer klar gewesen sein, dass die vielen KKW's in Japan eine erhebliche Gefahr für die Menschen und die Natur, d.h. für alles Leben in der Region darstellen. Denn wissende Menschen wissen schlechthin, dass Japan in einer ständig von auch sehr schweren Erdbeben getroffenen Region liegt.

Niemand stellt in Abrede, dass der japanische Zivilschutz die Menschen vor Ort bestens trainiert hat, damit dort jeder bei Atomalarm sofort weiß, was er zu tun hat. Welchen Schutz aber gibt es vor einer atomareren Druckwelle, atomarer Strahlung, nuklear verseuchtem Regen?

Der an dieser Stelle diese Frage so nüchtern klingend formuliert, stellte sie bereits genauso vor 35 Jahren beim Wehrdienst in der NVA, als unsereins die atomare Hochrüstung nach dem Nato-Doppelbeschluss sehr bewegte und auch wir NVA-Wehrdienstleistenden uns fragten, ob all das viele Training für einen konventionellen Krieg nach einem nie auszuschließenden Angriff der aggressiven NATO-Streitkräfte vom Westen her wirklich noch Sinn macht. Wo doch letztlich Atombomben, Wasserstoffbomben oder atomare Sprengköpfe von Raketenwaffen dieser oder jener Reichweite unsere kleine Heimat DDR und etliche Nachbarländer binnen Minuten für immer auslöschen würden.

Die Angst vor der Apokalypse spürten damals viele Menschen in Ost und West. Erich Honecker griff den Vorschlag des schwedischen Sozialdemokraten Olof Palme begeistert auf, in Mitteleuropa eine atomwaffenfreie Zone zu schaffen. Aber die NATO mit dem US- und EU-Imperialismus an der Spitze waren zu keiner Verhandlung darüber bereit. So kamen dann die sowjetischen SS-20 in die DDR. Erich Honecker nannte alle Atomwaffen ausnahmslos "Teufelszeug" und sprang über jeden seiner Schatten, um sie auf beiden Seiten der DDR-Westgrenze wieder loszuwerden. Aber der Imperialismus blieb bei der Brzezinski-Doktrin, die besagte, dass die sozialistischen Länder mit der UdSSR an der Spitze nicht zugleich ehrgeizige Sozialprogramme, ehrgeizige Wirtschaftsprogramme und einen von den USA forcierten Rüstungswettlauf bewältigen könnten. Dieses verbrecherische und Lebens verachtende Kalkül ging letztlich sogar auf. Sehr zum Schaden der gesamten Menschheit, wie die immer verheerender werdenden imperialistischen Raub- und Kolonialkriege derzeit beweisen.

Jeder helle Kopf in Japan und außerhalb Japans weiß, dass Japan seine geografische Lage nun mal nicht verändern kann. Diese geografische Lage auf dem Seismologischen Pazifischen Gürtel zwingt Japan dazu, KKW nur mit größten Risiken für das Leben in der Region betreiben zu können. Wie würden die Japaner abstimmen, wenn man es einem Volksentscheid überlassen würde, ob KKW's in Japan betrieben werden sollten oder besser nicht? Wir können sicher sein, dass derzeit wohl eine große Mehrheit dort für das sofortige Ende aller KKW's in Japan stimmen würde.

Japans herrschende Kreise und die bürgerlich-reaktionären Medien stellen diese Frage aber gar nicht erst, sondern sie werfen ständig die Nebelkerzen vom großen Ringen um das Schadensbegrenzen, vom hervorragenden Zivilschutz, vom Wiederaufbauwillen der Japaner. Dies meint nur eines: Alles wieder aufbauen und dann weiter wie bisher!

Den Lebensinteressen des japanischen Volkes und seiner großen Nachbarvölker, der Russen und Chinesen, wird diese sture und uneinsichtige Haltung der Regierenden nicht gerecht. Was nicht verwundert, denn zwischen den Profitinteressen von KKW-Besitzern und den Lebensinteressen der Völker ringsum liegt eine tiefe Klassenkluft. Die superreichen Oligarchen steigen jederzeit in ihren Privatjet oder Privathubschrauber, wenn es ihnen zu brenzlig wird. Von ihnen legt niemand Hand an beim Wiederaufbau von KKW's auf bereits atomar verseuchtem Gelände. Sie werden ihr eigenes Leben keinem Verstrahlungsrisiko aussetzen. In Japan machen sie das Geschäft mit dem Tod und gehen für ihre Profite über die Leichen unzählig vieler Japaner. Und sie würden dies am liebsten baldmöglichst weiterhin tun.

ATOMKRAFT, NEIN DANKE?

Wir Kommunisten sind nie Gegner der friedlichen Nutzung der Kernkraft gewesen. Die Kernkraft wird bereits hervorragend zivil für medizinische Zwecke zum Wohl der menschlichen Gesundheit genutzt.

Lenin formulierte für die Völker Sowjetrusslands ganz schlicht das Ziel, welches die Kommunisten ihnen seinerzeit bewusst im Interesse genau dieser Völker stellten: "Kommunismus, das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung".

Diese Worte erreichten die Herzen und Hirne der arbeitenden Menschen im damaligen rückständigen und kriegsverwüsteten Russland. Unter Stalin wurde in der Sowjetunion die Sowjetmacht weiter gefestigt und vor allem die Elektrifizierung vorangetrieben. Was bedingte, große Wasserkraftwerke zu bauen, große Heizkraftwerke zu bauen und vor allem die für den Betrieb dieser Stromerzeuger notwendigen Rohstoffe zu erschließen.

Dadurch entwickelten die Völker der Sowjetunion rasch das brachliegende riesige Sibirien zu einem Wirtschaftsraum. Dank der Verwirklichung von Lenins oben zitierter einfacher Parole besaßen die Völker der Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg von 1941 bis 1945 die wirtschaftliche und vor allem industrielle Grundlage, um den faschistischen Aggressionsarmeen Hitlerdeutschlands rasch auf breitester Front Beine zu machen. Die russischen Konstrukteure entwickelten und bauten rasch Waffen wie neue Panzertypen und neue Artilleriewaffen, womit die Rote Armee der Wehrmacht alsbald waffentechnisch überlegen war. Ohne Elektrifizierung Sowjetrusslands bzw. der Sowjetunion und den dortigen Aufbau einer Schwerindustrie wäre dies nicht möglich gewesen. Lenin und Stalin sei Dank für ihre weitsichtigen Entscheidungen und Führungsqualitäten an der Spitze der Völker der UdSSR, Dank für ihren Anteil an der erfolgten Befreiung des größten Teils des besetzten Europas von der faschistischen Pest.

Für uns Kommunisten ist die Elektrifizierung und Industrialisierung des Landes nach dem Sieg der proletarischen Revolution eine unabdingbare Notwendigkeit. Da geht es schließlich darum, Bedingungen zu schaffen, um den gesellschaftlichen Reichtum im Interesse der ganzen Gesellschaft zu mehren und dann so zu verteilen, dass die arbeitenden Volksmassen in den Genus des von Ihnen Erwirtschafteten kommen: Frieden und Wohlstand für alle in einer Gesellschaft, die von der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen frei ist. Die höchste Form der Demokratie ist nicht die bürgerliche Demokratie, sondern die proletarische Demokratie, die in der Diktatur des Proletariats besteht. Einer Diktatur, deren einziges diktatorisches Wesen darin besteht, die revolutionär besiegte Klasse der Bourgeoisie zu unterdrücken und dauerhaft von jeder Machtposition beseitigt zu halten.

Natürlich ist Elektrifizierung auch im Kapitalismus ganz wichtig. Die wissenschaftlich-technische Revolution begann mit der Entdeckung und Entwicklung der Dampfmaschine, der Diesel- und Benzinmotoren, der Eisenbahnen und Flugzeuge sowie des Kraftfahrzeugs. Der Erfindergeist ingenieurtechnisch kluger und hochbegabter bürgerlicher Köpfe vermochte es, die vorhandenen Energiequellen so zu erschließen, dass sie nutzbar gemacht werden konnten.

Jedoch stellt ein Konzern seine gefragten Produkte voller Spitzentechnologie nur dann der Allgemeinheit zur Verfügung, wenn die Eigentümer des Konzerns durch dieses bürgerliche Geschäft beste Profite machen und ihren Reichtum stark mehren. Insofern dient der wissenschaftlich-technische Fortschritt in der bürgerlichen Gesellschaft nicht der Allgemeinheit, sondern eignet sich die kleine gesellschaftliche Minderheit der Großaktionäre den da erzeugten Mehrwert kraft ihrer Machtstellung an. (Ihre gutbezahlten Manager setzen ihr Vertrauen äh ihr anlegbares Kapital dann mit einem Kosten-Nutzen-Denken in engsten betriebswirtschaftlichen Grenzen und begleitet vom Beifall der reaktionären bürgerlichen Medien so wirkungsvoll um, dass mancher Knecht äh Arbeiter in Deutschland im eigenen Kopfe schon wie sein eigener Manager denkt und handelt. Wird er dann kalt entlassen, jammert er wie ein vom Herrchen geprügelter Hund! Und vielleicht fällt ihm irgendwann, evtl. nach einem guten Gespräch mit einem Kommunisten mal auf, dass er völlig irrational in seinem Bewusstsein geworden ist, wenn er sich da selbst zum Lakaien des Kapitals macht. Und gerade in Krisenzeiten voller Massenentlassungen finden auch etliche ach so treue und Firmen verbundene Knechte rasch zum proletarischen Klassenbewusstsein, weil sie auf ein Mal nicht allein auf der Straße stehen, sondern zu Millionen anderer betroffener Arbeiter gehören und sich ihnen auf ein Mal sehr zugehörig fühlen. Womit sie lediglich ihrem wirklichen Klassenstandpunkt in der Gesellschaft genüge leisten.)

Natürlich geht es auch im sozialistischen Kuba darum, Mehrwert zu schaffen. Kuba hat jedoch keine erschließbaren Energiequellen. Der größte Fluss Kubas ist ein Drittel so groß wie die zur Wasserkraft völlig ungeeignete Spree in Berlin. Die Volkswirtschaft des sozialistischen Kubas hing jahrzehntelang von den Erdöllieferungen sowjetischer Großtanker ab. Als die UdSSR endete, brach ein Großteil der ohnehin nicht starken Industrie Kubas infolge Energiemangels völlig zusammen, waren Stromabschaltungen alltäglich in Kuba. Kuba hat kein riesiges sibirisches Hinterland wie einst Sowjetrussland. Derzeit unterstützt das fortschrittliche Venezuela beherzt Kuba mit Erdöl, was aber den Verlust der einstigen gewaltigen Hilfe aus der Sowjetunion bei weitem nicht ausgleichen kann.

Wichtig für uns Kommunisten ist bei all dem, dass dieses wirtschaftlich so gehandicappte sozialistische Kuba seinen arbeitenden Menschen beste Bildung und beste Gesundheitsleistungen bietet und diese einzigartig hohen Leistungen auch noch mit ärmsten notleidenden Menschen in etlichen Teilen der Welt durch die Ärztebrigaden und Alphabetisierungsbrigaden uneigennützig und solidarisch teilt. In Kuba steht der wissenschaftlich-technische Fortschritt der gesamten Gesellschaft zur Verfügung, während so gut wie im gesamten Rest der Welt lediglich die kleine Schicht der Finanzoligarchie an der Spitze der herrschenden Bourgeoisie ihre privaten Einkommen mit Profiten aus den Geschäften der von ihnen besessenen privaten Großbanken und Konzerne weiter mehrt.

Und das Geschäftsrisiko in Gestalt von beispielsweise Millionen den atomaren Tod sterbenden Japanern tragen diese Oligarchen nicht mit. Dies überlassen sie dann ihrem Staat, denn sie beherrschen auch Japans Staatsmacht. Sie haben die finanzielle und wirtschaftliche Macht und bestimmen dort, wer ihr Statthalter sein darf. Und sie bezahlen eine wahre Meute von Lakaien, um das Volk davon abzuhalten zu erkennen, wem es die unzähligen Toten eines nuklearen Infernos zu verdanken hat. Die KKW-Besitzer werden da keine Schuld anerkennen, sondern erstens auf das ach so überraschend starke Erdbeben im Seismologischen Pazifischen Gürtel verweisen und zweitens die staatliche Lizenz zum Betreiben der KKW's nach all den Zulassungsprüfungen und gemäß anerkannten rechtlichen Standards vorweisen. Aus ihrer Sicht muß also die Allgemeinheit bzw. der Staatshaushalt für alle Schäden aufkommen, die jetzt durch schwerwiegenden Austritt nuklearen Materials aus jenen KKW's entstehen. Sie wollen nur eines: Weiterhin größtmögliche Profite machen. Sie wollen, dass es so weiterlaufen möge wie bisher. Alles wieder aufbauen und so weiter machen wie bisher!

Wir dürfen gespannt sein, wie sich das japanische Volk dazu positionieren wird. Denn die dramatischen Tatsachen spielen sich derzeit vor den Augen der ganzen Welt ab. Und der Schock sitzt nicht nur bei den Japanern tief. Der Schock sitzt insbesondere bei uns in den hochindustrialisierten Ländern tief, denn Japans ingenieurtechnische Standards sind oftmals weitaus höher als die westeuropäischen oder US-Standards. Was also, wenn hier ... ???

Kuba baut seit Jahrzehnten an einem KKW. Einst hatte die Sowjetunion mit diesem Bau begonnen, ihn aber nie beendet. Und Kuba hätte Energie bitter nötig! Aber dort wird nur betrieben und in Betrieb genommen, was nicht das Leben auf der ganzen Insel gefährdet. Und es geht dort nicht um Profit für einige Oligarchen, sondern um eine Volkswirtschaft, die ganz allein aus Energie- und Rohstoffmangel trotz aller Tatkraft der Kubaner leider nur dahindümpeln kann. Dies auch, weil Kubas Volk herrscht und niemals solche Risiken eingehen würde, wie es die japanischen Regierungen im Interesse der japanischen Finanzoligarchie tun und weiterhin tun würden.

(1) http://www.abendblatt.de/

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Ausstieg vor dem Einstieg

Nach der Atomkatastrophe in Japan legt Venezuela das eigene Programm auf Eis

Von André Scheer

jungeWelt vom 17.03.2011: Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat angekündigt, das Atomprogramm des südamerikanischen Landes bis auf weiteres auf Eis zu legen. »Es gibt nicht den geringsten Zweifel, daß das, was in Japan mit den dortigen Reaktoren passiert, weltweit die Pläne zur Entwicklung der Kernenergie umwirft«, erklärte der Staatschef am Dienstag abend (Ortszeit) während der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen dem chinesischen Staatsunternehmen CITIC und der venezolanischen Industrie- und Handelsbank über die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens zur Entwicklung von Projekten im Erdöl- und Bergbaubereich. Er habe Energieminister Rafael Ramírez beauftragt, die entsprechenden Vorarbeiten, die sich noch »in einem sehr frühen Stadium« befunden hätten, bis auf weiteres einzustellen.

Venezuela hatte im vergangenen Oktober ein Abkommen mit Rußland über den Bau eines Forschungsreaktors unterzeichnet. Bereits damals hatten Kritiker, darunter auch Unterstützer der Regierung, darauf hingewiesen, daß das Land eine solche Technologie nicht benötige, weil es seinen Bedarf aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Wind und Sonne decken könne. Mehr als zwei Drittel der Stromproduktion Venezuelas stammt bereits jetzt aus Wasserkraft. Allerdings hatte im vergangenen Jahr eine Dürreperiode die Stauseen des Landes austrocknen lassen und dadurch zu Engpässen bei der Energieversorgung geführt. Auch deshalb traf die Entscheidung des Präsidenten, die Atomkraft zu entwickeln, in Venezuela zunächst auf breite Unterstützung. Noch am Dienstag, wenige Stunden vor der Ankündigung des Präsidenten, bekräftigte der Basisaktivist Yoel Capriles aus Caracas gegenüber junge Welt noch einmal, daß er persönlich der festen Überzeugung sei, »daß wir das Projekt unser eigenes Kraftwerks und die Arbeit mit der Kernkraft zu friedlichen Zwecken fortsetzen sollten«.

Die rechte Opposition des süd­amerikanischen Landes, die sich im vergangenen Jahr noch dafür ausgesprochen hatte, daß Venezuela die Kernenergie »ernsthaft und verantwortungsvoll aufgreifen« solle, reagierte zunächst offiziell nicht auf die Ankündigung. In dem rechten Internetportal noticias24 warfen Kommentatoren der Regierung jedoch vor, die Katastrophe in Japan lediglich als Vorwand benutzt zu haben, um ein Projekt aufzugeben, das sie gar nicht hätte umsetzen können. »Die Ereignisse in Japan kommen Chávez wie gerufen«, behauptet beispielsweise ein Autor und fragt: »Wenn das nicht passiert wäre, was hätte er denn gesagt, denn der Reaktor wäre doch sowieso nie gebaut worden.«

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„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel."[1]

Die Havarie von Fukushima und der Krieg in Libyen oder

Das Kapital geht über Leichen

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 26. März 2011 – Der oben zitierte Satz englischen des englischen Gewerkschafters Thomas Dunning aus Karl Marx „Das Kapital“, gilt noch immer. Man muss lediglich die Prozente nach unten korrigieren. Im Zuge des tendenziellen Falls der Profitrate sind die Kapitalbesitzer auch für entschieden weniger als 300 Prozent dazu: „es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert“. Den Galgen, den sie noch zu Marx Zeiten im schlimmsten Fall riskierte, müssen sie nicht mehr fürchten. Heute bekommen sie entweder fette Abfindungen,  verlieren sie denn ihre Posten oder das Bundesverdienstkreuze oder beides. Nur das änderte  sich – und das ist wenig.

Heute las ich folgendes:

„Dann haben wir einen Arzt in Osaka gefunden. Er sagte, es sei Usus, in der Kernkraftwerksbranche Obdachlose oder Arbeitslose, Gastarbeiter oder sogar Minderjährige anzuheuern. Wir selber als ARD-Studio Tokio hatten vor vielen Jahren schon mal über Obdachlose in den Straßen von Tokio berichtet. Die hatten uns erzählt, dass sie in Kernkraftwerken eingesetzt wurden. Die Leute sind zu ihnen in den Park gekommen, wo sie lagerten, und haben sie dann für gutes Geld angeheuert, Kernkraftwerke zu reinigen. Da sind offenbar auch viele erkrankt. Das wussten wir.“[2]

Das sagte kein geringerer als der langjährige Leiter des ARD-Büros in Tokio Robert Hetkämper zum Thema „Fukushima 50-Legende. Es gibt Hinweise darauf, so berichtet die „Tagesschau“, dass unter jenen, die im Kernkraftwerk unter extrem gefährlichen Bedingungen arbeiten auch „Arbeitslose und Obdachlose“[3] sind.

Die ARD habe schon vor Jahren heraus gefunden, dass die Betreiberkonzerne der japanischen Atomkraftwerke Menschen anheuern, die unterhalb der Elendsgrenze leben müssen und froh sind, einen Job zu finden.

Nur die japanischen Konzerne? Im 1985 erschienenem Buch von Günter Wallraff „Ganz unten“ fand der heraus, dass türkische Arbeiter in deutschen Atomkraftwerken bei ihrer Arbeit (Reinigung und Wartung), gefährlich hohen Strahlungen ausgesetzt werden und oft keine Schutzkleidung bekommen. Sie haben Chance sich zu wehren. Sie leben in Deutschland ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Auch die jetzt verstrahlten Arbeiter in Japan waren im Reaktorraum ohne jegliche Schutzkleidung.

Ich selbst bin vor meinem Studium Ähnlichem begegnet. Da arbeitete ich auf der Mannesmann-Hütte in Duisburg-Huckingen. Der Chef der Hütte tischte uns bei einer Betriebsversammlung auf, dass die tödlichen Unfälle drastisch gesunken wären. Ich aber hatte Informationen vom Gegenteil.

Der Trick: Die gefährlichsten Arbeiten am Hochofen, da wo das hochgiftige Gischtgas austritt, wurden nur von Arbeiter von Fremdfirmen erledigt. Und die nahmen eben  jene ausländischen Kollegen, die keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hatten oder für sehr niedrige Löhne arbeiteten und schlecht auch qualifiziert waren.

Die Unfälle dieser Kollegen zählen in der Unfallstatistik des Werkes nicht und der Konzern sparte darüber hin aus Beiträge bei der Berufsgenossenschaft. In deren Bereich, in dem diese Kollegen arbeiten mussten, waren die tödlichen Unfälle stark gestiegen. Rechnete man die zur Unfallstatistik dazu, waren die tödlichen Unfälle stark gestiegen.

Oder ein andere Beispiel: Der werksärztliche Dienst bekam einen hochmodernen Notarztwagen mit allen nur denkbaren Vorrichtungen zur Lebenserhaltung und Reanimation. Gute Sache – denkt man. Aber die Motive waren anders, so bekamen wir von einem der Werksärzte gesteckt: Wenn ein Unfall auf dem Werksgelände tödlich ausgeht,  muss das von der Kripo untersucht werden. Und tödlich waren all jene Unfälle, bei denen der Tod auf dem Werksgelände eingetreten war. Hielt man aber ein Unfallopfer solange am Leben, bis er vom Werksgelände geschafft worden war, war das kein tödlicher Unfall, sondern Unfall mit Todesfolge und es gab keine Ursachenuntersuchungen durch die Mordkommission.

Menschenleben zählen nicht - nur der Profit. Ob es, wie bei den hier genannten Beispielen geht oder in der großen Politik, ob es um die Sicherheit ganzer Landstriche vor Verstrahlung geht oder um Krieg und Frieden. Die Namen sind austauschbar, ob Fukushima, Biblis oder sonst wie, ob die Kriege in Vietnam in den 70er Jahren, die Irak-Kriege, Afghanistan oder jetzt Libyen.

Es geht um Bodenschätze wie Erdöl oder wertvolle Mineralien, Vorherrschaft über Konkurrenten, oder es geht um die Riesengewinne bei der Herstellung elektrischer Energie. Die Atomenergie ist für die Konzerne billig, billiger wie andere Energieträger. Daher sind die Gewinne auch enorm. Da belügt  man eben mal das dumpe Wahlvolk und gaukelt vor, man wolle für die Sicherheit sorgen – eine Sicherheit, die es nicht gibt.

Oder man gaukelt der Welt vor, es ginge ihnen um Menschenrechte und Demokratie. So in den arabischen Ländern. Die Rechte des Volks von Palästina gegen die zionistischen Übergriffe, den Morden an Palästinensern und das Elend dieser Menschen – unwichtig! Es geht im Öl, wie in Libyen oder auf der  arabischen Halbinsel oder um Einfluss in einem strategisch wichtigen Land, wie Ägypten. Immerhin kontrolliert man hier eine der wichtigsten Wasserstraßen, durch die die Öltanker fahren – den Suez-Kanal. Nicht um Menschenrechte geht es, es geht um Profite.

 G.A.


[1]  (1840 vom englischen Gewerkschafter Thomas Dunning, zitiert nach Karl Marx „Das Kapital“)

[3]  ebenda

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