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Herr,
vergib ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 25. November 2009 –
Die Finanzkrise macht auch einige Journalisten ganz schön
wuschig. So wuschig wünschte man sich diese Sorte Menschen öfter.
„Frontal21“ hat sich mal wieder mit den Bänkern beschäftigt und
kam zu einigen Schlussfolgerungen.
Am
Anfang stand die Frage: „Was steht eigentlich auf Kapitalvernichtung
im großen Stil?“ Die Frage wurde auch gleich beantwortet:
„Nichts.“ Die Gerichte haben bei den Bänkern die Schwierigkeit,
nachzuweisen, dass die Entscheidung des Bänkers, auch für ihn
nachvollziehbar, zu diesen bestimmten Effekten führt. Da auf
verschiedenen Ebenen diese Entscheidungen fallen, müssen die von den
Gerichten auch genau zugeordnet und nachgewiesen werden. Dafür sind
aber die Strafverfolgungsorgane gar nicht ausgestattet (sollen sie wohl
auch nicht). Anders als bei anderen „Arbeitnehmern“, die mal ´nen
Bon mitgehen lassen, ist der Nachweis bei der Veruntreuung von
Milliarden also äußerst schwierig. Nicht zuletzt sorgt der Filz
zwischen Politik und Finanzoligarchie dazu, dass eine Strafverfolgung
hier gar nicht gewünscht wird (siehe Sachsen-LB).
Die
KfW
überwies noch nach der Pleite von Lehman Brothers 319 Mio. € an diese
Bank. Den Bänkern geschah nichts. Sie sind sich auch keiner Schuld
bewusst. Im Gegenteil, sie klagen auf Nachzahlung von Gehältern und
Boni und bekommen auch noch recht.
Auf
der Euro Finance Week in Frankfurt/Main, auf der die Bänker im trauten
Verein mit den Politikern ihre Auferstehung feiern, fragten Reporter
drei der Großen (unter ihnen Ackermann von der Deutschen Bank), warum
die Bänker so wenig Verantwortung übernähmen, … keine Antwort. Nun
keine Antwort ist auch eine Antwort. Das wusste schon meine Oma.
Noch
vor einem Jahr tönte unser Bundesengelchen, dass hier Exzesse der Märkte
stattfänden und der Staat hart durchgreifen müsse. Die
Frontal-Reporter sprachen nicht mit ihr, sondern mit ihrem Duzfreund
Koch aus Hessen. Für Koch ist das Ganze kein strafrechtlich relevantes
Problem. Glaube ich ihm gern. Mit fremdem Geld hatte er noch nie ein
Problem. So sitzen er und Brüderle denn auch neben den Großen des
Finanzmarktes Deutschland und sonnen sich.
Ein
Drucker hingegen wurde fristlos gekündigt, weil er einen Kalender (Wert
ca. 40 ct) an einen Kunden weiter gegeben hat. Angeblich hätte er ihn
gestohlen. Nach Monaten!! wird vor Gericht seine Unschuld nachgewiesen.
Nun sage noch einer, unsere Gerichte seien nicht fair und unabhängig.
Sie stellen ohne Ansehen der Person Unschuld fest, egal, ob derjenige
Milliarden veruntreut hat oder für 40 ct einen Kalender gestohlen haben
soll.
Der
Staat entpuppt sich wieder mal als das, was er eigentlich ist: das
Machtinstrument der herrschenden Klasse. Und das ist nun mal die Großbourgeoisie.
Dass der Drucker so glimpflich davon kommt, liegt wohl daran, dass man
ihm auch gar nichts anhängen konnte. Auf so großes Glück sollte er
sich aber nicht für immer verlassen. Der Staat ist ein Staat der
Bourgeoisie. Die Justiz dieses Staates ist demzufolge eine
Klassenjustiz. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Deshalb werden
Versenker von Milliardenvermögen auch in Zukunft davon kommen, während
Arbeiter für Pfennigartikel abgestraft werden.
Rot
Front
Werner
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