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„Man
kann heute feststellen, dass die sogenannte Notiz L. Berijas vom März
1940, in der er angeblich das Politbüro WKP (B)
bittet, sein Einverständnis zur Erschießung von 27.000 polnischen
Kriegsgefangenen zu geben, eine Fälschung ist.“
Die
Fälschungswerkstatt von Gorbatschow und Jelzin im Dienste des
Antikommunismus
Es
ist eine parlamentarische Untersuchung der Tatsachen der Verfälschung
der historischen Dokumente notwendig!
Rede Wiktor Iwanowitsch
Iljuchins – Fraktion der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation
/ KPRF) – in der Plenarsitzung der Staatsduma am 16. Juni 2010
Auf
Kommunisten-online am 17. Ju ni 2010 –
weiter
zum Text
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Die
Auftraggeber der Fälscher und Verräter an der Sowjetunion: |
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Boris
Nikolajewitsch Jelzin
Er
starb 2007 am Suff |

Michail
Sergejewitsch Gorbatschow |
Es
gibt die Meinung, dass Journalisten und Schriftsteller die Geschichte
schreiben und bilden. Das ist im bestimmten Maße richtig. Aber wir
haben Gründe, zu behaupten, dass die neuere Geschichte unseres Landes
auch von Fälschern geschrieben wurde.
Die
Fraktion der KPRF verfügt über Informationen (die man durch eine
parlamentarische Untersuchung sorgfältig prüfen muss) darüber, dass Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts im Hause des Präsidenten
Jelzin eine umfangreiche Gruppe von Spezialisten geschaffen wurde,
hauptsächlich zum Zwecke der Fälschung historischer sowjetischer
Dokumente der Stalinschen Periode. Deren Ziel war es, die sowjetische
Vergangenheit zu verleumden und den Stalinismus mit dem Faschismus
gleichzusetzen.
Zu
dieser Gruppe gehörten Mitarbeiter der russischen Sonderdienste, sowie
des 6. Institutes des Generalstabes der Streitkräfte des Landes. Sie
richtete sich in den Räumen der ehemaligen Wochenendhäuser des ZK der
KPdSU in der Siedlung Nagornyj im Moskauer Gebiet ein. Es ist nicht
ausgeschlossen, dass die Gruppe oder Teile davon bis jetzt arbeiten.
Ihre
Hauptaktivität fiel in die Periode der Öffnung bisher geheim
gehaltener Dokumente des Politbüros des ZK der KPdSU Anfang der 90er
Jahre, die von der Regierungskommission unter Leitung Michail Poltoranin
durchgeführt wurde. Nach den vorliegenden Informationen haben die Fälscher
technisch Hunderte, Tausende falscher Seiten fabriziert und sie zwischen
die Archivsachen und Dokumente eingefügt.
Schon
die sogenannten „Testamente Lenins“ waren eine Fälschung, ebenso
einige Dokumente, die mit dem Thronverzicht Kaisers Nikolai II.
verbunden waren, sowie darüber, dass Stalin ein Agent der „Ochrana“
gewesen sei und andere Dinge.
Man
kann heute feststellen, dass die sogenannte Notiz L. Berijas vom März
1940, in der er angeblich das Politbüro WKP (B) bittet, sein Einverständnis
zur Erschießung von 27.000 polnischen Kriegsgefangenen zu geben, eine Fälschung
ist.
Wir
legen die Materialien eines Expertengutachtens vor, die das bestätigten.
Auch
der Auszug aus dem Beschluss des Politbüros der Partei, der angeblich
das Einverständnis mit der Erschießung der Polen gab, wurde gefälscht.
Wir
legen ein Expertengutachten vor über die Fabrikation von Dokumenten über
eine angeblich stattgefundene Zusammenarbeit des NKWD der UdSSR mit der
Gestapo Hitler-Deutschlands.
Wir
sprechen unsere sehr große Besorgnis und unsere Beunruhigung aus, für
die es eine Reihe von Gründen gibt, in erster Linie, dass die falschen
Dokumente in die wissenschaftliche Bearbeitung einbezogen wurden, des
weiteren dass sie in der historischen Literatur, in dokumentarischen und
künstlerischen Werken für glaubwürdig ausgegeben wurden und bei den
Menschen eine verzerrte Meinung über unsere jüngste Vergangenheit
bildeten.
Wir
hätten uns wahrscheinlich derartiger Aktionen enthalten, wenn nicht
wissen würden, dass zu Anfang der 90er Jahre bei vielen russischen
Archiven die Türen für das Hinaustragen historischer Dokumente geöffnet
waren, der Staat sich dem nicht widersetzte, und auch die Willkür etwas
ermunterte.
Unsere
Überzeugung wird dadurch bestärkt, dass ein ehemaliger Berater
Jelzins, Dmitrij Wolkogonow, der Kongress-Bibliothek der USA Dutzende,
ja Hunderte von Archivdokumenten mit dem Stempel „Streng geheim“ und
„Geheim“ als Kopie und im Original übergeben hat.
Die
russischen Archivdokumente „wandern" heute tatsächlich durch
ganz Europa.
Wir
haben gefälschte Petschafte, Stempel, die Abdrücke der Unterschriften
Stalins, Berijas und anderer Personen zu unserer Verfügung. Und ebenso
Blanko-Formulare der 30er-40er Jahre, die für die Fälschungen
vorbereitet wurden.
Ich
lege Ihnen einen Band mit den Archivdokumenten vor. Es ist eine
Korrespondenz des NKWD, des NKGB, des Volkskommissariats für
Verteidigung der UdSSR mit Stalin. Er wurde nur zu dem einen Zweck
hergestellt, um damit einige falsche Dokumente zu legalisieren,
einschließlich der Notiz, die im Namen des Generalstabes der Roten
Armee verfasst wurde. Leider fand die Legalisierung statt.
In
diesem Band befinden sich Akten mit dem Vermerk „Für ewig
aufzubewahren“, „Keine Aufhebung der Geheimhaltung“ – doch die
Dokumente wandern ungeachtet dessen außerhalb der Archive herum. Wie
konnte das geschehen?
Anlässlich
meiner ähnlichen Äußerungen gegenüber der Presse erklärte der
Direktor des Staatsarchivs des Landes, Sergej Mironenko, dass es nicht
sein kann, und ich angeblich Vermutungen verbreite. Vor diesem hohen
Hause erkläre ich als Antwort: Ich bin bereit, mein Abgeordnetenmandat
niederzulegen, wenn Mironenko beweist, dass sich nicht ein einziges
Dokument dieser Sache auf die historischen Ereignisse der 30er-40er
Jahre des vorigen Jahrhunderts bezieht und nicht in den Archiven
aufbewahrt werden musste. Wenn er das nicht beweisen kann, soll er
selbst sein Amt niederlegen.
Wir
stellen hier erneut die Frage der Notwendigkeit einer parlamentarischen
Untersuchung der Umstände der Ermordung der gefangenen Polen in der
Gegend von Smolensk, in den Koser Bergen (Katyn), und ebenso die Frage
nach den Tatsachen der Verfälschung historischer Dokumente. Wir werden
in Kürze eine Änderung des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation
über die Verantwortung für die Fälschung und die Entstellungen
historisch bedeutsamer Archivmaterialien vorschlagen.
Wenn
hier jemand meint, dass das alles zur Vergangenheit gehört, so irrt er
sich zutiefst. Es bezieht sich in erster Linie auf die Gegenwart.
Quelle:
http://kprf.ru/dep/80175.html
Die
Rede Iljuchins ist dokumentiert auf youtube (russ.):
http://www.youtube.com/
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Pressekonferenz
über die Fälschungen im Russichen Staatsarchiv
Auf
den Dokumenten der Allunions-KP (B) waren keine Stempel der KPdSU
Quelle
(Originaltext und Fotos): http://kprf.ru/dep/80269.html
Text:
Alexej Bragin (KPRF)
Fotos:
Igor Kasakow
Auf
Kommunisten-online am 22. Juni 2010 – Am 18. Juni 2010 fand in
der Staatsduma der Russischen Föderation eine Pressekonferenz mit dem
Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der KPRF S.N. Reschulskij und
dem stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees der Staatsduma für
Gesetzgebung und staatlichen Bau W.I. Iljuchin statt.
Wir
erinnern daran, daß Wiktor Iljuchin die Arbeitsgruppe der Fraktion der
KPRF zur Untersuchung der Umstände sogenannten „Katyner Sache“ in
der Staatsduma leitet. Zu dieser Kommission gehören unabhängige
Forscher, Wissenschaftler und ehemalige Mitarbeiter der
Staatsanwaltschaft. Die Kommission hat eine umfangreiche Arbeit
geleistet, deren vorläufige Ergebnisse am 19. April an dem von der
Fraktion der KPRF organisierten „Runden Tisch“ in der Staatsduma
vorgestellt wurde. Im Ergebnis der Untersuchungen wurde der
Dokumentarfilm „Das Polnische Kreuz Rußlands“ produziert, den man
auf der Website der KPRF anschauen kann. Wie Sergej Nikolajewitsch
Reschulskij darlegte, streben die Abgeordneten eine erneute
parlamentarische Untersuchung zu den jetzt vorliegenden Tatsachen an.
Die
Teilnehmer des „Runden Tisches“ kamen zu dem Schluß, daß die früher
von der russischen Staatsanwaltschaft geleitete Untersuchung der „Katyner
Sache“ voreingenommen war, und die Schlußfolgerungen der
Generalstaatsanwaltschaft folglich nicht den Tatsachen entsprechen. W.I.
Iljuchin äußerte sich empört über die „unverschämte“
antirussische Version, welche seinerzeit von dem nicht unbekannten
Goebbels eingeführt worden war, daß angeblich sowjetische Tschekisten
die polnischen Kriegsgefangenen erschossen haben sollen, und nicht die
deutschen Faschisten.
Die
Expertise bewies (und diese Tatsache verneint auch die polnische Seite
nicht), daß die polnischen Kriegsgefangenen mit deutschen Waffen und
deutschen Geschossen erschossen wurden. Die Hände
der Gefallenen waren nicht Hanfschur gefesselt, wie das zu jener
Zeit in der UdSSR üblich war, sondern mit Papierschnur, die in
Deutschland hergestellt wurde. Die Leichen trugen warme Kleidung, obwohl
nach der Version Goebbels und der modernen Sowjetfeinde, die Mitarbeiter
des NKWD die Erschießung angeblich im Mai 1940 vornahmen. Deshalb ist
unsere Version wahrscheinlicher, daß die Deutschen die Erschießungen
im Spätherbst 1941 durchführten. Der Ort der Erschießung in der Nähe
einer Autostraße und eines Pionierlagers ist deshalb zweifelhaft, daß
im friedlichen Jahr 1940 dort begonnen werden sollte, Massenerschießungen
zu veranstalten. Zu verschiedener Zeit wurden aus den Gräbern etwa
6.000 Leichen exhumiert, doch die polnische Seite hält uns für
schuldig am Tod von 21.700 Personen. Doch wo sind die übrigen Leichen?
Die
Antisowjetisten verweisen auf eine Notiz Berijas Politbüro des ZK der
Allunions-KP (B), wo er vorschlägt, die obengenannte Anzahl polnischer
Kriegsgefangener zu erschießen. Aber Schriftexpertise hat ergeben, daß
diese Notiz aus irgendeinem Grunde auf verschiedenen Schreibmaschinen
hergestellt wurde, und daß zu jener Zeit diese Schriftführung nicht
zugelassen war. Auf dem Beschluß des Politbüros gibt es weder eine
Unterschrift noch ein Siegel. Noch etwas, aus irgendeinem Grunde
befindet sich auf dem Auszug aus dem Beschluß das Siegel der KPdSU (das
Staatsarchiv machte dieses Dokument vor kurzem nach einem Hinweis D.
Medwedjews bekannt).
Nach
Aussagen W.I. Iljuchins gibt es einen Zeugen, der behauptet, daß Anfang
der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts im Apparat B. Jelzins eine
spezielle Gruppe geschaffen wurde, die sich mit der massenhaften Fälschung
von Dokumenten beschäftigte und sich in den ehemaligen Wochenendhäusern
der KPdSU in der Siedlung Nagornyj aufhielt. Daß es diese Gruppe möglicherweise
noch heute gibt, schloß der kommunistische Abgeordnete nicht aus.
„In
90er Jahren des vorigen Jahrhunderts erinnerte das Staatsarchiv an einen
großen Flohmarkt“, sagte W.I. Iljuchin. Insbesondere wurde bekannt,
daß im Gefolge von Jelzin von dem antisowjetischen Wendehals D.
Wolkogonow aus dem Geheimen Staatsarchiv Hunderte von Dokumenten in die
Kongreßbibliothek der USA entführt wurden. Schon jetzt ist bewiesen,
daß die Belege, nach denen J.W. Stalin angeblich ein Agent der
zaristischen Ochrana gewesen sei, das sogenannte Testament W.I. Lenins
sowie die Dokumente, die mit dem Verzicht Nikolais II. verbunden sind,
in dieser Zeit gefälscht wurden.
W.
Iljuchin stellte die rhetorische Frage: „Wem kann man in unseren
Archiven noch glauben?“ und
zog daraus die Schlußfolgerung, daß man auf staatlicher Ebene eine
Untersuchung dieser Tatsachen im Rahmen eines Straftatbestandes
einleiten muß, wobei alle Materialien dem Gericht zu übergeben seien,
das dann einen endgültigen Beschluß zu fassen habe.
Die
auf der Pressekonferenz anwesenden Vertreter der polnischen Massenmedien
und der antisowjetischen russischen Organisation „Memorial"
gerieten darüber buchstäblich aus dem Häuschen. Sie versuchten
erfolglos, den Kommunisten mit ihren Fragen in die Sackgasse zu führen,
was ihnen jedoch nicht gelang. Am meisten interessierten sich die
Antisowjetisten dafür, warum auf der Pressekonferenzen nicht der Zeuge
vorgestellt wurde, welcher über die geheime Gruppe in der Siedlung
Nagornyj berichtet hatte. „Wir fürchten für sein Leben“,
antwortete W.I. Iljuchin. „Der Zeuge wird der Untersuchung
vorgestellt, sobald sie auf staatlicher Ebene durchgeführt wird.“
Wiktor Iljuchin sagte auch, daß auf die Teilnehmer seiner unabhängigen
Kommission Druck ausgeübt werde und ihnen offiziell vorgeschlagen
worden sei, sich von diesen oder jenen Anträgen loszusagen.
Was
die Position der russischen Staatsmacht betrifft, eine Schuld der
ehemaligen sowjetischen Führung für die Erschießung der polnischen
Kriegsgefangenen anzuerkennen, nannte Wiktor Iljuchin sie
„unpatriotisch“, weil sie mit den Interessen des Landes
zuwiderlaufe.
„Das
polnische Volk ist ein stolzes Volk, das niemals vor jemandem etwas zu
bereuen hat,“ sagte W.I. Iljuchin. „Doch es sollte die in den 20er
Jahren des vorigen Jahrhunderts in polnischer Gefangenschaft
umgekommenen Rotarmisten eingestehen. Nach unseren Einschätzungen kamen
damals etwa 120.000 Rotarmisten in die polnische Gefangenschaft, von
denen etwa 80.000 – 85.000 gefoltert wurden und starben.“
Nach
der Pressekonferenz wurden den Journalisten die gefälschten Abdrücke,
die Blanko-Formulare aus den 30er-40er Jahren, sowie die echten
Petschaften und Stempel, die für die Herstellung der Fälschungen
verwendet wurden, zur Begutachtung vorgestellt. Dies alles hatte der
betreffende Zeuge aus der Siedlung Nagornyj, welcher unerkannt zu
bleiben wünschte, der unabhängigen Kommission zur Verfügung gestellt.
Er übergab einen ganzen Band hergestellter falscher Dokumente, darunter
der Dokumente über eine angebliche Zusammenarbeit des NKWD mit der
Gestapo. Wie die Expertise belegte, steht auf der Unterschrift Müllers
ein gefälschter Stempel, und die Unterschrift Berijas ist gefälscht.
Leider
haben die offiziellen Massenmedien, in erster Linie die großen
Fernsehanstalten, die Taktik des Verschweigens der Ergebnisse der
Untersuchung, die von der unabhängigen Kommission unter Leitung W.I.
Iljuchin geleitet wurde, fortgesetzt, obwohl es unumstößlich ist, daß
die von ihr bekannt gemachte Information sensationell ist. Leider sind
das die Spielregeln, nach denen die sogenannte „unabhängige bürgerliche
Presse“ verfährt.
Quelle
(Originaltext und Fotos): http://kprf.ru/dep/80269.html
Text:
Alexej Bragin (KPRF)
Fotos:
Igor Kasakow
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Wie
die Lohnschreiber des Imperialismus die
Geschichte fälschen
Die
Fälscher
Von
Albert Norden (links)
Auf
Kommunisten-online am 26. Juni 2010 – Angesichts der am 18. Juni
2010 auf einer Pressekonferenz in Moskau (*) durch die Kommunistische
Partei der Russischen Föderation (KPRF) entlarvten Fälschungen im
Russischen Staatsarchiv liegt es nahe, an Albert Norden zu erinnern, der
im Vorwort zu seinem 1959 erschienenen Buch „Die Fälscher“ schrieb:
Die
internationale Politik zwischen den beiden Weltkriegen stand vor allem
im Zeichen der Auseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus,
eines Kampfes, der auf zwischenstaatlicher Ebene die Sowjetunion zur
Zielscheibe immer neuer imperialistischer Angriffe und Intrigen machte
und national zwischen den herrschenden Klassen und der Arbeiterbewegung
der einzelnen Länder ausgetragen wurde.
Bis
1917 predigten die Ideologen des Kapitalismus, daß dieser, wenn nicht
die beste, so doch die einzig mögliche, höchstens noch zu verbessernde
Gesellschaftsordnung, der Sozialismus aber einfach Phantasterei sei,
gepredigt von bewußten Volksverführern und lebensfremden
Schwarmgeistern.
Als
1917 dem Sozialismus der große Sprung zur Tat gelang, als er auf einem
Sechstel des Erdballs Wirklichkeit wurde und die Militärintervention
zerschlug, die ihn in der Wiege ersticken sollte, da sah sich der
Imperialismus gezwungen, sein Arsenal zu ergänzen. Zwischen zwei Militäroffensiven,
die erste, die gescheitert, und die zweite, die erträumt war, trat die
Etappe der Vorbereitung. In ihr wurde die große Lüge zur permanenten
Waffe gegen die Sowjetunion. Von der leichten Kavallerie relativ kleiner
Schwindeleien über die angeblichen Fehlschläge sowjetischer
Wirtschaftsunternehmen bis zu schweren Verleumdungstanks von der
„Sozialisierung der Frauen“, der „Knechtung und Ausbeutung der
russischen Arbeiter“ oder etwa den beliebten „Ratten, die sich durch
die Körper der politischen Gefangenen des Sowjetregimes
durchfressen“, schien das Arsenal übelriechender Lügen unerschöpflich.
Die
Lügen allein taten es nicht. Wie oft hatte man den unvermeidlichen
Untergang der Sowjetmacht prophezeit! Welch ein Heer von Zahlen war
jahrelang aufgeboten worden, um ihre Lebensunfähigkeit zu bezeugen!
Aber sie lebte immer noch. Ja, sie wurde stärker und wuchs und überwand
die Schäden und Folgen von sieben Jahren Krieg und Bürgerkrieg. Es
konnte nicht ausbleiben, daß die Sonnenstrahlen der sozialistischen
Wirklichkeit das schwarze Lügengewölk zerteilten und daß immer größere
Arbeiterscharen der Wahrheit innewurden. Je länger, je mehr stumpfte
die Waffe der Lüge ab.
In
dieser Periode seit den frühen zwanziger Jahren, in der die Lüge
allein nicht mehr ausreichte und die neue bewaffnete Intervention noch
nicht unmittelbar auf die Tagesordnung gestellt werden konnte, trug die
Dokumentenfälschung beträchtlich zur Verschärfung der internationalen
Lage bei. Bei ihr handelte es sich um eine neue Variante des Lügenfeldzuges.
Plötzlich
tauchten in der kapitalistischen Öffentlichkeit Anordnungen und Briefe
aus Sowjetministerien und der Kommunistischen Internationale auf, die
den Empfängern – seien es kommunistische Parteien oder einzelne Persönlichkeiten
in den kapitalistischen Ländern – die Verübung aufrührerischer oder
anderer gesetzwidriger Aktionen anbefahlen. Es bedurfte in der Regel
keines sehr scharfen Auges, um die Fälschung zu erkennen. Aber ein Teil
der imperialistischen Welt griff gierig zu in der Meinung, hier ein
probates Mittel zur Verhinderung normaler Beziehungen mit der
Sowjetunion und zur Verfolgung der Arbeiterbewegung des eigenen Landes
gefunden zu haben. Das klassische folgenschwere Beispiel dieser Art
lieferte der sogenannte Komintern-Brief, den die englischen
Konservativen 1924 erfolgreich benutzten, um eine antisowjetische
Kampagne zu entfesseln; er trug dazu bei, der Labour Party bei den
Wahlen am 8. Oktober eine Niederlage beizubringen. Die nicht zuletzt
dank dieser Fälschung zur Macht gekommene konservative Regierung
verhinderte lange Zeit das Inkrafttreten eines vor den Wahlen
abgeschlossenen englisch-sowjetischen Handelsvertrages.
Der
Brief, aus Moskau datiert und in plumper Weise den englischen
Kommunisten „revolutionäre“ Direktiven erteilend, ist natürlich
nie in Moskau und überhaupt von keinem Kommunisten geschrieben, sondern
von antisowjetischen Zirkeln zusammengestümpert worden.
Wer
diesen „Komintern-Brief“ fabrizierte, ist bis auf den heutigen Tag
nicht endgültig geklärt. Verschiedene zaristische Emigrantenklüngel
stritten sich um die zweifelhafte Ehre der Urheberschaft. Der Schreiber
dieser Zeilen war Zeuge, wie sich 1929 ein Staatsanwalt des Zaren,
Wladimir Orlow, vor einem deutschen Gericht rühmte, das Bubenstück in
Berlin durchgeführt zu haben. Gerade
auf deutschem Boden trieb die antisowjetische Dokumentenfälscherei
besonders giftige Blüten.
Was
sich aber etwa zwischen 1925 und 1950 unter der Oberfläche offiziell
normaler Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion zutrug,
wie antisowjetische Verbrechen in der Treibhausluft der unaufrichtigen
Stresemannschen Außenpolitik gediehen, darüber zu informieren ist
dringlich (zumal sich die westdeutsche Geschichtsschreibung über dieses
Thema in allen Tönen ausschweigt, obwohl sie jener Periode wahrhaftig
nicht wenige Publikationen widmet). Denn wenn die zweideutige deutsche
Außenpolitik jener Phase der Weimarer Republik die schwarzen Untaten
der dunklen antisowjetischen Gestalten ermöglichte, so bereitete sie
damit dem offenen Kriegskurs des Hitlerfaschismus das Feld.
Es
ist aber auch überaus aktuell, diesen Vorgängen Aufmerksamkeit zu
schenken, weil man in der westdeutschen Politik der Gegenwart auf
Schritt und Tritt antisowjetischen und antikommunistischen Fälschungen
begegnet, wie sie vor einer Generation die Welt beunruhigten.
Quelle:
Albert Norden, Fälscher
– Zur Geschichte der deutsch-sowjetischen Beziehungen, Dietz Verlag
Berlin, 1965, S.9ff. (Auszug)
Anmerkung:
Zu einer Pressekonferenz am 18. Juni 2010 entlarvten der
Fraktionsvorsitzende der KPRF, S.N. Reschulskij und der verdiente Jurist
und stellvertretende Vorsitzende der Staatsduma der Russischen Föderation,
Professor Dr. Dr. W.I. Iljuchin, die antikommunistischen Fälschungen in
Russischen Staatsarchiv. Zahlreiche Fotos dieser Pressekonferenz -
siehe: http://kprf.ru/dep/80269.html
- deutsche Übersetzung des Textes – siehe: http://www.kommunisten-online.de/blackchanel/berija2.htm#Pressekonferenz
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