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„Benzin
statt Brot – die Armen leiden“ [1]
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 10. März
2011 –
Der Wirbel um die Benzinsorte Super E10 sorgt derzeit in
Deutschland und Europa für Wirbel. EU und Bundesregierung wollen etwas
„für die Umwelt“ tun, die Autofahrer wissen nicht, ob ihre
Fahrzeuge (auf die sie angewiesen sind und für deren Reparaturen oft
das Geld fehlt) diesen Sprit ertragen. Die Wogen schlagen hoch und jeder
schiebt jedem den Schwarzen Peter zu, in der Hoffnung, er möge nicht
zurückkehren.
Was
ist der Hintergrund dieser Kampagne? Seit Jahren wird Stimmung wegen des
„Klimawandels“ gemacht. Während die Panikmacher zur besten
Sendezeit im Fernsehen auflaufen dürfen, werden kritische Stimmen erst
nach 01.00 Uhr gebracht, damit möglichst wenige Menschen mitbekommen,
dass mit dem Klima eine weitere Sau durchs Dorf getrieben wird. Und das
passiert nun schon seit Jahren erfolgreich.
In
dem Zusammenhang kann ich mich an einen amerikanischen Klimaforscher
erinnern, der sinngemäß sagte, Klimavoraussagen sind wie Poolbillard,
wenn man die Lage einer Kugel nach zehn Stößen voraussagen will.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Tisch im völligen Dunkeln steht, wir
nicht wissen wie groß der Tisch ist, wo die Löcher sind und wie viele
Kugeln überhaupt im Spiel sind. Zu gut deutsch: die Klimatologen wissen
zu wenig, um gesicherte Schlüsse abzugeben. Aber nicht das ist Zweck
der heutigen Betrachtung. Zumal das Tun für das Klima nichts
Verwerfliches ist, wenn es denn etwas fürs Klima bringt.
Erneuerbare
Energie ist a priori nichts Schlechtes, wenn sie denn sinnvoll
eingesetzt wird. Was hat es nun mit dem Sprit Super E10 auf sich? Das
Bioethanol, das diesem Sprit mit einem Anteil zu 10% beigemischt wird,
wird vor allem aus Soja, Mais und Getreide
gewonnen, also aus Pflanzen, die in weiten Teilen der Welt zu den
Grundnahrungsmitteln gehören. Da nun die Nachfrage nach diesen
Pflanzenprodukten ansteigt, werden sie teurer und dadurch für sehr
viele arme Menschen unbezahlbar. Ergo, der Hunger in der Welt steigt mit
jedem Liter Umweltsprit. Oder anders ausgedrückt, wir fahren unsere
Autos mit dem Blut der Ärmsten der Armen.
Das
ist aber immer noch nicht alles. Anstatt die Landwirtschaft in Europa in
die Lage zu versetzen, ihre Agroprodukte selbst herzustellen, werden Prämien
für Flächenstilllegungen gezahlt und die Produktion der Pflanzen ins
Ausland transferiert. Zudem bauen viele Länder Produkte an, die sie in
den Industrieländern gut absetzen können, die aber für ihre Bevölkerung
nicht als Nahrung dienen können, wie z.B. Kaffee, Kakao, Bananen. In
der Folge müssen wieder Grundnahrungsmittel teuer eingeführt werden.
Selbstversorgung wäre allemal billiger.
Dazu
kommt, dass in den Entwicklungsländern riesige Landflächen gepachtet
werden, um eben für das Pachtland die entsprechenden Produkte
anzubauen, die für die Bevölkerung des entsprechenden
Entwicklungslandes nicht genutzt wird. Aber auch das Land kann für die
Ernährung der Bevölkerung nicht benutzt werden, es ist
verpachtet, weg, unbrauchbar für den Nahrungsmittelanbau des
betreffenden Landes. Wenn dann noch Gelder in den undurchsichtigen Kanälen
solcher Länder verschwinden, wird die Misere noch größer.
Und
zum Schluss sitzen wie überall die Spekulanten, die sich an der Not der
Menschen noch bereichern. „Spekulation und Armut schaukelten sich
gegenseitig hoch, warnte Sarkozy.“ [1] „Der französische Präsident
Nicolas Sarkozy will deshalb als Vorsitzender der Gruppe der 20 führenden
Industrie- und Schwellenländer (G-20) den Anstieg der
Lebensmittelpreise bremsen und mit strengeren Regeln den Einfluss von
Spekulanten an den Rohstoffmärkten eindämmen.“ [1]
Wenn
denn diese Regeln genauso
schnell kommen, wie die Bankenregeln nach dem Finanzcrash 2008, warten
wir wohl bis zum St. Nimmerleinstag auf diese Regeln des Monsieur
Sarkozy. Wie immer dürfte sich das Gedöns in Wohlgefallen auflösen.
Aber in Einem muss ich Monsieur Sarkozy doch widersprechen. Spekulation
und Armut schaukeln sich nicht „gegenseitig hoch“. Hier wird schon
wieder versucht, die Armen in die Haftung zu nehmen. Schuld sind NUR die
Spekulanten.
Die
Probleme sind der Bourgeoisie also bekannt. Es sind auch die Wege zu
ihrer Lösung bekannt. Nun ist die Frage, warum werden sie nicht gelöst?
Ganz einfach, weil dann der Profit beschnitten wird. Der Profit ist das
Nonplusultra des Kapitalismus. Ohne Profit geht gar nichts, ohne Profit
ist es kein Kapitalismus. Also interessiert niemanden wirklich die Lage
der Armen, solange noch ein Quäntchen Profit heraus zu quetschen ist.
Eine
wirkliche Lösung des Problems ist von dieser Gesellschaftsordnung also
nicht zu erwarten. Dieses Problem kann nur umfassend gelöst werden, mit
der Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung, mit dem
Ende der Profitmacherei. Die sozialistische Revolution wird auch alle
anderen Probleme der Menschheit lösen, nicht gleich, dafür aber
nachhaltig.
Schließen
wir uns zusammen! Zeigen wir unseren Unterdrückern, was wir von ihnen
halten! Zeigen wir ihnen Ägypten, Tunesien, Libyen, Bahrein und
Wisconsin!
Rot
Front
Werner
[1]
„Freies Wort“ vom 09. März 2011 Seite 23 „Benzin statt Brot - die
Armen leiden“
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Anne
Will:
„Sehnsucht
nach einer besseren Welt – brauchen wir mehr ‚Gutmenschen’?“
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 22. Juniz 2011 –
Um es vorwegzunehmen: nein,
brauchen wir nicht. Denn Gutmenschen sind nicht gleich gute Menschen.
Herr Martin Lindner (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der
FDP-Bundestagsfraktion) stellt dies klar: „Gute Menschen werden
gebraucht, Gutmenschen aber sind welche mit erhobenem Zeigefinger, die
glauben zu wissen wie es moralisch richtig ist.“ Und Herr Bolz, seines
Zeichens Medienexperte wusste vorher zu bemerken: „An Gutmenschen stört
mich nichts, solange es privat bleibt.“
Die
Botschaft ist eindeutig: Haltet euch aus der Politik heraus, davon
versteht ihr nichts. Überlasst das denen, die das berufsmäßig
betreiben. Die haben die nötigen Kenntnisse (woher eigentlich) und das
nötige Wissen (woher eigentlich), um die Probleme für euch zu lösen.
Und
dann setzt Herr Lindner noch eins drauf. In Bezug auf Afghanistan sagt
er: „ Wir müssen gucken, wie wir mit praktischer Politik ein Stückchen
mehr Frieden, mehr Freiheit, mehr Wohlstand erreichen.“ Da fragt sich
doch das dumme Wahlvolk, wie man das eigentlich so macht. Ein paar
Soldaten mehr nach Afghanistan? Ein paar schwere Waffen mehr nach
Afghanistan? „Die Taliban in die Kanone des „Leopard II“ blicken
lassen“?
Überhaupt
Krieg. Herr Lindner (aber auch andere lassen fundamentale Kenntnisse
vermissen) behauptet doch allen Ernstes, Herr Kissinger, damals Berater
des US-Präsidenten habe den Vietnamkrieg beendet. Soweit ich informiert
bin, Herr Lindner kann das durchaus mal nachprüfen lassen, haben die
Soldaten der südvietnamesischen Befreiungsfront FLN die Amerikaner und
ihre Lakaien mit Panzern des Typs T-54 und T-55 aus Saigon hinaus
gejagt. Saß da Herr Kissinger drin und hat seine eigenen Landsleute
beschossen, Herr Lindner? Im verdrehen historischer Tatsachen waren sie
ja schon immer firm. Ein gelehriger Schüler des Herrn von Lambsdorff
halt.
Aber
kommen wir noch mal zurück zum Stückchen mehr Frieden, Freiheit und
Wohlstand. Wie, Herr Lindner, möchten Sie es denn erreichen? Mit Krieg?
Ihre praktische Politik in Afghanistan ist doch Krieg. Von Brunnen und
Krankenhäusern ist doch schon lange keine Rede mehr und wenn, dann nur
in Bezug auf verwundete Soldaten der Bundeswehr. Ein bisschen mehr
Freiheit für die Afghanen? Wollen Sie die mit Krieg erreichen? Denn Sie
wollen ja nicht heraus aus Afghanistan. Und wenn die Soldaten der
Besatzungsmächte drin bleiben, geht der Krieg weiter. Und er wird immer
weiter eskalieren. Aber das interessiert niemanden wie Sie.
Herr
Lindner will den Afghanen Wohlstand bringen. In dem er sie Mohn anbauen
lässt, aus dem dann Opium, Heroin und andere Drogen hergestellt werden?
Nun möchte ich Herrn Lindner nicht persönlich der Befürwortung der
Drogenvermarktung beschuldigen. Damit tue ich ihm sicher Unrecht. Aber
es ist doch schon komisch, dass die Besatzer überhaupt nicht gegen den
Drogenanbau in Afghanistan vorgehen. Demzufolge ist der Mohnanbau stets
im Wachsen begriffen. Die Taliban hatten ihn verboten und dieses Verbot
auch durchgesetzt. Zum Teil mit gutem Erfolg. Jetzt ist er wieder
erlaubt, ein Stück „demokratischer Freiheit“ a la Westen?
In
dem Zusammenhang ließ Herr Kretschmann (erster grüner Ministerpräsident
eines Bundeslandes [Baden-Württemberg]) auch mal einen gucken. Er
behauptete, dass „… wir in der westlichen Welt keine Angriffskriege
mehr führen.“ Auf die Frage, ob der Afghanistankrieg kein
Angriffskrieg wäre, im Brustton der Überzeugung: „Der Krieg ist
daraus entstanden, dass es (Afghanistan) Operationsbasis von Terroristen
war.“ Schon erstaunlich diese Meinung.
Tja,
Herr Kretschmann, wann lassen Sie ihre Truppen in die anderen Länder
einfallen, die „Operationsbasis von Terroristen“ sind oder als
solche betrachtet werden. Ich hätte ein paar Vorschläge: Jemen,
Somalia, Sudan, Kongo, Eritrea, Kuba, Venezuela, Nicaragua, Koreanische
DVR, Vietnam. Herr Kretschmann, der Krieg ist daraus entstanden, dass
einige Länder Regierungen haben, die die Naturreichtümer nicht von
einer internationalen Räuberbande plündern lassen wollen. Und wer
nicht für die Monopole ist, muss eben diszipliniert werden: Selbstverständnis
des amerikanischen Weltgendarmen, wobei der deutsche Vizesheriff
mittlerweile auch seine Pröbchen haben will. Und wie ist das mit Irak,
Libyen? Keine Angriffskriege? Ach, ich Dummchen, da schützt man ja die
Zivilbevölkerung! So was aber auch, wie konnte ich dies vergessen.
Dann
lässt Herr Bolz, seines Zeichens Medien“wissenschaftler“ eine
Granate los: „Politik ist Drecksarbeit!“ Das erinnert doch stark an
die „Hure Politik“, mit der sich der rechtschaffene Bürger in den fünfziger
Jahren des letzten Jahrhunderts doch bitte nicht einlassen solle. Und um
dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, meint Herr Bolz, dass Otto
Normalverbraucher bitteschön die Schnauze zu halten habe, wenn es um
Politik geht, denn: „Leute, die keine Ahnung haben, glauben, Stellung
nehmen zu müssen.“ Damit ist jegliche Teilhabe, die von Bürgern
gefordert wird, abqualifiziert. Und solche Leute dürfen sich in Studios
des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks setzen und ihren Standpunkt verkünden.
Sie dürfen das aus einem bestimmten Grund: Sie vertreten die Meinung
des Großkapitals, das allein meint in der Lage zu sein, zu wissen, was
den Leuten gut tut, nämlich die Verlagerung des gesellschaftlichen
Reichtums von unten nach oben. Und Menschen wie Herr Bolz liefern ihre
Mitmenschen aus, in der Hoffnung, dass ein paar Krumen von Tisch der
Reichen für sie abfallen.
Dann
hat Herr Lindner natürlich auch noch was zu fordern: „Man darf nur
nicht die alt ausschauen lassen, die das machen, uns.“ Also, was auch
Eure Politiker machen, lobt sie über den grünen Klee, schiebt ihnen
noch ein paar Scheine rüber, lasst sie bloß nicht „alt
ausschauen“. Herr Lindner, so alt wie Sie und ihre Parteifreunde als
Politiker ausschauen können Sie in diesem und im nächsten Leben
gar nicht werden.
Zum
Schluss bestätigte Herr Bolz nochmals seine politische Fachkompetenz,
indem er den Grünen bescheinigte, sie machten jetzt den Wechsel zum
Pragmatismus durch, den die SPD mit der Agenda 2010 gemacht hätte. Herr
Bolz, Sie haben Wesentliches verschlafen. Die SPD hat diesen Wechsel zum
Pragmatismus mit dem endgültigen Verrat an der Arbeiterklasse spätestens
mit dem Godesberger Programm vollzogen. Manche verlegen aber diesen
Verrat an der Arbeiterklasse schon in die zwanziger Jahre des letzten
Jahrhunderts.
Jedem
Leser sei empfohlen, diesen Beitrag vom Sonntag in der Mediathek der ARD
sich anzuschauen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Politiker
profilieren und outen, wenn sie meinen recht zu haben. Und noch eines
Genossen, im Moment können wir sie alle in einen Sack stecken und drauf
hauen, wir treffen immer die Richtigen. In diesem Sinne, fröhliches
Hauen.
Rot
Front
Werner
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Hierhin
gehen die Milliarden, die die Völker
erarbeiten und als angebliche Hilfe nach Griechenland, Portugal,
Irland usw. gehen:

Ins
Bankenviertel nach Frankfurt zu den Großbanken |
Das
Milliarden-Euro-Desaster –
oder:
Hilfe
für Griechenland?
Von whs |
Das
Milliarden-Euro-Desaster –
oder:
Hilfe
für Griechenland?
Von whs
Arbeiterkorrespondenz auf Kommunisten-online vom 28. Juni 2011 – Nun, ein
Milliarden-Euro-Desaster wird es ohne Zweifel. Und ohne Zweifel werden
wieder die arbeitenden Menschen die Zeche bezahlen. Denn solche
„Rettungsversuche“ gehen immer so aus, die Geschichte zeigt es.
Aber, und diese Frage stellt sich wirklich, ist es tatsächlich Hilfe für
Griechenland?
Angeblich
haben „die Griechen“ bei ihrem Eintritt in den Euro-Raum den Rest
Europas „belogen und betrogen“. Offensichtlich stimmte keines der
Eintrittsmerkmale bei Griechenland. Mehr oder weniger waren sie wohl
alle „geschönt“.
Aber,
wer hat denn da nun „belogen, betrogen“ und „geschönt“? Waren
es „die Griechen“? Wohl kaum. Wie hätte der Hafenarbeiter in Piräus
die griechischen Zahlen „schönen“ können? Wie hätte der Dreher in
Thessaloniki die Staatsverschuldung „schönen“ können? Wie hätte
der Postbote in Larissa die Steuerbehörde beeinflussen können?
Es
ist also wieder einmal die Machtfrage, die uns beschäftigt. In
Griechenland ist aber wie in der gesamten EU eine Klasse an der Macht,
die Bourgeoisie. Sie hat also Gesetze erlassen lassen, die ihren
Interessen entsprechen. Denn dazu hat sie schließlich ihr Machtorgan,
den bürgerlichen Staat, damit er ihre Interessen wahrnimmt und schützt.
Und da der griechischen Bourgeoisie die Interessen der griechischen
Bourgeoisie am nächsten sind, hat der griechische Staat zunächst
einmal deren Interessen zu schützen. Das hat er denn auch getan.
Um
also die oben aufgeworfenen Fragen kurz und bündig zu beantworten, die
griechische Bourgeoisie hat geschönt bzw. schönen lassen. Es waren
also nicht „die Griechen“ sondern nur ein kleiner Teil der
griechischen Gesellschaft.
Laut
Ratschluss der EU-Oberen aber sollen „die Griechen“ nun kürzer
treten, also alle Griechen, ohne Ausnahme. Die griechische Regierung hat
auch schon die ersten Maßnahmen ergriffen: Lohnkürzungen, Rentenkürzungen,
Streichung von Sozialausgaben, Steuererhöhungen. Komischerweise treffen
diese Maßnahmen aber nur den arbeitenden Teil der Bevölkerung
(worunter ich die Rentner mit einbeziehe). Diejenigen, die ihre
Einnahmen vor allem durch Ausbeutung erzielen, trifft es nicht. Und das
ist kein Zufall, denn der griechische Staat ist der Staat der
griechischen Bourgeoisie, nicht der griechischen Arbeiterklasse,
Bauernklasse und Schicht der Intelligenz sowie der kleinen Handwerker
und Gewerbetreibenden.
Nun
wird natürlich auch in Deutschland heftig diskutiert, ob der
beschlossenen „Hilfsmaßnahmen für Griechenland“. Aber da haben wir
schon den nächsten Etikettenschwindel. Die sogenannten Hilfsmaßnahmen
für Griechenland sind in Wirklichkeit Hilfsmaßnahmen für europäische
Privatbanken. Dazu noch ein kurzer Gedanke.
Die
Staaten leihen sich von Banken Geld. Für dieses Geld erhalten sie von
den Staaten Zinsen. Die sind etwas niedriger als die Zinsen für
Privatkunden, aber immer noch hoch genug. Zusammen mit den Zinsen werden
Tilgungen an die Banken zurück überwiesen. Das läuft also wie bei
einem Privatkredit. Nun verleihen die Banken aber nicht ihr eigenes
Geld. Das holen sie sich von der Europäischen Zentralbank und zahlen
dafür den normalen gültigen Leitzins.
Wenn
also eine Bank einem Staat Geld leiht, dann hat sie nur durch das
Umschaufeln des Geldes von
einem Konto auf ein anderes schon einen Reibach in Millionenhöhe
gemacht. Den Gewinn zahlt der Staat, also der Steuerzahler. Er wird also
gesellschaftlich erwirtschaftet. Eingesteckt wird er von den Aktionären
der Privatbank, also privatkapitalistisch angeeignet. Wie das im
Kapitalismus eben so funktioniert.
Wenn
nun die Kreditwürdigkeit eines Staates leidet, werden von den Banken
die Zinsen erhöht. Die Belastungen, die der Steuerzahler zu tragen hat,
werden größer. Gleichzeitig wird die Investitionsfähigkeit des
Staates weiter herab gesetzt. Damit aber sinkt die
eingenommene Steuer, es werden neue Kredite nötig. Die Schraube
dreht sich weiter.
Und
jetzt kommt die EU und „hilft“. Was macht sie? Sie fordert vom
griechischen Staat massive Einsparungen, also eine weitere Einschränkung
seiner Investitionen. Die EU macht also das Gleiche, wie die Banken, sie
verschlechtert die Zahlungsfähigkeit des griechischen Staates. Warum
tut sie das?
Der
griechische Staat schuldet großen europäischen Banken vor allem in
Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Großbritannien viel Geld. Bei einer
Umschuldung wäre dies weg. Im Moment verkaufen diese Banken ihre
Schuldforderungen an die EZB und damit an den Steuerzahler. Im Falle
einer Umschuldung Griechenlands sind die Profite der Banken gesichert.
Die Zeche zahlt wieder mal der Arbeiter, der Bauer, der Ingenieur, der
Maurer und der Obsthändler, also alle die, die von ihrer eigenen Hände
(und Köpfe) Arbeit leben. Und eben dies ist das Ziel der EU, denn sie
ist das (noch nicht fertige) Machtinstrument der europäischen
Finanzoligarchie, die ein immer gewichtigeres Wort auf der
internationalen Bühne zu sprechen gedenkt.
Für
alle arbeitenden Menschen in Stadt und Land kann es nur eines geben:
Solidarität mit den Völkern Griechenlands, Spaniens, Portugals,
Irlands. Diese Völker sollen dafür bestraft werden, dass einige
Finanzhaie den Rachen nicht voll genug bekommen.
Die
griechischen, spanischen, portugiesischen und irischen Völker erheben
ihre Stimme und ihren Protest gegen die volksfeindliche Politik der EU.
Stimmen wir in diesen Protest mit ein! Denn auch um Deutschland wird
diese Bande in den Nadelstreifenanzügen keinen Bogen schlagen.
Es
lebe die internationale Solidarität aller arbeitenden Menschen!
Rot
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