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siehe auch:
Ein zum Bundespräsidenten aufgestiegener „kulturell
depravierter Sparkassenleiter“ hält
eine Rede vor Freunden im Nadelstreifen
Horst
Köhler der Super-Lübke der Konzerne?
von
Günter Ackermann
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Nie
war viel davon zu halten...
Bundesrepublik
Deutschland und ihre Präsidenten
von
Günter Ackermann/23. März 2005
0.
Vorgeschichte
Ich
verrate kein Geheimnis, wenn ich feststelle, dass die Niederlage
Deutschlands 1945 so total war, dass keine Dolchstoßlegende, wie noch
nach dem 1. Weltkrieg, glaubwürdig verkauft werden kann. Deutschland
war in Besatzungszonen eingeteilt, die Siegermächte bestimmten, wo es lang
geht.
Dabei
hatten die westlichen Besatzungsmächte von Anfang an vollkommen andere
Vorstellungen von dem, was aus Deutschland werden sollte.
Die
UdSSR orientierte sich an dem, was Stalin bereits im Krieg am 22. 2.
1942 anlässlich des Gründungsjubiläums der Roten Armee gesagt hatte „die
'Hitler' kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat
bleibt“.
Bereits
vor dem 8. Mai 1945 wurden in den befreiten Städten örtliche
Selbstverwaltungen gegründet. Es wurden Antifaschisten und
Widerstandskämpfer gegen Hitler mit Aufgaben der Verwaltung betraut.
Parteien wurden sehr viel früher zugelassen, als in den Westzonen –
nicht nur die KPD.
Vorgesehen
war in Berlin eine Behörde aus Deutschen zu schaffen, die der
Grundstock einer zukünftigen deutschen Regierung sein sollte.
Dass
hier ehemalige Faschisten nicht vorkommen sollten, versteht sich.
Das
wurde von den Westmächten, vor allem den USA, hintertrieben. Bereits
kurz nach dem Krieg bedienten sich die USA ehemaliger Nazis, auch
solcher, die von Blut trieften. Vorsaussetzung war, sie passten den USA
ins antikommunistische Konzept.
So
wurde der Chef der Abteilung „Fremde Heere Ost“ im faschistischen
Geheimdienst, also die Abteilung, der die gesamte Spionage im Osten
unterstand, ein gewisser Generalmajor Reinhard Gehlen, bereits 1946
wieder reaktiviert und in amerikanische Dienste genommen. Er leitete die „Organisation
Gehlen“, die personell mit der Abteilung „fremde Heere Ost“,
verstärkt durch Leute aus der SS, also dem SD. Sie befasste sich mit
dem, was sie bereits vor 1946 gemacht hatten: Spionage gegen die
Sowjetunion.
Ziel
der Westmächte war, zu verhindern, dass die sowjetischen Ziele, ein
abgerüstetes neutrales Deutschland, Wirklichkeit werden konnte. Sie
brauchten Deutschland und das deutsche Wirtschaftspotential, aber auch
die deutsche militärischen Erfahrungen, um im beginnenden Kalten Krieg
ihren aggressiven Gelüsten nachgehen zu können.
Alle
Versuche von der sowjetischen Regierung und deutschen Antifaschisten, diese deutsche Zentralverwaltung
zu schaffen, wurden vom Westen hintertrieben. Mit der Währungsreform
zeichnete sich ein Scheitern dieser sowjetischen Pläne ab, mit der
Gründung der BRD, wurde die Spaltung Deutschlands für viele Jahrzehnte
besiegelt.
1.
Gründung der BRD
Die
BRD musste sich nach außen als antifaschistischer Staat präsentieren,
im inneren aber waren die Verwaltungen, die Justiz, Polizei usw. voll
mit alten Nazis. Die Personallisten der Politischen Polizeien ähnelten
fatal denen der Gestapo. Naziblutjuristen begleiteten höchste Ämter
der Justiz usw..
1.1.
Erster Bundespräsident:
Theodor
Heuss (1884-1963)
Der
erste Kanzler dieser Republik, Adenauer, war in den 20er Jahren für die
Abtrennung des Rheinlandes an Frankreich durch die Rheinische Republik
eingetreten. Sein Weltbild war das eines katholischen rheinischen
Provinzlers.
Adenauer
war der Macher, aber er polarisierte, er integrierte nicht. Der neue
Bundespräsident musste einer sein, der der Politik, die Adenauer
machte, keinen Widerstand entgegen setzte, trotzdem die Fähigkeiten des
Ausgleichs haben musste.
Heuss
entsprach diesem Ideal. Er war nie Nazi gewesen und hatte 1932 ein Buch
über Hitler verfasst. Er galt daher vor 1933 als liberaler Experte für die
NSDAP. Er hatte allerdings den beschränkten Blickwinkel eines Liberalen und
Bildungsbürgers in Bezug auf Hitler, die Nazis waren ihm zu brutal, zu
unkultiviert, zu ungebildet.
Das
hinderte ihn aber nicht, am 23. März 1933 im
Reichstag dem
Ermächtigungsgesetz zuzustimmen.
Heuss
war nie Widerständler gewesen. Er verdiente sich sein Brot in der
Nazizeit mit Zeitungsartikeln, z.B. in der Frankfurter Zeitung. Als er
dann nicht mehr als Journalist beschäftigt werden durfte, konnte er
trotzdem weitermachen - unter Pseudonym. Auch schrieb er Lobhudelbücher
über deutsche Industriellengrößen und Wissenschaftler und Politiker: 1937
über den Politiker Friedrich Naumann, 1939 über den Architekten Hans
Pölzig (1869-1936), 1940 über den Zoologen Anton Dohrn und 1942 über
den Chemiker Justus von Liebig.
Seit 1943 arbeitet er an der Biographie des Industriellen Robert Bosch
(1861-1942), das 1946 publiziert wird.
Heuss
liebte die Unverbindlichkeit, war aber als Bundespräsident nicht unpopulär.
Seine schwäbelnde väterliche Art, seine sonore Stimme, waren sein
Markenzeichen.
Er
band von der SPD bis zu den Ex-Nazis die politische Klasse der BRD an
diesen Staat.
Als
dann die BRD wieder militarisiert werden sollte und sich die Mehrheit
der Bundesbürger gegen eine Wiederbewaffnung aussprachen, war Adenauer
der Einpeitscher der Politik der Vertiefung der Spaltung Deutschlands,
aber Heuss’ Art sicherte die Politik Adenauers ab.
Als
Theodor Heuss 1959 nach 10 Jahren sein Amt aufgeben musste, war die BRD gefestigt, die
Spaltung Deutschlands jedoch besiegelt.
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2.
Zweiter
Bundespräsident:
Heinrich
Lübke (1894-1972)
Eigentlich
hatte sich Adenauer auf sein Altenteil zurückziehen wollen und wollte
Nachfolger von Heuss werden. Die Restauration des Kapitalismus war geglückt,
die Remilitarisierung auch. Die BRD war zwar noch nicht voll souverän,
stellte aber bereits wieder eine gewisse Macht dar. Andere hätten die
Politik im Sinne des deutschen Imperialismus weitermachen können. Als
der eigentliche Architekt der BRD und der Spaltung Deutschlands gebührte
ihm die Ehre des Repräsentanten der BRD, des Bundespräsidenten.
Er
wurde am 7. April: zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten
nominiert, zog aber einige Monate danach seine Kandidatur zurück. Gründe
werden verschiedene genannt: Er habe erkannt, dass der Bundespräsident
keine Macht habe oder er mochte seinen designierten Nachfolger Ludwig
Erhard nicht oder es war einfach Altersstarrsinn, immerhin war Adenauer
im Jahr 1959 bereits 83 Jahre alt. Wie dem auch sei, Adenauer blieb Kanzler.
Der
Landwirtschaftsminister im Kabinett Adenauer wurde stattdessen
nominiert: Heinrich Lübke.
Heuss
musste noch Hitlergegner gewesen sein. Das galt für seinen Nachfolger
nicht mehr. Es war eigentlich gleichgültig, wer jetzt Bundespräsident
wird – er musste nur reaktionärer Gesinnung sein.
Die
Nachkriegszeit war weitgehend abgeschlossen, die BRD gefestigt und war
Mitglied des Kriegsbündnisses Nato. Die einzige Opposition von Gewicht
gegen Adenauer, die KPD, war verboten und hatte weitgehend die Basis
verloren – z.T. wegen eigner Fehler.
Die
SPD hatte mit dem Godesberger Programm nun auch offen ihren Frieden mit
dem Kapitalismus gemacht.
Über
dem Land lag ab Mitte der 50er Jahre eine bleierne Starre. Ich kam
damals aus der DDR und war erschrocken über die Unfreiheit in der BRD.
Überall reaktionäre Pfaffenherrschaft, die Kinder gingen in
konfessionsgebundene „Volksschulen“. Diese waren nach dem erklärten
Willen der Schulbürokraten nur dazu da, den Kindern der Arbeiterklasse
das notwendige Basiswissen zur späteren Verwertung ihrer Arbeitskraft
durch das Kapital zu vermitteln. In den letzten Klassen der
„Volksschulen“ wurde vor allem Religion vermittelt. Allein 6 Stunden
Religion hatte ich in der 8. Klasse pro Woche, aber nur zwei Stunden
„Naturlehre“. Das war Unterricht in Physik, Chemie und Biologie in
einem. Was ich gelernt hatte, hatte ich in der DDR in der Schule
gelernt.
Die
Restauration des Kapitalismus war gelungen und erst einmal
abgeschlossen. Es waren die Jahre des sog. Wirtschaftswunders. Ein
Wunder, das es niemals gegeben hatte, Durch die brutale und rücksichtslose
Ausbeutung von Zwangsarbeitern hatte das Hitlerregime die Rüstungsindustrie
ausgebaut. So war das Industriepotential der Westzonen, also der BRD,
auf dem Niveau des Deutschen Reiches von 1938. Und das trotz der
Gebietsverluste im Osten, also des Industriereviers in Oberschlesien und
den Verlust der gesamten Sowjetischen Zone/DDR. Es musste nur ein Markt für
westdeutsche Produkte vorhanden sein und den gab es dann ab der Währungsreform.
Das
ist das ganze „Wirtschafswunder“. Trotzdem waren die Deutschen
fasziniert, Nach Krieg, Zerstörung und Hunger gab es genug zu essen und
es gab Kleidung, Heizmaterial, es wurden Wohnungen gebaut.
Wohlstand
oder gar „Fresswelle“ sind reine Erfindungen. Aber die
Deutschen hatten sich nach Krieg und Zerstörung arrangiert .
Man
übersieht dabei das schlechte Bildungssystem – das Gesundheitssystem
war auch nicht besser. So hatte die BRD mit die höchste Müttersterblichkeit
der europäischen Staaten, während die DDR die geringste hatte. Das
gleiche galt für Kindersterblichkeit.
Entbindungen
unter ärztlicher Kontrolle gab es nur für die, die es bezahlen
konnten. Die Krankenkassen taten es nicht, weil Geburt keine Krankheit
sei. Schutzimpfungen – außer der obligatorischen Pockenschutzimpfung
– gab es nicht, sie musste privat bezahlt werden. In der DDR war das
alles obligatorisch. Dort gab es bei Schwangerschaft und Geburt seit
1958 Vorsorgeuntersuchungen für Mütter und Kinder und es gab Beihilfen
bei Geburten, die den Erwerb der Grundausstattung für das Kind nach der
Geburt ermöglichten. In der BRD dagegen nichts dergleichen.
Ein
Visionär im Palais Schaumburg (dem damaligen Amtssitz des Bundespräsidenten)
wäre eine Fehlbesetzung gewesen.
Der
dumpe Provinzler aus dem katholischsten Teil des Sauerlandes, Heinrich Lübke, war die ideale
Besetzung. Im übrigen
war es das einzige Mal in der Geschichte der BRD, dass das
intellektuelle Niveau des Staatsoberhauptes dem des Landes entsprach,
dem er vorstand.
Dass
dieser Mann eine braune Vergangenheit hatte, focht niemand an, das
hatten viele Spitzenleute in allen Bereichen der damaligen BRD.
Erst
als die DDR Dokumente veröffentlichte, die nachwiesen, dass Heinrich Lübke
am Bau von KZ's mitgewirkt hatte,
kam es raus.
Zunächst
versuchte man es noch mit der Polizei zu regeln. Ich bekam damals mein
erstes politisches Strafverfahren. Ich hatte Broschüren aus der DDR
bekommen, die sich mit dem Fall Lübke beschäftigten.
|
Berühmt
waren die Redekünste des sauerländischen Präsidenten der
Bundesrepublik Deutschland.
Heinrich
Lübke als Staatsredekünstler:
"Wenn ich dieses Jahr hier zum 17. Juni in, äh - [Zurufe:
Helmstedt!] - Helmstedt spreche... Sie sehen daran, dass es nötig
war, wenn ich hier dieses Jahr in Helmstedt spreche, dann ist es
mein eigener Wunsch gewesen..."
Tondokument
der Rede (mp3)
(bitte
anklicken)
Am
13. März 1964 war Heinrich Lübke beim "44. Liebesmahl des
Ostasiatischen Vereins"
Indonesien
besteht aus Inseln, die liegen teils nördlich, teils südlich
vom Äquator, und dazwischen ist eine Menge Wasser.
Ich
habe gesagt, Herr Schah, Sie verstehen nichts von Wirtschaft.
Der
Schah ist ein sehr netter Mann. Er hat mich auch auf die
Entwicklungshilfe angesprochen. Er ist der Ansicht, wir sollten
lieber weniger Ländern Entwicklungshilfe geben, dafür aber
mehr. Er hofft natürlich, dass er dann dabei ist.
Ende
Februar 1966 besuchte Heinrich Lübke einige afrikanische
Staaten. Die folgenden Zitate stammen von seinem Besuch
Madagaskars:
"Sehr
geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Tananarive. (Tananarive
ist die Hautpstadt Madagaskars)
"
"Die
Leute müssen ja auch mal lernen, dass sie sauber werden." [bei
der Besichtigung eines Duschraumes in einer Erwachsenen-Schule]
Anfang
Juni 1967 besuchte Heinrich Lübke die Weltausstellung in
Montreal, Kanada.
"Dieser,
was der Architekt dort geschaffen hat, durch dieses große
Riesenzelt, das hat den Vor..., kolossalen Vorteil, dass an
soundsovielen Eingängen die Leute hineinkönnen - dort war gar
keine Drängerei, weil das alles rundlief; und bei manchen, z.B.
bei der russischen Ausstellung, war praktisch nur ein Eingang
und da ging noch eine Treppe dahinterher, wo man also genau
beobachtet werden konnte."
1965
sprach Heinrich Lübke die Eröffnungsrede bei der Bundesgartenschau
in Essen:
Es
ist fast, als wenn das ver.., das äh, das verlorene Paradies
zurückgekommen wäre. Wenn man dazu die Musik hat, dieses
Orchester, städtische Orchester, dem ich bei dieser Gelegenheit
ein herzliches Dankes- und Anerkennungswort sagen möchte, die
hier im Grünen sitzen - [Beifall] - wie in einem Paradiese, in
dem in jedem Moment, der äh ... - komm ich nich auf den Namen
des Zwer.., des Gottes, der äh ... - in dem jeden Moment der
... na! Steht ja doch: die Ouvertüre zur? [Zurufe: Oberon!] -
Oberon, der Oberon in jedem Moment erscheinen kann. [Räuspern]
Tondokument
der Rede (mp3)
bitte
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3.
Dritter Bundespräsident:
Gustav
Heinemann (1899-1976)
Gustav
Heinemann, 1899 – 1976, Dr.rer.pol.et jur., Rechtsanwalt, Justitiar
der Rheinischen Stahlwerke, in der Nazi.-Zeit, Mitglied der Bekennenden
Kirche, nach 1945 Mitbegründer der CDU, Oberbürgermeister von Essen,
1949 von Adenauer zum ersten Bundesinnenminister berufen, 1950 Rücktritt
aus Protest gegen dessen Aufrüstungspolitik...
Das
ist frei zitiert aus den ersten Zeilen einer Heinemann-Biografie aus dem
Internet. Und weiter:
„Danach
Mitbegründer der Gesamtdeutschen Volkspartei. Nach deren politischem
Misserfolg bei den Wahlen 1953, 1957 Eintritt in die SPD, Mitwirkung am
Godesberger Programm. 1966 – 1969 Bundesjustizminister, 1969 – 1974
Bundespräsident.“
Es
ist klar, Heinemann war ganz anders als seine beiden Amtsvorgänger. Er war
kein liberaler Dampfplauderer und Papa á la Heuss und auch kein Hinderwäldler
wie Lübke. Heinemann war Wirtschaftsjurist aus der Industrie des
Ruhrgebiets. Seine Mitgliedschaft in der Bekennenden Kirche in der
Biografie soll zeigen, dass er im Widerstand gegen die Nazis war. Das
war er nicht, auch war die Bekennende Kirche keine
Widerstandsorganisation. Aber sie entzog sich der Vereinnahmung durch
die Nazis und aus ihren Reihen gingen Widerstandskämpfer hervor (Martin
Niemöller, Dietrich
Bonhoeffer u.a.).
Heinemann
war von 1933 bis 1939 Dozent für Berg- und Wirtschaftsrecht an der
Universität Köln. dann, ab 1936 bis 1949, bei den Rheinischen
Stahlwerken in Essen.
Ein
Mann der Industrie also – und einer der evangelischen Kirche. So war
er Vorsitzender des CVJM in Essen und blieb es bis 1950.
Erst
nach dem Krieg begann Heinemanns politische Karriere. Zunächst von der
britischen Besatzungsmacht als Oberbürgermeister von Essen eingesetzt.
In dieses Amt wurde er dann später auch als CDU-Kandidat gewählt.
Von
1947 bis 1950 war Heinemann CDU-Abgeordneter des Landtages von
Nordrhein-Westfalen und noch im selben Jahr wurde er Justizminister
dieses Landes unter Karl Arnold.
Er
wird nach der Gründung der BRD erster Innenminister der Regierung
Adenauer. Er stellte sich aber gegen die Remilitarisierung. Als Adenauer
diese anstrebt, tritt Heinemann 1950 als Innenminister zurück und aus
der CDU aus.
Es
stimmt übrigens nicht, dass er aus pazifistischer Überzeugung dies
tat. Er trat deshalb zurück, weil er – mit Recht – befürchtete,
dies würde die Spaltung Deutschlands vertiefen.
Die
Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP), die er und andere gründeten, war keine ausgesprochen linke Partei,
sie war auch nicht pazifistisch. Ich würde sie als patriotisch im
positivem Sinne definieren – also nicht nationalistisch. Sie sah in
der Wiederbewaffnung der BRD und den Eintritt in die Nato die
Zementierung der Teilung Deutschlands. Die verschiedenen Noten der UdSSR
zur Deutschlandfrage, einschlie0lich des Vorschlags Stalins, dass
Deutschland neutral und ohne Blockzugehörigkeit sein solle, befürwortete
die GVP. Adenauer dagegen tat diese Vorschläge als Propaganda der „Soffjets“
ab.
Die
GVP blieb erfolglos und löste sich 1957 auf. Noch heute bekannte Mitglieder
der GVP waren – neben Gustav Heinemann: Helene Wessel (ursprünglich nach 1945 Vorsitzende der
Zentrumspartei) und - auch aus Kreisen der evangelischen Kirche - Johannes
Rau, Erhard Eppler und Jürgen Schmude.
Es ist klar, dass solch ein
Bundespräsident mit einem großen Vertrauensbonus sein Amt antrat.
Hatte Heuss die Massen, die
radikale Änderungen verlangten, aber auch die Nazis und Reaktionäre, an die BRD binden und die Restauration
schmackhaft machen sollen, repräsentierte Heinrich Lübke dieses Land so
wie es war: beschränkt, borniert, spießig.
Die Protestbewegung
um das Jahr 1968 drohte für die Herrschenden gefährlich zu
werden. Schon lange waren es nicht nur allem Studenten, die auf die Straße
gingen. Auch Arbeiter schlossen sich allmählich an.
Ein Nazi, wie Kiesinger und ein
KZ-Baumeister, wie Lübke, wirkten eher als Verstärker. Waren sie doch
lebende Beweise der These, dass in Bonn die gleichen regierten wie vor
1945 und auch die, welche die Nazis an die Macht gebracht und gestützt hatten.
Also mussten die Herrschenden
versuchen, die protestierende Jugend zu beschwichtigen, neutralisieren
und letztlich an den Staat BRD zu binden. Das ging nicht, indem man der
rebellischen Jugend mit dem Knüppel des Strafjustiz begegnet.
Sie bedienten sich dabei
verschiedener Maßnahmen:
1. Die BRD war das einzige Land
Westeuropas – außer den faschistisch regierten Ländern Spanien und
Portugal – wo die kommunistische Partei verboten war. Um das
KPD-Verbot nicht aufzuheben – was einem Zugeständnis des Rechtsbruchs
durch das BVG im Jahr 1956 gleichgekommen wäre – wurde die Gründung
einer Ersatzpartei – unter Auflagen – ermöglicht: die DKP.
Das war auch wichtig, weil sich inzwischen kommunistische Initiativen
gebildet hatten, die eine kommunistische Partei gründen wollten, die
sich zur Polemik über die Generallinie der KP Chinas und zu Stalin
bekannten. Dem galt es zuvor zu kommen.
2. Am
28. September 1969 war die Bundestagswahl. Die SPD bildete danach mit der FDP
die Bundesregierung. Kanzler wird Willy Brandt, Vizekanzler und Außenminister
Walter Scheel, Innenminister Genscher.
Brandt
erklärt: „Mehr Demokratie wagen“. Der Bundestag beschließt ein
Amnestiegesetz. Alle Strafverfahren mit Verstößen gegen das
Versammlungs- und Demonstrationsrecht werden amnestiert (mit Ausnahmen).
Wie
ernst es Brandt mit "mehr Demokratie wagen" ist, zeigte sich recht bald:
Die Berufsverbote gegen Kommunisten waren der Beweis, dass es so ernst
nicht meint sein konnte. Der wichtigste Initiator des
„Radikalenerlasses“ war Brandt persönlich.
Aber
die Brandtsche Parole von mehr Demokratie wagen, das Amnestiegesetz, die
neue Ostpolitik usw. zeigten Wirkung. Die Protestbewegung ebbt ab und mündete
dann Ende der 70er bei den Grünen und Joschka Fischer.
Der
Nazigegner und Gegner der adenauerschen Wiederbewaffnung als Bundespräsident
und der ehemals Linke als Kanzler banden große Teile der
gesellschaftskritischen Jugend wieder ans kapitalistische System.
Als
dann CDU-Kreise im Verein mit Rechtsliberalen (Erich Mende) versuchten,
Brandt als Kanzler zu stürzen, gab es in vielen Betrieben Streiks zur
Unterstützung von Brandt angeblicher Friedenspolitik.
Heinemann
und Brandt waren jene, die erreichten, dass die Protestbewegung nicht
auf die Arbeiterklasse überschwappte, sondern in Konformismus, also im Sande
verlief.
Mit
einem offen reaktionären Bundespräsidenten wäre diese Politik
schwerlich zu verkaufen gewesen. Was Brandt machte, war keineswegs die
Anerkennung der nach dem 2. Weltkrieg geschaffen Realitäten. Er
verzichtete nur auf gewaltsame Veränderungen – wozu die BRD auch gar
nicht in der Lage gewesen wäre.
Auch
erfolgte keine wirkliche Anerkennung der DDR. Sein „Wandel durch Annäherung“
war, wie sich dann 1989 zeigte, die schleichende Einvernahme und Änderung
der Fakten. Die DDR sollte von innen aufgeweicht werden – was die SPD dann
ja auch schaffte.
Die
Troika Brandt-Heinemann-Scheel änderten nicht den aggressiven Charakter
des deutschen Imperialismus, aber sie ließen ihn als friedfertig
erscheinen.
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4.
Vierter Bundespräsident:
Walter
Scheel (geb. 1919)
|
Quelle;
联邦德国历届总统
|
Als
Außenminister des vorgeblichen Friedenpolitikers und
Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt genoss Scheel hohes Ansehen. Im
Bewusstsein vieler ist er der Juniorpartner des Friedenspolitiker
Brandt. Er
ist so quasi der Fortsetzer Gustav Heinemanns.
Im
Gegensatz zum zurückhaltenden und eher bescheiden wirkenden
Wirtschaftsjuristen Heinemann, ist der Banker Scheel Sunnyboy und
Lebemann. Er diente bereits als Entwicklungshilfeminister unter den
CDU-Kanzlern Adenauer und Erhardt, ehe er unter Brandt Vizekanzler und
Außenminister wurde.
Scheel
kam ins Gerede, als er einen Verwandten seiner Frau Mildred in das Amt
des Präsidenten des Luftfahrtbundesamtes protegierteren half, der keine
fachliche Kompetenz hatte. Als der dann, nach dem Tode seiner Gönnerin
Mildred Scheel, untragbar wurde, ging er in den Ruhestand und kassierte
eine saftige Pension.
Ansonsten
war Scheel eher Schönredner, seine noch als Außenminister aufgenommen
Schallplatte mit einen Düsseldorfer Chor mit dem Lied „Hoch auf dem
gelben Wagen“ erreichte die Hitliste, wurde allerdings auch mit allen
erdenklichen Werbetricks unters Volk gebracht.
Die
Beliebtheit des „Bürgerpräsidenten“ Gustav Heinemann erreichte er
nicht. Das aber war auch nicht mehr erforderlich.
Als
Scheel 1974 Bundespräsident wird, ist die Protestbewegung von 1968
kanalisiert. Es gibt zwar noch die sog. K-Gruppen, aber die meisten
machen eine Politik, die ihrem Anspruch diametral entgegen steht. So
vertritt eine, der KBW, die Forderung, man möge den
Schwangerschaftsurlaub auf 12 Monate vor und nach der Entbindung verlängern,
Das wäre einer Änderung
der Biologie des Menschen gleich gekommen. Eine reine Lachnummer also.
Die
Präsidentschaft von Scheel fällt in die Zeit der Berufsverbote, der
Roten Armee-Fraktion, der Entführung und Tötung des Altnazis und
Industriepräsidenten H.M. Schleyer, des deutschen Herbst.
Ein
Gustav Heinemann, dessen demokratische Gesinnung von niemand
angezweifelt wurde, wäre jetzt fehl am Platze gewesen. Goldkehlen und
Sunnyboy Scheel ließ das alles in humorvollem Licht erscheinen.
Mit
dem Ende von Scheels Amtszeit endete die Zwischenetappe scheinbar
fortschrittlicher Repräsentanten dieses Staates.
mehr
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|
5.
Fünfter Bundespräsident:
Karl
Carstens (1914-1992)
Niemand
wird Cartens fortschrittliche
Gesinnung andichten. Nach Heinemann und Scheel im Amt des Präsidenten
der BRD konnte jetzt wieder ein Reaktionär in die Villa Hammerschmidt
– dem Bonner Amtssitz des Bundespräsidenten – einziehen.
Cartens
ist 1960 unter den Außenministern Heinrich von Brentano und Gerhard
Schröder (CDU) Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Schröder übernimmt
1967 das Amt des Kriegsministers, Carstens wird sein Staatssekretär.
Carstens
hatte eine Qualifikation, die in der 50ern unbedingt erforderlich für
eine erfolgreiche Karriere war: Es war Nazi gewesen.
In
einer Biografie im Internet liest sich das so: „Dem Aufnahmeantrag
in die NSDAP, den er als Referendar auf Veranlassung des Landgerichtspräsidenten
und unter Androhung beruflicher Nachteile gestellt hatte, wird
stattgegeben. Einer aktiven Mitgliedschaft in der Partei geht Carstens
nicht nach.“
Dass
90% aller Mitglieder der NSDAP einer „aktiven Mitgliedschaft“ nicht
nachgehen und nach 1945 kaum einer Nazi gewesen sein will, wird hier
dargestellt. Zumindest ein Wenig Sympathie für die Nazis wird Carstens
allerdings gehabt haben: seit 1933 ist er Mitglied der SA.
Carstens
erklärte zu Beginn seiner Amtszeit, er wolle die ganze damalige BRD
nach und nach durchwandern. Ob er es geschafft hat, entzieht sich meiner
Kenntnis. Es ist aber möglich.
Carstens
Wahl zum Bundespräsidenten markiert den Beginn der „geistig-moralischen
Wende“ Helmut Kohls. 1984 war das Ende der Regierungen aus der SPD
unter Willy
Brandt und Helmut Schmidt gekommen. Die BRD lief wieder in
ihren reaktionären Bahnen, man brauchte keinen Anschein von
Fortschrittlichkeit mehr. Es war wieder ein offen Rechter gefragt.
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|
6.
Sechster Bundespräsident:
Richard
von Weizsäcker (geb. 1920)
Die
BRD war erwachsen geworden. Als von Weizsäcker
Bundespräsident wird, bereitet sich die BRD darauf vor
„Verantwortung“ in der Welt zu übernehmen. Der umfassend gebildete Sohn eines
Spitzendiplomaten im Auswärtigen Amt der Nazis, hat zwar alles
mitgemacht, was damals von jungen Menschen von den Nazis vorgesehen war,
er errang aber den Ruf eines Antinazis. Und er war die
Idealbesetzung in dieser Situation.
Sein
Vater, Ernst von Weizsäcker, war Staatssekretär in Rippendrops Reichsaußenministerium,
das wiederum an der Wansee-Konferenz beteiligt war, wo die Ermordung der
Juden Europas beschlossen wurde. Der Bericht des Vertreters des AA von
der Wansee-Konferenz war Ernst von Weizsäcker bekannt und ist mit
dessen Unterschrift versehen.
Sein
Sohn Richard – der Bundespräsident – wird seinen Vater später
damit rechtfertigen, dass er Schlimmeres habe verhindert. Schlimmeres
als Auschwitz – gibt es das?
Nach
dem Krieg wird Richard von Weizsäcker Jurist. Als sein Vater sich vor
dem Kriegsverbrechertribunal, im sog. Wilhelmstraßenprozess,
verantworten muss, wird sein Sohn einer der Verteidiger.
Richard von Weizsäcker
arbeitet von 1958-1962
als Geschäftsleiter des Bankhauses Waldthausen & Co in Essen und Düsseldorf.
Anschließend
wird er Geschäftsführender Gesellschafter des
chemisch-pharmazeutischen Unternehmens C. H. Böhringer in Ingelheim am
Rhein. (1962-1966). Böhringer stellt unter anderen das
Pflanzenschutzmittel Agent
Orange (Wirkstoff
2,4,5-Trichlor-Phenoxyessigsäure-Butylester), das die US-Truppen in
Vietnam einsetzen um die Wälder zu entlauben und die Reisernten zu
vernichten. Agent Orange ist auch schädlich für den Menschen und führt
zu schwersten Missbildungen bei Ungeborenen. Noch heute, über 30 Jahre
nach Ende des Krieges, sind in der Region, in der das Gift eingesetzt
wurde, die Missbildungen erschreckend hoch.
Richard
von Weizsäckers Firma Böhringer verdiente sich dusslig und dämlich an
der Lieferung des Giftes für den Kriegseinsatz mit chemischen Waffen
durch die USA-Truppen in Vietnam.
Während
in der ganzen Welt – auch in der BRD – Hunderttausende, wenn nicht
gar Millionen, gegen den Krieg in Vietnam demonstrieren und ganz
besonders den Einsatz dieses Giftes brandmarken, will das Mitglied des
Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages (seit 1962) und ab
1964 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, davon nichts
gewusst haben. Offenbar ging er vom Motto aus: Geld stinkt nicht.
68
Mio. 130.000 Liter Agent Orange sprühten die USA-Aggressoren über
Vietnam. Einen nicht geringen Teil davon zum Wohle des Profites der
Firma des Herrn Präsidiumsmitglieds/Präsident des Deutschen
Evangelischen Kirchentags, von Weizsäckers. Dem frommen Mann bereitet
das offenbar nie Gewissensbisse.
Das
relativiert die salbungsvollen Worte von Weizsäckers zur
Naziherrschaft. Noch klarer wird es, wenn man die Rechtfertigung des
vormaligen Bundespräsidenten zur Nazivergangenheit seines Vaters mit
einbezieht. Dieser habe als Staatssekretär Ribbentrops das nur getan,
um Schlimmeres zu verhindern:
„Vor
allem Ernst von Weizsäcker verfing sich in den Netzen der
Naziherrschaft. Dem bereits während der Weimarer Republik äußerst
erfolgreichen Diplomaten bot Ribbentrop 1938 den Posten des Staatssekretärs
im Auswärtigen Amt an. Trotz einiger Bedenken nahm von Weizsäcker an,
trat der NSDAP und der SS bei und blieb im Dienst, auch als er über die
Eroberungspläne und Massenmorde Hitlers in vollem Umfang unterrichtet
war.“
So
stand es in Nr.
04 / 24.01.2005 der Zeitschrift „Das
Parlament“,
also eines quasi regierungsamtlichen Presseerzeugnisses.
Der Sohn des
Staatssekretärs im AA, der es an die Spitze des Nachfolgestaates des
Nazi-Reiches brachte, machte aus ihn einen Widerstandskämpfer. Nazi
waren die Weizsäckers sicher nicht, dazu waren sie zu gebildet. Aber
sie machten mit.
Richard
von Weizsäcker sagt dann 1985 in seiner berühmten Rede zum
Jahrestag des 8. Mai 1945:
„Der
8. Mai ist ein Tag der Erinnerung. Erinnern heißt, eines Geschehens so
ehrlich und rein zu gedenken, dass es zu einem Teil des eigenen Innern
wird. Das stellt große Anforderungen an unsere Wahrhaftigkeit.“
Ehrlich
und rein? Möge er bei sich anfangen.
Richard
von Weizsäcker ist kein Reaktionär, wie Lübke und Carstens, er ist
der Gentleman an der Spitze des Staates. Er verschleiert, dass in seiner
Amtszeit in Deutschland die Propagandawaffen gegen den Osten geschärft
wurden. Er wurde der erste Präsident im „wiedervereinigten
Deutschland“. Seine Art, sein ganzes Auftreten, haben viel dazu
beigetragen, dass die DDR-Bürger ihr Land an die BRD fast bedingungslos
auslieferten. Der bauerschlau wirkenden, aber simple Kohl hätte es ohne
„seinen“ Präsidenten schwerer gehabt, im Osten Zuneigung und
Zustimmung zu finden.
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7.
Siebender Bundespräsident
Roman
Herzog (geb. 1934)
Herzog
ist im Gegensatz zu seinen Amtsvorgänger nicht der Gentleman und
Weltmann. Allerdings war er Kohls 2. Wahl. Der wollte den damaligen
Innenminister Sachsens in dieses Amt, es scheiterte aber an der
Vergangenheit und den sexuellen Neigung des Kandidaten.
Herzog
war, bevor der Bundespräsident wurde, Präsident des
Bundesverfassungsgerichts und Verfechter konservativer
verfassungsrechtlicher Positionen. Sein Gegenkandidat war Johannes Rau,
der aber Herzog unterlag.
Herzog
war der Bundespräsident der letzten Jahre der Kohl-Ära und entsprach diesem Ideal.
Seine
heraus ragendste „Erfindung“ waren die Gespräche im Luxushotel Adlon
in Berlin, wo er sich mit den Spitzen der Wirtschaft traf. Herzog
vertrat immer eine neoliberale Position in der Wirtschaftspolitik,
dessen Blick nach rückwärts gerichtet ist.
Natürlich
kommen bei so hohen Staatsämtern schnell auch internationale Ehren. Zu
beachten ist die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität
Wroclaw. In seiner Laudatio sagte der Rektor der Universität Wroclaw,
Prof. Jan Kolasa: „Dorobek naukowy prof. Herzoga obejmuje naukę
o państwie, prawo konstytucyjne, administracyjne i samorządowe
oraz pozycję prawną związków religijnych.“
Auf
deutsch: „Das wissenschaftliche Werk von Prof. Herzog umfasst die
Staatswissenschaft, Verfassungsrecht, Administrativ- und
Selbstverwaltungsrecht sowie die rechtlichen Positionen religiöser Verbände.“
Anzunehmen
ist, dass schon damals der Wunsch der polnischen Regierung Mitglied in
der EU zu werden, den Willen der Verleihung dieser Ehre beflügelt haben
wird.
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8.
Achter Bundespräsident
Johannes
Rau
Nach
fünf Jahren Roman Herzog wird Johannes Rau
seinen Traum. Präsident der BRD zu werden, im Jahr 2000
verwirklichen können.
Rau
ist der Sohn eines evangelikalen Predigers aus dem Bergischen Land. Er
wurde 1931 in Wuppertal geboren. In der dhm-Biografie,
also die, die für Hofberichte und Verschönerungen zuständig ist,
steht da: „Bereits als Gymnasiast engagiert sich Rau in der
Bekennenden Kirche und in Bibelkreisen.“
Zur
Erklärung: Johannes Rau wurde 1931 geboren, er war 1945 erst 14 Jahre.
In der Bekennenden Kirche wird er sich kaum betätigt haben, es bleiben
die Bibelkreise. Aber Bekennende Kirche liest sich ja so gut.
Rau
wird Buchhändler und bringt es in Kirchenverlagen bis in die Verlagsleitung.
Er tritt 1952 in Gustav Heinemanns GVP ein. Als diese sich 1957 auflöst,
tritt er – wie Heinemann – in die SPD ein. Hier macht er schnell
Karriere. 1969 wird er Oberbürgermeister von Wuppertal und 1970
Wissenschaftsminister in NRW.
1978
wird Rau Ministerpräsident von NRW und bleibt es 20 Jahre bis 1998. Er ist seit
1982 mit der Enkelin von Gustav Heinemann verheiratet.
1985
trat er als SPD-Kanzlerkandidat gegen Helmut Kohl an, die SPD verliert
die Wahl und Rau bleibt NRW-Ministerpräsident.
!999
wird Rau zum Bundespräsidenten gewählt. Während seiner Amtszeit war
er verlässlicher Unterstützer der Politik des Kanzlers Schröder. So
unterstützte er den Kriegseinsatz der Bundeswehr im Jugoslawien-Krieg
und besucht die deutschen Truppen im Kosovo. Die jugoslawische Regierung
protestiert zwar, aber das ficht ihn nicht an.
Rau
liebt die Sprüche und Allgemeinplätze und große Gesten. Er blieb als Bundespräsident
jedoch eher farblos. Seine Reden und Erklärungen waren fast ausnahmslos der
Unterstützung der Bundesregierung gewidmet. Das gilt auch für die
Gesetze von Hartz I bis IV und er Gesundheitsreform.
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9.
Neunter Bundespräsident
Horst
Köhler
„Es fehlt
der Wille zur schöpferischen Zerstörung sklerotischer Strukturen.
Die Arbeits- und Sozialkosten müssen gesenkt werden, die Steuern müssen
runter, und es muß ein investitionsfreundliches Klima geschaffen
werden.“
Das
sagte Köhler der FAZ am 15. Februar 2003. Und weiter:
„Sinkende
Kosten schaffen bessere Chancen im internationalen Wettbewerb, bessere
Chancen führen zu mehr Umsatz, mehr Umsatz erfordert mehr Produktion,
mehr Produktion schafft mehr Arbeitsplätze, mehr Arbeitsplätze
schaffen mehr Wohlstand.“
Mit
Köhler wird ein nicht eben geistig wendiger Sparkassenleiter an die
Spitze Deutschlands berufen. Er wird sehr schnell diesem Ruf
entsprechen. Seine unsäglichen Reden (vor seiner Wahl s.o.) werden nun
so verkauft, dass sie große Worte sind, manifestieren aber nur den
eingeschränkten Horizont eines subalternen Bankkaufmanns.
Köhlers Ideal ist die
Adenauer-Ära, der Mief und die klerikalfaschistischen Strukturen, wo
sich angeblich Leistung noch lohnte.
Die
BRD hat wieder einen Präsidenten, der das Wesen dieses Staates
widerspiegelt: Rückwärts gerichtet, denkfaul, fantasielos,
provinziell. Er ist unermüdlicher Propagandist für Sozialabbau und für
die Steigerung der Profite der Konzerne. Wir werden uns mit Köhler wohl
noch einige dieser Geistesergüsse anhören müssen und nicht minder das
Gewäsch seiner journalistischen Claqueure.
siehe
auch
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