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Vorsitzender
Mao Tse-Tung auf dem Weg nach Anyuan,
Gemälde
von Liu Chunhua, 1967
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„Der
Widerspruch zwischen der nationalen Bourgeoisie und der
Arbeiterklasse, ein Widerspruch zwischen Ausbeutern und
Ausgebeuteten, ist an und für sich antagonistisch. Aber
unter den konkreten Bedingungen unseres Landes kann dieser
antagonistische Klassenwiderspruch, wenn er richtig behandelt
wird, in einen nichtantagonistischen umgewandelt und auf
friedlichem Wege gelöst werden. Wenn wir ihn jedoch
nicht richtig. behandeln und uns gegenüber der nationalen
Bourgeoisie nicht der Politik des Zusammenschlusses, der Kritik
und der Erziehung bedienen, oder wenn die nationale Bourgeoisie
diese Politik nicht akzeptiert, kann sich der Widerspruch
zwischen der Arbeiterklasse und der nationalen Bourgeoisie in
einen Widerspruch zwischen uns und dem Feind verwandeln.“
Mao tse-tung: Über die
richtige Behandlung der Widersprüche im Volke (27.
Februar 1957), entnommen: „Worte des Vorsitzenden Mao tse-tung“.
(Verlag für
fremdsprachige Literatur, Peking 1966)
Hervorhebung
von Red. K-online |
Zur
Diskussion um China –
Eine
Zwischenbilanz
Von Uwe
Langer
Quelle: Trotz
Alledem – Monatszeitung der KPD (B) Dezember 2009
Wir
haben in den vergangenen Monaten in der „Trotz Alledem“ mehrere
Artikel zur politischen und ökonomischen Entwicklung in China veröffentlicht,
von verschiedenen Autoren, mit verschiedenen Standpunkten. Diese Beiträge
der von uns angestoßenen Diskussion um China und die Politik der KP
Chinas zeigen, wie uneinheitlich und zerrissen die Ansichten dazu
innerhalb der kommunistischen Bewegung sind. Sie reichen vom Standpunkt
der KPD(B), daß in China eine weitgehende und fortschreitende
Rekapitalisierung stattfindet, so daß heute in der chinesischen
Wirtschaft wieder das Kapital dominiert, und sich damit notwendig auch
der gesamte politische Überbau gegenwärtig umwälzt hin zu einem bürgerlichen
Staatswesen. Ohne radikale Änderung der Politik der KP Chinas (die
allerdings gegenwärtig nicht zu erkennen ist) wird dieser Prozeß nicht
anders enden können als mit der vollständigen Restaurierung des
Kapitalismus in China. Nach unserer Ansicht ist die Politik der KP
Chinas offen revisionistisch und reformistisch. Diesen Standpunkt der
KPD(B) haben wir klar und deutlich dargelegt.
Andere
Autoren meinen, daß die Entwicklungen in der Wirtschaft und Politik
Chinas gewiß in manchen Fragen „problematisch“ seien, aber daß es
sich hier um taktische, zeitweilige Maßnahmen der KP-Führung handele,
mit dem Ziel, dem Sozialismus in China schneller eine stärkere ökonomische
Grundlage zu geben. Die chinesischen Genossen würden schon wissen was
sie tun und im Übrigen dürfe man nicht auf die Propaganda des
Imperialismus hereinfallen. Ihrer Ansicht nach vollzieht China eine Art
der „Neuen Ökonomischen Politik“ Lenins, die KP China sei eine
marxistisch-leninistische Partei, die in Übereinstimmung mit den
Prinzipien des Marxismus-Leninismus handelt. Offenkundig besteht hier
eine Meinungsverschiedenheit. Ich spreche dabei nicht nur von
revisionistischen Kräften in der kommunistischen Bewegung, die die
chinesische Politik bejubeln, weil sie ihnen als Rechtfertigung und
Vorbild für ihre eigene reformistisch-revisionistische Politik grad
recht ist. Daß wir mit denen nicht einer Meinung sind, ist verständlich.
Diese Meinungsverschiedenheit zum Wesen der Entwicklungen in China
besteht leider auch mit einigen Genossen, die z.B. die Entwicklung und
das Fortschreiten des Revisionismus in der Sowjetunion und anderen
ehemaligen sozialistischen Staaten kritisiert, verurteilt und zu recht
als Hauptursache der Niederlage des Sozialismus in diesen Staaten
erkannt haben. Chruschtschow hat den Revisionismus in der KPdSU hoffähig
gemacht und damit die Tür aufgestoßen zum Weg, der in die
Konterrevolution führte. Sein Nachfolger Breschnew hat nicht nur diese
Tür offen gelassen, er hat auch keine ernsthaften Versuche unternommen,
den fortschreitenden revisionistischen Zerfall der Partei aufzuhalten.
Doch beide haben z.B. nicht gewagt, was die chinesische Parteiführung
ganz offen gesagt und praktisch umgesetzt hat: Die Infragestellung des
Gemeineigentums an den Produktionsmitteln und deren Überführung in
kapitalistisches Eigentum. Und so verwundert es mich, daß einerseits
Genossen die Politik Chruschtschows und Breschnews als revisionistisch
be- und verurteilen, der KP Chinas aber bescheinigen, eine
marxistisch-leninistisch Partei zu sein, die marxistisch-leninistisch
handelt. Das ist im Grunde Realitätsverweigerung.
Ich
möchte das an einem Beispiel verdeutlichen. Nehmen wir an, die KPD(B) gäbe
sich ein neues Programm. In diesem Programm würden wir als politische
Grundsätze und Ziele formulieren, daß für uns der Klassenkampf
beendet ist und daß für uns die Bourgeoisie auch keine Ausbeuterklasse
mehr ist. Wir würden in diesem Programm sagen, daß die Bourgeoisie
eine werktätige Klasse ist, genau wie die Arbeiter und Bauern und daß
all diese werktätigen Klassen gemeinsam eine „harmonische
Gesellschaft“ aufbauen werden. Nehmen wir an, wir würden in diesem
Programm behaupten, es sei richtig, kein Volkseigentum mehr zu haben,
sondern daß kapitalistische Großbanken und Konzerne die Basis einer
sozialistischen Gesellschaft sein sollen. Nehmen wir an, wir würden ein
Programm aufstellen, in dem es hieße, es sei richtig, erst einige
Mitglieder der Gesellschaft reich zu machen und dann diese Reichen immer
reicher zu machen, damit sie, wenn sie irgendwann mal so richtig reich
sind, den Armen helfen können, auch in Wohlstand zu leben. Nehmen wir
an, wir würden zum Programm erheben, daß nicht die politische
Herrschaft der Arbeiterklasse und das Volkseigentum die Grundlage des
Sozialismus sind, sondern die Freiheit des unternehmerischen Strebens,
dem der Staat ein „Dienstleister“ zu sein hat. Nehmen wir an, wir würden
ein Programm annehmen, demzufolge es keine Dialektik zwischen ökonomischer
Basis und politischen Überbau gibt, die von den jeweiligen Klassen- und
Besitzverhältnissen geprägt werden, sondern man ebensogut auf einer
kapitalistischen Basis einen sozialistischen Überbau setzen könne, daß
der Marxismus-Leninismus nicht auf allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten
beruhe, sondern eine Frage der Interpretation der herrschenden Partei
sei.
Würden
wir ein solches Programm vorlegen, würden uns kommunistische Freunde
und Verbündete fragen, ob wir allen politischen Verstand verloren hätten
und uns in scharfer Kritik völlig zu recht die Abkehr vom
Marxismus-Leninismus und einen ausgeprägten Revisionismus vorwerfen.
Und mit einiger Sicherheit käme diese Kritik auch von Genossen, die
noch immer die Politik der KP Chinas rechtfertigen. Dabei hätten wir
nichts anderes getan, als das in ein Programm zu schreiben, was die
chinesische KP in aller Offenheit sagt und tut. An diesem Beispiel wird
sehr deutlich, wie wirklichkeitsfremd es ist, sich um die Realitäten in
China herumzudrücken, nur weil manche Genossen es offenbar nicht über
sich bringen, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Das gegenwärtige China
ist eben nicht der Bewahrer, Beschützer und Fortentwickler des
Sozialismus, wie so mancher Genosse nach der Niederlage der Sowjetunion,
der DDR und anderer Länder durch die Konterrevolution von 1989/90
erhofft hatte.
Zum
Sozialismus gehören unverzichtbar auch die internationale Solidarität,
der Antiimperialismus und die damit verbundene Unterstützung der um
ihre nationale Befreiung kämpfenden Völker. Auch hier gibt es
Genossen, die z.B. die Tatsache, daß chinesische Ölkonzerne
amerikanischen Konzernen afrikanische Ölquellen vor der Nase
weggeschnappt haben, als Ausdruck der „antiimperialistischen
Politik“ Chinas sehen. Nein, es ist ein Ausdruck des Wettbewerbs
zwischen Staaten und ihren Konzernen um Ressourcen, Einfluß und
Profite. Wer genauer hinschaut, wird im Übrigen feststellen, daß sich
chinesische Konzerne nicht anders verhalten als ihre US-amerikanischen,
japanischen, englischen oder deutschen Konkurrenten. Mit den Völkern,
denen sie ihre Ressourcen abluchsen, ist keiner von ihnen
„solidarisch“. Die Außenpolitik Chinas verbürgerlicht im gleichen
Maße wie die ökonomische Basis in China. Das ist auch gar nicht anders
möglich, denn die Außenpolitik kann keine anderen Interessen
vertreten, als jene, die sich aus den vorherrschenden Produktionsverhältnissen
ergeben. Je kapitalistischer letztere in China wurden und noch werden,
um so mehr rücken die Interessen des chinesischen Kapitals in den
Vordergrund. Für einen wahrhaften proletarischen Internationalismus und
Antiimperialismus bleibt da kein Platz mehr. Es ist eben ein
fundamentaler Unterschied zu den 60er Jahren, als China Tausende
Bahnarbeiter zum Bau der Tansania-Sambia-Eisenbahn nach Afrika schickte,
um den jungen Nationalstaaten beim Aufbau zu helfen. Heutzutage kommt
Sinopec (ein chinesischer Ölkonzern), um Chinas Energiehunger zu
stillen. Ja, China baut auch heute noch Krankenhäuser und Schulen in
Afrika. Noch bemerkenswerter aber ist, daß die Milliardeninvestitionen
Chinas in afrikanischen Staaten offenbar vor allem in zwei Bereiche fließen:
Der Förderung von Rohstoffen und der Infrastruktur zu deren Transport
bis hin zu den Häfen. Die Industrie, die diese Stoffe dann verarbeitet,
befindet sich in China. Es ist letztlich die gleiche Politik, wie wir
sie seit Jahrzehnten in Afrika sehen: Industrieländer holen sich die
Rohstoffe Afrikas, tun aber wenig, um Afrika selbst in die Lage zu
versetzen, Fertigprodukte herzustellen. So bleibt Afrika rückständig
und die Menschen arm. Für das öffentliche Gewissen baut man ein paar
Schulen und Ähnliches, aber eine mögliche produktive Konkurrenz hält
man sich vom Hals.
Richtig:
China unterstützt z.B. Venezuela wie auch andere Länder, wenn es dazu
dient, die US-Vorherrschaft einzugrenzen. Auf der anderen Seite macht
China mit den USA in Afghanistan gemeinsame Sache, stimmt im
Sicherheitsrat an der Seite der USA gegen die Interessen des
afghanischen Volkes. Wo ist da auf einmal der „Antiimperialismus“
geblieben? Geopfert den geostrategischen und innenpolitischen
Interessen. China handelt außenpolitisch zunehmend wie seine
imperialistischen Konkurrenten. Opportunismus bestimmt das Handeln.
Entscheidend ist, was China und seinen neuen mächtigen Banken und
Konzernen nützt. China ist insoweit „antiimperialistisch“, wie es
an einer Zurückdrängung der Vorherrschaft der USA interessiert ist.
Und ist dabei so „antiimperialistisch“ wie andere kapitalistische Mächte,
die nach größeren Stück vom Weltkuchen streben. Unter diesem Aspekt
sucht man sich Freund und Feind aus. Das ambivalente Verhältnis zum
Iran ist ein Beispiel dafür. China hat den Iran gegen die
US-amerikanische Politik insoweit bislang unterstützt, als daß China
nicht daran gelegen sein kann, wohlmöglich eine USA-hörige Regierung
in Teheran vor seiner Haustür zu haben. Zugleich ist China
ebensowenig an einem zu starken Iran, schon gar nicht an einem Iran als
Atommacht interessiert. Rußland gab kürzlich zu erkennen, wenn die USA
bereit sind, einen entsprechenden politischen Preis zu zahlen, wäre man
im Gegenzug bereit, zusammen mit den USA den Druck auf den Iran zu erhöhen.
Man darf getrost davon ausgehen, daß der Verzicht der USA auf die
Raketenabwehr in Tschechien und Polen die Bereitschaft Rußlands, künftig
schärferen Sanktionen gegen den Iran zuzustimmen, recht befördert hat.
Man darf gespannt sein, welchen Ausgleich in dieser Frage die USA mit
China finden werden.
Worüber
viele Genossen offenbar noch gar nicht nachdenken, ist die Frage: Was
bedeutet es, wenn sich in China der Kapitalismus endgültig durchgesetzt
hat und China mit seiner gewaltig gestiegenen ökonomischen und militärischen
Macht zu wohlmöglich stärksten kapitalistischen Macht der Welt wird?
Den Genossen ist scheinbar nicht klar, daß damit ein neues
imperialistisches Zentrum entstünde, eine imperialistische Macht, gegen
die selbst die USA in den Hintergrund rücken würde. Und glaube keiner,
China würde sich dann weniger imperialistischer verhalten als andere
imperialistische Mächte zuvor. China ist derzeit dabei, rund um die
Welt ein Netz aufzubauen, daß dem Land nicht nur den Zugang zu den nötigen
Ressourcen, sondern auch deren sicheren Transport nach China gewährleisten
soll. Ihren künftigen Schutz soll auch eine derzeit im Aufbau
befindliche hochmoderne Militärmacht, nicht zuletzt zur See, übernehmen.
Nun kann man ja sagen, China hat das Recht auf Verteidigung. Richtig.
Zumal, solange es ein sozialistisches China wäre und damit ein
bevorzugtes politisches, ökonomisches wie militärisches Angriffsziel
des Imperialismus. Das Problem ist aber, daß China eben nicht mehr auf
dem Weg zum Sozialismus, sondern auf dem Weg in den Kapitalismus ist und
bei Fortschreiten auf diesem Weg zu einer neuen imperialistischen Großmacht
wird, die die Frage nach der Neuverteilung der Welt auf eine ganz neue
Weise stellt, nämlich in Form einer gewaltigen Supermacht, die dann
ihrer Kraft kaum Zügel anlegen wird. Dies kann zu neuen, hochgefährlichen
Konflikten von globalem Ausmaß führen.
Das
alles sind Gründe, die Entwicklungen in China nicht länger zu
ignorieren, zu beschönigen oder so umzudeuten, um eine Illusion vom
„sozialistischen China“ aufrecht zu erhalten. Das Wesen jeder
Gesellschaft, der Charakter jedes Staatswesens läßt sich allein zuverlässig
erklären mit den Mitteln des wissenschaftlichen Sozialismus. Jede
Gesellschaft, alle Produktionsverhältnisse unterliegen bestimmten,
objektiven Gesetzmäßigkeiten, die man nicht nach Belieben außer Kraft
setzen kann. Wenn wir als Kommunisten sagen – nach aller
wissenschaftlichen Erkenntnis zu recht und bewiesenermaßen sagen – daß
die jeweilige ökonomische Basis entscheidend ist für den Charakter
einer Gesellschaft, dann ist das universell. Man kann nicht sagen, das
gilt für alle Staaten, nur nicht für China. Setzen sich in China die
kapitalistischen Produktionsverhältnisse durch, dann setzen sie sich
mit Notwendigkeit nicht nur in der Ökonomie, sondern auch im
politischen Überbau durch. Es ist die alte Lüge der
revisionistisch-reformistischen Strömung in der Arbeiterbewegung, die
uns weismachen will, man könne kapitalistisch wirtschaften und
sozialistisch regieren. Diese beiden Pole schließen sich im Gegenteil
aus. Ob eine Gesellschaft sozialistisch oder kapitalistisch ist, hängt
nicht vom Namen einer regierenden Partei und nicht von der subjektiven
Sicht des Betrachters ab. Dafür gibt es wissenschaftliche, allgemeingültige
Kriterien. Nur das und allein das ist der Maßstab, nachdem wir
gesellschaftliche Verhältnisse und ihre Entwicklung beurteilen dürfen.
Die marxistisch-leninistische Weltanschauung ist, wie schon einmal
gesagt, keine Glaubensfrage, sondern eine objektive Wissenschaft.
Selbstverständlich ist sie wie jede andere Wissenschaft keine starre
Lehre, sondern sie entwickelt sich dynamisch, immer wieder ergänzt
durch neue, erweiterte Erkenntnisse. Aber so wie eine neue mathematische
Formel das Einmaleins nicht außer Kraft setzt, setzen neue Erkenntnisse
im wissenschaftlichen Kommunismus nicht die Grundgesetze außer Kraft,
nach denen sich die menschliche Gesellschaft in ihren bestimmten ökonomischen
Formationen entwickelt. Man kann die Dialektik zwischen Basis und Überbau
nicht anerkennen, wenn‘s beliebt und außer Kraft setzen, wenn‘s
beliebt. Sie existiert objektiv. Man kann den Charakter von Klassen
nicht nach politischem Belieben festlegen, er ist objektiv bestimmt von
ihrer Rolle und Stellung in der Produktion, zum gesellschaftlichen
Eigentum, seiner Aneignung und Verteilung. Es ist geradezu absurd, wenn
die chinesische KP die Bourgeoisie zur „werktätigen Klasse“ macht
und so den Klassenkampf „verschwinden“ läßt. Wenn das nicht
revisionistisch ist, was ist dann überhaupt revisionistisch?
Wir
haben die Diskussion zu China in Gang gesetzt, weil sie notwendig und
von besonderer Bedeutung ist. Wir werden diese Diskussion auch weiter
fortsetzen und uns bemühen noch mehr Genossen von der Richtigkeit
unseres Standpunktes zu überzeugen. Eines wollen wir uns und allen noch
einmal ausdrücklich ans Herz und ans Bewußtsein legen: Studiert den
Marxismus-Leninismus! Ohne grundlegende Kenntnisse des
wissenschaftlichen Sozialismus ist es schwer, ja unmöglich,
gesellschaftliche Entwicklungen und Zusammenhänge über ihre bloße
Erscheinung hinaus in ihrem wirklichen inneren Wesen zu erkennen. Und
wenn ihr den Marxismus-Leninismus studiert habt, dann wendet ihn auch
konsequent an. Dazu gehört auch die ständige Analyse und Kritik der
Arbeit der kommunistischen Parteien und des Aufbaus und der Entwicklung
der sozialistischen Gesellschaft. Und wo sich ein Widerspruch ergibt zum
wissenschaftlichen Sozialismus, muß er ausgesprochen, offen diskutiert
und nach Lösungen gesucht werden. Wohin es führt, wenn man dies unterläßt
oder gar unterdrückt, dazu hat uns die Geschichte eine harte Lektion
erteilt. Wir können die Niederlage des Sozialismus von 1989/90 nicht rückgängig
machen. Aber aus der Geschichte lernen, das können und müssen wir.
Eine der wichtigsten Lehren ist eben, daß man die Prinzipien des
wissenschaftlichen Sozialismus nicht verletzen darf, und dort, wo
Abweichungen sichtbar werden, rechtzeitig und nachhaltig die notwendigen
Korrekturen veranlassen muß. Revisionismus und Reformismus nicht
konsequent zu bekämpfen, heißt ihm zu erliegen. Der Niedergang der
deutschen Sozialdemokratie, die einst das Banner des Marxismus erhoben
hatte, um dann unter die schwarz-weiß-rote Kriegsflagge des Kaiser zu
kriechen und am Ende des ersten großen Völkermordens so tief zu
sinken, um auch noch ihre letzten aufrechten großen Führer zu
ermorden, hätte Lehre genug sein müssen, wohin Revisionismus und
Reformismus führen. Es ist eine historische Tragödie, daß diese Lehre
Jahrzehnte später in den Wind geschlagen wurde und der Preis dafür der
Verlust des Sozialismus war, der unter so großen Opfern nach dem 1. und
2. Weltkrieg zunächst in der Sowjetunion und dann weiteren Ländern
aufgebaut wurde, darunter in der DDR. Nicht zuletzt deshalb wird die
KPD(B) einen entschiedenen Kampf gegen alle Erscheinungen des
Revisionismus und Reformismus führen.
Uwe
Langer
siehe
auch vom gleichen Autor:
Zur
aktuellen Lage in China
In
China hat sich die kapitalistische Produktionsweise durchgesetzt
mehr
Zur Diskussion um die
Entwicklungen in China
mehr
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Antwort
Roter Webmaster auf eine Leserzuschrift:
Am
Beispiel der Einschätzung der gesellschaftlichen Verhältnisse in China
lässt sich ablesen, wie
tief die Verwirrung in den Köpfen durch den modernen Revisionismus geht
von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 8. Jahuar 2010 -
Lieber
Genosse H.,
vielen
Dank für Deine Zuschrift.
Zunächst
einmal: wie definiere ich eine Gesellschaftsordnung? Was sind die
Kriterien?
Mit
Sicherheit ist es nicht der Name der regierenden
Partei, auch nicht die Farbe der Nationalfarbe. Deutschland hat
ja auch eine revolutionäre Nationalfahne und bis vor Kurzem regierte
eine „soziale“ Partei.
In
China regiert eine Partei, die sich kommunistisch nennt. Muss aber, wenn
die Partei ein K im Namen führt, auch das K drin sein? Ich denke, das
ist kein Kriterium, ein marxistisches schon gar nicht.
Zu
Rolf Berthold: K-online hat dazu
schon mal etwas geschrieben: Zeitschrift
„Rotfuchs“ auf Abwegen: Rechtfertigung
neoliberaler Politik, oder Was ist an China noch sozialistisch? Von
Gerd Höhne/4. Juni 2007. siehe
http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/rotfuchs1.htm
Rolf
Berthold kennt als ehemaliger DDR-Botschafter sicher China sehr gut –
ob er aber auch marxistisch-leninistisch an die Sacher heran geht,
bezweifle ich allerdings.
Was
zum Beispiel ist der „harmonische Sozialismus“ den die Partei
anstrebt? Geht es im Sozialismus harmonisch zu? Der Begriff begegnete
mir weder bei Marx und Engels, auch nicht bei Lenin und Stalin. Der
kommt allerdings bei Konfuzius vor.
„Den
Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden
Ordnung, der zentralen Harmonie vereint“, sah Konfuzius als das höchste
menschliche Ziel an. „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ galten ihm als
erstrebenswert.
Meinem
Wissen nach war Konfuzius ein chinesischer frühfeudaler Philosoph. Vom
Marxismus konnte er keine Ahnung haben, Konfuzius lebte vor ca 2.500
Jahren und er hat auch, meines Wissens nach, keinen Einfluss auf die
marxistische Philosophie gehabt.
Und
Klassenkampf, der ja auch im Sozialismus nicht aufhört, kann nicht
harmonisch sein. Aber genau das strebt die KP-Chinas an.
Ich
stelle fest: Die Führung der KP-Ch nimmt Anleihen bei Konfuzius, also
beim Staatsphilosophen des feudalen Kaiserreiches China. Da jedenfalls
ist das K nur noch auf dem Etikett. Konfuzianismus und
Marxismus-Leninismus sind nicht vereinbar miteinander und auch nicht
kompatibel. Solange ein Staat
existiert, ist er Klassenstaat und die regierende Arbeiterklasse im
sozialistischen Staat nutzt ihren Staat gnadenlos zur Niederhaltung der
alten Ausbeuterklassen und deren Überreste. Das geht da oft sehr wenig
harmonisch zu.
Wenn
also die Kommunistische Partei Chinas philosophisch auf eine Mischung
von ML und Konfuzius aufbaut, so ist das ein unverdauliches Mischmasch,
aber nicht ML. Die philosophischen Grundlagen haben auch ihre Wirkungen
in der praktischen Politik. Dazu aber später.
Die
KP Chinas hat vor fast 50 Jahren ihren „EIN VORSCHLAG ZUR GENERALLINIE
DER INTERNATIONALEN KOMMUNISTISCHEN BEWEGUNG“ an die Führung der
KPDSU geschickt. Das war eine richtige und wichtige Sache.
Aber:
Alle Kommunisten, die sich zu dieser Position bekannten, wurden aus den
KP’s, die sich nach Moskau orientierten, ausgeschlossen und bekämpft.
Auf dem 6. Parteitag der SED 1963 kritisiert
Walter Ulbrich die albanische Partei, weil sie Chruschtschow
widersprach.
Der
chinesische Delegierte Wu Sjiu-tjüan sagte dagegen
auf dem gleichen Parteitag: „Die
modernen Revisionisten, die durch die Tito-Clique, die Verräter der
Arbeiterklasse, vertreten werden, unterwarfen sich dem Druck des
Imperialismus und dienen willig dem Imperialismus. Sie spielen bei der
Unterminierung der internationalen Geschlossenheit der Arbeiterklasse
eine Rolle, die die Sozialdemokratie nicht zu spielen vermag.
Unter
Missbrauch der Bezeichnung ‘Kommunistische Partei’ und der Fahne
eines sozialistischen Staates sowie unter dem Deckmantel des
Marxismus-Leninismus betrügt die Tito-Clique die revolutionären Völker,
zersetzt ihren Kampfgeist, sabotiert den revolutionären Kampf der
unterdrückten Völker und Nationen und unterminiert die
sozialististischen Länder (Unruhe, Erregung und Protest der
Delegierten) durch den Export des so genannten jugoslawischen Weges, der
in den Kapitalismus ausartet. Sie unterwühlen auch unter der Maske der
blockfreien Politik die Solidarität zwischen den sozialistischen
Staaten und denjenigen Staaten, die eine friedliche und neutrale Politik
durchführen.“
Paul
Verner kanzelte Wu Sjiu-tjüan ab:
„Auf
unserem Kongress weilen Vertreter aus 70 kommunistischen und
Arbeiterparteien, unter ihnen einige wenige Vertreter
volksdemokratischer und nationalrevolutionärer Parteien. Sie nehmen als
Gäste an unserem Parteitag teil, und man darf nicht den Parteitag der
Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands mit dem Parteitag der
Kommunistischen Partei Chinas verwechseln. Ich möchte deshalb namens
unserer Partei und unseres Parteitages - und ich fühle mich einig mit
allen Delegierten unseres Parteitags - auch die groben Ausfälle und
Beschimpfungen gegen den Bund der Kommunisten Jugoslawiens auf das
Entschiedenste zurückweisen (Beifall), denn das jugoslawische Volk
baut, wie gesagt, den Sozialismus auf und kämpft für die Erhaltung des
Friedens. Das Auftreten des Vertreters der Kommunistischen Partei Chinas
widerspricht den Normen, die zwischen den kommunistischen und
Arbeiterparteien üblich sind ...“
Damals,
als die KP-Ch eine korrekte ML-Linie vertrat, haben die gleichen Leute
die chinesische Linie heftig kritisiert, die heute das, was in China vor
sich geht, für richtig halten. Ich meine da auch Gen. Berthold.
Alle
jene, die gegen die „kleinbürgerlichen Mao Trupps“, vorgingen, die
uns beschimpften, weil wir diese Position vertraten, sind auf einmal
Freunde der KP-Chinas. Erstaunlich!
Zu den politischen
Folgen des Konfuzianismus:
Die KP-Chinas schrieb 1963
richtig; „Für
Marxisten-Leninisten gibt es keinen klassenlosen oder über den Klassen
stehenden Staat. Der Staat, solange er Staat bleibt, muß
Klassencharakter tragen. Solange er als Staat besteht, kann er kein
„Staat des ganzen Volkes“ sein. Sobald es in einer Gesellschaft
keine Klassen gibt, wird es auch keinen Staat mehr geben.“
Und
„Jeder
Mensch, der nur die geringsten Kenntnisse vom Marxismus-Leninismus hat,
weiß, daß der sogenannte „Staat des ganzen Volkes“ nichts Neues
ist. Repräsentanten der Bourgeoisie haben seit jeher den bürgerlichen
Staat als „Volksstaat“ oder als „Staat der Volksmacht“
bezeichnet.“
Weiter:
„Von
der wirtschaftlichen Basis der sozialistischen Gesellschaft aus gesehen,
gibt es in allen sozialistischen Staaten ohne Ausnahme den Unterschied
zwischen Volkseigentum und Kollektiveigentum und auch noch
Einzelwirtschaft. Volkseigentum und Kollektiveigentum sind die beiden
Arten von Eigentum, die beiden Arten von Produktionsverhältnissen der
sozialistischen Gesellschaft. Die Arbeiter in den volkseigenen Betrieben
und die Bauern in den kollektiven Wirtschaften sind zwei verschiedene
Kategorien der Werktätigen in der sozialistischen Gesellschaft. Deshalb
gibt es in allen sozialistischen Staaten ohne Ausnahme
Klassenunterschiede zwischen Arbeitern und Bauern.“
Die
„harmonische sozialistische Gesellschaft“ ist das Gegenstück zu
dem, was Chruschtschow damals vertrat: Der Staat des ganzen Volkes ist
Schwindel, so auch die harmonische sozialistische Gesellschaft.
Dabei
gehen die Führer der KP-Chinas heute sehr viel weiter, sie damals
Chruschtschow und dessen Nachfolger. Es gab damals in
der UdSSR keine Privatisierungen der Wirtschaft – aber genau
das machen die chinesischen „Kommunisten“. Der privatwirtschaftliche
Anteil an der Produktion überwiegt inzwischen, die wichtigsten Betriebe
sind Aktiengesellschaften und werden an der Börse in Peking und
Shanghai gehandelt. Es herrscht die nach Profit orientierte
Produktionsweise vor und es gibt die „gesellschaftliche Produktion“
und die „private Aneignung“ und das nicht in einem Randbereich der
Wirtschaft, sondern es sind die wichtigsten Wirtschaftsbereiche. Das
aber ist typisch für den Kapitalismus.
Weiter:
Ganze Landstriche verkommen und die Menschen pauperisieren, sie sind
gezwungen, als schlecht bezahlte Wanderarbeiter in die Städte zu gehen,
wo sie keinerlei Rechte haben, keinen Arbeitsschutz, keinen
Gesundheitsschutz und oft genug nicht einmal ein Dach über den Kopf.
Kannst
du mir mal verraten, wie im Sozialismus die kapitalistische
Produktionsweise die vorherrschende sein kann? Oder ist die Behauptung,
das sei eben so, dummes Sprücheklopfen es ehemaligen DDR-Botschafters
in Peking?
Und
schließlich: Wir müssen uns damit abfinden, dass 1990 die UdSSR als
Folge des modernen Revisionismus verschwunden ist, auch die meisten
anderen Volksrepubliken beschritten den Weg zum Kapitalismus und das oft
genug mit den ehemaligen regierenden Kommunistischen Parteien. Oder
leistete die PVAP in Polen, die SED in der DDR Widerstand zur Erhaltung
des Sozialismus? Die einzige Partei in einer Volksdemokratie, die auf
kommunistischen Positionen beharrte, war die in Tschechien.
Machen
wir uns doch nichts vor: Oft genug ist ein K im Namen (oder war es) und
es ist nichts Kommunistisches mehr drin. Das gilt nicht nur für die
Partei Die Linke in Deutschland, sondern auch für die Kommunistische
Partei Chinas.
Machen
wir uns doch nichts vor: Wir haben 1989/1990 eine schwere Niederlage
erlitten. Die UdSSR, der Staat Lenins und Stalins, kollabierte und das
nicht in erster Linie durch äußere Einwirkungen oder gar Krieg,
sondern durch Verrat der modernen Revisionisten im Inneren.
Die
Niederlage wird nicht relativiert durch den Erhalt des Sozialismus im
menschenreichsten Land der Erde, in China. China ist ein
kapitalistisches Land und tritt immer mehr in Konkurrenz zu den anderen
Imperialismen. Das, was viele als antiimperialistisch definieren, ist
in Wirklichkeit nichts anderes wie eigene Stärkung gegen
Konkurrenten.
Dass
dies den imperialistischen Hauptfeind, die USA, schwächt, ist
erfreulich, aber nicht so gewollt, denn in anderen Fragen mauscheln sie
mit den USA. Wenn man das als antiimperialistisch bezeichnet, wäre AUCH
Russland noch sozialistisch, denn oft genug vertreten die Russen
ganz ähnliche Positionen, wie die Chinesen. So liefern die
Russen Waffen nach Venezuela, was den USA nun gar nicht passt – die
Chinesen kauften dort Erdöl, das passt den USA auch nicht. Die Russen
und die Chinesen machen diese Geschäfte aber nicht zur revolutionären
Stärkung, sondern als Konkurrenten der USA scheren sie sich den Teufel
um die Befindlichkeiten Washingtons.
Als
Kommunist gehe ich mit den Mittel des historischen Materialismus an die
Geschichte – auch die jüngere – heran. Das gilt auch für die
Analyse der gegenwärtigen Situation.
„Die
Geschichte aller bisherigen Gesellschaft st die Geschichte von Klassenkämpfen.
Freier
und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger
und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem
Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten,
bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären
Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen
Untergang der kämpfenden Klassen.“
Das
steht im Manifest. Man muss sich als die Klassen ansehen um auf die
Klassenkämpfe zu schließen und auch auf den Klassencharakter der
Gesellschaft. Und Klassen definieren sich – nach Marx – an
Besitzverhältnis zu den Produktionsmitteln. Ist der überwiegende Teil
der Wirtschaft, vor allem die wichtigsten Produktionszweige,
privatwirtschaftlich, also profitorientiert, organisiert, kann man ja
wohl nicht von Sozialismus oder Diktatur des Proletariats sprechen.
Was,
lieber Genosse, ist daran nicht marxistisch? Ist nicht vielmehr das, was
Rolf Berthold schrieb und Nichtbeachtung marxistischer Prinzipien
geschrieben? Ich denke ja.
Fazit:
Am
Beispiel der Einschätzung der gesellschaftlichen Verhältnisse in
<China lässt sich
ablesen, wie tief die Verwirrung in den Köpfen geht. Nicht anerkannte
und überprüfbare Klassenwidersprüche zählen, sondern taktisch
geschickt verpackte Finessen, angereichert mit Marxismen und/oder dem
Wort Sozialismus. Sozialismus ist nicht mehr die Gesellschaftsordnung,
in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt ist,
sondern das, was die jeweils regierende Partei als Sozialismus
bezeichnet. Anleihen bei Konfuzius. Jesus, Mohamed usw. sind erlaubt. Es
wird das strategische Ziel, die Beseitigung jeder Ausbeutung des
Menschen durch den Menschen, aus dem Auge verloren. An deren Stelle
treten kurzfristige scheinbare Wirtschaftserfolge.
Man
behauptet, in der UdSSR sei das ja in der NEP vorgemacht worden und
vergisst, dass es damals, in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, in
Sowjetrussland eine ganz
andere, extrem schwierige und bedingt durch Interventions- und Bürgerkrieg,
katastrophale Wirtschaftslage gab. Die Menschen mussten
schnell mit dem Lebensnotwendigen versorgt werden. Daher wurde in
Teilen der Wirtschaft Privatwirtschaft zugelassen. Das aber war
nur eine Übergangssituation und war auch nicht die vorherrschende
Wirtschaftsform. Die Einführung von Sowchosen und die
Kollektivwirtschaften, den Kolchosen, in der Landwirtschaft und die
Beseitigung des Kulakentums in Sowjetrussland weisen die Richtung. Was
sind da die Entsprechungen in China, ich sehr immer nur das genaue
Gegenteil.
Ich
teile also in den wesendlichen Punkten die Ansichten des Genossen Uwe
Langer und halte die von Gen. Berthold für falsch. Bei dem ist der
Wunsch, wenigsten in China sei noch Sozialismus, der Vater des
Gedankens. Geht man historisch-dialektisch an die Sache heran, muss man
erkennen, dass dort Kapitalismus in seiner schlimmsten Ausprägung
herrscht.
Kommunisten
aber sind keine Tagträumer und Fantasten, sondern Realisten. Nicht das,
was ich gern hätte, ist wichtig, sondern die nüchterne
gesellschaftliche Realität – und die ist in China kapitalistisch.
Mit
kommunistischen Grüßen
Rotfront
Günter
Ackermann
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Zuschrift
des Lesers H.H. vom 7. Januar 2010
Hallo
Genosse Ackermann,
Der
Artikel über China „Eine Zwischenbilanz“ von Uwe Langer sollte man
so ohne redaktionelle Bearbeitung nicht übernehmen.
Ich
verweise auf das Buch von Rolf Berthold „Chinas Weg“ 60 Jahre
Volksrepublik aus dem Verlag Wiljo Heinen.
Hier
werden ganz andere Aussagen und Schlussfolgerungen gezogen, die ich persönlich
auch marxistischer finde wie den Artikel auf Eurer Homepage.
Ich
bin eifriger Leser von Kommunisten-Online und Ihr regt mich sehr zum
Denken und analysieren an. Gerade zu solchen Themen wie: China, die
Niederlage des Soz. in Europa, Strategie und Taktik des Kampfes der
kommunistischen Parteien und dem Opportunismus/ Revisionismus bringt Ihr
sehr interessante Lektüre und wissenschaftliche Beiträge.
Mitkommunistischen
Grüßen
H.
H.
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Leserzuschrift
zu den China-Beiträgen auf K-Online von S.Y. aus den
Niederlanden
vom
9, Januar 2010
Lieber
Roter Webmaster,
Ich
wuensche (nicht nur) Euch allen ein Gutes Neues Jahr 2010! Es gibt viel
zu tun. An den Weihnachtsmann (roter Mantel!) glauben wir nicht. Also
tun wir es.
Das
Thema China ist und bleibt wichtig. Leider hat Euer Autor Recht mit
seiner Einschaetzung, dass zwar die Fahne die farbe ROT zeigt, aber die
Politik des Landes dies nicht tut. Das „K“ steht zwar noch drauf,
aber leider nicht mehr drin.
Das
freilich sollte bekannt sein. Schliesslich kam die als „Entstalinisierung“
etikettierte suzzessive Ruecknahme der Oktoberrevolution in der
damaligen UdSSR in den Jahren 1953 bis 1956 in Gang und nahm immer mehr
Fahrt auf - bis die UdSSR dann in der „Katastroika“ an den Baum
gefahren wurde. In der VR China gab es eine vergleichbare Wende zurueck
in den Jaren 1976 bis 1979.
Nun
muessen wir aber bedauerlicherweise zur Kenntnis nehmen, dass in der „offen-siv“
vor ein paar Ausgaben ein Artikel vo Kurt Gossweiler zu lesen war, der
der KP Chinas bescheinigt, noch auf dem richtigen Weg zu sein. Das sehe
ich aber anders – naemlich so wie Euer Autor der China-Reihe.
Mit
kommunistischen Gruessen,
S.
Y.
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