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Wikileaks
enthüllte auch US-Einmischung in Venezuela
US-PLAN
ZUR ABWERBUNG KUBANISCHER ÄRZTE IN VENEZUELA
von
Jens-Torsten Bohlke
Havanna,
4. Dezember 2010, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 8. Dezember
2010) – Ein Funkspruch unter Aktenzeichen 09Caracas442 vom 6.
April 2009 aus der US-Botschaft in Caracas, welcher bei Wikileaks unter
den jüngsten Veröffentlichungen diplomatischer Dokumente des US State
Departments auftaucht, bestätigt das Vorhandensein eines Plans der
US-Regierung, um das Desertieren kubanischer Ärzte und ihre
erleichterte Reise nach Miami anzukurbeln. Ziel des Plans war die
Diskreditierung Kubas und das Behindern des venezolanischen
Hilfsprogramms Misión Barrio Adentro der bolivarischen Regierung von
Hugo Chávez.
Der
Funkspruch umreißt die Anwendung des US-Programms Cuban Medical
Professional Parole (CMPP), welches von George W. Bush am 11. August
2006 unterzeichnet worden war, um Kubas in Projekte der Zusammenarbeit
mit anderen Staaten insbesondere im Gesundheitswesen tätige Fachkräfte
abzuwerben. Gemäß dieser Direktive der Behörde für Nationale
Sicherheit der USA sollten kubanische Ärzte, Physiotherapeuten,
Labortechniker, Krankenschwestern/Pflegekräfte, Sporttrainer usw. eine
Sonderbehandlung seitens der US-Botschaften in aller Welt erfahren, um
ihnen eine schnelle Ausreise in die USA zu ermöglichen.
In
dem besagten Funkspruch schätzt der politische Attaché der
US-Botschaft in Caracas, Francisco Fernández, die Umsetzung des
Programms in Venezuela ein. Demzufolge begann die Umsetzung dieses
Programms durch jene diplomatische US-Vertretung 2006: „Zwischen 2006
und 2007 erleichterte die Botschaft (der USA) in Caracas die Reise nach
Miami für die, die für das Programm in Frage kamen, über die
Ausstellung der Reisepapiere, die Kubanern genehmigen, Sonderflugzeuge
aus den USA zu betreten.“
Der
US-Beamte gibt auch zu, dass im Oktober 2007 die venezolanischen
Passkontrollbehörden damit begannen, Visapapiere und Flüge dieser Art
abzuweisen, nachdem sie entdeckt hatten, dass die Tätigkeit der
US-Botschaft in Caracas dahinter steckte.
Das
Ziel des von Bush ausgeheckten und noch immer aktiven Plans besteht
neben dem Diebstahl von hochqualifizierten Fachkräften darin, die
Abwanderung von kubanischen Fachleuten zu politisieren, um Kuba zu
verteufeln. Außerdem hatte der Plan noch ein zusätzliches Ziel: die
Mission Barrio Adentro zu schwächen, das Gesundheitsprogramm der
Regierung von Hugo Chávez zu beeinträchtigen, welches ab 2003
gesundheitliche Dienstleistungen in den ärmsten Gebieten von Venezuela
mit der Hilfe aus Kuba anbot.
Laut
Statistischem Amt Kubas bildete Kuba zwischen 1959 und 2008 über
800.000 Fachkräfte aus, einschließlich Ärzte. Die Politik des Raubs
von Fachleuten seitens der USA hat die Insel 5,16% aller nach dem Sieg
der Revolution ausgebildeten Fachkräfte gekostet.
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/ |