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Rote Nelken im Park, Deutschlandtreffen und Weltfestspiele für Frieden und Freundschaft statt LoveParade zum Betäuben

Die „Peace and Peoples' Friendship Youth Parades“ der DDR

von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Kommunisten-online vom 2. August 2010 – Die letzten Generationen der in Deutschland lebenden Menschen konnten so ihre ganz eigenen Erfahrungen mit großen Massenveranstaltungen sammeln.

Mit der roten Nelke im Park zu den Genossen

Mancher erinnert sich sicherlich noch an seinen guten alten Großvater, der davon zu erzählen wusste, „dass sich zu Bismarcks Zeiten der „Sozialistengesetze“ und Illegalisierung der damaligen Arbeiterpartei SPD etliche Arbeiter und Genossen nach getaner Maloche am Wochenende eine rote Nelke in das Knopfloch steckten und zu „privaten“ Zusammenkünften in die Stadtparks spazierten. Zwar blieben diese von den Arbeitermassen gerne besuchten inoffiziellen Veranstaltungen der kaiserlichen Polizei ganz und gar nicht verborgen. Aber was konnten die Unterdrückungskräfte des reaktionären kaiserlichen Deutschlands schon dagegen tun, „dass Menschen rote Nelken trugen und sich in Parks trafen?

Rot ist die Farbe der Liebe und auch die der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Bewegung, wie mindestens seit der Pariser Kommune von 1870 bekannt ist. Nur brauchten jene klassenbewussten Arbeiter keine GmbH mit deren Werbe-Aushängeschild „Love“ oder „Loveparade“, um sich gegenseitig freundlich lächelnd und die Lage im Betrieb und im Lande diskutierend auf die Schultern zu klopfen, ganz in der Gewissheit „Unsere Arbeiterpartei, die SPD, wird immer stärker. Schau nur mal, wie viele hier heute mit roten Nelken herumlaufen.“

Na gut, das waren eben Urgroßvaters Zeiten, als die SPD dem herrschenden Bündnis aus den Baronen der Kohle- und Stahlindustrie, der Hochfinanz und den großgrundbesitzenden militaristischen adligen Junkern ein gewaltiger Dorn im Auge war. Damals organisierte die SPD die Arbeiterklasse politisch, stand sie unverkennbar unter dem Einfluss des Marxismus, der Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels.

Was nicht unangefochten blieb, denn mit Eduard Bernstein gewann bis zum 1. Weltkrieg auf beinahe stillen Sohlen der Opportunismus die Oberhand in der SPD. Gleichzeitig agierten die angeblich um das Wohl des Vaterlandes besorgten Herren mit Frack und Zylinder und dicken Geldköfferchen aus Industrie und Hochfinanz in die Kreise der SPD-Führung hinein. Ihnen erlagen etliche damals führende deutsche Sozialdemokraten, die vom populären Volkstribun zum korrupten Bonzen mutierten.

Das Konzept der damals Herrschenden, durch Bestechung die SPD gefügig und somit die Arbeiterklasse Deutschlands zum willfährig hurra-patriotisch in den 1. Weltkrieg aufmarschierenden Kanonenfutter unter dem Befehl preußisch-adliger Landjunker zu machen, ging auf. Das kaiserliche Deutschland ging im 1. Weltkrieg in vielen Kriegsverbrechen zur Neuaufteilung der Welt letztlich unter den Schlägen der in der Entente verbündeten anderen imperialistischen Mächte ringsum zugrunde, als der Kaiser vor der absehbaren Niederlage und der aufkommenden revolutionären Umsturz- und Aufstandsstimmung der hungernden und verelendeten Arbeitermassen abdankte und nach Holland flüchtete.

Nicht zugrunde gingen die Kriegsprofiteure, solche Stahlbarone wie Krupp. Sie verbrachten eiligst ihre gescheffelten Profite in die Schweiz und weiter nach Liechtenstein, wo dieses Kapital sicher verwahrt werden konnte bis zu seiner Re-Investition unter gesicherteren Bedingungen zur Zeit des späteren hitlerfaschistischen Deutschlands. Den herrschenden Klassen im damaligen Deutschland ging es prächtig, so „dass sie die 20er Jahre „Die Goldenen Zwanziger Jahre“ nannten. Unsere Großeltern hingegen erinnerten sich nicht an Gold, sondern an Hunger und Rübenklau, denn nach dem 1. Weltkrieg überlebten die meisten Arbeiterfamilien nur durch Kohlsuppen. So zahlten schon damals die Arbeiter für die Weltherrschaftsgelüste des Kapitals.

Thälmann kommt!

Dies jedoch nicht bravst und untertänigst, sondern unter erbitterter Gegenwehr mit maßgeblicher Beteiligung der erstarkenden Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), die Mitglied der 3. Kommunistischen Internationale war und sich am Beispiel der UdSSR, des ersten sozialistischen Staates der Arbeiter und Bauern, orientierte. „Thälmann kommt“ war vor Ort an vielen Stellen zu lesen, bevor die Arbeiter massenhaft zusammenströmten, um dem bei ihnen als einer von ihnen so beliebten Arbeiterführer zuzuhören und ihm Beifall zu zollen. In seiner Herkunftsstadt Hamburg nannten die Hafenarbeiter ihren Kollegen Ernst Thälmann liebevoll „Teddy“. Was nichts mit „Love“ oder einer mit „Loveparade“ sich demagogisch schminkende kommerzielle Firma zu tun hatte, sondern Ausdruck der Begeisterung für einen Wortführer war, der die ureigenen Klasseninteressen der Arbeiter überaus überzeugend zu vertreten verstand. „Thälmann, ja, das war noch ein richtiger Arbeiterführer“, so wussten es unsere Vorfahren uns zu erzählen.

Die KPD wurde ab Ende der 20er Jahre eine so starke Massenpartei, „dass die herrschenden Kreise des zum Finanzkapital verschmolzenen Bank- und Industriekapitals um ihre weitere Herrschaft ernsthaft zu fürchten begannen und mit Geld und politischen Machenschaften den Hitlerfaschismus zwecks Abschlachten der Kommunisten und diktatorischer Durchsetzung ihrer Klasseninteressen an die Macht lancierten. Der Hitlerfaschismus vertrat dann auch die Klasseninteressen der reaktionärsten, am meisten imperialistischen und am meisten chauvinistischen maßgeblichen Kreise des deutschen Finanzkapitals in deren Streben nach Revanche, nach erneuter Neuaufteilung der Welt und letztlich Unterwerfung aller Völker der Welt unter die Profitinteressen des deutschen Imperialismus. Wer Hitler wählte, wählte den Krieg, wie die KPD bis in die letzten Tage vor ihrer nahezu endgültigen Vernichtung gegen den faschistischen Terror vielerorts in Deutschland plakatierte. Beraubt ihrer kommunistischen Führung, betäubt von der Goebbelsschen chauvinistischen Propaganda und in Angst und Schrecken gehalten von der überall im damaligen „Großdeutschland“ perfekt organisiert anmutenden hitlerfaschistischen Mörder- und Verbrecherbande sahen sich selbst klassenbewussteste Arbeiter zumeist gezwungen, wieder zum willfährigen Kanonenfutter im imperialistischen Raubkrieg von 1939 bis 1945 zu werden und sich in imperialistische Kriegsverbrechen zu verstricken.

Goebbelssche Paraden und Aufmärsche

Es gab seinerzeit die gewaltigsten Massenveranstaltungen im hitlerfaschistischen Deutschland. Die Goebbelssche Propaganda mit Führerkult um Adolf Hitler, dem Dauerberieseln vom „Volk ohne Land“ zur Rechtfertigung des „Drangs nach Osten“ und ideologischen Vorbereitung des 2. Weltkriegs lief auf Hochtouren. Erst marschierten SA-Verbände vielerorts im Gleichschritt beim Begehen grausamer Verbrechen im Rahmen des faschistischen Terrors gegen jeden Widerstand aus dem Volke. Später organisierten die Nazis riesige Fackelzüge der Jugendlichen, um sie durch die grobschlächtige faschistische Propaganda auf die bevorstehenden Kriegsverbrechen an den Nachbarvölkern einzustimmen.

Da knallten die Sektkorken der Veranstalter, die immer professioneller den Fanatismus der Massen hin zu fanatischer Kriegsbegeisterung schürten. Von „Love“ und „Loveparade“ war da nur insoweit die Rede, als eine angebliche „Liebe zur Heimat Deutschland“ in das für den deutschen Imperialismus Ziel führende „Deutschland über alles in der Welt“ umzuwandeln war. Denn der alte Weltherrschaftstraum seit 1871 ist bis zum heutigen Tage nie von den deutschen Imperialisten ausgeträumt worden, er gehört in Deutschland zu ihrem genetischen und weltweit gesellschaftlich aus ihrer Klassenposition heraus sich herleitenden Wesen.

Hitler verklärte demagogisch die Wehrmacht zu einer „Friedensarmee“ in seinen Reden bis 1939. Die faschistischen Demagogen zogen berechnend in Betracht, „dass das deutsche Volk sehr mehrheitlich keinen erneuten Krieg wollte. Denn, die 20er Jahre waren für das deutsche Volk keinesfalls „Goldene Jahre“ gewesen, bei lediglich dünner Kohlsuppe!

Liechtenstein war von einem Kuhdorf auf der Alm dank den Kriegsprofiten von ein paar hundert Kapitalistenclans aus Deutschland zu einem Stiftungsparadies voller Kaufkraft der superreichsten Deutschen geworden. Genau derer, die mit dem faschistischen Hitler-Regime Verträge abschlossen und bereits die Beute des kommenden Krieges unter sich aufteilten. Für jede Investition und jedes Darlehen zugunsten der Wehrmacht hatte diese ihre Wehrmacht dafür zu sorgen, „dass bestimmte Rohstoffgebiete, Industriekomplexe und Agrargebiete militärisch gesichert besetzt blieben, um dort zu rauben und Profite zu machen, was das Zeug hielt. Mit Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen unter sklavenähnlichen Bedingungen und bei völliger Entrechtung der dort lebenden Bevölkerung.

Und wehe, es kam zum Rückzug der Wehrmacht! Dann musste das faschistische Regime den Kriegsprofiteuren vertraglich zugesicherte Entschädigungen und Strafen zahlen. Liechtenstein boomte also durch gebunkerte Kriegsprofite aus Deutschland ab 1945 weiter in Erwartung der Währungsreform 1948 mit Wirtschaftswunder und Marshallplan und Reinvestition von Teilen dieses Kapitals im imperialistischen Westdeutschland, während viele Völker durch Hitlerdeutschlands faschistischen Krieg noch jahrelang in Schutt und Asche hungerten und ihre Toten und Verstümmelten zu beklagen hatten und haben.

Aufgeputscht im Killerinstinkt fürs Massakrieren ringsum

1938 zeigte sich in der „Kristallnacht“, „dass nur noch sehr wenige Menschen in Deutschland dem tobenden faschistischen Terror die Stirn boten, indem sie jüdische Mitbürger versteckten. Große Mehrheiten der Menschen im faschistischen Hitlerdeutschland waren der faschistischen Propaganda erlegen, bereicherten sich entsprechend ihren Möglichkeiten erst an jüdischem und später am Eigentum von Menschen der von der Wehrmacht besetzten Länder ringsum. Große Mehrheiten von faschistisch verseuchten Deutschen lebten ihre Killerinstinkte in einem fanatischen Irrglauben aus. Sie hatten sich vom größten und bis dahin in der Geschichte schlimmsten Feind der Menschheit, dem Hitlerfaschismus, aufputschen und fanatisieren lassen.

Man höre nur anhand dokumentierter Tonaufnahme ihr Gegröle auf der Olympiade in Berlin 1936 oder ihren fanatischen Beifall als Ja zum „totalen Krieg“. Wie viele von ihnen mögen sich da wohl selbst als Kriegsgewinnler gefühlt haben? Aussicht auf einen Bauernhof im von der Wehrmacht besetzten „Ostland“? Oder ein Leben wie Schindler aus dem Film „Schindlers Liste“, welcher im besetzten Gebiet KZ-Häftlinge ausbeutete?

Noch heute gibt es Holländer, die mit einem verschmitzten Lächeln sagen: „Mein Opa will von Euch erst mal sein Hollandrad zurückhaben, bevor es richtigen Frieden geben kann.“ Und in Polen, Russland und vielen Ländern Europas trifft man zuweilen noch alte Menschen, die einst jahrelang von deutschen SS-Schergen in Konzentrationslagern gepeinigt wurden. Ihre Angehörigen erzählen uns, „dass diese Menschen manchmal stundenlang einfach nur weinen, weil sie ihre Erlebnisse wohl bis zum Lebensende niemals verdauen können. Sind diese Menschen nicht auch Opfer einer massenhaften Verblendung und ideologischen Manipulation des deutschen Volkes seinerzeit durch den Imperialismus und Faschismus? Wie rasch binnen nur wenigen Jahren von 1933 bis 1938 war es den Faschisten in Deutschland gelungen, Millionen Menschen zu ihren aktiven Handlangern zu machen, um all diese Kriegsverbrechen und Verbrechen an der Menschheit zu verüben!

Die Gräuel des 2. Weltkrieges in Gestalt der vielen Konzentrationslager mit ihren systematischen Tötungs- und Ausbeutungsmechanismen gegenüber großen Zahlen von Menschen, in Gestalt der vielen Massaker und Kriegsverbrechen von Wehrmacht, SS und sonstigen Unterdrückungsorganen des hitlerfaschistischen Staates hatten die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zur Folge, denn die Völker der Welt forderten die Bestrafung des faschistischen Mörderpacks. So wurden einige übelste Bluthunde derjenigen hingerichtet, die da ihre im Krieg mit dem Blut und Schweiß von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern durchtränkten Profite in das sichere Liechtenstein oder in die Vatikanbank verbrachten. Zehntausende Nazi- und Kriegsverbrecher entkamen, etwa über die „Rattenlinie“ via Rom mit Vatikanpässen und Iberische Halbinsel vor allem Richtung Lateinamerika und Nordamerika. Sie fanden sich später teils wieder in den NATO-Stäben, bei der NASA und vor allem im Sicherheits- und Verteidigungsbereich des remilitarisierten Westdeutschlands wieder, zumal die „alten Kontakte“ da ja nie abrissen und der US-Imperialismus alles andere als ein Willensvollstrecker des Gewissens der Völker der Welt sein kann.

Ab 1945 regten sich in Deutschland aber auch die Kommunisten wieder, so wenige sie auch waren. Im Osten vereinigte sich die KPD mit der SPD zur SED. Nie wieder sollte die Arbeiterbewegung in opportunistische Sozialdemokraten und revolutionäre Kommunisten getrennt werden. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschland symbolisierte mit dem Händedruck im Parteiabzeichen den Willen nach politischer Einheit der Arbeiterklasse Deutschlands. Dies als Lehre aus der Tatsache, „dass das Nichtzustandekommen der Aktionseinheit der Arbeiterparteien KPD und SPD dem faschistischen Hitlerregime politisch die Machtergreifung 1932/1933 ermöglicht hatte. Verwirklicht werden sollte auch der Schwur der überlebenden Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald, welches sich selbst unter Führung des illegalen von Kommunisten geleiteten Lagerkomitees der Häftlinge befreit hatte. Die überlebenden Buchenwald-Häftlinge schworen öffentlich: „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ So sollte denn von deutschem Boden aus nie wieder ein Krieg ausgehen, was zur Maxime der Außenpolitik der späteren DDR wurde.

Musik, Erziehung und Festivals in der DDR

Frieden und Völkerfreundschaft waren urdemokratische gesellschaftliche Grundwerte, die jedem Kind im DDR-Bildungswesen schon von seiner Kindergartenzeit an vermittelt wurden. Alle Kinder in der DDR malten Friedenstauben und sangen das Lied von der kleinen weißen Friedenstaube, welches ewige Völkerfreundschaft herbeiwünscht. Auch von der Liebe wurde gesungen. Von der Liebe zur Mutter, welcher man als Kind hilft, weil sie früh zur Arbeit geht und abends müde nach Hause kommt. Auch von der wahren Liebe zur Heimat sangen die Kinder in der DDR. Einer Heimat, deren Wälder und Seen es zu schützen gilt, weil sie dem Volke gehören.

Kaum fassbar, „dass heute die dort in der einstigen DDR wohnenden Kinder oftmals in Hartz-4-Armut verrotten und sich mit gefalteten Händen und einem Gebet in einer Suppenküche für die warme Mahlzeit bedanken dürfen, die ihnen als kirchlicher Almosen gnädigst gewährt wird vom Pfaffen. Und bald begreifen sie, was DIE PRINZEN in ihrem schönen kritischen Song „Du musst ein Schwein sein auf dieser Welt“ besingen. Die „westlich-abendländische Wertegemeinschaft“ ist unvereinbar mit den Werten einer sozialistischen und humanistischen Gesellschaft, wie sie in der DDR bestanden hatte.

Die demokratischen Parteien und Massenorganisationen in der DDR organisierten auch große Massenereignisse zur Mobilisierung der Menschen für Frieden und Sozialismus. Zu Lebzeiten von Stalin ging es bei Deutschlandtreffen um ein in Frieden und Demokratie zu vereinendes Deutschland, nachdem die westlichen Alliierten mit dem deutschen Imperialismus getreu dem Leitspruch „Lieber ein halbes Deutschland ganz, als ein ganzes Deutschland halb“ den Separatstaat Bundesrepublik Deutschland im September 1949 gegründet hatten. Dies besiegelte die Zweistaatlichkeit Deutschland, mit der sich die fortschrittlichen Teile des Volkes nicht abfanden.

Viele Menschen aus Westdeutschland fuhren zur Teilnahme an den Deutschlandtreffen in die DDR, wurden unterwegs von der westdeutschen Polizei aufgegriffen und festgenommen und inhaftiert. Dies trotz „Wirtschaftswunder“, welches es nur im Westen gab, denn die DDR zahlte die große Last der Reparationen an die von Hitlerdeutschland verwüstete UdSSR allein. Es hatte nichts mit „Love“ und kommerzieller „Loveparade“ zu tun, „dass Menschen aus der BRD und der DDR sich damals zu den Deutschlandtreffen trafen. Wohl aber hatte dies sehr viel mit der Liebe zur Heimat, mit Patriotismus in seiner besten und fortschrittlichen Form zu tun. Denn diese sich da versammelnden Menschen setzen ihr Zeichen gegen die Teilung Deutschlands. Aber es waren nur die noch wenigen fortschrittlichen Teile des deutschen Volkes, die sich da zusammenfanden.

Die faschistische Hitlerdiktatur hatte nichts Fortschrittliches im Geiste der Menschen in Ost und West hinterlassen. Und die westlichen Alliierten samt Adenauerstaat und CDU griffen rasch die Nazi-Propaganda vom „bösen Russen“ wieder auf, so „dass der Kalte Krieg sehr wohl auch in den Köpfen der Deutschen beiderseits der Grenze zwischen den beiden großen gesellschaftlichen Weltsystemen stattfand. Das Vermächtnis der bürgerlich-reaktionären Märtyrer vom 20. Juli 1944, wonach das faschistische Deutschland sich nur Hitlers entledigen müsse und mit den westlichen Alliierten gemeinsam an der „Ostfront“ bis zum Pazifik die UdSSR und den verhaften Kommunismus niederwalzen sollte, nahm die Gestalt des aggressiven NATO-Pakts im Kalten Krieg an. Militärisch standen sich atomar hochgerüstete Armeen in Mitteleuropa auf deutschem Boden gegenüber. In seinen „Moabiter Notizen“ weist Erich Honecker nach, „dass die DDR und die UdSSR jahrzehntelang alles taten, um die militärische Konfrontation in Mitteleuropa zu beenden. Aber es war nicht möglich, aus dem Imperialismus einen Friedensengel zu machen. Denn selbst seine täuschenden Umarmungsversuche führten nur dazu, korrupte Verräter und Bonzen wie Gorbatschow, Schabowski usw. als ferngesteuerte Zersetzer der gefestigten sozialistischen Gesellschaftssysteme in der UdSSR und DDR einzusetzen, wie es 1989 längst gelungen war.

Weltfestspiele statt „Loveparade“

Rückblickend auf die DDR waren deren größtes Massenereignis wohl die Weltfestspiele 1973 in Berlin. Hunderttausende Jugendliche aus aller Welt trafen sich. Die Liebe gab es schon sehr körperlich, so „dass wir jene wahre Jugendparty gern auch schmunzelnd „Weltbettspiele“ nannten.

Die wenigen verbissen dreinschauenden „Freunde“ von der Jungen Union aus der BRD, die da mal auf dem Alexanderplatz DDR-schmähende Flugblätter in die Luft warfen, sahen jedoch nicht sonderlich sexy aus. Im Filmtheater Babylon, im Haus der Jungen Talente, auf Freilichtbühnen in Berlin-Lichtenberg und im Friedrichshain sowie auf dem Alexanderplatz spielten etliche Musikgruppen aus so entfernten Ländern wie Chile auf. Floh de Cologne aus Köln begeisterte das jugendliche Publikum, jene Nacht im Haus der Jungen Talente mit diesen großartigen Politrock-Musikern aus Köln wird unsereins unvergesslich bleiben.

Unsereins in der DDR lernte bei jenem Weltfestival der Jugend und Studenten viele fortschrittliche Menschen aus aller Welt kennen. So eine leibhaftige Indianerin von der kanadischen Native Youth Association. Sehr beeindruckend war auch jener junge Genosse und Studentenführer von der TU Santiago de Chile. Die Sorge war tief im Herzen zu spüren, als siel in den Tagen des faschistischen Militärputsches in Chile nur wenige Wochen nach jenen Weltfestspielen in Berlin/DDR zwei Tage lang verschanzt in der TU Santiago den faschistischen Truppen standhielt, um dann in deren Folterhöllen misshandelt zu werden.

Die Wut auf die Faschisten, die die demokratisch gewählte Volksfrontregierung mit Bombardements und Panzerangriffen niederwalzten, dem Gitarristen und Sänger Victor Jara im Fußballstadion von Santiago de Chile die Hände abhackten, diese Wut war riesig in jenen Tagen ab 9/11, dem 11. September, nicht jenem von New York, sondern diesem 11. September 1973 in Chile. Wer intensiv liebt, der hasst auch intensiv!

Und so protestierten mit 300.000 Menschen spontan am 13. September 1973 rekordmäßig viele Menschen gegen den faschistischen Militärputsch in jenem entfernten Land, wo der Arzt und Rechtsanwalt und verfassungsgemäße Präsident Dr. Salvador Allende faktisch gerade mal dafür gesorgt hatte, „dass jedem Kind bis zum 12. Lebensjahr der halbe Liter Milch zu gewähren war. Humanismus hat mit Liebe zu tun, nicht aber mit kommerziellen Aushängeschildern wie „Love“ und „Loveparade“ eines lediglich die Massen an Jugendlichen betäubenden Massenspektakels mit Sponsoren wie Coca Cola und McFit.

Die Jugendfestivals und Pfingsttreffen der FDJ

In der DDR pflegte die FDJ Massenveranstaltungen in Berlin abzuhalten. Diese „Nationalen Jugendfestivals der DDR“ sollten die Verbundenheit zwischen der DDR-Jugend und der Partei- und Staatsführung der DDR festigen. Neben politischen Veranstaltungen wie Fackelzug und Kundgebung mit Vertretern der Partei- und Staatsführung der DDR gehörten zu solchen Massenveranstaltungen immer auch Konzerte und Podiumsveranstaltungen. Bei ausnahmslos all diesen Veranstaltungen waren die Feuerwehr, die Sanitätshelfer des Roten Kreuzes, die Polizei (wie die Sicherheitskräfte zumeist in Zivil) und diverse FDJ-Ordner im genau geplanten Einsatz, um die Sicherheit aller Teilnehmer und ggf. die sofortige Versorgung im Notfall zu gewährleisten.

Die Hitze konnte noch so groß bei hohen Außentemperaturen sein, - jeder Jugendliche hatte sein „Fresspaket“ und kam an ausreichende nichtalkoholische Getränke heran. Sich vollaufen lassen war verpönt und unerwünscht, aufputschende Drogen waren nirgendwo in der DDR in Reichweite bei solchen Ereignissen. Gut gefeiert wurde trotzdem. Es gab viel Tanz. Es wurde viel geküsst. Und dabei war wohl eher die Ausnahme, „dass jemand den Bruderkuss zwischen Honecker und Breshnew als staatlich verordnete Liebe umsetzte, hahaha! wie uns mancher kalte Krieger ja gerne noch heute weismachen würde ... .

Die Partei- und Staatsführung der DDR ließ sich so ein Massenereignis in jedem Fall eine Menge kosten, denn die Regierenden fühlten sich sehr wohl zuständig und in der Verantwortung für die Belange des Volkes. Auch verdiente sich da niemand eine goldene Nase bei so einem Massenereignis. Es gab hinterher sicherlich Auszeichnungen an jene, die die organisatorische Leistung bestens hinbekommen hatten. Sie nannten sich aber weder Manager noch waren sie Gesellschafter „mit beschränkter“ Haftung (GmbH).

Sex, Spaß und Liebe als Ware im Ausbeutungsverhältnis

Mit „event business“ hat jedoch die „Loveparade“ sehr wohl viel zu tun. Bei der „Loveparade“ gaukeln die Profitmacher den verblödend partygeilen Jugendlichen vor, es ginge um „Love“, um Liebe. Ist es Liebe, wenn eine dafür bezahlte Frau ihren Oberkörper reizvoll vor jedem zahlenden Kunden entblößt? Unsereins nennt dies ein Geschäft, wie es sich vor allem jene leisten, die mit ihrem überschüssigen Geld sexuelle Dienstleistungen einkaufen. Die Bourgeoisie nennt dies das „älteste Gewerbe der Welt“, unsereins spricht von „Prostitution“ und analysiert dies gerne etwas konkreter hinsichtlich solcher Wurzeln wie Armut, Kinderarmut, Straßenkinderproblematik, berufliche Perspektivlosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit, Ausbildungsnotstand, Menschenhandel, Zuhälterei, Pädophilie ... auf einen Nenner gebracht, eben unter dem Aspekt der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in einer Klassengesellschaft wie der heutigen. Kann ein Ausbeutungsverhältnis Liebe sein?

Es kann Spaß sein, wird mancher „Freier“ sagen. Spaß? Jemanden zu kaufen, der oder die es mit mir über sich ergehen lässt, nur um Geld von mir zu erhalten ... Spaß? Wie viel Spaß hat bitte das gekaufte minderjährige Mädchen beim Sex mit ihrem Kunden? Ist da der Spaß des Kunden nicht wie der Spaß des Vergewaltigers von Frauen im Kriege? Ist es da nicht der Spaß des Killers, der aus dem US-Militärhubschrauber im Besatzungsgebiet mal eben auf ein paar Menschen feuert und über sein angerichtetes Massaker noch höhnisch Spaß empfindend lacht?

Geile Show zur Desorientierung für Jugendliche ohne Zukunft

Und was ist denn wohl Spaß für jene, die da zu einer „Loveparade“ aufbrechen? Sind es Opfer, denen das imperialistische System nichts weiter zu bieten hat als laute Musik und bizarres Party-Getue zum „Aufputschen“ und „Abtanzen“? Rennen diese verblödenden und durchmanipulierten Jugendlichen nicht hurra-schreiend in die eigene Sinn-Entleerung? Wozu bitte braucht die Jugend eine „Loveparade“?

Je mehr Jugendliche sich in Partygeilheit, Drogenkonsum, Komasaufen, Computer-Kriegsspiele, Modenschauen, Autowelten, Fußballeuphorien und Glücksspielautomaten verlieben, um so besser dienen sie den Interessen der hier und heute herrschenden Klasse des Finanzkapitals, des Imperialismus. Denn sie werden ruhiggestellt und stellen sich selbst ruhig. Politik interessiert sie erst gar nicht. Ihr Blick reicht mal gerade für die Momentaufnahme. Pläne für die Zukunft? Zukunft wird nicht geboten. Und viel zu viele, erst recht die Ruhiggestellten, finden sich mit ihrem Schicksal ab.

Was wird aus diesen Menschen? Unsereins erinnert sich an die jungen hübschen Kolleginnen, die nur wegen der Krankenversicherung geregelt arbeiteten und abends und nachts in Bars „richtig verdienen“, netto vier- bis fünfmal so viel wie mit geregelter Lohnarbeit. Sie hoffen, irgendwann mal den richtigen (gleich reichen!) Traumprinzen zu finden. Ihre Lieblingsbeschäftigung? Aber klar doch: Shoppen!

Und bei den Männern? Statussymbol Bierdose, zu beobachten bei 80% der jungen männlichen Passagiere der Berliner S- und U-Bahn ab 20 Uhr alltäglich. Dazu rotzfreche große Schnauze, denn sie gönnen sich ja sonst nichts ... von was auch?! Und natürlich ist alles „geil“ und „boahhh“! Mann braucht sich noch selbst, eben als letzter Halt im Leben. Arme Jugend im eigentlich nicht armen Deutschland!

Opfergemeinschaft Deutschland: Alle sind schuldig, ich nie.

Und wer da bei der „Loveparade“ in Duisburg so ein Mädchen mit zu Tode getrampelt hat, ist natürlich auch gleich wieder nur ein Opfer, wie die Medien allen weismachen. Und mit einer Erklärung für diese Art Tötungsdelikt sind die Medien sofort zur Hand: Es herrschte Massenpanik und Enge, da geraten Menschen eben einfach außer Kontrolle. Sozusagen per Naturgesetz. Höhere Gewalt? Wirklich? Die Polizei sekundiert, „dass diese Menschen ja zumal auch alkoholisiert gewesen wären. Also „mildernden Umstände“: „Sorry, „dass der Schädel Ihrer Tochter unter meinen Turnschuhen zerkrachte, aber ich war eben leider etwas angetrunken.“ Und nun? Weitersaufen? Um als Opfer dieses „Zerkrachen“, dieses Geräusch, zu verarbeiten?? Ist es damit getan?

Eltern, Verwandte, Freunde aber fragen: Wer trampelte unser Mädchen tot? Wer geriet da außer Kontrolle? Was brachte diese oder jene Person dazu, brutal zu schieben, brutal um sich zu schlagen, brutal über Leichen zu gehen??? Und sie haben recht. Sie haben ein Recht auf Aufklärung, denn immerhin kam ein Mensch ums Leben.

Unsereins meint: Wer zu einer „Loveparade“ geht, sollte sich fragen, weshalb er da überhaupt hinrennt? Gibt es die laute Betäubungsmusik nicht auch woanders? Gibt es bizarre Sexidole nicht auch beim Karneval zu sehen? Gibt es nicht genug Orte zum Tanzen? Ist die selbstorganisierte Party nicht ausreichend?

Was bitte bringt der gemeinsame Kick in der Gruppe, in der Jugendclique, im Freundeskreis, wo sich dann so ein Haufen „durchschlägt“ kraft Faustrecht, um schwächere Mädchen niederzutrampeln und sich so den Weg zum Platz an der Bühne zu bahnen? Was den Alten der Stammtisch, ist den Jugendlichen die Clique. Aber ihren Kopf haben doch wohl Alte und Junge zum Denken und nicht nur für die Frisur.

Jedes Tötungsdelikt ist aufzuklären und strafrechtlich zu verfolgen

In diesem Sinne sei gesagt, „dass es nicht schade wäre, wenn die „Loveparade“ endlich einfach begraben wird. Die zu Tode gequetschten und zertrampelten Menschen werden der „Loveparade“ keine Träne nachweinen. Und die Veranstalter sind daran zu hindern, ihren Reibach mal eben schnell in Liechtenstein zu deponieren, bis sie von jeder Mitverantwortung freigesprochen sein werden. Ebenso ist der OB von Duisburg daran zu hindern, sich noch bis Oktober 2010 im Amt zu halten, nur weil er die üppige Pension aus Steuergeldern für sich retten will.

Hier hat das Volk nicht nur der Duisburger recht, Aufklärung und strafrechtliche Verfolgung zu verlangen. Und es kann gar nicht genug offengelegt werden, „dass allein für Profit und für Geschäftsinteressen bei der „Loveparade“ in Duisburg über Leichen und Schwerverletzte gegangen wurde. Am Pranger steht die Ausbeutungsgesellschaft namens Imperialismus, wo für Profit auf menschlichem Leben herumgetrampelt wird.

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