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Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) / 15.10.2010

WER BELEIDIGT DIE DENKMÄLER?

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

auf Kommunisten-online am 26. Oktober 2010 –

Foto 1

Auf dem 1. Foto wird die Akropolis an jenem Tage nach der Verkündung der grausamen volksfeindlichen Sparmaßnahmen der griechischen sozialdemokratischen PASOK-Regierung im Bündnis mit der EU und dem IWF gezeigt. Die KKE übermittelte von diesem Symbol der Zivilisation aus die zeitlose und menschenwürdige Botschaft des Widerstandes gegen Barbarei und Sklaverei an Europas Völker und die ganze Welt mit der Losung „Völker Europas erhebt Euch!“.

Foto 2

Auf dem 2. Foto wird die Akropolis am 14. Oktober 2010 gezeigt. Ganz unmittelbar vor jenen Momenten, als die politischen Durchsetzer der Barbarei die staatlichen Unterdrückungskräfte anwiesen, den Heiligen Felsen in ein Schlachtfeld zu verwandeln, auf welchem Tränengas und brutaler Schlagstockeinsatz gegen friedlich demonstrierende Arbeiter eingesetzt werden, welche seit 22 Monaten keinerlei Lohn erhalten haben und in wenigen Tagen gefeuert werden sollen. Wer ist es, der die Denkmäler und die Zivilisation beleidigt?

VOLKSFEINDLICHE MASSNAHMEN DER REGIERUNG GEHEN WEITER

POLIZEI-AUSSCHREITUNGEN RUND UM DIE AKROPOLIS

KNÜPPELNDE POLIZEI GREIFT WERFTARBEITER AN

Die PASOK-Regierung zeigte wieder einmal ihr volksfeindliches Wesen. Gestern Morgen befahl sie den Einsatz von polizeilicher Gewalt, um das archäologische Denkmal Akropolis anzugreifen und dort brutal gegen Arbeiter vorzugehen, die in Zeitverträgen stehen und für das Recht auf stabile und dauerhafte Arbeitsplätze demonstrieren. Diese Entweihung eines der bedeutendsten Denkmäler der Menschheit durch staatliche Unterdrückungskräfte mit Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken gegen die Arbeiter wurde von dieser griechischen Regierung befohlen.

Foto 3

Die Arbeiter in Zeitverträgen halten den Zugang zur Akropolis seit Wochenbeginn blockiert. Dies ist Teil einer Reihe von Protestdemonstrationen mit folgenden Forderungen: dauerhafte stabile Arbeitsplätze, sofortige Auszahlung aller vorenthaltenen Löhne (Löhne, die in einigen Fällen schon seit 22 Monaten ausstehen), Stopp aller Entlassungen, usw.

Kurz nach 10 Uhr vormittags beseitigte die blutrünstige Polizei einen Teil der Absperrungen unterhalb des zentralen Zugangs zur Akropolis und überfiel dann die Arbeiter hinterrücks. Die Lage war innerhalb und außerhalb des Denkmalgeländes chaotisch. Die entfesselten Polizeibüttel schlugen auf jeden ein, der sich ihnen in den Weg stellte. Sie verschonten auch keine Journalisten, Fernsehtechniker und Kameraleute. Dies alles in einer sehr aufgeheizten Atmosphäre infolge des Einsatzes von Tränengas. Mindestens vier Arbeiter erlitten bei dieser Polizeimaßnahme Verletzungen, ein Arbeiter wurde festgenommen.

Die Regierung der PASOK und ND sind beide verantwortlich und schuldig an der Lage, welcher sich die Zeitarbeiter derzeit gegenübersehen. Beide Parteien schufen dieses Regime, welches aus Arbeitern Geiseln macht. Beide zusammen mit den „linken“ Feigenblättern stimmten für den Zusatz zur Verfassung im Jahr 2001, welcher wesentlich beendete, dass Zeitarbeiter zu Stammarbeitern werden.

Aleka Papariga

WIR MÜSSEN UNS SELBST NICHT VOR MERKEL UND SARKOZY RECHTFERTIGEN

Auf der gestrigen Pressekonferenz in Thessaloniki machte die Generalsekretärin der KKE folgende Äußerungen zu den Demonstrationen an der Akropolis.

„Wenn die Arbeiter schwere Probleme haben, wo auch immer sie sind, dann müssen sie mobilmachen, dann müssen sie kämpfen. Wir sind vollkommen sicher, dass der Felsen der Akropolis mit seinen Denkmälern durch den Streik nicht beschädigt worden ist. Die Akropolis ist ein Symbol, wenn wir es mal so sagen wollen. Und wenn wir all dies in Betracht ziehen, dann sind wir für diese Demonstrationen. Diese Menschen sind Zeitarbeiter. Es ist völlig richtig, dass sie kämpfen.

Daher sind wir „sensitiv“ bei der Akropolis und gegenüber dem, was Frau Merkel und Herr Sarkozy auf der einen Seite da sagen werden. Wir müssen uns vor ihnen nicht rechtfertigen. Wir halten die Akropolis und die gesamte Geschichte unseres Landes in Ehren, und wir tun dies durch den Kampf. Diese Denkmäler sind wertvoll, aber wir dürfen die moderne Geschichte Griechenlands nicht vergessen. Wir werden nicht aufhören und uns nicht hindern lassen, die Geschichte von heute zu schreiben.“

Die Arbeiter der Werften fordern Arbeit, kostenlose Krankenversicherung für die Arbeitslosen, und dass die Elektrizitätsversorgung für die Arbeitslosen nicht abgeschaltet werden darf. Die Regierung antwortete mit Polizeigewalt und Tränengas.

Foto 4

Die PASOK-Regierung versuchte am 14. Oktober, die Kampfkraft der Werftarbeiter zu brechen und setzte daher eine große Zahl von Polizisten und Tränengas ein. Die Kampfbereitschaft der Werftarbeiter zeigte sich in Massendemonstrationen in die Innenstadt von Athen gegen die volksfeindliche Politik zur Absicherung der Profite der Monopole, Abbau von Produktionskapazitäten in den Werften und dem Entwerten der Schiffbau-Industrie insgesamt. Auf diese Weise werden die Arbeiter und ihre Familien zu Arbeitslosigkeit und Armut verurteilt.

Foto 5

Die Arbeiter kamen beim Arbeitsministerium vorbei und riefen dort mit lauten Sprechchören „Wir wollen Arbeit und keine Arbeitslosigkeit, die Plutokratie soll für die Krise zahlen“. Die Arbeiter trugen die Stromrechnungen von arbeitslos gewordenen Kollegen bei sich, denen die Stromleitung abgeschaltet worden sind, die keinen Krankenversicherungsschutz mehr haben. Die Arbeiter wollten dies dem Minister vorlegen.

 

Ihr Anliegen, den Minister zu treffen, wurde mit Tränengas und Angriff seitens schwerbewaffneter staatlicher Sicherheitskräfte beantwortet. Die Versuche, die Arbeiter zu terrorisieren, waren nicht erfolgreich. Die Antwort der Arbeiter auf die Gewalt und den Terror der Regierung besteht darin, den Kampf fortzusetzen und keinem Schritt zu weichen.

Die Arbeiter setzten ihre Demonstration diszipliniert zum griechischen Parlament fort. Der Vorsitzende der Metallarbeiter-Gewerkschaft von Piräus, Sotins Poulikogiannis, gab folgende Erklärungen an die demonstrierenden Arbeiter ab: „Es gibt einen gut organisierter Plan zur Verringerung der Produktionskapazitäten der Werften im Schiffbau und zur Verkleinerung der Schiffbau-Industrie insgesamt, so dass die Schiffseigner ihre Schiffe in anderen Werften bauen lassen können, die freie Arbeitskräfte beschäftigen. Es stinkt zum Himmel! Wir werden zu Armut und Erbärmlichkeit verurteilt. Gleichzeitig unterschreibt der Premierminister Vereinbarungen über Subventionen an die Schiffseigner, damit sie ihre Schiffe in China bauen lassen können. Und als Spitze von all dem sehen wir uns diesem Angriff ausgesetzt.“

SOLIDARITÄT

Die Funktionäre der PAME, Parlamentsmitglieder der KKE, die Vertreter der „Volksprotestdemonstration“ (der Liste, die die KKE bei den bevorstehenden Kommunalwahlen am 7. November unterstützt), stehen Seit' an Seit' mit den Arbeitern in den beiden Fällen polizeilicher Unterdrückung.

Die Kommunistische Partei Griechenlands

Sie werden die Kämpfe der Arbeiterklasse nicht kleinkriegen

Verlautbarungen des Pressebüros zu den Ausschreitungen der Polizeibüttel gegen die Zeitarbeiter an der Akropolis und die Werftarbeiter

In ihrer Pressemitteilung des Pressebüros des ZK der KKE machte die Partei der griechischen Kommunisten folgende Aussagen zum Einsatz der Polizei und dem Einsatz von Tränengas gegen die Zeitarbeiter an der Akropolis und gegen die Werftarbeiter:

„Wir verurteilen die Regierung für den Einsatz der Polizeibüttel und den Einsatz von Tränengas gegen die Zeitarbeiter an der Akropolis frühmorgens und die Demonstrationsteilnehmer aus den Schiffbau-Werften am Außengelände des Arbeitsministeriums am Nachmittag. Die Haltung der Regierung, der imperialistischen Bankiers und Schiffseigner gegenüber denen, die ihnen ihr Leben in den Schiffbau-Werften erarbeiten. Sie verurteilen sie zu Armut und Arbeitslosigkeit und setzen die staatliche Unterdrückung gegen sie ein.

Wenn die PASOK-Regierung und ihre gutbezahlten Lakaien bei Radio und Fernsehen glauben, dass die Gewalt von Staat und Regierung die Kämpfe der Arbeiter brechen kann, dann machen sie sich selbst nur was vor.“

Quelle: http://inter.kke.gr/News/2010news/2010-10-15-riot-police

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