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Die
LINKE und das „digitale Zeitalter“
Das
stupide Internet – oder die neuen Weisheiten des Herrn Bodo R.
Von
K.B.
Kommunisten-online
vom 9. November 2010 – Achgottchen – da hat doch der
Einzelhandelskaufmann Ramelow entdeckt, daß wir uns in einer
„internetbasierten Informationsgesellschaft“ befinden. Und nun will
er mit seinem Gefolge die staunende Öffentlichkeit auf „drängende
politische Probleme und Herausforderungen im Zusammenhang mit der
Digitalisierung unserer Lebenswelt“ aufmerksam machen. Wie aufregend!
Als ob wir’s nicht schon gemerkt hätten, daß wir im
Computerzeitalter leben. Und er schiebt gleich eine ganze Latte neuer
Chancen hinterher, die wir alle offenbar noch gar nicht bemerkt haben
– die „Chancen für ein flexibles selbst bestimmtes Arbeiten“ zum
Beispiel, oder die „Chancen für lokale selbst bestimmte Konsum- und
Produktionsweisen“. Na, wie lustig! Da werden wir wohl in Zukunft über
die Arbeit und unseren Konsum selber bestimmen können, nicht wahr? Das
ist ja fast wie bei „Wünsch Dir was!“
Der
Herr Ramelow kennt sich aus
Und
damit das auch geschieht, fordert er sogleich eine „Transformation“
des heutigen Staatswesens, so als ob man den Staat mal eben schnell von
220 Volt auf 12 Volt herunter transformieren könnte, damit er ein bißchen
„demokratischer“ werde. Da will Herr Ramelow mit seiner „LINKEN“
Partei wohl gleich selber den Transformator spielen? Na, wenn das mal
nicht eben zu einem Kurzschluß führt! Vielleicht hat der werte
Kaufmann Ramelow schon mal was davon gehört, daß wir uns derzeit in
einer kapitalistischen Produktionsweise befinden, in der das
Privateigentum an Produktionsmitteln herrscht, und in der das Kapital
als Instrument zur Ausbeutung der Werktätigen dient? Vielleicht hat ihm
schon mal jemand zu erklären versucht, daß der Staat das
Machtinstrument der herrschenden Klasse ist, und daß diese Klasse heute
die Bourgeoisie ist. Wenn nicht, dann sollte seine Partei das unbedingt
nachholen. Naja, auf der Hauptschule im nördlichen Niedersachsen dürfte
man das seinerzeit auch nicht gelernt haben, was für Schüler in der
sechsten Klasse einer DDR-Schule selbstverständlich war. Sie wußten da
schon etwas über die Anfänge des deutschen Staates und über die
Klassengegensätze. Was damals Theorie war, das durften wir ja nun
mittlerweile in der Praxis ausgiebig kennenlernen.
Thema
verfehlt, Herr Ramelow!
Doch
anstatt sich mit den gesellschaftlichen Verhältnissen
auseinanderzusetzen, anstatt den Finger auf die Wunde zu legen – auf
die privatkapitalistischen Eigentumsverhältnisse nämlich, welche die
Ursache sind für Unterdrückung und Ausbeutung, für Manipulation und
Verdummung großer Teile der Bevölkerung, welche die Ursache sind für
alle sich daraus ergebenden Folgen der Privatisierungen in der
Medienlandschaft, schwafelt der Herr Ramelow weiter von „linker
Netzpolitik“, von „politisch spannenden Gestaltungsaufgaben“ und
von „Demokratie in der digitalen Gesellschaft“. Anstatt darüber
aufzuklären, wo die Ursachen für die sich weltweit zuspitzenden
Klassenkämpfe bestehen. Nicht die „Gestaltung“ des Internets ist
die entscheidende Frage, sondern die Frage nach dem Charakter und den
Methoden des Kampfes, wie das Lenin schon formulierte. Vielleicht sollte
es für eine linke Partei nicht von Nachteil sein, wenn sich zunächst
ihre Protagonisten ein wenig bildeten. Und da ist der
Marxismus-Leninismus bestimmt keine schlechte Wahl, alles andere lenkt
vom Klassenkampf ab und macht die Verwirrung nur noch größer. Doch das
gilt natürlich nur dann, wenn man die Gesellschaft wirklich verändern
will und nicht nur sie ein wenig „transformieren“....
K.B. |