Aufruf
des Bündnisses Dresden Nazifrei 2012
Aller
guten Dinge sind drei!
BLOCK
DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist
auf
Kommunisten-online am 17. Dezember 2011 - In den vergangen zwei Jahren
ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir
haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis
konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre
menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.
Mit
dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das
Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit
einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen.
Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine
mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft
konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000
Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu
verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend
(2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den
Marsch der Nazis verhinderten.
Wir
wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen
Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu
verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13.
Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die
NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.
„Sagen,
was man tut, und tun, was man sagt“ – durch dieses Motto war unser
Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns eint das Ziel,
den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Unser Ziel ist
dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir sind entschlossen,
den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei keine Eskalation
ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den
Naziaufmarsch zu verhindern.
„Unsere
Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre.
Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus Antifagruppen, lokalen
Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden,
religiösen Gruppen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und
Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht: Blockaden sind legitim, und
Dresden geht uns alle an!
AntifaschistInnen
wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen Repressionen überzogen.
Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch motivierte Strafverfahren,
selbst Immunitätsaufhebungen werden uns nicht einschüchtern. Versuchen
von außen, uns mittels der Extremismustheorie zu spalten, setzen wir
unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler
Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind legitim!
Lassen
wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in Dresden auch
gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und einen Schnüffel-Staat.
In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip der Verhältnismäßigkeit
verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu schaffen.
Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir zusammen gegen alle
Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung unserer Bürgerrechte.
Auch
2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie der
in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig
entschlossenes antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches
Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden.
Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene
bagatellisiert worden. Schluss damit!
Wir
geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden:
bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!
Nie
wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Quelle:
Dresden
- N azifrei
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