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Geschäft bleibt Geschäft 

Israel, der Iran und die Holocaust-Industrie

Thomas Immanuel Steinberg/9. April 2008 

Quelle: Steinberg-Recherchen

Nicht nur hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die ihm zugeschriebenen Drohungen gegen Juden und Israelis nie erhoben. Sein Land beliefert Israel, dessen Regime Jerusalem besetzt hält und in der Tat verschwinden muss, mit Erdöl. Das berichtet der israelische Recherchier-Journalist Shraga Elam in der Ausgabe des Schweizer Sonntags vom 30. März 2008.

Das iranische Öl geht über Rotterdam an die Eilat Ashkelon Pipeline Co. Ltd. (EAPC), Betreiberin der Trans-Israel-Pipeline, kurz: Tipline, ein iranisch-israelisches Bauwerk aus der Zeit, als im Iran noch der Prügel-Schah herrschte. (1)

Die doppelzüngigen Mullahs wissen mit Sicherheit, wen sie da mit ihrem süßen Öl stärken: das Regime, mit dem sie auch in den Jahrzehnten zuvor immer wieder Geschäfte gemacht haben. (2)  Die Jerusalem-Besatzer kennen ihren Reklame-Feind und Geschäftsfreund natürlich ebenfalls, wie Shraga Elam belegt. Der israelische Energieminister Benjamin Ben Elieser erklärte die israelischen Ölkäufe beim Gott-sei-bei-uns Iran völlig überraschend zu dem, was sie tatsächlich auch sind: ein kleiner Beitrag zur Entspannung. Ben Elieser 2006: 

Jeder Kontaktversuch mit einem Feindesstaat, der den geschäftlichen und ökonomischen Interessen Israels dient, festigt die Stabilität in der Region.

Die Holocaust-Industrie allerdings (3), vertreten durch die US-amerikanisch-zionistische Anti-Defamation League, will ebenfalls im Geschäft bleiben: Sie schaltete riesige Anzeigen in der Neuen Zürcher Zeitung, der New York Times und dem Wall Street Journal gegen den jüngsten Schweizer Erdgas-Vertrag mit dem Iran. Die Ausbeuter jüdischen Leids, an die Schweizer Regierung gewandt, schreiben wörtlich: 

Wenn Sie einen terroristischen Staat finanzieren, finanzieren Sie Terrorismus.

Die Aktion wird den Zustrom von Spendengeldern aus der US-amerikanisch-israelischen Rüstungsindustrie anschwellen lassen, zumal die Anti-Defamation League Massenmörder wie den US-Vizepräsidenten Richard Cheney und Irakkriegsförderer wie den Mussolini-Verharmloser Silvio Berlusconi zu Männern des Jahres wählt. (4)

T:I:S, 9. April 2008. Dank an Ruedi

Anmerkungen

(1)   Mehr  über Tipline und EAPC unter Ashkelon - Eilat

(2)   Ausführlich zu den iranisch-israelisch-US-amerikanischen Beziehungen Trita Parsi

(3) Norman G. Finkelstein: The Holocaust Industry: Reflections on the Exploitation of Jewish Suffering. Verso 2000 / Norman G. Finkelstein, postface par Rony Brauman: L'industrie de l'Holocauste. réflexions sur l'exloitation de la souffrance des Juifs, traduit de l'americain par Eric Hazan. Paris: La fabrique, éditions 2001/ Finkelstein, Norman: Die Holocaust-Industrie. Wie das Leid der Juden ausgebeutet wird. München (Piper 2001) 

(4) Die Anti-Defamation League gibt vor, gegen Judäophobie anzukämpfen. Tatsächlich schürt sie Ressentiments, indem sie ständig Juden mit Israelis und Judentum und Jüdischkeit mit dem zionistischen Regime gleichsetzt. Ein Beispiel hier

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Israel kauft Erdöl aus Iran

Trotz eigener Boykottaufrufe profitieren Israeli vom schwarzen Gold des Erzfeindes – geliefert wird es aus Europa. Israel protestiert gegen den Erdgas-Deal zwischen Iran und der schweizerischen Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg. Doch Recherchen zeigen: Israel bezieht selbst Erdöl von seinem Widersacher.

von Shraga Elam/30. März 2008

Israel importiert via Europa im größeren Stil iranisches Erdöl. Und das, obwohl die Kontakte mit Iran sowie der Kauf von dessen Produkten von Israel offiziell boykottiert werden. Dies berichtete der zuverlässige israelische Energie-Newsletter «EnergiaNews» letzte Woche. Der Newsletter wird von erfahrenen Wirtschaftsjournalisten produziert, und in seinem Redaktionsrat sitzen renommierte Politiker und Wirtschaftsleute.

«EnergiaNews» erhielt die Information über den Iran-Handel aus Kreisen um das Management der israelischen Raffineriegesellschaft Oil Refineries Ltd. Und diese weiß bestimmt, woher das schwarze Gold stammt – schließlich verarbeitet sie es. Gemäß «EnergiaNews» ist das iranische Erdöl in Israel beliebt, denn es sei qualitativ besser als andere Rohöle.

Der «EnergiaNews»-Chefredaktor Moshe Shalev schreibt in seinem Bericht weiter, dass das iranische Öl verschiedene europäische Häfen erreiche. Hauptsächlich wird es in Rotterdam von Israeli eingekauft und mit entsprechenden Reise- und Versicherungspapieren versehen. Danach wird es nach Haifa in Israel transportiert. Importeurin ist die Eilat-Ashkelon Pipeline Co. (EAPC), welche die Quelle ihres Öls jedoch verschweigt.

Die EAPC gehört eigentlich zur Hälfte dem Iran, denn sie wurde 1968 vom Schah zusammen mit Israel gegründet. Um Iran nicht in Verlegenheit zu bringen, wurde das Geschäft über eine gemeinsame Gesellschaft in Genf, die Trans Asiatic Oil, abgewickelt. Seit dem Schah-Sturz läuft in der Schweiz ein Verfahren gegen diese Firma. Grund: Israel weigert sich, die iranischen Ansprüche in Milliarden-Höhe anzuerkennen.

Nicht klar ist, ob die iranischen Exporteure über den Erdöl-Import von Israel informiert sind. Den israelischen Käufern und Regierungsstellen hingegen ist – in krasser Umgehung des Boykotts, welcher Israel öffentlich fordert – die Herkunft des kostbaren Rohstoffs absolut bewusst. Der Artikel schaffte es sogar durch die israelische Zensur, die zwar noch einige Änderungen durchsetzte. Das steigert die Glaubwürdigkeit der Information aber zusätzlich. In den Neunzigerjahren wurden solche Berichte noch verboten.

Auf Anfrage des «Sonntags» bestätigte der Energieexperte einer führenden israelischen Zeitung die Meldung: Israel importiere seit Jahren Erdöl aus Iran, wobei es sich um Käufe auf dem freien Markt und nicht direkt aus dem Land handle. Dass es um boykottierte Waren geht und Israel als treibende Kraft hinter dieser Ächtung Irans steht, reichte jedoch nicht für eine Behandlung des Themas in den israelischen Medien.

Der Sprecher der Oil Refineries Ltd., Moshe Debby, dementiert jedoch, dass seine Gesellschaft iranisches Öl importiere oder verarbeite. Seine Aussage steht aber im Widerspruch zu Artikeln vom Oktober 2006 in israelischen Zeitungen. Damals gab es eine Ausnahme in der Zensurpolitik, und es war zum Beispiel in der «Ha’aretz» zu lesen, dass die israelische Gesellschaft Paz iranisches Erdöl importieren wolle, welches in Israel raffiniert, zum Teil an die palästinensischen Behörden geliefert und auch auf dem israelischen Markt verkauft werde.

Im selben Artikel sagte der israelische Energieminister Benjamin Ben Elieser pragmatisch: «Jeder Kontaktversuch mit einem Feindesstaat, der den geschäftlichen und ökonomischen Interessen Israels dient, festigt die Stabilität in der Region.» Und aus dem israelischen Finanzministerium war zu vernehmen, es sei nicht Sache dieses Amtes, woher das Öl komme.

Sonntag/Mittelland Zeitung (Schweiz) 30.3.2008

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