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20
Jahre Mauerfall – junge Politiker diskutieren
(und wie)
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 11. November 2009 – Um es vorweg
zu nehmen, viel Neues kam bei der ganzen Sache nicht heraus. Herr Hirz
hatte auf Phoenix Frau Wagenknecht,
Chefin der „Kommunistischen“ Plattform der Partei Die Linke und
Herrn Vogel, Vorsitzender der Jungen Liberalen zu einer Diskussion
eingeladen. Die Gänsefüßchen bei der Kommunistischen Plattform sind
leider kein Formfehler, sondern dringend notwendig. Die
„Kommunistin“ Wagenknecht schaffte es noch nicht einmal, sich gegen
eindeutig antikommunistische Aussagen zur Wehr zu setzen. Im Gegenteil,
die Behauptungen blieben unwidersprochen im Raum stehen.
Nichtsdestotrotz konnte Frau Wagenknecht einige Wahrheiten aussprechen,
aber die kann man in jeder Boulevardzeitung nachlesen.
Im
Grunde genommen waren die Statements von Frau Wagenknecht eine
Wiederholung des Wahlprogramms ihrer Partei. Deshalb werde ich auf ihre
Auslassungen nicht weiter eingehen. Jeder der mag, lese das Wahlprogramm
der Linken zur letzten Bundestagswahl. Herr Vogel lehnte sich da schon
etwas weiter aus dem Fenster. Ob das seinem Vizekanzler so gefallen
wird, zeigt die Zukunft, aber ich denke schon.
Herr
Vogel stellte fest, dass wir in einem freien, wohlhabenden und
friedliebenden Land wohnen. Ich weiß nicht, wo er die Informationen
dazu her hat, aber ich habe andere. Auf die Freiheit werde ich weiter
unten nochmals eingehen. Ein wohlhabendes Land ist Deutschland. Ein
Viertel aller Kinder lebt unterhalb der Armutsgrenze, wohlhabend wie sie
sind, wollen sie nicht reicher sein. Über 4 Mio. Deutsche sind
offiziell arbeitslos. Wie viele mögen es sein, die nicht mehr von der
Statistik erfasst werden? Wahrscheinlich
sind sie gern arbeitslos. Da müssen sie nicht so viel Geld ausgeben.
Etliche Millionen Deutsche sind sogenannte „Aufstocker“ Das heißt,
diese Leute können sich und ihre Familie nicht von dem Geld ernähren,
das sie bekommen, sie müssen beim Staat betteln. Von denen, die sich
scheuen, diesen Weg zu gehen und lieber Schulden machen, schweigt des Sängers
Höflichkeit. Dafür gibt es keine Statistik. Wohlhabendes Land. Aber
zwei Mann in die Talk-Show setzen, die dann erzählen, wie geil sie es
finden, sich aushalten zu lassen. Da kann man dann über die ganze Blase
HARTZ-IV-Empfänger herziehen und alle in einen Topf werfen. Mehr will
ja auch die bourgeoise Postille nicht.
Nie
wieder sollte von deutschem Territorium ein Krieg ausgehen. Zumindest
daran hielt man sich bisher. Nach dem
Zweiten Weltkrieg sollte auch nie mehr ein deutscher Soldat außer
zur Verteidigung seiner Heimat eingesetzt werden. Kosovo, Libanon,
Somalia, Afghanistan, alles deutsche Kerngebiete. Ein friedliebender
Staat, wahrlich Herr Vogel. Damit haben Sie zweifellos den Vogel
abgeschossen.
Noch
ein Wort zur Freiheit, die geht Herrn Vogel über alles. Wenn jemand aus
Deutschland weg geht, dann sollte er auch mit seinem Eigentum weg gehen
können. Dabei ist es für Herrn Vogel völlig wurscht, wie derjenige zu
seinem Eigentum gekommen ist. Ein weiteres Beispiel gab Herr Vogel, in
dem er sich für die Rücknahme der Internetzensur stark machte. Das
wird die Opfer der Pädophilen aber freuen, wenn sie jetzt wieder in
aller Freiheit missbraucht werden können. Hoffentlich wissen das unsere
Kleinen auch zu schätzen, dass sich Herr Vogel stark gemacht hat, damit
sie wieder dem „Onkel“ zu Diensten sein können. Herr Vogel erklärt
den lieben Kleinen schon, dass das eben Freiheit ist. Und die steht über
allem. Zuallererst allerdings die Freiheit, unbeschränkt Profit zu
scheffeln. Pädophile zahlen gut. (siehe
Anmerkung Roter Webmaster)
Herr
Vogel meinte auch, dass wir in einem demokratischen Land leben, wo der Bürger
die Regierung wechseln kann, wenn sie ihm nicht mehr passt. Ich hätte
da gern schon etwas mehr dazu gehört, aber Herr Vogel hielt sich beim
Knowhow gedeckt. So weiß ich immer noch nicht, wie das geht. Ich weiß
aber, dass Herr Vogel sein Grundgesetz nicht kennt. Denn darin steht
nicht, dass der Abgeordnete dem Wähler Rechenschaft schuldet, darin
steht, dass der Abgeordnete nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Und
wenn es das Gewissen erlaubt, kann man eben zu den Diäten auch noch
Bestechungsgelder annehmen. Was ist schon dabei.
Herr
Vogel erklärte mir auch, wie die Steuerreform funktioniert. Im Jahre
2013hat die BRD 124 Mrd. € mehr Steuereinnahmen als 2005. Davon
bekommen wir dann 24 Mrd. € zurück. Woher Herr Vogel das weiß? Von
der Steuerschätzung. Und die ist bisher immer eingetroffen. Unsere
jetzige Regierung arbeitet also nur mit gesicherten Ergebnissen. Da
passiert nichts. Deshalb brauchen wir in Deutschland auch keine Steuern
auf Vermögen, Börsengeschäfte oder Erbschaften (wenns größere
sind).
Eines
hat Herr Vogel allerdings glasklar erkannt: Diese Krise ging ans Mark.
Sie bedrohte den Kapitalismus in seinen Grundfesten. Da musste der Staat
eingreifen. Bei anderen Dingen sollte der Staat aber außen vor bleiben,
so Herr Vogel und seine Parteifreunde. Und dann ließ Herr Vogel die
tumbe Masse noch an zwei, drei seiner Geistesblitze teilhaben, der Staat
habe versagt, seine Regeln haben versagt, meinte Herr Vogel, ließ sich
aber nicht weiter darüber aus, welche er denn eigentlich meinte. Den
Satz hinterher wollte er bestimmt nicht so loswerden, als er sagte, dass
sich niemand an die Regeln gehalten habe. Ist ja auch kein Wunder. Ich
halte mich auch nicht an Regeln, die dauernd versagen.
Herr
Hirz trug auch seinen Beitrag zum Verständnis bei. Die BRD habe sich am
westlichen System der Demokratie orientiert, meinte er, und die DDR sei
eben ein Satellitenstaat der Sowjetunion gewesen. So kann man Geschichte
natürlich auch „werteneutral“ und „objektiv“ interpretieren,
ohne dass man eine vorgefasste Meinung hätte. Woher denn auch.
Herr
Vogel durfte dann noch eine schöne Sequenz von sich geben, indem er
meinte, wir sollten uns die Welt nicht so machen, wie wir sie wollten,
sondern akzeptieren, wie sie ist und fragen, welche Antworten können
wir darauf geben. Nun, ob solcher Unverfrorenheit, die Ausbeutung
festzuschreiben, fällt mir im Moment gar nichts ein. Sie sind mir schon
ein Vogel, Herr Vogel. Hoffentlich merken das auch Ihre Wähler und wählen
Sie ab. Selten so gelacht!
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Anmerkung
Roter Webmaster:
„Es
geht den Herrschenden vielmehr darum, allseitige Kontrolle auszuüben,
alles zu wissen, über alles informiert zu sein und letztlich gegen
aufkeimenden Unmut oder gar aufbegehren der Beherrschten, vorgehen zu können.“
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
vom 11. November 2009 – Ich stimme dem nicht zu, was Werner über
Internet-Zensur schreibt. Der Grund für die Verschärfung der
Internet-Zensur ist nicht der Kampf gegen sexuelle Perversion an und mit
Kindern – das sind nur Vorwände. Man braucht keine neuen Gesetze und
Bestimmungen, um gegen Pädophilie vorzugehen, das geht auch mittels der
bisherigen Technik und im Rahmen der bisherigen Gesetze
Es
geht den Herrschenden vielmehr darum, allseitige Kontrolle auszuüben,
alles zu wissen, über alles informiert zu sein und letztlich gegen
aufkeimenden Unmut oder gar aufbegehren der Beherrschten, vorgehen zu können.
Dass
die dabei anfallende Datenflut eine Datenwelle sein wird, von der die Möchtgern-Alleswisser
und Möchtergen-allseitigen.Kontrolleure einem wahren Daten-Tsunami
ausgesetzt werden, den sie selbst ausgelöst haben. Sie werden also
letztlich nichts mehr erfahren, wie vorher.
Aber
das wissen die Herrschenden letztlich selbst und darum geht es auch
nicht. Der wahre Schaden, den diese Spitzelgesetze anrichtet, besteht
darin, dass sich politisch Oppositionelle einschüchtern lassen, auf Möglichkeiten,
die die moderne Kommunikationstechnik uns verschafft, verzichten und das
alles aus Angst, der Klassenfeind könne mithören und mitlesen.
Ich
will hier ein Beispiel nennen: Wir verschicken die Newsletter niemals
mit offenen Adressen. Letztens aber wies uns ein Leser darauf hin, dass
genau die geschehen sei. Ich überprüfte es und stellte fest, ich habe
an dem Tag den Newsletter – wie immer – mit verdeckter Empfängerliste
verschickt. Aber, die e-Mail des Lesers, der eine Kopie des Newsletter
mit offener Adressenliste, bewies, dass der Leser uns kein Märchen
aufgetischt hat.
Außer
dieser besonnenen Information schrieben noch einige hysterische
Brandbriefe an die Redaktion. Der Tenor: Wir gingen nicht sorgfältig
mit den Adressen um und lieferten dem Verfassungsschutz so die Taten
unserer Leser aus.
Welch
ein Unfug! Es ist für die Schlapphüte überhaupt kein Problem, unsere
verdeckten Adressenlisten zu dechiffrieren. Die müssen logischerweise
mit der Mail mitgeschickt werden, sonst wäre eine Verteilung an die
Adressaten nicht möglich. Allein der Empfänger bekommt die
Adressenliste nicht.
Wir
vermuten, dass die e-Mails mit offenen Adressen, die mit verdeckten hier
raus gingen, mit dem Hintergedanken von Seiten des Schlapphüte
manipuliert wurden, um eben solche hysterischen Reaktionen – wie oben
benannt – zu provozieren.
Es
geht darum, Angst zu schüren vor den angeblich allmächtigen und
allwissenden Geheimdiensten zu schüren und damit, dem kapitalistischen
System den Nimbus der Unbesiegbarkeit zu verschaffen.
Daher
ist der Kampf gegen jede Verschärfung der Zensur- und Kontrollrechte
der Institutionen dieses Systems richtig und notwendig. Wir dürfen auf
keinem Fall auf die Nebelwolken, die der Klassenfeind produziert,
hereinfallen. Es geht dem Verfassungsschutz nicht um Kindesmissbrauch im
Internet. Den wird es geben, auch wenn die Zensurgesetze verschärft
worden sind und unter dem Vorwand des Kampfes gegen Pädophilie die
Bespitzelung gigantische Ausmaße annahm.
Der
Rote Webmaster
Günter |