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Erklärung
der Tagung des Verbandsvorstandes am 14. März 2010
in Magdeburg
Priesterlicher
Missbrauch
„Lasset
die Kindlein zu mir kommen“:
Scheinheilige
Hirten
Quelle:
Der Freidenker
Auf
Kommunisten-online am 9. August 2011 – Der Deutsche
Freidenker-Verband verurteilt in schärfster Form die massenhaften
Vergehen und Straftaten, die von Würdenträgern insbesondere der
Katholischen Kirche gegen junge Menschen begangen wurden.
Erst
durch Einzelbeispiele, die mehr oder weniger zufällig an die Öffentlichkeit
kamen, wurde eine Lawine von Enthüllungen ins Rollen gebracht, die ein
unerhörtes Ausmaß von Gewalt und sexuellem Missbrauch offenlegt. Diese
sind seit Langem in kirchlichen Institutionen und klerikalen
Bildungseinrichtungen an der Tagesordnung.
Unter
Missbrauch des Vertrauens von Eltern und Kindern wurde mit psychischem
Druck und Angst vor Strafen die Hinnahme sexueller Nötigung und entwürdigender
Demütigung erzwungen und zugleich die umfassende Aufklärung der Zustände
unterbunden. Die für strafwürdige Handlungen Verantwortlichen müssen
zur Rechenschaft gezogen werden.
Wir
fordern die schonungslose Aufklärung jedes Einzelfalls unabhängig vom
jeweiligen Zeitpunkt und einer eventuell eingetretenen strafrechtlichen
Verjährung. Die Ermittlungen sind von Anfang an ausschließlich Aufgabe
der zuständigen Staatsanwaltschaften. Die Praxis, zunächst „interne
Untersuchungen“ anzustellen, und dann „gegebenenfalls“ die
staatlichen Stellen zu informieren, ist genauso abwegig und
inakzeptabel, wie wenn Banküberfälle zuerst durch die Bankräubervereinigung
geprüft würden oder für Mordermittlungen zunächst die Mafia zuständig
wäre.
Der
Deutsche Freidenker-Verband fordert auch eine strafrechtliche
Untersuchung, ob das Geheimschreiben „De delictis gravioribus“ von
Papa Ratzinger aus dem Jahr 2001, das die „ausschließliche Kompetenz
des Vatikans“ in Pädophiliefällen (!) betont und alle Bischöfe
unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Missbrauchsfälle
ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden, die Tatbestände der
Vertuschung, Strafvereitelung, Begünstigung im Amte, Rechtsbeugung,
Verleitung von Untergebenen zu strafbaren Handlungen und Behinderung der
Justiz erfüllt.
Der
Deutsche Freidenker-Verband unterstützt die Forderung, dass die Opfer
durch Leistungen der Kirchen entschädigt werden müssen.
Der
Skandal wirft ein bezeichnendes Licht auf den Monopolanspruch der
Kirchen auf Ethik, Moral sowie die sogenannte christlich-abendländische
Werteerziehung.
Die
damit einhergehende Diskriminierung konfessionsfreier Menschen belegt
die staatliche Praxis, Schülerinnen und Schüler, die sich vom religiösen
Bekenntnisunterricht abmelden, zum Besuch eines Ersatzunterrichts zu
verpflichten, da sie der ethisch-moralischen Nachhilfe bedürftig
erachtet werden.
Die
demagogische Behauptung der Kirche, dass angeblich ein totaler
Werteverlust bei den Menschen eingetreten sei, weil ihre Bindung an die
Kirchen rapide abnimmt, ist besonders frivol, da nach dieser Logik die
kirchliche Bindung ihres eigenen Personal ja besonders locker sein muss.
Der
Deutsche Freidenker-Verband protestiert gegen die unverschämte
Feststellung von Merkwürden Mixa, wonach die sexuelle Revolution für
die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche mitverantwortlich sei.
Mixa, der sich als oberster Militärbischof des Landes um die Kampfmoral
der Afghanistan-Krieger ebenso sorgt wie um die Geburtenrate der
deutschen Mutter, will vermutlich mitteilen, dass die sexuelle
Revolution besonders unter seinesgleichen wie eine Bombe eingeschlagen
hat.
Bis
zum Beweis des Gegenteils gehen wir weiter davon aus, dass die mittels Zölibat
zur Enthaltsamkeit Verpflichteten einfach aufgrund der verklemmten,
scheinheiligen Sexualmoral der Mutter Kirche zu ihren Eskapaden
getrieben werden.
Zu
dieser Skandalchronik gehört auch das Kapitel der Priesterkinder, zu
den sich ihre Väter nicht bekennen dürfen, und für deren lebenslange
Kontaktsperre die Mütter von der Kirche Alimente und Schweigegeld
beziehen.
Die
Abgabe des staatlichen Bildungsauftrags an private, vor allem kirchliche
Institutionen führt zur Zerstörung eines einheitlichen Bildungssystems
und begünstigt den Machtmissbrauch.
Die
ernsten Verbrechen der Gottesmänner gegen die Menschenrechte und die
Menschenwürde machen die Konsequenz überfällig, den rechtlichen
Sonderstatus der Kirchen generell aufzuheben.
Die
Sonderbeziehung von Staat und Kirche leisten dem institutionellen
klerikalen Machtmissbrauch Vorschub.
Die
Privilegierung der Kirchen bedeutet die Diskriminierung
konfessionsfreier Menschen.
Die
strikte Trennung von Staat und Kirche sowie Kirche und Schule gehört
wieder auf die Tagesordnung.
Keine
rechtsfreien Räume für Kleriker, Arbeits- und Tarifrecht auch in
kirchlichen Einrichtungen, Kirchen raus aus dem Bildungswesen,
Abschaffung der „Militärseelsorge“! |