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Der
Sieger schreibt die Geschichte, oder:
Wie
Wahrheit zur Lüge wird
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 09. August 2011 –
Gestern lief auf Phoenix wieder einmal die beliebte Serie
„100 Jahre“, die vor allem von Guido Knopp moderiert wird. Nun weiß
ich nicht, inwieweit seine oberschlesische Herkunft eine Rolle spielt,
aber geschichtliche Wahrheit sieht etwas anders aus, als sie Herr Knopp
der geschätzten Zuhörerschaft von Phoenix (und vormals ZDF)
unterjubelt.
Woran
stößt sich eigentlich der Werner, der unsägliche Nörgler, wenn es um
Geschichte geht, die von der Bourgeoisie und ihren Apologeten
geschrieben wird? Nun, Herr Knopp ließ es sich angelegen sein, den
Zweiten Weltkrieg der
Menschheit (und hier vor allem der deutschsprachigen) wieder ins Gedächtnis
zu rufen. An sich ein ehrenwertes Unterfangen, wenn man denn bei der
Wahrheit bliebe.
Wie
komme ich nun dazu, Herrn Knopp Lüge vorzuwerfen. Nun Herr Knopp lügt
nicht drauf zu, nein er lügt subtiler, er lässt weg, verschweigt,
deutet um und deutet neu. Einige Beispiele dazu.
Der
Widerstand in Deutschland gegen das Naziregime reduziert sich auf einige
adlige und bürgerliche Offiziere, die unter dem Begriff
„Stauffenberg“ oder „20. Juli 1944“ bekannt wurden. Zu dieser
Thematik habe ich bereits meine Meinung dargelegt. Aber noch Mal, ich
hege höchsten Respekt vor den Zielen und Leistungen dieser Männer. Wer
mehr dazu erfahren möge, der googele bei „kommunisten-online“.
Des
Weiteren werden die Leistungen der Amerikaner, Briten, Franzosen,
Kanadier, Australier, Polen und vieler anderer Völker bei der Invasion
in Frankreich (die sie auch wirklich gebracht haben) wortreich
hervorgehoben. Dass vorher die Rote Armee kämpfend über tausend
Kilometer zurücklegte, ihre Heimat von den Faschisten befreite und den
Krieg auf Deutschlands Territorium zurücktrug, nur mal ein Wort so
nebenbei, denn ganz kommt man ja doch nicht daran vorbei.
Die
Soldaten der Sowjetarmee kommen eigentlich nur noch einmal darin
vor, nämlich als Vergewaltiger aller deutschen Frauen und Mädchen,
deren sie nur habhaft werden können. Da werden Speziallager ausführlich
erklärt, dass da viele Unschuldig eingesperrt waren. Dass die
Amerikaner Tausende deutsche Soldaten in Stacheldrahtverhauen auf dem
blankem Acker ohne Wasser und Essen und ärztliche Versorgung haben
verrecken lassen, dazu kein Wort, denn die Amis waren ja die Guten, die
während der „Berliner Blockade“ Spielzeug- und
Kaugummifallschirmchen für die Kinder abwarfen, als
die „bösen Russen“ die Versorgung West-Berlins von den
Westzonen aus blockierten. Warum und wieso, dazu kein Wort von Herrn
Knopp, da hätte er ja sich und seine Auftraggeber verraten müssen. Wie
wir wissen, liebt der Imperialismus den Verrat, aber nicht den Verräter.
In dem Falle hätte die Bourgeoisie aber noch nicht mal den Verrat
geliebt.
So
zieht sich der Rote Faden durch die ganze Sendung, passiert etwas
Ungutes, sind die Russen schuld, passiert etwas Gutes (oder auch nur
vermeintlich Gutes) sind die Westalliierten die Gönner. Und dieser Mann
erwartet, dass seine Märchen auch noch geglaubt werden. Seriöse
Geschichtsschreibung sieht etwas anders aus. Aber da ist Her Knopp
sicher anderer Meinung, denn schließlich werden seine Brötchen von der
Bourgeoisie bezahlt.
Vergessen
wir nie, die Volksmassen haben Hitler das Genick gebrochen, die Völker
der Sowjetunion an vorderster Stelle, aber auch alle anderen Völker
haben, entgegen dem Willen ihrer Machthaber, ehrlich und
aufopferungsvoll ihren Beitrag geleistet. Sie alle aufzuführen, würde
hier zu weit führen, zumal ich mich fürchte, das eine oder andere zu
vergessen.
Nicht
vergessen werden soll aber, dass Kommunisten vom ersten Tage der
Herrschaft der aggressivsten Kreise des Monopolkapitals Deutschland, die
besten Söhne und Töchter Deutschlands aufstanden und Widerstand
leisteten, Widerstand, den viele von ihnen mit ihrem Leben in den
Folterkellern der Nazis bezahlten. Unter ihnen an führender Stelle
immer wieder deutsche Kommunisten. Das ist Herrn Knopp natürlich kein
Wort wert, denn schließlich sind die Kommunisten die Feinde seiner Brötchenbezahler.
Und das werden sie auch bleiben.
In
diesem Sinne hat Herr Knopp noch viel zu lügen. Ich wünsche ihm dazu
noch viel Freude an seiner Lügengeschichte. Baron von Münchhausen würde
gelb vor Neid.
Rot
Front
Werner
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Weil
Du arm bist, musst Du früher sterben, oder:
Hast
Du kein Geld, musst Du leiden!
Von
whs
|
:Das
Problem:
Die
süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere,
Nur weil die Bäume hoch sind und diese Tiere groß sind,
Die süßesten Früchte schmecken Dir und mir genauso,
Doch weil wir beide klein sind, erreichen wir sie nie.
Aber: |
Die
Lösung:
Am
Grunde der Moldau wandern die Steine
es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.
Es
wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt. |
Weil
Du arm bist, musst Du früher sterben, oder:
Hast
Du kein Geld, musst Du leiden!
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 13. August 2011 – Das
„Freie Wort“, meine Heimatzeitung, hat wieder einmal zur Spende
aufgerufen. Worum geht es? An sich ein sehr trauriger Fall, einer Frau,
die fehldiagnostiziert wurde, deren Krankenkasse nicht zahlen will,
ebenso die Rechtsschutzversicherung und der die Justiz den kalten Rücken
zeigt.
Es
ist nun schon der dritte Fall, über den die Zeitung in der letzten Zeit
berichtet. Und das zeigt, dass all die Worte über Menschenrechte,
Lebensglück und Vorsorge, die in dieser Gesellschaft geäußert werden,
eigentlich nichts weiter sind als Heuchelei.
Frau
Immel hatte einen seltenen Unterschenkeltumor, der aber auf Thrombose
behandelt wurde. Erst auf Drängen der Patientin, wurde eine
Kernspintomografie gemacht; nach drei Jahren Falschbehandlung. Ergebnis
eines diesbezüglichen Rechtsstreits: 2000 (in Worten: zweitausend) Euro
Schmerzensgeld.
Nachdem
der Krebs erkannt war, wollte der Chirurg gleich Hand anlegen: weg mit
dem Unterschenkel. Richtig, wozu braucht man den auch noch. Die Frau
fand einen anderen Chirurgen, der ihr den Unterschenkel erhielt. Doch
durch die Krankheit kamen weitere Folgeerkrankungen hinzu. Frau Immel
ist inzwischen 100% schwerbehindert und lebt von 514,93 €
Rente.
Wer
schon mal chronisch krank war, weiß welchen Strauß die gute Frau jedes
Mal mit der Krankenkasse ausfechten muss. Inzwischen darf sie auch für
ihre Kompressionsstrümpfe zuzahlen. So sozial ist die Krankenkasse
schon mal, dass sie keine Unterschiede macht zwischen arm und reich,
jeder darf zuzahlen.
Nun
stieg auch noch ihr Auto aus. Reparaturkosten: unerschwinglich,
Restwert: fast null. Was bleibt der Frau? Sie muss betteln gehen. Dazu
schreibt sie verschiedene Stiftungen an, nach ihren Aussagen über
einhundert. Die Hälfte davon lehnt ab. Aber über fünfzig Stiftungen
bringen immerhin rund sechstausend Euro zusammen. Da haben sich einige
großspurig ins Zeug gelegt.
Warum
nun regt mich das Ganze so auf? In einem der reichsten Länder der Welt
muss ein Mensch öffentlich
betteln gehen, damit ihm in der Krankheit geholfen wird. Ein Mensch muss
betteln gehen, damit ihm sein Recht zugesprochen wird. Und dieser Staat
soll ein Sozialstaat sein? Nein, sozial sieht anders
aus. Sozial ist, wenn Dir geholfen wird, unabhängig vom
Geldbeutel, sozial ist, wenn Dir geholfen wird, weil Du Hilfe benötigst.
Fehldiagnosen
können passieren. Überall wo Menschen arbeiten werden Fehler gemacht.
Aber es kann doch nicht sein, dass ein Mensch (und es ist nicht nur
einer) allein gelassen wird mit seinem Schmerz, seinen Ängsten und
seinen Kosten.
Das
ist wie mit der Frau aus Scheibe-Alsbach, der nur das Medikament
Dronabinol half. Die Krankenkasse wollte es aber nicht mehr bezahlen, es
war ihr schlicht zu teuer. Also leide Schmerz, weil wir nicht zahlen
wollen! Und diese Frau hat unsägliche Schmerzen. Sie hat so große
Schmerzen, dass sie sogar illegal Hanf anbaute und sich dann selbst
anzeigte. Ein verständnisvoller Richter bestrafte sie nur symbolisch,
die Krankenkasse stellte sich trotzdem stur.
Die Frau hat inzwischen aufgegeben.
Frau
Immel hat noch nicht aufgegeben. Aber auch sie muss in den sauren Apfel
beißen und betteln gehen. Immerhin hat sie Einsichten gewonnen: „Wer
hierzulande mehr Geld hat, hat auch mehr Recht.“ [1]
Wie
schrieben MARX und ENGELS im Kommunistischen Manifest?
„Die
Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen,
patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die
buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen
Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band
zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als
die gefühllose "bare Zahlung". Sie hat die heiligen Schauer
der frommen Schwärmerei, der ritter- lichen Begeisterung, der spießbürgerlichen
Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. Sie
hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die
Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine
gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die
Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten
Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung
gesetzt.
Die
Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu
betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den
Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft
in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.“
[2]
Rot
Front
Werner
[1]
„Freies Wort“ Freitag, 12. August 2011 Seite 24
[2]
Karl MARX/Friedrich ENGELS „Manifest der Kommunistischen
Partei“ Kapitel I „Bourgeois und Proletarier“ London 1848
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Charles
Moore:
„Ich
beginne zu glauben, dass die Linke recht hat.“
Oder:
Wie
schaffe ich es, das Volk erneut über den Löffel zu balbieren
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 16. August 2011 – Grundlage
meines Beitrags ist ein Artikel von Frank Schirrmacher in der FAZ, unter
folgendem Link nachzulesen: http://www.faz.net/a
Zunächst
einmal muss ich mich bemühen, die Begriffe zu klären. Erstens, was
sind „Linke“? Nach Wiki geht das aus der Sitzordnung im französischen
Parlament hervor. Dabei waren die Linken die Republikaner, die sich
gegen die herkömmliche Staatsgewalt richteten. Dann wird Wiki diffus,
meint, es bezeichne die Kommunisten, dann die Sozialdemokraten, also zu
gut deutsch: nischt jenaues wees ma nich!
Für
mich sind Linke, bürgerliche Politiker oder auch nur Leute bürgerlichen
Standes, die sich für eine gerechtere Verteilung des gesellschaftlichen
Reichtums einsetze, ohne die Herrschaft der Bourgeoisie in Frage zu
stellen. Wir Kommunisten hingegen sind nicht links, wir sind
Kommunisten, wir sind dafür das Gesellschaftssystem, in dem der
gesamtgesellschaftliche Reichtum gemeinsam erschaffen aber privat
angeeignet wird, zu beseitigen und durch ein Gesellschaftssystem zu
ersetzen, in dem der gesamtgesellschaftliche Reichtum auch durch die
gesamte Gesellschaft angeeignet wird. Und da ist natürlich kein Platz für
eine parasitäre Klasse, die von der Arbeit aller anderen Klassen und
Schichten lebt. Demzufolge sind wir auch keine „Linken“ für die
Bourgeoisie, sondern „linke Extremisten“ (im günstigsten Falle,
oder „rotlackierte Faschisten“, wie es der Arzt am Krankenbett des
Kapitalismus, der „Arbeiterführer“ Kurt Schumacher auszudrücken
beliebte, nachdem er eben diese Arbeiterklasse verraten hatte, verraten
an die Bourgeoisie.
Aber
kommen wir zu unserem Anliegen zurück, den Artikel des Herrn
Schirrmacher ein wenig genauer ins
Auge zu fassen. Er schreibt: „Die Krise der sogenannten bürgerlichen
Politik, einer Politik, die das Wort Bürgertum so gekidnappt hat wie
einst der Kommunismus den Proletarier, entwickelt sich zur
Selbstbewusstseinskrise des politischen Konservatismus.“ [1]
Zunächst
einmal müssen wir überrascht feststellen, dass die „bürgerliche
Politik“ „das Wort Bürgertum“ gekidnappt hat, während der
„Kommunismus“ den „Proletarier“ kidnappte. Das ist schon mal ein
kleiner, aber feiner Unterschied. Die Konservativen haben nur Spaß
gemacht, die Kommunisten hingegen Ernst. Das Ganze hat nur einen kleinen
Haken, es stimmt nicht. Erstens gab es nirgends auf der Erde und gibt es
nirgends einen kommunistischen Staat oder eine kommunistische
Gesellschaft. Zweitens hat der „Kommunismus“ niemand gekidnappt,
genauso wenig, wie die „bürgerliche Politik“ das „Bürgertum“
kidnappte.
Herr
Schirrmacher vergisst ganz einfach, dass der Staat der Bourgeoisie ganz
einfach eben mal für diese Bourgeoisie Politik macht. Dabei braucht er
sie nicht zu kidnappen, denn er handelt in ihrem Interesse. Etwas anders
sieht es schon mit dem „Kommunismus“ aus, den Herr Schirrmacher so
gern bemüht. Aber da möge sich der geneigte Leser bei Gen. Kurt
Gossweilers „Taubenfußchronik“ schadlos halten.
Herr
Schirrmacher führt weiter aus, dass Mr. Charles Moore geschrieben habe:
„‘Globalisierung‘ sollte ursprünglich nichts anderes bedeuten als
weltweiter freier Handel. Jetzt heißt es, dass die Banken die Gewinne
internationalen Erfolgs an sich reißen und die Verluste auf jeden
Steuerzahler in jeder Nation verteilen. Die Banken kommen nur noch
‚nach Hause‘, wenn sie kein Geld mehr haben. Dann geben unsere
Regierungen ihnen neues.“ [1]
Nun
weiß ich nicht wie alt Mr. Moore ist. Ich weiß auch nicht welche
Abschlüsse er in der Schule oder Hochschule hat. Aber ich nehme an,
dass er an und für sich nicht als Dummkopf gehandelt wird. Da darf man
schon mal fragen, was er so in seinem Leben gelesen hat.
„Die
Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion
und Konsumption aller Länder kosmopolitisch gestaltet. Sie hat zum großen
Bedauern der Reaktionäre den nationalen Boden der Industrie unter den Füßen
weggezogen. Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und
werden noch täglich vernichtet. Sie werden verdrängt durch neue
Industrien, deren Einführung eine Lebensfrage für alle zivilisierten
Nationen wird, durch Industrien, die nicht mehr einheimische Rohstoffe,
sondern den entlegensten Zonen angehörige Rohstoffe verarbeiten und
deren Fabrikate nicht nur im Lande selbst, sondern in allen Weltteilen
zugleich verbraucht werden.“ [2]
Das
schrieben vor über 150 Jahren Karl MARX und Friedrich ENGELS im ersten
Programm einer kommunistischen Partei. Und das hat Mr. Moore noch nicht
gelesen? Komisch, wo doch MARX, ENGELS, LENIN und STALIN in dieser
Gesellschaft und seit nunmehr über 150 Jahre am laufenden Band
widerlegt werden. Und jetzt sollen wir Mr. Moore und Herrn Schirrmacher
glauben, dass diese Erkenntnisse auf ihrem Mist gewachsen sind? Nein
meine Herren, wir sind des Lesens mächtig und auch des Denkens.
„Denn
wenn die Banken“, meint Mr. Moore, „die sich um unser Geld kümmern
sollen, uns das Geld wegnehmen, es verlieren und aufgrund staatlicher
Garantien dafür nicht bestraft werden, passiert etwas Schlimmes. Es
zeigt sich – wie die Linke immer behauptet hat -, dass ein System, das
angetreten ist, das Vorankommen von vielen zu ermöglichen, sich zu
einem System pervertiert hat, das die Wenigen bereichert.“ [1]
Oooch,
Mr. Moore, haben Sie etwa ihr Erspartes verloren? Das tut mir aber leid!
Sagen Sie bloß, Sie haben den Quatsch von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“
geglaubt? Tja, dann, selbst schuld. Als sogenannter „Analyst“
sollten Sie schon etwas mehr auf der Waffel haben, als dem
Geschwafel der Bourgeoisie auf Treu und Glauben zu folgen. Aber solange
Sie zur Cremé de la Cremé gehörten, war die Sache für Sie doch
sicher in Ordnung, oder? Aber trösten Sie sich, Herr Schirrmacher
leidet mit Ihnen.
„Die
bisherigen kleinen Mittelstände, die kleinen Industriellen, Kaufleute
und Rentiers, die Handwerker und Bauern, alle diese Klassen fallen ins
Proletariat hinab, teils dadurch, daß ihr kleines Kapital für den
Betrieb der großen Industrie nicht ausreicht und der Konkurrenz mit den
größeren Kapitalisten erliegt, teils dadurch, daß ihre
Geschicklichkeit von neuen Produktionsweisen entwertet wird. So
rekrutiert sich das Proletariat aus allen Klassen der Bevölkerung.“ [2]
Ja,
Mr. Moore, wenn man obiges von MARX und ENGELS nicht gelesen hat, kennt
man auch dieses nicht. Jetzt kommt hinzu, dass im Zeitalter des
Imperialismus auch schon mal größere Kapitalisten ins Proletariat
hinabgestürzt werden. Da kann es natürlich auch passieren, dass eine
ganze Armada von Speichelleckern, Arschkriechern und anderen Vasallen
mit stürzen. Peinlich, aber nicht zu verhindern.
Kommen
wir nun von Mr. Moore zu Herrn Schirrmacher und nach Deutschland zurück.
Er schreibt, der Herr Schirrmacher: „Die CDU hat ihre an die Finanzmärkte
ausgeliehenen immateriellen Werte, ihre Vorstellung vom Individuum und
vom Glück des Einzelnen, niemals zurückgefordert. Sie hat nicht nur
keine Verantwortung für pleitegehende Banken verlangt, sie hat sich
noch nicht einmal über die Verhunzung und Zertrümmerung ihrer Ideale
beklagt.“ [1]
Welche
immateriellen Werte wohl Herr Schirrmacher meint? Ich habe bei der CDU
noch keine entdecken können. „Ihre Vorstellung vom Individuum und vom
Glück des Einzelnen“ betraf doch sowieso nur die Devise „Haste was,
biste was“. Und Verantwortung der Banken hat sie sehr wohl verlangt.
Unser Bundesengelchen höchstselbst tönte davon, dass die Banken zur
Rechenschaft gezogen werden müssten, nur Taten folgten nicht. Warum
wohl? Und „Verhunzung und Zertrümmerung ihrer Ideale“ kann ich nun
wirklich nicht erkennen. Seit wann hätte die CDU denn Ideale? Hat sie
eigentlich schon mal welche gehabt, außer Sicherung des Maximalprofits?
„Die
CDU aber, … , sieht nicht, wer in diesen schrumpfenden Räumen sitzt:
Lehrer und Hochschullehrer und Studenten, Polizisten, Ärzte,
Krankenschwestern, gesellschaftliche Gruppen, die in ihrem Leben nicht
auf Reichtum spekulierten, sondern in einer Gesellschaft leben wollten,
wo eindeutige Standards für alle gelten, für Einzelne, für
Unternehmen und Staaten, Standards von Zuverlässigkeit, Loyalität und
Kontrolle.“ [1]
Fällt
Euch etwas auf Genossinnen und Genossen? Die Arbeiterklasse und die
Klasse der Bauern kommen bei Herrn Schirrmacher nicht vor. Für ihn
beginnt der Mensch erst ab dem Beamten oder Studierten. Nun habe ich
nichts gegen Professoren, Doktoren, Ärzte, Krankenschwestern und
Polizisten, zumal einige aus diesen Berufsgruppen zu meinen Bekannten zählen.
Ich weiß, wie schwierig ihr Berufsumfeld manchmal ist.
„Undenkbar,
dass zu Zeiten Erhards nicht ein Selbstverständigungsprozess eingesetzt
hätte. Dafür fehlt der Partei (CDU d.A.) augenscheinlich das Personal.
Denn die Macht dazu fehlt ihr keineswegs.“
Tja,
Herr Schirrmacher, die Macht fehlt ihr wahrscheinlich doch, denn
Personal hat die CDU genug. Aber da sie lediglich die Erfüllungsgehilfin
für die Wünsche der Finanzoligarchie ist, kann sie natürlich nicht
wider den Stachel löcken, denn das wäre ihr politischer Tod.
Fragen
wir uns nun, was will die Linke eigentlich? Will sie den Sozialismus,
Kommunismus? Nein! Natürlich nicht! Das wäre das hintervorletzte! Was
will sie eigentlich? Sie will ganz einfach und ganz genial das Rad der
Geschichte zurück drehen und zum Kapitalismus der freien Konkurrenz zurückkehren.
Nicht mehr und nicht weniger. Und dann wundern sich diese Leute, wenn
sie von den einen (Kommunisten) ob ihrer Tagträumereien ausgelacht
werden. Noch mehr aber wundern sie sich, wenn sie von der
Finanzoligarchie Dresche beziehen, dabei wollen sie doch eben diese
Finanzoligarchie bestrafen, weil diese ihnen alles genommen hat.
Die
Frage ist nun, nutzt uns die Linke etwas? Zum einen ja, denn sie können
Bedingungen schaffen, unter denen der Kampf der arbeitenden Menschen
gegen dieses System erleichtert wird. Dabei müssen wir aber ständig
darauf achten, dass wir nicht den Sprüchen Glauben schenken und erneut
ins Verderben laufen. Revolutionäre Wachsamkeit ist geboten. Klare
Abgrenzung, keine Vermischung der Standpunkte und wo möglich die Führung
des Kampfes durch die Arbeiterklasse gewährleisten.
Übrigens,
mit dem Begriff „die Linke“ ist nicht die Partei „Die Linke“
gemeint, sondern der Teil der Bourgeoisie und ihrer Anhänger, der sich
gegen die „Großen“ zur Wehr setzen will (aber nicht kann).
Rot
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Werner
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