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Klassenjustiz um Berliner Bankbetrug, um Korruption. Müll, Ratten und Gesindel

Von Gerd Höhne/23. März 2007

Der Goldesel Berlins war die Berliner Bankgesellschaft und deren Tochtergesellschaft Berlin-Hyp. Deren Chef war der CDU-Fraktionschef Klaus-Rüdiger Landowsky. Die CDU-Mitglieder Klaus Wienhold, Christian Neuling und andere kamen auf die famose Idee, das doch zu ihrer aller Nutzen auszuschlachten.

Da gibt es doch im Osten riesige Siedlungen mit sog. Plattenbauten. Mit denen ließen sich doch riesige Geschäfte machen: Man kauft sie billig auf, modernisiert sie und verkauft dann die Wohnungen teuer an Geldanleger oder Mieter.

Die Sache hatte einen Haken: Auch, wenn die Plattenbauten nur nen Appel und nen Ei kosteten, läpperte sich das doch zu Millionenbeträgen hoch. Und die CDUler hatten weder die Äppel noch die Eier in ausreichender Menge. Die Idee war: Die Berlineigene Bank das Herrn Landowsky gab das Kapital als Kredit. Die Riesengewinne dann, würden es ermöglichen, die Kredite aus der Portokasse zurück zu zahlen.

Zwar ist es bei jedem Kleinkreditnehmer üblich, die Bonität zu prüfen. Aber darauf verzichtete Landowsky und seine Mit-Manager. So kam die Immobilenfirma  der CDU-Herren Klaus Wienhold, Christian Neuling et al. An die Äppel und Eier: an einen ungesicherten Kredit in Höhe von 235 Millionen Euro.

Davon profitierte auch die gemeinsame Partei über Parteispenden der Firma der Weinhold und Neuling mit Namen Aubis. Die Parteispenden flossen reichlich. Auch wurden Millionenbeträge auf Konten von Scheinfirmen überwiesen. So bereicherten sich ranghohe CDU-Leute auf Kosten der Stadt Berlin an öffentlichen Geldern – man munkelt, die SPDler hätten beide Augen zugedrückt.

Dann kam es ganz anders, wie die Aubis-Manager und Landowsky dachten. Die Wohnungen gingen nicht weg, sondern lasteten wie Blei auf den Aubis-Bilanzen. Die ging dann  einfach pleite, die Berliner Bankgesellschaft blieb auf den Krediten sitzen. Also kamen die betrügerischen Geschäfte raus.

Zu diesem Skandal gesellt sich noch ein weiterer: Anstatt die Bank pleite gehen zu lassen, übernahm das Bundesland Berlin Bürgschaften in Milliardenhöhe. Damit wurde das Risiko und das Geld, das den Anlegern der Aubis und deren Chefs und Managern der Bankgesellschaft die Gerichtsvollzieher in ihre Zehlendorfer Villen gebracht hätte, den Berlinern ausgehalst. Die zahlen jetzt durch ihre hohen Strom, Wasser – und Gaspreise, durch niedrigere Einkommen z.B. bei den Stadtwerken, Berliner Verkehrsgesellschaft, Müllabfuhr usw. für die korrupten und betrügerischen Machenschaften dieser Herrschaften.

Und das jetzt nicht unter einem CDU-Bürgermeister. Seit Jahren regiert der Herr Wowereit im trauten Verein mit der in Linkspartei umbenannten PDS. Die SPD- und PDS-Senatoren gehen mit Vehemenz daran, die schlechte Haushaltslage der Stadt auf die Taschen der Kleinverdiener umzuwälzen, die Konten der Herren Landowsky bleiben dagegen verschont.

Dass diese korrupte Bande überhaupt vor Gericht kam, grenzt an ein Wunder. Der Prozess dauerte dann auch einige Jahre. Die Anwälte der reichen Angeklagten machten die Trickkiste weit auf.

Diese Woche kam dann doch das Urteil: Landowsky bekam ein Jahr und vier Monate Knast, andere Angeklagte auch in etwa der gleichen Höhe. In den Knast muss trotzdem keiner der Angeklagten.

Acht von ihnen wurden überhaupt frei gesprochen, gehen also total ungeschoren und als Ehrenmänner aus der Affäre raus. Die Verurteilten bekamen unter 2 Jahre, also auf Bewährung. Es ist unwahrscheinlich, dass sie in der Bewährungszeit rückfällig werden. Sie sitzen auf ihrer Beute vom Staat unangefochten und werden kaum im Kaufhaus KDW in Charlottenburg Kaviar klauen müssen. Den können sie sich immer noch leisten und ein Anruf beim Feinkosthändler genügt, sie bekommen das Zeug kiloweise.

Die Opfer der Landowsky-Bande, die Arbeitslosen, die Obdachlosen und andere Berliner Kleinverdiener, können nur wütend sein.

Ach so, der Herr Landowsky beleidigte in seiner aktiven Politikerzeit im Abgeordnetenhaus von Berlin die sozial Benachteiligten. Bei einer Protestkundgebung zu diesem Schandurteil erinnerte der Berliner Politikprofessor Grottian  „an einen Beitrag Landowskys bei einer Debatte des Berliner Abgeordnetenhauses über soziale Problemgebiete im Jahr 1997: »Es ist nun einmal so, daß dort, wo Müll ist, Ratten sind und daß dort, wo Verwahrlosung herrscht, Gesindel ist. Das muß in der Stadt beseitigt werden.« Wer so rede, habe sich um das Gemeinwohl verdient gemacht und sein Bundesverdienstkreuz zu Recht erhalten, so Grottian.[1]

Da mag Landowsky Recht haben: Der Korruptionsmüll in seinem Nobelquartier, die korrupten Ratten dort und die verwahrlosten bürgerlichen Politiker und das Gesindel á la Landowsky müssen weggeräumt werden. Zwar nicht von der Stadt, aber ihren Menschen in den Arbeiterbezirken. Auf dieses Gesindel können wir gern verzichten.

G.H.


[1]  jungeWelt vom 22. März 2007 mehr

Nur noch eine Hürde, PDS und FDP Hand in Hand für 70000 Raffkes, Rainer Balcerowiak, Quelle: jungeWelt vom 4. Sept. 2002 mehr

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