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PDS-Duisburg gibt sich konsequent - 
und produziert

Heiße Luft

Einmal im Jahr, am 1. September, dem Antikriegstag, führt der DGB in Duisburg im Rathaus ein Gedenken an die Opfer von Krieg und Verfolgung durch. Ein löbliches Unterfangen eigentlich.

Tatsächlich aber ist diese Veranstaltung zur Tribüne abgehalfterter Veteranen der SPD-Promis verkommen, denen hier ein (Rede)-Gnadenbrot gegeben wird.

Und vor allen Dingen gibt es die Möglichkeit für die örtlichen SPD-Promis sich in Szene zu setzen. So lässt sich jedes Jahr die Oberbürgermeisterin, eine konsequente Befürworterin Schröders, aus.

Als vor zwei Jahren ein alter Gewerkschafter (90 Jahre alt) und kommunistischer Widerstandskämpfer gegen die Nazis Ehrengast war, erlaubte sich die Oberbürgermeisterin ein ungeheuerliches Ding. Dieser alte Kollege war im KZ-Buchenwald Häftling gewesen und einer derjenigen, die maßgeblich die Selbstbefreiung durch bewaffnete Häftlinge Ende April 1945 durchführten.

Im Beisein dieses Kollegen wagte es die Oberbürgermeisterin in ihrer Rede zu behaupten, Buchenwald sei  am 3. Mai 1945 durch amerikanische Truppen befreit worden.

Mal abgesehen davon, dass amerikanische Truppen bereits Ende April Weimar und das KZ erreichten, befreit hatten sie es nicht. Das geschah bereits am 18. April 1945 durch Häftlinge die Häftlinge selbst. Der illegale Widerstand der Häftlinge hatte es geschafft, eine illegale bewaffnete Truppe aufzubauen, die jetzt am 18. April 1945 die Wachtürme stürmte und das Lager befreite. Geleitet wurde diese Aktion durch das internationale Lagerkomitee der politischen Häftlinge aus den Ländern, aus denen Menschen hier eingekerkert waren.

siehe
und auch
 

Ob das die Oberbürgermeisterin nicht wusste oder ob sie bewusst das Falsche sagte, entzieht sich meiner Kenntnis.

Jedenfalls gibt es genug Gründe, diese Gedenkveranstaltung kritisch zu  sehen oder zu meiden. Aber man will sich ja nicht isolieren...

In diesem Jahr war Heidi Wieczorek-Zeul Starrednerin zum Antikriegstag in Duisburg. Sie, die Ministerin im Kriegskabinett Schröder, hatte sich erst in den letzten Wochen für die Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan ausgesprochen – eine Provokation für alle, die gegen den Krieg sind.

Das sah offensichtlich der rechts-sozialdemokratische Kreisverband der PDS ebenso. Ihr Fraktionschef im Rathaus, der Trotzkist Hermann Dierkes, erklärte deshalb: (dafür) sollten friedensbewegte Menschen nicht die Staffage abgeben.“ (gesamter Text)

Allerdings klafft bei Dierkes zwischen Worten und das, was er macht, meisst eine meilenweite Kluft. Skepsis ist also angebracht. siehe die Dokummente der Schande

Als Bezirksvertreter hatte ich eine Einladung erhalten, ging also zum Rathaus, ging aber nicht in den Saal.

Dort sah und erfuhr ich Erstaunliches (oder vielleicht doch nichts zum Staunen?). Dierkes war gar nicht in Duisburg, er hätte also überhaupt nicht kommen können - aus seiner Partei und Fraktion sah ich allerdings etliche, die "Staffage" abgeben wollten..

Ich kam ins Grübeln: Wenn, wie Dierkes richtig sagte, „friedensbewegte Menschen nicht die Staffage abgeben.“ sollten, dann sind die Dierkes-Parteigänger entweder nicht „friedensbewegt“ oder sie haben für eine Kriegsbefürworterin Staffage abgegeben. 

Sind sie dann noch „friedensbewegt“? Eine nicht nur philosophische Frage!

Günter Ackermann

Bezirksvertreter Duisburg-Mitte

ehem. Mitglied der PDS-Ratsfraktion in Duisburg

langjähriger Kreisvorsitzender der PDS-Duisburg

langjähriges Mitglied des PDS-Kreisvorstands in Duisburg (bis 2001)

28.08.03

1. September - Antikriegstag

Aufgrund der Äußerungen von Frau Heidi Wierczorek-Zeul gegenüber den Medien wird der Fraktionsvorsitzende der PDS-Ol nicht an der traditionellen Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes teilnehmen.

  Schon seit Jahren beobachten wir mit zunehmender Verärgerung, dass eingeladene HauptreferentInnen dem Anliegen der Veranstaltung nicht gerecht werden. Immer offensichtlicher handelt es sich um eine parteipolitisch geprägte Veranstaltung mit SPD-MinisterInnen, die sich eben nicht der zunehmenden Militarisierung der Aussenpolitik und der damit verbundenen Um- und Aufrüstung der Bundeswehr widersetzen.

Hauptreferentin ist dieses Mal die Ministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidi Wieczorek-Zeul, die sich soeben für die Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr eingesetzt hat. Dafür sollten friedensbewegte Menschen nicht die Staffage abgeben.

 

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