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Leserbriefe zum Artikel mehr

Che, Cuba und die Lage der Jugend in der BRD heute

Von Heinz W. Hammer

Veranstaltung:
»Internationaler Jugendtreff: Für eine neue Welt und eine neue Kultur / BIR-KAR-Jugend«; Jugendzentrum Essen, 07.10.2006 mehr

Schickimicki Girlie beleidigt Kuba

Widerlich und gehässig

Von Gerd Höhne/8. Dezember 2006

Da genoss eine gewisse „aila“[1], 20-jähriges modebewusstes Girlie aus bürgerlichem Haus in Berlin, für zwei Monate die Gastfreundschaft der Menschen „jener Insel, die mich seit meinem ersten Besuch im letzten Jahr nicht mehr losgelassen hat.“[2] Gemeint ist Kuba. Das schnieke Dämchen missbrauchte aber die Gastfreundschaft der Kubaner und ließ sich in einen gehässigen, widerlichen-arroganten Artikel über sie aus.

So schreibt sie über die „Unbefangenheit“ der kubanischen Studenten und hetzt:

„Es scheint, Fidel hat sich diese jungen Menschen zur arglosen Geisel gemacht --- nicht hinterfragen, nicht auf Gerechtigkeit beharren, nicht umstürzen werden sie dieses System, das sie des Morgens in überfüllte Busse zwängt, krankheitserregendes Wasser trinken und fortwährend an das Auftreiben von Geld denken lässt, sondern sie werden wohl folgen, willenlos folgen wie die Schafsherde ihrem Schäfer – ohne die Anwesenheit des Jagdhundes zu spüren, der sie treibt.“[3]

Dass die Herrschenden der USA die kubanische Revolution und das kubanische Regime hassen, weil die Kubaner „hinterfragen“, auf „Gerechtigkeit beharren“ und den Völkern ihre Hilfe geben, die ihr System umstürzen wollen, das sie zu Hunger und der Ausbeutung durch die USA-Konzerne zwingt, ist für den Girliekopf unserer „aila“ zu schwierig zu begreifen. Wenn die Kubaner, laut „aila“ wie die Schafsherde sind, dann ist sie entweder dumm, bösartig oder beides.

Das famose und bösartige Teenygirlie „aila“ blökt noch deutlicher. Bewaffnete Konterrevolution sehnt er herbei:

„Mich wundert, dass die Menschen hier nicht zur Waffe greifen. Vielleicht haben sie sich an das ewige Warten gewöhnt, vielleicht sehen sie es auch, wie ein kubanischer Freund sagte, als ihr „Los“ an, so zu leben: „Ser Latino = ser pobre“ (LateinamerikanerIn zu sein bedeutet, arm zu sein). Ich will das nicht glauben, denn gibt es etwas Schlimmeres als seinen eigenen Wert so sehr zu negieren, sich wehrlos unter die Menschen aus den Ländern des globalen Nordens zu stellen, (…) Dass es einen Grund gibt für die lähmende Langsamkeit des alltäglichen Geschehens, für die ewigen Schlangen und den Mangel an Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen, dass nicht allein das US-Embargo und der Zusammenbruch der Sowjetunion daran schuld sind… ich habe den Eindruck, ein ganzes Volk wird hier als Geisel gehalten – mit einem nie versiegenden Lächeln auf den Lippen und „Viva Fidel“…“

Das alles erschien in der Berliner Obdachlosenzeitung „Straßenfeger“, die vom „mob - obdachlose machen mobil e.V.“ heraus gegeben wird.

Es mag ja sein, dass in Kuba die Menschen für viele Artikel des täglichen Bedarfs Schlange stehen müssen. Aber – im Gegensatz zu den reichen USA oder den reaktionär regierten Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas – haben alle Kubaner Arbeit und müssen auch nicht hungern. Die Versorgungslage ist das Ergebnis der Embargo-Politk der USA und deren Satrapen in Berlin, London und sonst wo. Aber die Kubaner werden von einem vorbildlichen Gesundheitswesen betreut und das Bildungsniveau ist vorbildlich. Schulbildung für alle, Chancen für alle und nicht nur für das Bürgertum – in Kuba seit der Revolution selbstverständlich.

So stellte die nicht eben der Kommunistenfreundlichkeit verdächtige Organisation „Partnership for Educational Revitalisation in the Americas“ bereits 2001 fest, dass das kubanische Schulsystem vorbildlich sei.[4] Und die UNESCO bestätigt das.

„All dies gilt aber nicht für Kuba, das schon bei einem unlängst von der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) durchgeführten Test sehr gut abgeschnitten hat. Weit hinter sich ließen kubanische Schüler der vierten und fünften Klasse gleichaltrige Kinder aus anderen lateinamerikanischen Staaten vor allem in den Bereichen Mathematik und Sprachkenntnisse. Selbst das schlechteste Viertel der kubanischen Schüler erhielt noch immer bessere Noten als der regionale Durchschnitt. Die besten Schüler aus anderen lateinamerikanischen Staaten waren gerade einmal so gut wie die schlechtere Hälfte der kubanischen Schüler. Solche Unterschiede finden sich gemeinhin nur zwischen Entwicklungs- und Industrieländern.“[5]

Im Schüler-Lehrer Verhältnis liegt Kuba auf dem Niveau von Schweden, das bekanntlich in der Pisa-Stundie als vorbildlich betrachtet wurde.

Und: „Nach dem UNESCO-Education for All Development Index (2004) gehört Kuba zu den am höchsten entwickelten Ländern der Welt im Bildungsbereich (neben Kanada, Finnland und Südkorea). Als Folge davon hat Kuba eine hervorragend ausgebildete Bevölkerung.“[6]

Und bekanntlich liegt Finnland, laut PISA-Studie, im Bildungsbereich um Längen vor Deutschland. Ob sich ein so gut gebildetes und ausgebildetes Volk von einen üblen und greisen Diktator wie eine Schafherde herumkommandieren lässt? Eher unwahrscheinlich.

Und da lästert dieses Girlie dummdreist herum und sehnt die bewaffnete Konterrevolution in Kuba herbei.

Dass es sich hier um eine 20-Jährige handelt, ist keine Entschuldigung. Es gibt auch junge Menschen, die solch dummes und reaktionäres Zeug nicht geschrieben hätten.

Dieser Schandartikel erschien, wie schon erwähnt, in einer Obdachlosenzeitung. Das erhöht die Widerlichkeit noch einmal. Der Trägerverein dieser Postille hat seinen Sitz in Prenzlauerberg, im ehemaligen Ostberlin. Jetzt ein Viertel mit Szenekneipen und hinter den Fassaden Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit. Die neue Errungenschaften des Kapitalismus kann man hautnah erleben: Schickimicki-Kneipen und – Suppenküchen für die Hungernden, die Arbeitslosen, Obdachlosen, die Pauperisierten[7]. Der Trägerverein unterhält selbst so eine Einrichtung.

Wie kann die Redaktion dieser Zeitung es wagen, solch einen Hetzartikel über ein Land zu veröffentlichen, das trotz enormer Schwierigkeiten es geschafft hat, den Hunger, Analphabetismus, Bildungsprivilegien der Reichen zu beseitigen? Kuba ist ein Land, das seiner Bevölkerung eine Perspektive gibt.

Wie kann eine Zeitung, für Menschen, deren Not der Kapitalismus zu verantworten hat, die Menschen Kubas zu beleidigen, die trotz des Wirtschaftskriegs der USA, ihr Land aufbauen wollen und aufbauen?

G.H.


[1]  Die Autorin veröffentlicht unter Pseudonym. Wir haben aber ihre e-Mail-Adresse ausfindig gemacht: wolff08@lycos.de

[7]  Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei siehe

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Das Geld ist für Dich und nicht für das Käseblatt

Moin lieber Günter,

genau dieses undifferenzierte Wiedergeben aller möglicher auch reaktionärer Ansichten ist es, was meine Freunde in Berlin mich hat abraten lassen, solche Berliner Obdachlosenzeitungen wie die MOTZ oder STRASSENFEGER zu kaufen. Diese Diskussion hatten wir bei meiner letzten Geburtstagsfeier in Berlin-Friedrichshain. Jener obdachlose Zeitungsverkäufer erhielt von uns seinen Euro, aber „das Käseblatt kannst Du behalten“, sagten meine Freunde. Und benannten ihm gleich 2 Artikel, an die sie sich erinnerten, und seit deren Kenntnisnahme sie diese Zeitungen nun nicht mehr haben wollen. „Hat ja nichts mit Dir und Deinem Verteilerjob zu tun. Das Geld ist für Dich und nicht für das Käseblatt.“

Rote Grüße,

J.

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Redakteurin von „Straßenfeger“ verteidigt den Hetzartikel

Kuba - Beleidigung

(Gerd Höhne und seine Freunde)

Wie schön, dass der über alles erhabene Herr Gerd Höhne sich herablässt eine Art Leserbrief zu schreiben.

Er ließt sich gerne und am liebsten ausschließlich selbst (nicht zu übersehen bzw. -lesen).....!

Ein ausgesprochenes Steckenpferd von ihm scheint es zu sein, niemandes, aber auch wirklich niemandes Meinung gelten zu lassen, außer der Seinen - natürlich.

Wie er das wohl eigentlich meint, mit der so oft von ihm gepriesenen „Meinungsfreiheit“ ?

Welchen Kubaner hat Herr Höhne eigentlich gefragt? Ich meine ob der „Kuba-Beleidigung“! Und was hat die „böhse Tante MOTZ“ denn nun schon wieder mit

Kuba zu tun, wo doch die „fiesen Onkelz vom Strassenfeger“ solche blöden Girlies schreiben lassen?

WEG mit den Laien – laßt nur noch Profis (gut bezahlte natürlich) die Medien gestalten. Da kann man sich sicher sein, dass das was geschrieben steht garantiert wirtschafts- und politikkonform ist. Wenn das ihr Bestreben sein sollte Herr Höhne, na dann: “Lang lebe die Pressefreiheit....

Irina

Erwiderung Roter Webmaster:

Sorry, liebe Kollegen der Obdachlosenzeitung „Straßenfeger“. Das war kein Leserbrief an euch, sondern ein Verriss des o.a. Artikels durch uns. Damit muss jemand, der sowas so gehässig und so unqualifiziert über ein Land schreibt, dass im höchsten Maße von den USA bedroht wird, rechnen.

Es ist nicht die Frage des Alters der Schreiberin. Die hat ganz einfach ein Brett vor dem Kopf gehabt und hat es nicht geschnallt. Das spricht vor allem gegen eure Zeitung, denn die Redaktion ist ihrer Verantwortung nicht nachgekommen.

Das hat nichts mit Zensur zu tun, denn es ist nicht nur das Recht, sondern die Pflicht einer Redaktion darauf zu achten, dass das Niveau nicht ruiniert wird. Es sei denn, sie will dieses Niveau.

In eurem Fall: Ihr wolltet diese Hetze gegen Kuba.

Ach ja: Geld bekommt bei uns niemand, wir finanzieren uns von Spenden und Arbeitseinsatz.

Der Rote Webmaster

Günter Ackermann

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Sehr viele junge Leute sind durchaus kritisch und glauben längst nicht alles, was die Propaganda dieses Systems (...) ihnen glauben machen möchte. 

Liebe GenossInnen,

zu „Schickimicki Girlie beleidigt Kuba“: Verständlich, dass Ihr euch ärgert. Doch leider gibt es nunmal in unserem Lande so viele Figuren dieser geist- und bewusstlosen Art und Weise, dass man sich wohl die Finger wund und den Kopf rauchig schreiben würde, wollte man sie alle „würdigen“. Müssen wir uns eigentlich an solch dämlichen Plattheiten abarbeiten?

Meinerseits freue ich mich immer über's Gegenteil, denn sehr viele junge Leute sind durchaus kritisch und glauben längst nicht alles, was die Propaganda dieses Systems aus ökonomischer Diktatur und sozialer Ungerechtigkeit ihnen glauben machen möchte.

Und - ebenfalls toll - es gibt viele, die auch bereit sind einzugreifen. Z.B. habe ich in der ersten Reihe meiner 11. Klasse gleich mehrere junge Frauen sitzen, die in Wort, Zeichen und Taten aktiv sind gegen die erstarkenden Nazis hier in der Gegend und sich gar nichts sagen lassen - wie schön!

Rote Grüße, E.K.

Lieber E.K.,

du hast natürlich Recht. Aber zum einen wird dieses Blättchen in Berlin mit dem Nymbus verkauft, es sei irgendwie systemkritisch und zum anderen, uns ist der Kragen geplatzt über diese arroganten Unverschämtheiten dieses bourgeoisen Girlies.

Dass es auch Beispiele massenhaft des Gegenteils gibt, ist richtig und erfreulich. Mein Sohn z.B. hat, als die USA den Irakkrieg anzettelten, eine spontane Demo der Schulen hier am Ort organisiert. Er war damals 17, ist also im Alter der Autorin.

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Brief der Autorin:

„Ich bitte aber darum, von weiteren diskriminierenden und diffamierenden Beiträgen Abstand zu nehmen.“

Ich habe den Beitrag von Gerd Höhne („Schickimicki Girlie beleidigt Kuba“) mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Was ist das Ziel eines auf den Kategorien Alter und Geschlecht beruhenden Artikels, der mit Hilfe von Vorurteilen („modebewusstes Girlie“), herablassenden Deminuitiven[1], selektiver Zitatauswahl und ungenügender Recherche arbeitet?

Zu einem Austausch über die augenscheinlich sehr verschiedenen Kubabilder und einem möglichen Diskurs über die wohl beiderseitig vermutete Eindimensionalität der Haltungen bin ich gern bereit. Ich bitte aber darum, von weiteren diskriminierenden und diffamierenden Beiträgen Abstand zu nehmen.

„aila“

Erwiderung: Keine, warum auch? Es ist alles gesagt und der Kuba-Artikel von „aila“ spricht für sich. Es besteht kein Diskussionsbedarf.


[1]  Deminutivum: Verkleinerungsform eines Substantivs (siehe: Großes Fremdwörterbuch, Leipzig 1975  

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Leserbrief von Heinz-W. Hammer, Essen ("FG BRD-Kuba e.V.) zum Artikel: Schickimicki Girlie beleidigt Kuba, Widerlich und gehässig

Lieber Günter, lieber Gerd,

(…) erst mit einiger Verspätung dazu gekommen, die Texte von »aila« und Gerd nebst Leserbriefen zu studieren. Als langjähriger Aktivist der Cuba-Solidaritätsbewegung stimme ich mit dem Beitrag von Gerd Höhne überein. Sein Artikel ist keinesfalls von »selektiver Zitatauswahl und ungenügender Recherche« geprägt, wie »aila« in ihrer Zuschrift glauben machen will. Im Gegenteil. Ihr anticubanischer »Straßenfeger«-Artikel könnte genau so auch in den Blättchen der konterrevolutionären bis neofaschistischen Hilfstruppen von »Reporter ohne Grenzen/RoG« bis »Internationale Gesellschaft für Menschenrechte/IGfM« veröffentlicht worden sein. Er strotzt – zusätzlich zu den zutreffenden Kritikpunkten von Gerd – geradezu vor unerträglichem Eurozentrismus. Mit welcher Arroganz »aila« die cubanischen Studentinnen und Studenten abwatscht, ist hierfür ein Musterbeispiel: »Es ist erschreckend, wie arglos die jungen StudentInnen hier wirken; wie leichtfüßig und lässig sie lachend und schwatzend über das Universitätsgelände gleiten, wie sie ihre neuen Kleider präsentieren, ihren Nebenmann küssen und herzen und in oberflächlichen Nichtigkeiten versunken sind – die permanente ideologische Indoktrination nicht (mehr?) wahrnehmend.« Und so geht das weiter – in einem Duktus, der frappierend erinnert an die überlieferten rassistischen Berichte der Kolonialisten der vergangenen Jahrhunderte über ihre Eindrücke von den »Eingeborenen« in der »neuen Welt«…

Der hiesige Markt für anticubanische, konterrevolutionäre Schreiberlinge ist nach wie vor recht groß. Frau »aila« könnte hier noch einen, ihrem Beitrag adäquaten Karrieresprung, z.B. vom »Straßenfeger« zu »taz« oder »BLÖD« machen. Ihre philosophisch-historischen Studien wären dabei sicher nicht weiter störend.

Heinz-W. Hammer, Essen

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