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Ex-Kriegsminister
Scharping auf der Gehaltsliste von
Heuschrecken –
PDS/SPD-Senat
von Berlin macht Milliardengeschäft mit den Heuschrecken |
Versager
und Profiteure
Daimler
verkauft an Cerberus
Jürgen
Elsässer
Quelle:
jungeWelt
vom 15. Mai 2007
Bei
Daimler in der Chefetage sitzen die sprichwörtlichen Nieten in
Nadelstreifen: Zuerst, im Jahre 1998, kaufen sie sich Chrysler für rund
36 Milliarden Dollar, und jetzt verscherbeln sie die US-Tochter für
umgerechnet 7,3 Milliarden Dollar an die Heuschrecke Cerberus. Den Verlust
auszurechnen sollte selbst den deutschen PISA-Schülern nicht allzu schwer
fallen.
Was
die schwäbischen Autobauer dieses Jahr allein drei bis vier Milliarden
Euro kosten wird eine Zeche, die mit Sicherheit die Kollegen mit dem
Verlust von Arbeitsplätzen und Mehrarbeit bezahlen werden müssen ,
bedeutet für den US-Konzern das Todesurteil. Cerberus selbst ist nämlich
nicht an der Industrieproduktion interessiert, die im kontrahierenden
US-Binnenmarkt ohnedies nicht auf Absatz rechnen kann, ganz zu schweigen
vom Weltmarkt. Vielmehr geht es der Heuschrecke um die
Finanzdienstleistungssparte, deren Wert auf knapp sechs Milliarden Euro
geschätzt wird. Diese wird man als Schaltstelle benutzen, um den Cashflow
aus der Konkursmasse der Fabriken auf die nächsten Opfer zu richten. Die
Spekulationsgeschäfte wird man heuchlerisch mit einem hehren Ziel
legitimieren: Die Rendite sei notwendig, um die Pensionen und
Krankheitskosten der Chrysler-Arbeiten zahlen zu können. In diesem
Bereich sind nämlich Garantieansprüche in Höhe von 14 Milliarden Euro
aufgelaufen, die Cerberus im Kaufvertrag zu übernehmen versprochen hat.
Doch in Versprechungen sind die Heuschrecken groß. Am Ende, wenn die neue
Chrysler-Holding von Cerberus ausgesaugt ist, werden die
Finanzkapitalisten fröhlich Insolvenz anmelden, und die von Chrysler
krank und arbeitsunfähig Gemachten können schauen, wo sie bleiben.
Der
Deal hilft mit, die Kriegskassen der Heuschrecke zu füllen, damit diese
ihre Raubzüge fortsetzen kann. Die letzten Opfer von Cerberus in Europa:
der badische Autozulieferer Peguform, das Bayer-Plasmageschäft, die Debis
Air Finance, die Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW sowie die österreichische
Gewerkschaftsbank BAWAG. (Dank Cerberus wurden dort umgehend alle Geschäftsbeziehungen
mit Kuba und dem Iran gekündigt.) Der Verkauf von BAWAG und der GSW wurde
von alten und neuen Sozis ermöglicht, in Berlin also auch von den Spitzen
der Linkspartei.PDS. Dazu paßt, daß die Bonzen vom Gesamtbetriebsrat den
Chrysler-Deal absegnen wollen, und daß zu den Beratern von Cerberus für
Deutschland Exverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) gehört. Soll
heißen: Eine bestimmte Sorte abgehalfterter Linker und korrupter
Gewerkschafter macht mit den Heuschrecken gemeinsame Sache. Nieten in
Nadelstreifen sind käuflich, egal welches ideologische Fähnlein sie
schwingen |