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Natürlich
haben sie keine Lösung für die Reduzierung der Arbeitslosenzahlen.
Warum sollten sie auch? Arbeitslosigkeit ist ja „nur“ für die
Arbeitslosen ein Problem - für die Verursacher der Arbeitslosigkeit,
die Herren der Konzerne, ist Arbeitslosigkeit die Lösung eines
Problems: billige Arbeitskräfte.
Ihr Rezept - und nur das - die Profite noch fetter machen, dann fällt
mehr vom Tisch für die Arbeiter, Arbeitslosen und
Sozialhilfeempfänger. Dass diese Rechnung nicht stimmt, müsste ihnen
allerdings längst klar geworden sein.
Ihre
Rechnung dagegen ist einfach: Arbeitskräfte kosten Geld. Da sind zum einen die
Löhne, aber dann auch noch der ganze Klimbim von Sozialleistungen,
Steuern, sog. Lohnnebenkosteen (was es nicht gibt, das sind ganz normale
Lohnkosten). Das alles schmälert
die Gewinne, also nur so viel (oder wenig) wie nötig.
Das dem
Kapitalismus immanente Prinzip:
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hohe Nachfrage und geringes Angebot =
hohe Preise;
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hohes Angebot, geringe Nachfrage = niedrige Preise,
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gilt
auch für die Ware Arbeitskraft. Für die kapitalistischen Betriebe zählt
allein, dass Arbeitskräfte Geld kosten. Also so wenige wie möglich.
In
den letzten Jahren wurden die Löhne und Gehälter durch mehr als dürftige Tarifabschlüsse
reduziert. Betriebsintern werden ganze Betriebsbereiche ausgegliedert und in
billigere Branchen verlegt oder das „neue“ Unternehmen schließt
keine Tarifverträge ab (so geschehen bei der Citibank, die ihre
Call-Centren schloss, in Duisburg ein Super-Call-Centrum aufbaute und
keine Tarifverträge mehr zuließ. Da Duisburg – mit Gelsenkirchen und
Dortmund – in NRW die Arbeitslosenstatistik anführt und seit
Jahrzehnten kaum Frauenarbeitsplätze vorhanden sind, brauchte sich die
Bank nicht um den Protest der entlassenen Beschäftigten zu kümmern.
Eine
andere Möglichkeit ist Kapitalexport, also das Verlegen der Betriebe in
Billiglohnländer. Das geht, wegen dem dortigen Mangel an qualifizierten
Arbeitskräften, schlechter Infrastruktur oder anderen Hindernissen oft
nur bedingt. Aber die Drohung damit, macht Politiker, Gewerkschaften und
oft auch die Belegschaften gefügig,
Auch
die ganz normalen Kosten, die allgemein Lohnnebenkosten genannt werden,
also der sog. Arbeitgeberanteil an Kranken-, Renten- und
Arbeitslosenversicherung, wollen sie
reduziert haben, möglichst ganz abschaffen. Die Verschlechterungen bei den Leistungen der
Krankenversicherung ist hierfür ein Beispiel.
Aber auch die Diskussion um die Rentenfinanzen gehören in diesen
Bereich.
Es
ist klar, dass mit der Reduzierung des „Arbeitgeberanteils“ – ohne
dass es der Beschäftigte vorläufig auf der monatlichen Lohnabrechnung
vorfindet – ganz heimlich die Lohnkosten sinken und damit die Profite
im gleichen Maße steigen.
Dass auch die Leistung sich verschlechtern, merkt der Beschäftigte
erst, wenn er krank oder arbeitslos wird oder in Rente geht.
Um
diese ganzen Schweinereien der Bevölkerung schmackhaft zu machen,
werden großflächige Nebelwände aufgebaut. Da wird ein
„Generationenkonflikt“ konstruiert, den jüngeren wird
gesagt, die Alten fressen ihnen die Zukunft weg, den (noch) Beschäftigten
redet man ein, die Arbeitslosen seien selbst dran schuld, gleichzeitig
werden die Beschäftigten bedroht, ihre Mitbestimmungsrechte, das
Tarifvertragsrecht usw. abgebaut und das Kündigungsschutzrecht
wird verschlechtert.
Es
wird behauptet, die hohen Lohnkosten verhinderten das „Schaffen“ von
Arbeitsplätzen, denn der „Standort Deutschland“ sei nicht
konkurrenzfähig. Uns werden im Fernsehen Beispiele gezeigt, wie in
anderen Ländern dieses Problem gelöst wird, also in Honkong, Taiwan,
Malaisia.,
Singapur ...
Wolfgang
Clements Arbeitsplätze -
Oder:
Lauter Sprüche und nichts dahinter
Wie
sich doch die Dinge gleichen. Nach der „geistig-moralischen Wende“
Kohls in den 80er Jahren, begann der „Umbau des Sozialstaats“.
Gemeint war natürlich Verschlechterung der sozialen Rechte. Damals
kamen auch aus dem Hause Norbert Blüms kluge Vorschläge wie man sich
selbständig machen könne.
Einer
der Vorschläge war, morgens Brötchen austragen: Man verschafft sich
einen Kreis von Abnehmern, kauft in einer Bäckerei Brötchen, verpackt
sie und legt sie den Kunden vor die Tür. So was gab’s früher mal und
wurde von den Bäckern selbst gemacht. Das, oder so ähnlich, sollte bei
Kohl/Blüm die Arbeitslosigkeit reduzieren.
Jetzt
geht das ganz genau so simpel, aber auf höherem Niveau. Jetzt wird mit
den Methoden des PR und Internet gearbeitet, Kinowerbung geschaltet und
„Experten“ bemüht. Galt das bei Blüm noch als Notlösung, so ist
es bei Clement die Lösung und hat publikumswirksam einen Namen
bekommen: Ich-AG.
Ja
das alles wird sogar in den Rang einer guten Tat für die Nation aller
Deutschen verkauft. „Teamarbeit
für Deutschland“ nennt sich das Gebilde und soll wahre Wunder
an Arbeitsplätzen schaffen. Großspurig wird verkündet:
„Zusammen
mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Politik, Kirche, Kultur,
Wirtschaft und Gesellschaft will die Initiative TeamArbeit
für Deutschland das größte Netzwerk gegen Arbeitslosigkeit in
Deutschland schaffen. Mitmachen können alle, die in ihrem Umfeld durch
persönliches Engagement einen konkreten Beitrag zum Abbau von
Arbeitslosigkeit leisten.“
Natürlich
kann dieses Wunderwerk an Leistung nicht von Hinz und Kunz geleistet
werden, die das machen, sind offensichtlich wahre Giganten an Einsatz fürs
Gemeinwohl. Also heißt es: „All diese Menschen sind unsere
"Profis der Nation": Man möchte vor Ehrfurcht erschauern
und es versteht sich deshalb, dass der Musterknabe der Kompetenz der
Schröder-Regierung, der Erfinder des Hartzer Käses
und VW-Manager Peter Hartz, hier bemüht wird, denn
„So wurden
bereits im Hartz-Konzept alle benannt, die ihre Kompetenzen einsetzen,
um einen Beitrag gegen Arbeitslosigkeit zu leisten.“
Diese
„Profis der Nation“, die also an der Fortsetzung des Hartzer Käses
mit anderen Mitteln stricken und ihre geistigen Hintermänner in der
Regierung, sollten allerdings eher als Schaumschläger und Schwätzer
der Nation bezeichnet werden (einige auch die Naiven der Nation). Die „Expertenliste“ beeindruckt mit
der Schlichtheit der Intelligenzleistung.
Führen
wir uns mal die Namen der „Experten“ zu Gemüte (eine Auswahl):
-
Jens-Peter Heenemann. Wer kennt ihn nicht, den Experten
gegen Arbeitslosigkeit? Ich muss gestehen: nie von ihm gehört! Macht
aber nichts, ich habe offensichtlich eine Bildungslücke. Recherchen im
Internet haben mich dann schlau gemacht. Dieser Wunderknabe im Kampf
gegen die Arbeitslosigkeit ist Unternehmensberater und Diplomkaufmann.
Naja, nix besonderes. Immerhin liefert er –
lt. Eigenwerbung – „maßgeschneiderte Lösungen“ Verlassen
wir hier jedoch den Maßschneider und sehen uns noch andere an.
-
Ute Albrecht. Sie ist offensichtlich eine, die
„selbständig“ wurde. Bewerbungsberaterin nennt sie sich.
Für 10 Euro checkt sie Bewerbungen auf Tauglichkeit (für Schüler und
Studenten kostenlos). Früher nannte man das mal Schreibbüro, aber die
Zeiten ändern sich bekanntlich. Originell ist die Idee nicht und davon
leben wird sie nicht können.
-
Hans Wall. Seine Firma ist die Wall AG, er kann
davon leben und das nicht schlecht. Es ist das Musterbeispiel dafür,
dass man mit Scheiße Millionär werden kann. Mit 600 Beschäftigten,
macht er knapp 66 Millionen € Umsatz und schlappe 2,6 Millionen €
Gewinn und das vor allem mit Pinkelbuden. Allein daher prädestiniert
zum Selbständig-Machen. Falls ihr beim Pinkeln Werbung im Pissoir lest,
da hat Herr Wall zugeschlagen. Wenn also demnächst von „TeamArbeit
für Deutschland“ der kluge Rat kommt, sich als Toilettenwärter
eine Ich-AG aufzumachen – Wall ist sicher der Vater der Idee. Seine Pinkel AG wirbt anrüchig mit dem Spruch:
„Damit
Männer gut dastehen: das City-Pissoir „Wall
stellt Lösung gegen die "Wildpinkler" vor“
(siehe
http://www.wall.de/de/company/news/article/news00710.asp)
-
Gabriele Krause. Sie ist aus Jena in Thüringen,
dort, wo Schiller einst lebte und starb. Im Gegensatz zu diesen, der z,B,
in „Die Räuber“ oder „Wallenstein“ Konflikte auf die Bühne
brachte, ist Frau Krause „Konfliktberaterin“. Sie wendet sich an „Alle,
die Konflikte im beruflichen Alltag oder in ehrenamtlicher Arbeit
erleben und die das Handwerkszeug des Konfliktmanagements erlernen
wollen.“ Also an dich und mich und kassiert davor natürlich
etwas, Für um die 300 €
pro Teilnehmer macht sie Seminare, die Konfliktlösungen bringen sollen.
Tja, was das aber mit „Expertenwissen“ gegen Arbeitslosigkeit zu tun
hat?
-
Roland Kaiser. Der Schlager Fuzzi des deutschen Gemüts
ist dann das Paradepferd der Arbeitslosigkeitbeseitiger-durch-Hundefrisöre.
Kaiser organisiert jedes Jahr eine Party. Das Geld wird dann für
Lehrsstellenschaffung eingesetzt.
Hilflosigkeit
Fast
könnte man in Tränen der Rührung ausbrechen: Da wird ein Pinkelhäuschen-Erfinder
und -produzent, Unternehmensberater und Schreibbürobetreiber und ein
Goldkehlchen der Nation aufgeboten, zu „Experten für Deutschland“
hochstilisiert, und was dabei rauskommt:
„Macht einen Hundefrisördienst
oder eine Suppenküche auf, werdet Wahrsager!“
Die
Macher dieses Quatsches, wird man verleidet zu glauben, sind
tragikkomische Figuren in einem hilflosen, wenn auch rührenden Versuch
der Bewältigung der Arbeitslosigkeit.
Aber mitnichten! Sie wissen genau was sie
tun! Den Einfältigen streuen
sie Sand in die Augen, den Naiven geben sie Scheinalternativen, die
Gutgläubigen belügen sie.
Und
sie halten die Menschen dieses Landes für komplette Idioten. Was hier für
viel Geld geboten wird, ist schlichtweg Schmierenkomödie. Ich bin
entsetzt, was diese Leute an Schwachsinn bieten. Und alles um den
Anschein zu geben, es sei Hoffnung für die Millionen Arbeitslose, in
Sicht und, dass die Arbeitslosen selbst Schuld an ihrem Schicksal sind.
Damit
spaltet man die Opfer der kapitalistischer Rationalisierung, verhindert,
dass sie sich wehren und über wirkliche Alternativen nachzudenken
beginnen.
Das ist der Grund für
all diesen Quatsch. Ob es Wirkung zeigt,
sei dahin gestellt. Aber wir können davon ausgehen, dass der eine oder
andere, vielleicht sogar viele, diesen Unsinn glauben und meinen,
Clement – und damit die Bundesregierung - mache wirklich etwas gegen
die Arbeitslosigkeit und biete den Betroffenen Auswege aus der Misere.
Trotzdem:
Bereits jetzt ist klar, dass hier Show und Lüge
fabriziert wird. Ihre Widersprüche wird das kapitalistische System
nicht los. Sie werden eingeholt von ihren Lügen und Betrügereien.
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