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Boris Jelzin – vormals Russlands oberster Wodka-Konsument und Schirmherr der Räuber am Eigentums des russischen Volkes – ist tot

Ein Nachruf

Von Günter Ackermann/26. April 2007

Boris Jelzin war eine große Persönlichkeit der russischen und internationalen Politik, ein mutiger Kämpfer für Demokratie und Freiheit und ein wahrer Freund Deutschlands. Sein Beitrag zur Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren beiden Staaten bleibt unvergessen. Wir werden ihn in ehrendem Gedenken halten.“ (Angela Merkel)

Er war hochgeehrt – ja, wirklich! Jedenfalls bei den meisten westlichen Regierungen. Bei den Russen weniger, die verfluchten diesen korrupten Säufer und Präsidenten Russlands.

Jelzin hat das Vermögen des russischen Volkes Oligarchen und internationalen Konzernen zum plündern vorgeworfen und die bedienten sich reichlich. Ein gewisser Michail Chodorkowski stieg z.B. unter Jelzin vom kleinen Komsomol-Fuktionär zu einen der reichsten Männer Europas auf. Und auch die westlichen Konzerne bedienten sich reichlich.

Jelzin kam 1981. in der späten Breschnew-Ära, ins ZK der KPDSU. Einer Partei, die nach dem Chruschtschow-Verrat auf dem 20. Parteitag und Beseitigen der Marxisten-Leninisten aus der Parteiführung, erstarrt und offen für Gesindel jeder Art war.

1985 wurde Jelzin Parteichef in Moskau und Mitglied des Politbüros. Sein Förderer war der inzwischen zum Parteichef der KPdSU aufgestiegene Michail Gorbatschow.

Mit Gorbatschow schien es, nach langen Jahren der Erstarrung und der Herrschaft der Gerontokraten, dass wieder Bewegung in die KPDSU und die UdSSR kommt. Und es kam Bewegung – unter Beifall der imperialistischen Staaten. Bewegung der „Annäherung“, wie das genannt wurde. Gorbatschow steuerte die Sowjetunion in Richtung Kapitalismus. Das gefiel natürlich den westlichen Staatslenkern. Der damalige Bundespräsident v. Weizsäcker lobte währen seines Staatsbesuches in Moskau Glasnost und Perestroika in den höchsten Tönen.

Seine Alkoholexzesse und sein Haltung zur Gorbatschowschen Politik, brachten Jelzin einen Karriereknick. Er verlor seine Parteiämter und musste sich mit dem Posten eines Bauministers begnügen.

Jelzin, der Hoffnungsträger der westlichen Hyänen, wollte schnellere Liquidierung der restlich sozialistischen Errungenschaften, während Gorbatschow, mit Rücksicht auf Funktionäre, die noch einen Rest leninistischer Ideen im Kopf hatten, eher moderater vorgehen wollte. Auch wollte Gorbatschow die SU nicht vollkommen Liquidieren, sondern aus ihr eine Art Großrussland machen.

Damit geriet er in Widerspruch mit westlichen Imperialismen, v.a. der USA. Aber noch wagten die es nicht, Gorbatschow zu stürzen, sie brauchten ihn noch.

Als aber dann der Warschauer Vertrag und der RGW ausgelöst waren, begannen sie mit der Demontage Gorbatschows. Sie wollten nicht einfach die Umwandlung der UdSSR in einen „normalen“ imperialistischen  Staat. Das wäre ihnen ein Konkurrent in der Weltpolitik geworden. Sie wollten die Reichtümer des sowjetischen Volkes plündern, vor allem die Ölregion um das Kaspische Meer hatte es ihnen angetan. Um da ran zu kommen, musste die Sowjetunion verschwinden.

Im August 1991 putschten sowjetische Militärs gegen die Zerschlagung der Sowjetunion und die Beseitigung der letzten Reste des Sozialismus. Sie beachteten aber nicht – offenbar das Ergebnis der revisionistischen Ideologie nach dem 20. Parteitag – das der Sozialismus nicht gegen das Volk zu errichten und zu erhalten ist. Die Politik der SU-Führung die Jahrzehnte vorher, der Krieg in Afghanistan, die aufgezwungene Hochrüstung, die Misswirtschaft und die vergreiste Parteiführung vor Gorbatschow hatten die Parteiführung jeglichen Kredit gekostet. Die sowjetischen Menschen machten den Sozialismus dafür verantwortlich, dass sie auch für die normalsten Artikel des täglichen Bedarfs in der Schlange stehen oder sie sich auf dem schwarzen Markt besorgen mussten. Das Volk stellte sich gegen die Putschisten – für Jelzin, der seit März 1991 Präsident der sowjetischen Teilrepublik RFSR geworden war. Der Putsch brach zusammen und das Ergebnis war letztlich die Auflösung der Sowjetunion.

Damit begann die Ära der ungehemmten Bereicherung am russischen Volksvermögen durch westliche Konzerne und die russischen Mafia. Vetternwirtschaft und Korruption war das Kennzeichen dieser Epoche, Verarmung der Massen war ein anderes und Verödung weiter Teile des Landes ebenso. Wo nicht schnelles Geld zu machen war, wurde platt gemacht. Millionen Menschen gerieten ins nackte Elend, während andere sagenhaft reich wurden.

Als 1993 das Parlament dies nicht mitmachte, löste es Jelzin – unter Bruch der Verfassung – einfach auf und verbot die Kommunistische Partei. Als sich das Parlament nicht beugen wollte, ließ Jelzin es mit Kanonen beschießen. Der mutige „Kämpfer für Demokratie und Freiheit“ machte es getreu seinen mafiösen und imperialistischen Hintermännern: Verfassungen sind zwar gut, werden aber, stehen sie im Widerspruch zu den Interessen der Herrschenden, gebrochen.

Am Ende seiner Präsidentschaft steuerte Russland ins Chaos: Verelendung, Korruption, private Bereicherung an Volksvermögen – auch durch die Familie Jelzin – Misswirtschaft usw.  Im August 1998 war Russland auch offiziell zahlungsunfähig.

Außenpolitisch war die russische Regierung Spielball westlicher imperialistischer Interessen.  Dazu trugen auch verstärkt die Alkoholexzesse Jelzins bei. Das fiel auch bei internationalen Ereignissen auf: Bei einem GUS-Gipfeltreffen trommelt er Kirgisiens Staatsoberhaupt Akajew mit zwei Löffeln auf seiner Glatze herum oder er versuchte bei einem Staatsempfang in Berlin vor laufender Kamera ein Polizeiorchester zu dirigieren.[1]

Am 31. Dezember 1999 trat Jelzin endlich ab. Aber sein Nachfolger Putin musste ihm Straffreiheit zusichern.

Jelzin hat das fortgesetzt, was mit Chruschtschow am 20. Parteitag begann. Er ist ein Kind der Breschnew-Ära, in der er Karriere machte. In Gorbatschow fand er einen Förderer, der solche Subjekte, wie Jelzin brauchte, um seine Verratspolitik zu machen.

Aber zum Schluss war es Jelzin, der dem, was einst die ruhmreichen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken war, die gegen alle Widerstände und Feinde erstarkte, den Faschismus vernichtete und dem Imperialismus die Stirn bot, den letzten Tritt verpasste. Sie war, von innen aufgeweicht, morsch und brüchig geworden. Es ist Jelzins Verdienst am Imperialismus, dessen Interessen in Russland Tür und Tor geöffnet zu haben – auf Kosten des russischen Volkes.

Dass die Herrschenden und ihre Lohnschreiber diesem verkommenen und kriminellen Subjekt nachtrauern, ist nur verständlich. Das russische Volk – und mit ihm auch wir, schicken ihm einen Fluch mit ins Grab: „Du hast keinen friedlichen Tod im Bett verdient. Ein Volkstribunal hätte dich deiner gerechten Strafe zuführen müssen. Dein Name steht im Buch derer, die Verbrechen am eigenen Volk begangen haben.“

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