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Aus
der Bundeshauptstadt:
Das
Kabinett des Dr. Cagliari
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 12. Januar 2010 – Das Kabinett des Dr.
Cagliari war ein Klacks gegen das, was uns unser Bundesengelchen im
Moment zumutet. Da haben wir den Dr. Rösler von der FDP als
Gesundheitsminister. Er ist zwar Arzt, kann aber nicht rechnen. Dann läuft
unser Adliger durch die Gegend. Schon als Wirtschaftsminister war er
eine Fehlcharge. Als Verteidigungsminister (besser wäre Kriegsminister)
ist er völlig daneben. Die Frau Köhler, die als jungsche Rechtsextreme
nicht mal weiß wie „Kind“ geschrieben wird, ist Familienministerin
und Herr Schäuble, der als Innenminister mit Überwachungswahn immerhin
noch akzeptabel war, ist als Finanzminister völlig überfordert. Der
Hub ist allerdings Frau von der Leyen. Als Familienministerin mag sie
noch ihre Qualifikation gehabt haben, obwohl sie wohl kaum wusste, was
eine Familie so um die Ohren hat. Als Arbeitsministerin ist sie
allerdings völlig jenseits von Gut und Böse. Hinzu kommt, dass sie
nicht zuhören kann und die falschen Antworten auf die falschen Fragen
gibt. Aber das ist ja ein Problem der Politik allgemein.
Starken
Zuhalt hat sie von ihrem Koalitionär, Herrn Vogel von der FDP. Der ist
arbeitsmarktpolitischer Sprecher der FDP und Jungliberaler. Wie viel er
davon wirklich versteht, sollten die folgenden Zitate zeigen:
„Wir
lassen niemanden zurück. Da haben wir Erfolg. Wir konnten die
Arbeitslosigkeit abbauen.“ Wen meint er mit „wir“? Doch nicht etwa
die FDP? Die hat nun wirklich keinen Anteil an der gesunkenen
Arbeitslosenzahl, die inzwischen aber wieder steigt.
Nach
Herrn Vogel ist die Haupteinnahmequelle der Kommunen die Gewerbesteuer.
Nach seiner Meinung muss also die Wirtschaft angekurbelt werden. Er
setzt auf Wachstum, um neue Jobs zu schaffen. Um dieses Wachstum zu
erreichen, nimmt er den Kommunen die Einkommen weg, um den Kommunen
Einkommen zu verschaffen. Seltsame Logik.
„Es
ist viel zu einfach, wenn man die Zeitarbeit verteufelt. Die Zeitarbeit
ist ein Instrument, die den Leuten hilft, wieder in Arbeit zu kommen.“
Ich bin selbst Zeitarbeiter. Darüber hinaus kenne ich noch etliche
andere Zeitarbeiter. Es ist richtig, dass einige Zeitarbeiter von
Betrieben fest angestellt wurden. Die meisten sind allerdings in der
Zwischenzeit wieder bei einer Zeitarbeitsfirma. Ich arbeite für die Hälfte
bis zwei Drittel des Lohnes, den ein fest angestellter Arbeiter des
Betriebes erhält. Gibt es Engpässe, bin ich zuerst draußen, ohne
Vorankündigung, oftmals so ganz nebenbei. Aber das sind für Herrn
Vogel Chancen. Klar, wenn ich so um die 20.000€ im Monat einstecken könnte,
würde ich auch solch kluge Sätze von mir geben. Ich muss mit meiner
Frau mit 1600€ auskommen. Und das ist schon viel.
Aber
zurück zu unserer ehemaligen Bundesmutti, der jetzigen
Bundesarbeitsschwätzerin. Sie hat wirklich nicht viel Ahnung von ihrer
Arbeit, vermeidet es aber, sich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Sie stellt fest, dass 40 % der Alleinerziehenden in HARTZ IV gelandet
sind, aber dort nicht bleiben wollen. Was ist die Quintessenz von Frau
von der Leyen? Sie sagt: „Was uns fehlt ist Kinderbetreuung. … Wir
haben jetzt ein Gesetz, dass den Rechtsanspruch auf einen
Kindergartenplatz festschreibt.“ Ja, und? Wer setzt den Rechtsanspruch
durch? Die Kommunen, die kein Geld haben? Die Länder? Der Bund? Der
Rechtsanspruch ist was sehr Schönes. Bloß, wenn die Taschen leer sind,
hat auch der Kaiser sein Recht verloren. Wer soll der alleinstehenden
Mutter den Kindergartenplatz verschaffen? Frau von der Leyen? Nun ja,
sie wird zumindest genau „hinschauen“. Hoffentlich hat sie einen
Blick, der Tatsachen schafft. Ansonsten ist das genaue Hinschauen der
Frau von der Leyen auch für die Katz.
Frau
von der Leyen hat natürlich auch eine Meinung zur Zeitarbeit. Konkret
ging es um Schlecker. Die Firma entlässt ihre Mitarbeiter, um sie über
eine Leiharbeitsfirma zu schlechteren Konditionen wieder einzustellen.
Was meint nun Frau von der Leyen, als kompetente Ansprechpartnerin dazu?
O-Ton
Bundesarbeitsministerin: „Hier muss sehr genau hingeschaut werden. …
Wenn dass der Fall ist, werden wir Schlupflöcher schließen. … Das
Thema Zeitarbeit wird so in den Dreck gezogen. … 64% der Zeitarbeiter
hatten keinen Job. … 8% waren noch nie beschäftigt. … Der
Gleichstellungsgrundsatz ist festgeschrieben. … Tarifautonomie ist in
Deutschland festgeschrieben.“
Auf
die Frage, was Frau von der Leyen macht, wenn sie genau hingeschaut hat,
kamen folgende Bonmots: „Genau gucken, wo Intentionen des Gesetzes
unterlaufen worden sind, … , da gegensteuern … Bundesanstalt für
Arbeit (gemeint ist das Arbeitsamt d.V.) gibt bei Zeitarbeitsfirmen
Lizenz … ganz klare Gesetzeslage … wenigstens genau hinschauen …
konsequent reagieren.“
Wer
eine konkrete Antwort erwartet hatte, wurde leider enttäuscht. Aber das
ist noch nicht einmal das ganz große Problem. Die Arbeitsministerin weiß
noch nicht einmal, was eigentlich ein 400-€-Job ist, den man als HARTZ
IV-ler antreten kann. Sie war bass erstaunt, dass die Leute noch nicht
mal die 400 € kriegen. Aber sie hatte noch eine Riesenneuigkeit:
„Wir haben den Kinderzuschlag verbessert, damit sind Sie raus aus
HARTZ IV.“ Aber erstens stimmt das nicht und zweitens, wenn es denn
stimmte, was machen die HARTZ-IV-Empfänger, die keine Kinder haben,
Frau von der Leyen?
Herr
Wiesehügel von der IG BAU brachte das Ganze auf den Nenner:
„…Volksverarschung… gnadenloser Populismus …“. Nun ja, man
kann es so sehen. In meinen Augen ist das die Vorbereitung auf den Sturm
auf die paar Arbeiter, die noch etwas mehr als der Durchschnitt
verdienen. Sie sollen reif geschossen werden, wenn es an ihre
Portemonnaies geht.
Dieses
Kabinett der Dummschwätzer zeigt klar und deutlich, was die Bourgeoisie
für ihre Untertanen übrig hat. Sie sind ihr nicht das Schwarze unterm
Fingernagel wert. Aber da laufen immer noch Leute rum, die sich
gebauchpinselt fühlen, wenn die Regierung (und damit die Bourgeoisie)
ihre Hände bis zum Schultergelenk in ihren Taschen hat. Die Frage ist,
wann der deutsche Michel gedenkt aufzuwachen. Seine Nachbarn sind z.T.
schon putzmunter.
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Hart
aber fair, ist unser Bundesengelchen noch
da?
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 15. Januar 2010 – Die ARD hatte Herrn
Plasberg beauftragt, die gleiche Klientel, die Frau Merkels Koalition
mit der FDP so euphorisch begrüßte, nach 100 Tagen
Biene-Maja-Koalition nochmal zu befragen. Nun kann man sich als Otto
Normalverbraucher wundern, dass die Damen und Herren gar nicht mehr so
euphorisch sind. Diese Dame und Herren sind die allseits bekannten Frau
Schwarzer, Herr Hallervorden, Herr Jörges (Stern), Herr Bednarz und
Herr Baring. Mit in der Runde saß Frau Böhm (Schülerin). Es ging
darum, was die Koalition aus CDU, CSU und FDP bisher geleistet hat. Der
einstimmige Tenor, trotz aller Verschleierungstaktik, war: Nichts. Das
hat mich nun doch etwas verwundert, zumal die meisten Anwesenden der
Koalition vor drei Monaten alles und jedes zutrauten.
Was
ich bisher immer beklagt habe, ist die Substanzlosigkeit der Minister
dieser Regierung. Und jetzt geben mir Leute recht, die mir vor drei
Monaten noch Landesverrat vorgeworfen hätten, wenn ich die gleichen
Vorwürfe damals gebraucht hätte. Damit dürfen wir aber nicht glauben,
dass nun die ehemaligen Befürworter des harten marktwirtschaftlichen
Kurses auf unsere Positionen umgeschwenkt wären. Was sie beklagen, ist
die Tatsache, dass die derzeitige Regierung überhaupt kein Konzept zu
haben scheint. Aber das passt schon wieder ins Bild. Zumindest Herr
Baring und Herr Jörges
finden das ja gar nicht so schlecht, wenn nur die Kanzlerin sagen
würde, welchen Beitrag sie leisten können, um dem Volk noch mehr
abzunehmen. Herr Jörges macht dann auch eine schöne Rechnung auf, die
zeigt, wes Geistes Kind er ist. Er zeigt uns aber auch, dass die Politik
noch nie Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Bevölkerung genommen
hat.
Herr
Brandt (SPD) habe die „Öffnung nach dem Osten“ gegen den Willen der
Bevölkerung unternommen. Herr Schmidt (SPD) habe die „Nachrüstung“
gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt. Herr Kohl (CDU) habe den
Euro gegen den Willen der Bevölkerung eingeführt. Herr Schröder (SPD)
habe HARTZ IV gegen den Willen der eigenen Partei durchgesetzt. Und Frau
Merkel (CDU) führe gegen den Willen der Bevölkerung eine diffuse
Verschleierungspolitik. Nun damit liegt sie wohl in guter politischer
Tradition.
Richtig
ist zweifellos die Aussage, dass die FDP aufgrund fehlender Führung
durch unser Bundesengelchen und ihrer Partei die Richtung dieser
Regierung maßgeblich bestimmt. Dabei ist es völlig unerheblich, dass
nur Nieten diese Richtung bestimmen. Herr Westerwelle hat von Außenpolitik
keine Ahnung. Hinzu kommt, dass er Englisch nur stottert. Mit diesen
Voraussetzungen wäre ich eigentlich erste Wahl für diesen Posten. Herr
Niebel ist strikt gegen Entwicklungshilfe. Das prädestiniert ihn
geradezu zum Entwicklungshilfeminister,
der er ja auch geworden ist. Nun findet er den Job saugeil.
Nur, frage ich mich, was sucht ein Mann auf einem solchen Posten,
den er eigentlich abschaffen wollte? Liegt es nur daran, dass man da
mehr Kohle kriegt? Dann hat Herr Niebel eigentlich schon das Ziel
verfehlt. Aber der tumbe Wähler ist ja schon daran gewöhnt, dass das,
was vor der Wahl schwarz war, jetzt weiß ist. Komischerweise ist das
aber immer dann der Fall, wenn die Notstandpartei mit den blau-gelben
Streifen mit von der Partie ist.
Damit
will ich beileibe nicht behaupten, dass ansonsten nicht gelogen wird.
Nein, um Himmels Willen! Lügen tun sie alle, die sich unsere Vertreter
nennen. Aber die Blau-Gelben lügen besonders schön. Was noch wichtiger
ist, sie merken nichts. Schon fünf Minuten später wissen sie nicht,
dass sie gelogen haben. Sie weisen auch jeden Vorwurf diesbezüglich
weit von sich. Nun kann man das für einen Ausfall des Kurzzeitgedächtnisses
halten. Aber das trifft es auch nicht. Die Leute haben gar kein Gedächtnis.
Das
hat einen großen Vorteil. Diesen Vorteil hat unser Bundesengelchen natürlich
sofort erkannt. Aber auf Grund politischer Skrupel, kann sie
offensichtlich nicht, wie sie gerne will. Also hält sie den Rand und lässt
die FDP sich um Kopf und Kragen reden. Hat wieder einen Vorteil, der
Koalitionär steckt die Hiebe ein und Merkelchen hats schon früher
gemerkelt, dass da was nicht stimmt. So schlägt man gleich zwei Fliegen
mit einer Klappe. Erstens sind die Anderen Schuld und zweitens braucht
man sich nicht profilieren. Es reicht wenn man hinterher das Gegenteil
behauptet.
Frau
Merkel versucht das, was ihr großes Vorbild
Kohl bereits mit Erfolg gemacht hat, die Probleme aussitzen. Die
Frage ist, ob die Zeit reicht. Da das Proletariat zur Zeit nicht in der
Lage ist, seine Kraft in die Waagschale zu werfen, könnte es gut gehen.
Im Moment lässt sich das Volk noch relativ gut verscheißern. Die Frage
ist nur, wie lange das Ganze noch gut geht.
„Der
Krug geht solange zu Waser bis er bricht.“ Volksmund
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W.
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Ich
habe den Hals voll!
Von
Vereinsmeiern und einem Koch, der in der Scheiße steckt
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 20. Januar 2010 –
Aber so was von voll, das glaubt niemand. Man sollte gar
nicht glauben, dass es sowas noch gíbt. Da dürfen keine Spenden für
ein leidgeprüftes Volk über ein Spendenkonto abgewickelt werden, weil
das Konto für was anderes eingerichtet wurde. Also stecken wir unser
Geld wieder denen in den Rachen, die sowieso nur für Kohle Hilfe
organisieren. So sind wieder
60% der eingesetzten Gelder für den Verwaltungsaufwand verloren. Was hätte
damit an Hilfe geleistet werden können. Aber was solls. Dem deutschen
Vereinsrecht muss schließlich Genüge getan werden. So will es das
Gesetz. Wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder jedem Solidarität
zukommen ließe.
Der
Herr Roland Koch, seines Zeichens Ministerpräsident von Hessen, Nutznießer
des Parteienfinanzierungsskandals gab sich auch wieder mal die Ehre.
Der Herr Saubermann, der Millionen um die Ecke brachte, zu Nutz
und Frommen der CDU Hessen, der sich keiner Schuld bewußt ist, beliebt,
den Leuten, die auf HARTZ IV angewiesen sind, zu drohen. Der Herr
Koch, der sich nach Belieben aus der Steuerschatulle bedient, der
kein Ziel und Maß kennt, wenn es um die eigene Bereicherung geht, läßt
es sich angelegen sein, den Ärmsten der Armen zu drohen. Womit droht er
ihnen? Mit der Kürzung des Geldes, wenn sie nicht arbeiten.
Hat der Herr Koch schon mal die Güte gehabt, auf dem
Arbeitsmarkt nachzuschauen, ob überhaupt Arbeit da ist?
Nein,
hat er nicht. Wozu auch. Er weiß doch, dass nichts da ist. Das Ganze
dient doch nur dazu, eine bestimmte Klientel zu bedienen, die z. Zt. die
FDP besser bedient. Herr Koch möchte von dieser Sorte Bourgeoisie natürlich
auch ein paar Silberlinge. Deshalb muss er sich profilieren. Und da ist
es ganz egal, ob man selbst Dreck am Stecken hat. Zumal die Bourgeoisie
ja Herrn Koch die Gelder zugesteckt hat, damit er ihre Bedürfnisse
befriedigt. Genauso wie sie jetzt der FDP die Bestechungsgelder in den
Hals schiebt. Graf Lambsdorff wird’s freuen, selbst im Grabe. Aber
Herr Koch hat noch immer nichts. Also muss er auf den HARTZ-IV-lern
rumhacken. Die armen Schweine, die noch nicht mal mehr in der Lage sind,
sich gegen solche „Volksvertreter“,
wie Herrn Koch, zu wehren. Gegen die muss man mit schwerem Geschütz
zu Felde ziehen, immer nach dem Motto: „Haltet den Dieb!“
Solche
Leute, die selbst so tief in der Sch…. stecken, dass kein Landwirt
mehr einen Arm ausstreckt, um ihnen herauszuhelfen, fühlen sich bemüßigt,
Kraft ihrer Wassersuppe, die sie jedem empfehlen zu essen (außer sich
selbst), anderen zu sagen, was Sache ist. Und das im Brustton der Überzeugung.
Diese art Politiker braucht dieses Land noch mehr, dann sitzen zu den
normalen Tagungen außer dem Kanzler und dem Präsidenten des
Bundestages keine Leute mehr drin, außer vielleicht auf den Emporen.
Aber die müssen sowieso die Schnauze halten.
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W.
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Wer
hilft den armen Reichen?
Von
whs
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 12. Februar 2010
– Anne Will hatte wieder ein Mal zur Diskussion gebeten und
alle, alle kamen. So da waren Herr Henkel (Ex-Manager), Herr Geißler
(Ex-Politiker), Frau Wagenknecht (Die Linke), Herr Sprenger
(Managerberater) und Herr von Bechtolsheim (Vermögensberater). Es ging
um die CD, die der Bundesregierung von einem Mitarbeiter einer Schweizer
Bank für 2,5 Mio. € angeboten worden war. Um es kurz zu machen, die
Empfänger von HARTZ IV wurden diesmal nicht über Gebühr an den
Pranger gestellt, es hätte sich wohl im Kontext der Sendung schlecht
gemacht. Auch Herr Geißler und Frau Wagenknecht warfen sich ins
Kampfgetümmel, dass es nur so eine Freude war. Sie stritten mit
Vehemenz und Sachverstand. Natürlich mussten sie unterliegen. Aber das
ist auch kein Wunder. Wenn man ökonomische Probleme mit moralischen
Mitteln und Methoden beheben will, muss man Schiffbruch erleiden. Und
bei Frau Wagenknecht ist natürlich besonders bitter, dass eine Frau mit
ihrem Sachverstand, ihre kommunistische Gesinnung über Bord warf.
Welchen Beitrag hätte sie der Sache des Proletariats leisten können.
Es
ist klar, dass die Herren Henkel, Sprenger und von Bechtolsheim das
Geschehen bestimmten. Wobei Herr Henkel sich wohl erinnerte, auch mal
eine öffentliche Funktion gehabt zu haben, die ein bestimmtes
gesellschaftliches Verhalten notwendig macht. Dieser Funktion ist er
wohl auch heute noch zugetan, denn er vermied es, wie er es so gern
machte, auf den Empfängern von HARTZ-IV-Leistungen herum zu hacken.
Daraufhin mussten sich auch die anderen beiden Herren etwas zurück
halten, so dass es diesmal nicht zu den üblichen Beschimpfungen kam.
Tenor
der Sendung, der Staat darf die Daten nicht
ankaufen, weil, das ist unmoralisch. Der Staat betätigt sich als
Hehler, er handelt unmoralisch, er begünstigt Denunziantentum und
sollte doch nicht versuchen, auf diese Art und Weise Geld herein zu
holen. Herr Sprenger lieferte ein Glanzstück von Unverfrorenheit ab,
als er bemerkte, dass ein „Ausverkauf der Werte“ stattfände,
ein „massiver Anschlag auf die moralische Basis der westlichen
Zivilisation, ausschließlich für das Linsengericht von ein paar
Steuermillionen“ vorgenommen werde. Herr Sprenger schämt sich auch für
einen Staat, „der sich eines Verbrechens bedient, um Menschen zu
verfolgen.“ Nun ja, da kann ich Herrn Sprenger ja mal zustimmen. Aber
seit wann macht sich Herr Sprenger Gedanken um das Proletariat? Oder
meint Herr Sprenger nur die Tatsache, dass er nicht reich genug ist, um
sich vor Verfolgung durch den Staat sicher zu sein? Da muss er halt noch
ein paar Milliarden zulegen. Aber halt, das Problem hat ja Herr Sprenger
nicht, er zog ja in … die Schweiz.
Auch
Herr von Bechtolsheim ist sich sicher, dass die „hohen“ Steuern in
Deutschland die Ursache sind, das Geld ins Ausland zu transferieren.
Auf den Einwand, dass seit 15 Jahren die Steuern für Reiche
massiv gesenkt wurden, wusste er keine Entgegnung. Aber Herr von
Bechtolsheim meinte, dass die Reichen schon von sich aus viel mehr geben
als sie müssten.
Ein
Einspiel der Redaktion fragte nach Sozialschmarotzern. Gefragt wurden
Leute, die offensichtlich keine Leistungsempfänger der Arge sind. Und
sie waren der Meinung, der Staat sollte härter durchgreifen, wenn Leute
nicht arbeiten gehen, obwohl sie könnten. Sich selbst meinten sie wohl
nicht, obwohl einige von ihnen offensichtlich nichts arbeiteten. Die
gleiche Personengruppe wurde gefragt, ob Steuerhinterziehung für sie
rechtens sei. Aber natürlich, schließlich sind wir ja auch keine
Sozialschmarotzer.
Es
ist schon erstaunlich. In diesem Staate dürfen Reiche alles, zumindest,
wenn sie reich genug sind. Es ist ja auch ihr Staat. Aber warum regen
sich die weniger Reichen auf, wenn sie blechen müssen? Die Armen dürfen
sich doch auch nicht aufregen. Wenn sie sich aufregen, bekommen sie
Sperre. Dann ist Schluss mit lustig. An der Steuer können sie nicht
vorbei bringen, sie sind schon bis auf die Knochen durchleuchtet. Nun
holt sich halt der Staat das Geld dort, wo noch was zu holen ist, ohne
die herrschende Klasse zu gefährden, bei den mittleren Reichen. Daraus
aber nun eine moralische Debatte ableiten zu wollen, ist wohl doch etwas
vermessen. Die Leute sollten mal MARX und ENGESL lesen, dann wissen sie,
dass nur einigen von ihnen der Aufstieg in die Oligarchie gelingt. Der
größte Teil aber wird in das Proletariat gestürzt werden. Wer sich
schon mal informieren will, wir wissen, wo sie das „Manifest der
Kommunistischen Partei“ beziehen können. Wir machen es auch ganz
billig.
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