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EU
und deutscher Imperialismus:
Die
Superfrau schlägt zu
Von
Gerd Höhne/26. Juni 2007
Frau
Merkel wird uns, seit sie im Bundeskanzleramt residiert, als die Alleskönnerin,
als wahre Superfrau, vorgeführt. Sie befreit schon mal eine Frau so quasi
eigenhändig aus irakischer Geiselhaft, regelt das Weltklima mal eben so
mit der linken Hand, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2007 sitzt sie,
mit Expertengesicht, neben Beckenbauer, den sie bei einem Tor der
deutschen Nationalmannschaft auch mal medienwirksam knutscht (klar: Kamera
war genau in dem Moment auf sie gerichtet, rein zufällig).
Die
deutsche Ratspräsidentschaft unter dem Engel Angela
war fast schon göttlich inspiriert – jedenfalls, wenn man den bezahlten
propagandistischen Lobpreisern und Hallejuja-Singern der Medien glaubt.
Angela
Merkel trat – so wurde uns verkauft – an, um Europa zu retten und das
in sechs Monaten Ratspräsidentschaft. Und sie hat Europa gerettet, die
Verfassung ist unter Dach und Fach.
Da
bei einer Verfassung aber zumindest die Parlamente mit 2/3-Mehrheiten oder
in einigen Staaten sogar mit Referenten zustimmen müssen – was ja zur
Ablehnung der Verfassung durch die französischen Wähler führte, wurde
die Verfassung eben nicht Verfassung genannt. Mit dem Trick ersparten sich
die die Regenten im Auftrag des Kapitals die Zustimmung des Pöbel – der
ja eigentlich, vom Anspruch des bürgerlichen Staates her – der Souverän
ist. Bei der Gelegenheit wird dem Volk auch vorgeführt, wer in Europa das
Sagen hat: die Chefetagen der Banken von Frankfurt, die Konzerne made in
Germany.
Die
Polen spielten da zunächst nicht mit. Aber die Zwillinge mit den
Knollennasen, Lech Kaczyński
(Präsident Polens) und Jarosław
Kaczyński (Ministerpräsident Polens) stellten sich doch allzu
tollpatschig an. Sie mussten mal wieder erfahren, dass ihre Schutzmächte,
England und Frankreich, Polen ein weiteres Mal im Regen stehen ließen, was
sie bekanntlich auch 1939 nicht anders machten.
Damals
versuchte Hitlerdeutschland ganz Europa mit militärischen Mitteln zu
erobern und scheiterte 1945, wie wir wissen. Aber die BRD, verstärkt dann das
„wiedervereinigte“ Deutschland, ist die unbestrittene Hegemonialmacht
in der EU, seine Wirtschaftsbosse bestimmen, wo es lang geht. Zwar sind
England und Frankreich manchmal anderer Meinung, aber denen wird der Mund
mit Geld gestopft. So kaufte ihnen Kohl auch 1990 die Zustimmung zur
Annexion der DDR ab.
Die
Sejm-Wahlen in Polen vor zwei Jahren hatten mal eben 39 %
Wahlbeteiligung. Nicht eben berauschend. Die Partei der Kaczyniskis, die
PiS, errang von diesen, sage und schreibe, mal eben knapp 26%. Die Polen
boykottierten einfach die Wahlen. Die, die wählen gingen, standen unter
der ständigen Berieselung der rechten Kleriker und der Propaganda der
westlichen Konzernen gehörenden Medien. So gehört die größte
Tageszeitung – eine Kopie der Bild-Zeitung – dem
Axel-Springer-Konzern.
Die Kleriker erkannten die Gunst der Stunde. Nach
dem Versagen und dem Versinken in Korruption der Nachfolgeparteien der
ehemaligen PVAP,
der Demokratischen Linken (SLD) – sie sank von 41% im Jahr 2001 auf
knapp 10% – witterten sie Morgenluft. Die wirtschaftsliberale Partei PO lag
damals knapp hinter der Kaczynisli-Partei. Die PO war von den westlichen
Medien favorisiert worden, dennoch gewann sie die Wahlen nicht.
Die
Kaczyniskis hatten eine Wahlkampagne – unterstützt von rechtsklerikalen
Rundfunk- und Fernsehsender Radio Marya und großen Teilen des Klerus –
gegen die EU geführt. Dabei ging es weniger um die
Verelendung der Massen in Polen nach 1990 und den Anschluss an die
EU, sondern um den Einfluss westlicher Kultur.
Die
Mehrheit der Menschen in Polen, vor allem in Ostpolen, leben unterhalb des
Existenzminimums des Landes. Die sozialen Leistungen des Staates waren
unter der „linken“ Regierung der SLD gegen Null gefahren worden. Die
Kaczynskis und der Klerus machten dafür die Postkommunisten
verantwortlich. Folglich gewannen die Kaczynskis die Wahlen und das fast
aus dem Nichts.
Natürlich
besserte sich nichts in Polen. Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski lief
vor einiger Zeit sogar der – wenn auch ungeliebte – Koalitionspartner,
die Bauernpartei, davon und konnte nur mit Mühe wieder eingefangen werden.
Folglich
meinten die Zwillinge an der Spitze Polens, müsse man vor allem denen in
Berlin zeigen, was eine Harke ist. Das macht sich gut im Inland und was
das Ausland denkt, ist unwichtig. Das Ansehen der Regierung in Wahrschau
außerhalb Polens tendiert eh gegen Null.
Und
für die Frau EU-Ratspräsidentin und Bundeskanzlerin Merkel waren die
Kaczynskis die idealen Watschenmänner, an deren Beispiel sie ihre Künste
als EU- und Staatenlenkerin demonstrieren konnte.
Dass
sich die Polen, was die Gewichtung der Stimmen in der EU betrifft,
schlecht behandelt fühlen, war bekannt. Die Vorgängerregierung aus der
„Demokratischen Linken“ hatte damals auch nur unter Druck Deutschlands
der Originalverfassung zugestimmt.
Dass
sich die rechtsklerikalen und dumpen Kaczynskis als Watschenmänner
besonders eignen, war denen in Berlin klar. Alles war schon vorher
festgezurrt. Die Tschechen, die die Bedenken der Polen teilten, waren
vorher ruhig gestellt worden. Die Engländer und Franzosen, die Bedenken
wegen der Übermacht Deutschlands in der EU haben, ließen die Polen im
Regen stehen.
Schließlich
präsentierten die Berliner Polens Präsidenten Lech Kaczyniski einen
„neutralen“ Vermittler: Den Regierungschef Jean-Claude Juncker
von Luxemburg, genannt
„the Legationsrat“ des deutschen Außenministers (siehe). Dieses, eines der zwei letzten Duodezfürstentümer des
vor 200 Jahren untergegangenen Heiligen Römischen Reiches, das ebenso, wie das andere – Liechtenstein
– wegen seiner dubiosen Bankgeschäfte mit deutschen Superreichen berüchtigt
ist, vermittelte so quasi zwischen Deutscher Bank und deren politisch
Beauftragter Frau Merkel und den katholisch-beschränkten Kaczyniskis.
Die
deutsche Regierung führte Lech Kaczynski richtiggehend vor. Und der
knickte ein. Dem Druck aus Berlin hatte er nichts entgegen zu setzen.
Merkels Sieg – besser Steinmeiers Sieg – war perfekt.
Das
angedrohte Veto der Polen hätten die nicht durchgehalten. Steinmeier
hatte eindeutig gedroht.
Damit
Lech Kaczyniski aber nicht ganz mit leeren Händen nach Warschau zurück musste,
bekam er wenigsten gnädig ein paar Almosen. Die sollen verhindern, dass
allen in Polen klar wird, was offenkundig ist:
Lech Kaczynski war
großmäulig als Tiger nach Brüssel geflogen – er landete, zurück
in Warschau
–
als
Bettvorleger.
Den
Herrschenden in Deutschland kann nicht daran gelegen sein, dass Kaczynski
als Bettvorleger enttarnt wird, deshalb die gnädigen Geschenke und die
lautstarken Äußerungen der beiden Brüder: genau das hätten sie
erreichen wollen. Berlin
zementiert seinen Führungsanspruch in der EU, beteiligt England und
Frankreich punktuell daran, die kleineren und kleinen europäischen
Staaten haben zu kuschen.
Denn:
Was Deutschland nützt, nützt auch Europa. Oder, mit Kaiser Wilhelm den
Letzten zu sprechen: „Am deutschen Wesen, wird die Welt genesen.“ So
ist Deutschland dem einen Schritt weiter, was es in zwei Weltkriegen nicht
erreichte: Hegemonialmacht in Europa zu werden – vorläufig nur
faktische, nicht nominelle.
Legationsrat
ist die Amtsbezeichnung im auswärtigen Dienst. Es handelt sich um das
Eingangsamt. Im Vorbereitungsdienst lautet die Dienstbezeichnung Attaché
bzw. Attachée, in der Probezeit bis zur Anstellung Legationssekretär
bzw. bei Einsatz im konsularischen Dienst Vizekonsul.
(...)
Im
deutschen Auswärtigen Amt entspricht er einem Beamten der
Besoldungsgruppe A 13 entsprechend einem Regierungsrat in den anderen
Ministerien. siehe Wickipedia
Angela ist die weibliche Entsprechung zu hebräisch
מלאך (mal’ach) in dessen griechischer bzw.
lateinischer Übersetzung άγγελος
(ángelos) und angelus = „der Bote; der Engel“. Siehe Wikipedia
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