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Baulöwe
Josef Esch mit dem umtriebigen Kölner Oberbürgermeister Fritz
Schramma bei der Grundsteinlegung zu den Messehallen
(2004)
(Quelle: Neue
Rheinische Zeitung) |
Diese
Woche
Die
ehrenwerten Herren des Kölner Oppenheim-Esch-Fonds und das
Gaunerstück Karstadt
Von
Eigentlich hatte ich nicht vor,
mich diese Woche zu melden. Aber der Mittwoch warf alles über
den Haufen. Die Medien bekamen wieder einmal die Gelegenheit,
den Schleier zu lüften. Allerdings wie immer zu einer Zeit, wo
kaum ein Zuschauer da ist. |
Der
„Monitor“
auf ARD hat sich diesmal weit aus dem Fenster gelehnt. Hoffentlich nicht
zu weit. Es ging erst mal ganz beschaulich los, warum Steinmeier zwar
eine Reichensteuer, aber keine Vermögenssteuer will. Nun ja, dabei kam
folgendes zu Tage. Die Reichensteuer besteuert Einkommen, also Leute,
die arbeiten. Leute, die zwar gut verdienen, aber dafür auch gute
Arbeit abliefern. Diese Reichensteuer spült dann auch 2 Mrd. in die
Staatskasse. Wenn die Vermögenssteuer nur 1% betrüge, spülte sie dem
Staat 16 Mrd. in die Kasse. Aber das will Steinmeier nicht. Er würde ja
Leute besteuern, die nicht arbeiten, aber trotzdem viel, sehr viel Geld
haben.
Bei
diesem Treiben kam dann auch noch folgendes ans Tageslicht. Wenn man
Millionär ist, kann man sein Fitnesstraining von der Steuer absetzen.
Welcher Arbeiter kann das schon. Ein Herr Barski (5 Millionen schwer,
also ein Fliegengewicht) zahlt ganze 2300 € Steuern im Jahr. Einige
Arbeiter zahlen damit weitaus mehr. Und was zahlt die Familie Siemens?
Aber
das ist ja nicht der Rede wert. Es ging weiter mit Karstadt. Monitor
ermittelte, dass Arcandor 5 Häuser von Karstadt an die Bank Sal.
Oppenheim, genauer an die Oppenheim-Esch-Fonds
verklingelt hat. Das Haus in Leipzig wurde mit 10,4 Mio.und damit weit
unter Buchwert an obengenannte Finanzgruppe verkauft. Oppenheim-Esch
renovierten das Haus und vermieteten es für schlappe 11,3 Mio. per anno
(10 Jahre fest mit steigender Miete zurück an Karstadt. In die
Mietkosten wurden sogenannte weiche Kosten“ von 40 Mio. €
eingearbeitet, unter anderem für „Mietervermittlung“,
obwohl Karstadt als Mieter bereits feststand, oder Geschäftsführerkosten“,
die Herr Esch einstrich. Herr Urban, Vorstandsvorsitzender von Arcandor
und privat Mieter von Herrn Esch, beteuerte, dass der Verkaufspreis dem
Verkehrswert und die Miete ortsüblichen Mieten entspräche. Herr
Middelhoff, Nachfolger von Herrn Urban, sieht ebenfalls keinen
Handlungsbedarf. Herr Middelhoff verzichtete auf eine Klage gegen Herrn
Esch, denn er hält selbst Anteile des Fonds von Oppenheim-Esch. Aber
dadurch sieht er sich in keinem Interessenskonflikt ausgesetzt, i
bewahre, wo kämen wir denn da hin?!
Nun,
Karstadt zahlt 16,5% vom Bruttoumsatz Miete. Branchenüblich sind bis zu
8%. Möge sich jeder selbst ausrechnen, was es mit der Schieflage von
Karstadt auf sich hat. Weil einige den Hals nicht voll genug kriegen, müssen
zehntausende Verkäuferinnen um ihren Job und damit um ihre Existenz
zittern.
Aber,
wen interessiert das schon? Das interessiert weder Herrn Esch, noch
Herrn Urban, noch Herrn Middelhoff. Und unser Bundesengelchen
interessiert das schon gar nicht. Hier gibt es keine Millionäre zu
retten, sondern nur ein paar Arbeiter. Die können ruhig den Bach
runter. Nun könnte man denken, es wäre genug. Denkste. Das Schauspiel
geht weiter.
Derr
Staat schuf ein schönes Institut namens IQWiG (Institut für Qualität
und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen). Hier geht es mal nicht um
die Profitabilität irgendeines Wirtschaftszweiges, sondern das IQWiG
soll prüfen, inwieweit ein neues Medikament qualitätsmäßig dem alten
entspricht, aber wirtschaftlicher eingesetzt werden kann. Und das war es
dann auch. Für Medikamentenzulassungen lassen die Hersteller eine ganze
Anzahl von Studien anfertigen. Die werden veröffentlicht oder auch
nicht. Aber das IQWiG braucht alle. Nun können wir alle mal raten,
welche Studien die Hersteller, sprich Pharmaunternehmen, dem IQWiG zur
Verfügung stellen? Stellvertretend für alle sei Pfizer (Viagra)
zitiert: „Wir haben Ihnen alle Unterlagen zur Verfügung gestellt, die
für die Beurteilung des Medikaments ausreichend sind.“ (Es geht nicht
um Viagra, sondern um ein Antidepressivum). Das Mittel ist in
Deutschland zugelassen, in den USA nicht. Nun frage ich mich, warum ist
es in Deutschland zugelassen? Sind die USA etwa schon kommunistisch?
Nein, Nur nehmen einige ihrer Bundesbehörden ihren Auftrag
offensichtlich ernster, als deutsche Beamte dies können. Beamte dienen
dem Staat. Und der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden
Klasse, immer noch.
Damit
dachte ich hätte sich nun der Mittwoch erledigt. Aber nein, unser
Bundesengelchen mußte auch noch seinen Senf dazugeben. Das ist aber
dann schon Teil II der Story vom guten Kapitalismus.
Rot
Front
Werner
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Wirtschaftsexpertin
und Bundesengelchen Merkel auf Heinrich Lübkes Spuren:
„Wir
müssen die Chancen der Insolvenz nutzen, ohne dass es ums Geld geht.“
Von
Arbeiterkorrespondenz
auf Kommunisten-online vom 14. Juni 2009 – Nach Monitor saß
wieder mal unser Bundesengelchen im ZDF bei Frau Maybrit Illner. Frau
Merkel bemerkte gleich am Anfang, dass man in der zurückliegenden
Legislaturperiode ganz professionell einiges hingekriegt habe. So habe
man z.B. die Rente mit 67 hingekriegt, im Klimawandel sind wir führend
und die Gesundheitsreform ist was ganz was schönes. Außerdem ist die
Agenda 2010 richtig gewesen und muss durchgesetzt werden, wobei wir
waren nie mit Schröder einverstanden.“ Ja, wie nun?
Diese
Aussagen möchte ich unkommentiert lassen, kann sich jeder sein Teil bei
denken. In diesem inne geht es dann allerdings weiter. Wobei ich mit
zunehmender Sendedauer immer mehr den Eindruck erlange, dass Frau Merkel
auf Fragen antwortet, die ihr niemand gestellt hat. Zunächst einmal lässt
sie aber ihre profunden Kenntnisse in Politik und Wirtschaft glänzen
:
„Wenn
Marktkräfte von sich aus, alleine nicht mehr wirken, dann muss der
Staat dafür sorgen, dass sie wieder wirken können.“ Hier ist
folgendes gemeint: Wenn die Marktkräfte so wirken, dass Kapital
vernichtet wird, dann muss der Staat eingreifen und mit Steuergeldern
die Monopole stützen. Das Geld ist von unten nach oben umzuverteilen.
So, jetzt geht´s wieder.
„Denen,
die Leistung erbringen, nicht immer mehr abnehmen.“
Wer jetzt denkt, es geht um eine Senkung der Belastung der niedrigen
Einkommen, der sei belehrt. Es geht um die Vermögenssteuer. Also um
eine Steuer, die auf spekulatives Einkommen zu zahlen wäre. Da ist sich
die Frau Bundesengelchen sicher mit Herrn Sozialschröder einig, dass
das nicht geht.
Zu
Karstadt: „Die
Mitarbeiter sind Opfer einer verfehlten Unternehmenspolitik. Karstadt
war schon 2008 in Schwierigkeiten. Wir müssen die Chancen der Insolvenz
nutzen, ohne dass es ums Geld geht.“
Ja
worum geht es denn dann, Frau Merkel? Um Kinokarten? Die ca. 10.000
Mitarbeiter von Karstadt wissen nicht mehr aus noch ein. Frau
Bundesengel fichtt das nicht an. Wir werden später sehen, dass diese
Politik „christlich“
und „demokratisch“, und zusammen mit der CSU auch noch „sozial“
ist. Als kleines Bonbon empfiehlt Frau Merkel den Karstadt-Mitarbeitern
zusammen mit der Bundesanstalt für Arbeit und dem
Stadtentwicklungsprogramm einen neuen Anfang zu versuchen. War Frau
Merkel schon mal „Kunde“
bei einem „Fallmanager“
der Bundesanstalt? Wenn sie mal viel Zeit hat, sollte sie sich mal
arbeitslos melden. Viel Glück und viel Spaß!
Dann
kam Opel an die Reihe. Auch hier profunde ökonomische Kenntnisse. „Wir
haben einen Überbrückungskredit gemacht, den zahlt im übrigens nicht
der Steuerzahler, sondern Banken. s
„Die
Banken können keine Kredite geben.“ Frau Illner fragte irgendwann mal
nach der Beliebigkeit in der Politik. Da meinte Frau Merkel, mit ihr
ginge es nicht beliebig. Scheint aber doch so. Oder gibt es Banken, die
nicht können, aber trotzdem Kredite ausreichen? „Opel
ist abgetrennt von GM, aber Verhandlungen müssen geführt werden, denen
gehört das ja, also der amerikanischen Regierung.“ Was das nun soll,
weiß offensichtlich nur noch Frau Merkel, Oder nicht mal mehr sie?
Zeitarbeit
ist ebenfalls ein Thema, an dem sich die Gemüter erhitzen. Dazu durfte
ein Arbeiter sprechen, der 13 Jahre in die Zeitarbeit tätig ist. Glücklicherweise
war er sehr zufrieden mit seiner Arbeit, denn er verdiente
offensichtlich recht gut. So musste sich Frau Merkel nicht heraus reden.
Und Frau Merkel ist für den Mindestlohn, wo es keine Tarifverträge
gibt. Zwischen knapp 7 bis hin zu 17 Euro
sei die Spane in der Leiharbeit. Ich selbst arbeite jetzt 5 Jahre in der
gleichen Branche und kam nicht einmal ansatzweise in die Nähe der 7.
Andere Leiharbeiter haben noch weniger, aber „da gibt es ja Tarifverträge
und da sollte sich die Politik strickt heraushalten.“ Sonst müssten
ja auch hier mal ein paar Euro verteilt werden. Aber diesen Kleckerkram
macht keiner gern, wenn man doch auf der anderen Seite gleich Milliarden
durch den Schornstein jagen kann. Wie sagte Guderian? „Nicht kleckern,
klotzen!“ Da sieht man nichts von „christlicher“,
„demokratischer“
und „sozialer“
Politik.
Zum
Schluss noch einige Zitate.
Prof.
Sinn: „Es
ist noch nichts geschehen.“
Frau
Merkel: „Herr
Sinn hat recht, es ist noch nicht alles umgesetzt.“
„Sie
bekommen, anders als eine Familie ohne Kinder, für Ihre Kinder
Steuerfreibeträge. Damit ist das Existenzminimum Ihrer Kinder
abgesichert.“
Dazu
muss noch etwas gesagt werden. Wird Kindergeld gezahlt, dann entfällt
der Kinderfreibetrag sowieso. Gibt es kein Kindergeld, dann werden die
Kinderfreibeträge fällig. Hat die Familie ein Einkommen von ca. 25.000
€ (davon
dürfte es einige geben), dann zahlen die überhaupt keine Steuern. Dann
ist zwar auch der Kinderfreibetrag steuerfrei, aber es gibt kein Geld.
Das Existenzminimum der Kinder ist damit gesichert, laut Kanzlerin.
Mahlzeit!
„Wir
verändern die Welt, zumindest bin ich gerade dabei.“
Dem
habe ich nicht hinzuzufügen.
Rot
Front
Werner
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Strafanzeige
gegen Kölner Oppenheim Bank-Chef Graf von Krockow
–
Wegen
fünf eidlicher Falschaussagen
Von
Peter Kleinert
Neue
Rheinische Zeitung vom 24. Juni 2009 – Der
Kölner Publizist und Karls-Preisträger Werner Rügemer und der
Nomen-Verlag haben bei der Staatsanwaltschaft Köln über ihren Anwalt
Eberhard Reinecke, Köln, eine Strafanzeige gegen Matthias Graf von
Krockow wegen eidlicher Falschaussage erstattet. Krockow ist Sprecher
der persönlich haftenden Gesellschafter der Bank Sal. Oppenheim, Köln/Luxemburg,
nach der z.B. der in Köln berüchtigte Oppenheim-Esch-Fonds benannt
ist.
Die Bank hatte 2006, gestützt auf eine eidesstattliche Versicherung des
Grafen, einstweilige Verfügungen gegen das Buch „Der Bankier.
Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim“ erwirkt (siehe
„Die Ehre der Kölner Oppenheim-Bank und die Pressefreiheit - Eine
feine Bank schlägt um sich“ in NRhZ ab Nr. 66 vom 17.10.2006 bis
Nr. 159 vom 13.08.2008,
u.a.). Das Buch erscheint deshalb bis heute in geschwärzter Fassung. In
drei Verhandlungen hoben das Berliner Land- und das Kammergericht
inzwischen die Verfügungen für 10 der 22 betroffenen Buchpassagen auf.
Nie
für den Geheimdienst tätig?
Der
Strafanzeige bezieht sich auf fünf Falschaussagen. Graf Krockow hatte
versichert, das frühere Familien- und Bankmitglied Max von Oppenheim
sei nie für den Geheimdienst des Wilhelminischen Reiches und nie in der
Bank tätig gewesen. Beides ist falsch. Max von Oppenheim, Archäologe
mit guten Kenntnissen des Vordernen Orients, wurde aus einem Sonderfonds
des Auswärtigen Amtes bezahlt, erhielt einen gefälschten Pass und
sollte Araber zum Heiligen Krieg gegen die Engländer aufstacheln. Er
gilt deshalb als „Vater des deutschen Dijhad“. Für die Bank erwarb
er in Ostafrika große Ländereien und gründete mit dem damaligen
Bankteilhaber Simon von Oppenheim in Köln die
Handei-Plantagengesellschaft.
Messehallenmiete
unter 700 Millionen?
Des
weiteren hatte Graf Krockow versichert, die Gesamtmiete, die die Stadt Köln
für die neuen Messehallen an den Esch-Oppenheim-Fonds zu zahlen hat,
werde unter 700 Millionen Euro liegen. Alle Erkenntnisse belegen, dass
die Miete höher sein wird und aufgrund der Inflationsindexierung bis
2035 ohnehin nicht sicher abgeschätzt werden kann. Des weiteren hatte
Graf Krockow versichert: Einen Ratsbeschluß vom 18.12.2003, wonach der
Investor die Kosten der Altastensanierung übernehmen müsse, gebe es
nicht. Selbstverständlich gibt es diesen Ratsbeschluß.
Robert
Pferdmenges nie stv. AR-Vorsitzender der Dresdner Bank?
Weiter
hatte Graf Krockow versichert, daß der langjährige Gesellschafter der
Bank Robert Pferdmenges niemals stellvertretender
Aufsichtsratsvorsitzender der Dresdner Bank gewesen sei. Dies ist
falsch. Pferdmenges, der die Reichsregierung bei der Verstaatlichung der
Dresdner Bank beraten hatte, wurde 1932 stellvertretender Vorsitzender
des Aufsichtsrates, weswegen es in der NS-Zeit zur Zusammenarbeit
zwischen der Bank Oppenheim und der Dresdner Bank kam.
Ebenso erstatteten Verlag und Autor eine Strafanzeige wegen eidlicher
Falschaussage gegen die Leiterin des Oppenheim-Unternehmensarchivs. Sie
hatte die Aussage von Graf Krockow hinsichtlich des Verhältnisses von
Max von Oppenheim zur Bank bestätigt, obwohl aus ihren eigenen Veröffentlichungen
das Gegenteil hervorgeht. (PK)
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