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FRAGEN MEINER TOCHTER SABINE / 30.7.2011

(nach „Heute“ 19.00 Uhr im ZDF)

„MAMA, WARUM IST DA GENUG GELD FÜR DIE BOMBARDIERUNG DES FERNSEHSENDERS IN LYBIEN?

WARUM MUSS FÜR DIE HUNGERNDEN MENSCHEN IN OSTAFRIKA GESAMMELT WERDEN?“

Von Kassandra

Kommunisten-online vom 1. August 2011 –

Antwort:

Mein liebes Kind, erstens bin ich froh, dass wir jetzt weder in Libyen noch in Somalia leben.

Auch wenn die Menschen dort genau solche Menschen sind wie Du und ich. Sie haben Arme und Beine. Nur ihre Haut ist dunkler. Aber das ist ein eher unwichtiger Unterschied, eben nur die äußere Erscheinung.

Vom Wesen her sind sie Menschen wie wir. Und alle Menschen haben Menschenrechte wie das Recht auf Arbeit, auf Frieden, auf gesundes Trinkwasser und ausreichendes gesundes Essen, ein Dach über dem Kopf und Kleidung sowie Bildung und Kultur.

Einige dieser Menschenrechte haben wir hier in Mitteleuropa bisher dank des Kampfes der Arbeiterklasse, unserer Eltern und Großeltern und Urgroßeltern verwirklicht. Wir haben ein Dach über dem Kopf, unser Wasser ist trinkbar, das Essen reicht, die Schulbildung wird immer schlechter, die Kultur auch. Ein Recht auf Arbeit haben wir nicht, denn die sogenannten Arbeitgeber müssen keinem sogenannten Arbeitnehmer eine Arbeit geben. So ist das bei uns hier, immer noch, bis wir es ändern werden.

Anders in Ostafrika. Die Menschen in Ostafrika haben dieselben Menschenrechte wie wir. Aber dort sind diese Menschenrechte überhaupt nicht verwirklicht. Europäische Fischkutter fischen ihnen die Fische vor Ihren Küsten weg, so dass sie nicht mal ihren Fischfang machen und essen können. Es herrscht Raub und Krieg. Ein Recht auf Frieden wird den Menschen dort nicht gewährt. Durch ausbleibenden Regen ist das Land eine Wüste. Viele Menschen und ihre Haustiere wie die Milchkühe verdursten ganz schrecklich. An Schule und Kultur kann dort niemand denken. Es geht nur noch um das nackte Überleben. Darum, den nächsten Tag noch zu erleben und am Leben zu bleiben.

Libyen war einst das reichste Land auf diesem armen Hungerkontinent namens Afrika. Unter Libyens Wüste gibt es viel Erdöl und auch viel Trinkwasser. Die Menschen dort lebten gut vom Verkauf des Erdöls, welches mit Öltankschiffen in die USA, nach Europa und China transportiert worden ist.

Jetzt bombardieren unsere Soldaten immer wieder Städte in Libyen. Auch diesen Fernsehsender haben sie jetzt bombardiert.

Angeblich soll dies einem Volksaufstand dort helfen. Aber ein wirklich gegen eine Regierung kämpfendes Volk hat den Sieg doch immer allein geschafft und brauchte keine ausländischen Bomber, die Fernsehsender oder Flugplätze oder Wohnhäuser zerstören.

Die leicht zu beantwortende Frage ist also, wem diese Kriegsverbrechen der NATO nützen. Sie nützen eben nicht Libyen. Sie nützen lediglich ausländischen Räubern, die das libysche Erdöl einfach rauben und nicht mehr bezahlen wollen.

Die Bundeswehr ist ein Teil der NATO-Soldaten. Wir müssen also alles tun, um aus der NATO auszutreten. Und eine Bundeswehr brauchen wir überhaupt nicht, denn niemand in der Welt bedroht derzeit das deutsche Volk. Also können wir uns die Kosten für diese teure und für uns unnütze Bundeswehr sparen.

Aber, mein liebes Kind, für die Bombenangriffe auf Libyens Städte muß kein Geld gesammelt werden, weil wir Steuern zahlen und damit die Kosten für diese Kriegsverbrechen zahlen. Mindestens jeder 5. Euro von meinem Lohn geht als Lohnsteuer an die Staatskasse. Vom verbleibenden Geld geht jeder 5. Euro bei unseren Einkäufen als Mehrwertsteuer an die Staatskasse.

Schlaue Leute haben ausgerechnet, dass mindestens die Hälfte des Geldes, was Leute wie ich erarbeiten, in der Staatskasse landet. Und die Staatskasse zahlt dann an die NATO und für die Erhaltung der Bundeswehr, und zwar dicke Geldbatzen!

Dies alles nach Gesetzen und Regelungen, über die ich nicht mal befragt werde. Das nennt sich hier Demokratie. Eine Demokratie wie im alten Griechenland, wo nur wenige reiche Bürger entscheiden dürfen. Wir brauchen eben unsere Volksdemokratie, in der wir als Volk entscheiden werden. Diese Volksdemokratie müssen wir uns erkämpfen. Wie die Kubaner, wo wir im Urlaub waren.

Ich habe Dir ja genug von den vielen tausenden Ärzten berichtet, die diese Volksrepublik Kuba in die ärmsten Katastrophengebiete der Welt schickt, und die zum Beispiel in Haiti, Venezuela und Bolivien ganz großartig den ärmsten Menschen geholfen haben, schlimme Krankheiten zu überleben oder ihr Augenlicht wieder zu bekommen.

Eine Volksdemokratie schickt Ärzte in alle Welt. Ärzte, die Menschen heilen wollen, ohne dabei reich werden zu wollen. Ärzte, die sich freuen, wenn die alte Frau vor Glück weint, die nach 20 oder 30 oder 50 Jahren auf ein Mal wieder sehen kann, nach der Operation ihrer Augen, die sie nie zahlen konnte. Die ihren Mann nun sieht, die die Fotos ihrer Kinder und Enkelkinder sieht. Du erinnerst Dich an den kubanischen Arzt, der uns berichtete. Wenn auch nur 15 Minuten, denn er hatte keine Zeit, er musste ja als Arzt im Krankenhaus seine Arbeit machen.

Du siehst: Die Armeen mit den Kriegsverbrechern werden aus unseren Steuergeldern bezahlt. Auch die Bomben werden damit bezahlt, die sie auf libysche Städte oder afghanische Dörfer abwerfen.

Aber für die hungernden und sterbenden Menschen in Ostafrika, darunter viele Kinder und alte und kranke Menschen, will keine Regierung in Mitteleuropa unser Steuergeld ausgeben. Darum bitten sie uns im Fernsehen zu spenden. Wir sollen von dem Geld spenden, was uns bleibt, wenn sie uns schon mindestens die Hälfte vom Arbeitslohn für die Bomben und Soldaten weggenommen haben, die die Kriegsverbrechen in aller Welt begehen.

Lern Du mal weiter die spanische Sprache. Und wenn Du es nach der Schule wirklich immer noch gerne willst, dann schicke ich Dich nach Kuba. Dann studierst Du dort Medizin, wirst eine von diesen großartigen Ärztinnen, die in aller Welt den ärmsten Menschen helfen. Überleg Dir mal, ob dies das Beste ist, was Du machen kannst.

Du weißt ja, jede und jeder kann was machen. Ich mache auch, was ich kann. Ich bin leider keine Ärztin. Aber Du weißt ja, dass ich gute Genossen hier organisiere, weil wir hier nicht ewig für diese NATO-Kriegsverbrecher und Bundeswehr weiterhin Steuern zahlen wollen. Wenn wir stark genug sind, werden wir das auch ändern können. Um stark genug zu werden, müssen wir noch eine Menge arbeiten. Und Du weißt ja, dass ich ständig arbeite. Und wenn Du die Schule hinter Dir hast, wirst Du studieren oder arbeiten. So ist das Leben. Und alles, was uns nicht umhaut, macht uns stärker! Stimmt's?!

Kassandra

Quelle: E-Mail an die Redaktion mit der Bitte um Veröffentlichung  

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FRAGEN MEINER TOCHTER SABINE / 6. August 2011)

„MAMA, WARUM KÖNNEN DIE ERWACHSENEN MENSCHEN NICHT IHR GANZES LEBEN LANG ARBEITEN, WO DAS GELD FÜR DIE VIELEN RENTNER NICHT MEHR REICHT?“

Von Kassandra

Kommunisten-online vom 8. August 2011 –

Antwort:

Mein liebes Kind, es gibt weder für junge noch für alte Menschen in diesem Land ein Recht auf Arbeit. Darum kann nicht jeder erwachsene Mensch arbeiten, selbst wenn er das gerne will. Darüber hatten wir schon gesprochen.

Es ist doch sehr eigenartig, dass das Geld für die Rentner nicht mehr ausreichen soll. Die meisten Rentner haben viele Jahre lang gearbeitet und jeden Monat Geld vom Lohn für die Rentenkasse abgezogen bekommen. Also steht ihnen die Rente zu, wenn sie nicht mehr arbeiten können.

Mein Urgroßvater, von dem mir meine Mama früher erzählt hat, war ein Bergarbeiter. Tief unter der Erde in den Kohlegruben und Schächten, das ist eine ganz schwere und harte Arbeit voller Dreck und Staub. So eine Arbeit macht ein Mensch nur für wirklich gute Bezahlung. Die sogenannten Kohlebarone, die Besitzer der großen Bergwerke, lockten arbeitsuchende und kräftige junge Männer an. Sie lockten sie mit Betriebswohnungen, die sie extra bauen ließen. Und wer da einzog, musste natürlich Miete zahlen. Aber das war erst einmal wenig Miete an die Bergwerksbesitzer, weil diese Bergwerksbesitzer die gesunden kräftigen Männer ihr ganzes Leben lang für sich schuften lassen wollten.

Vor 150 Jahren gab es keine Kranken- oder Rentenversicherung. Und wer nicht mehr arbeiten konnte, weil er krank war, flog einfach raus. Und wer rausflog, bekam keinen Lohn mehr und musste mit seiner Familie hungern. Vor 150 Jahren gab es keine Sozialhilfe, kein Arbeitslosengeld, keine Krankenversicherung. Viele Menschen auch in Deutschland starben, nur weil sie keinen Arzt und keine Medizin bezahlen konnten. Heute ist es in vielen Ländern in Afrika, Asien und auf dem amerikanischen Kontinent immer noch so. Wer nicht arbeitet, kann sich nichts zu essen leisten und erst recht keinen Arzt.

Wollen die Menschen so leben? Wollen Hunderttausende Bergarbeiter wirklich nur für das Luxusleben der 20 reichen Bergwerksbesitzer ein Leben lang hart schuften? Täglich 12 oder 14 oder sogar 16 Stunden, von Montag bis Sonnabend? Nach 5 oder 10 oder 15 oder 20 Jahren dann völlig kaputt gearbeitet mit Staublunge voller Husten und Atemnot und Krankheiten durch den harten Beruf? Wollen das diese Menschen?

Nein, sie wollten das nicht. Vor gut 150 Jahren begannen auch in Deutschland die Arbeiteraufstände. Es kam zu sehr großen Streiks bei den großen Webereien in der Textilindustrie und auch bei den Bergarbeitern. Zum Beispiel hassten die Arbeiter in den Webereien die neuen Maschinen, weil mit jeder neuen Webmaschine viele Arbeiter rausflogen, keinen Lohn mehr erhielten und nichts mehr zu essen kaufen konnten. Das war ein schreckliches Elend, wie es heute in Afrika oder Asien oder Amerika an vielen Orten zu sehen ist. Vor 150 Jahren hassten die Arbeiter die neuen Maschinen. Sie glaubten, dass die neuen Maschinen daran schuld sind, dass Arbeiter gefeuert werden. Darum zerstörten sie sogar die Maschinen. Und in der Öffentlichkeit sprach man von den „Maschinenstürmern“, den Arbeitern, die die Maschinen mutwillig zerstörten.

Die Bergarbeiter zerstörten keine Maschinen, denn jede Maschine erleichterte ihnen etwas die Arbeit. Ihre Arbeit aber war sehr gefährlich, denn es wurde viel mit Sprengungen gearbeitet, um an die Kohlevorkommen oder die Erze im felsigen Untergrund zu kommen. Es gab viele Arbeitsunfälle und damit viele verkrüppelte und für immer kranke Menschen. Die Bergwerksbesitzer feuerten kalt diese verkrüppelten und kranken Menschen, und sie warfen sie auch noch aus den Betriebswohnungen raus, denn sie waren ja gefeuert worden und gehörten nicht mehr zum Betrieb. Das Elend war furchtbar, auch für die Bergarbeiter.

Schließlich streikten auch die Bergarbeiter massenhaft. Sie schlossen sich in Gewerkschaften zusammen, wo sie sich auch gegenseitig halfen, wenn jemand von ihnen in Not geriet. Die Bergwerksbesitzer riefen die Polizei und das Militär, um die Arbeiter zur Arbeit zu prügeln. Es kam zu Gewalt und Kämpfen zwischen den Arbeitern und den bewaffneten Einsatzkommandos der Bergwerksbesitzer. Der Hass der Arbeiter auf die Bergwerksbesitzer wurde immer größer, und immer mehr Bergarbeiter legten die Arbeit nieder und streikten. Die Bergarbeiter zwangen die Bergwerksbesitzer, dass die Bergarbeiter gegen Arbeitsunfälle, Krankheit und im Alter abgesichert wurden. Die Bergarbeiter erkämpften sich die Knappschaftsversicherung mit eigenen Knappschaftskrankenhäusern und der ersten Rentenkasse für das Alter und den Lebensabend in der deutschen Geschichte. Nie zuvor gab es das, abgesehen von Anfängen bei den Piraten vor 700 Jahren.

Das alles passierte vor ungefähr 150 Jahren. Es gab damals sehr viele Arbeiter, und sie wurden immer mehr. Die Gewerkschaften wurden immer stärker. Die reichen Fabrikbesitzer, Schiffswerftbesitzer, Bergwerksbesitzer bekamen Angst, weil die Arbeiter sich für ihre eigene Zukunft und gegen die wenigen reichen adligen und bürgerlichen Familien organisierten. Die SPD war damals eine immer stärker werdende Arbeiterpartei und wurde verboten, wie heute die KPD als Partei der Kommunisten verboten ist. Mein Urgroßvater traf sich heimlich mit anderen SPD-Genossen im Park. Das Kennzeichen der SPD-Genossen dort war eine rote Nelke. Und niemand konnte verhindern, dass sich die SPD-Genossen als Arbeiter mit ihren roten Nelken im Park erkannten und in gutem Kontakt blieben. Bismarck hieß jener Junker mit viel Landbesitz aus einem alten Adelsgeschlecht, der damals Reichskanzler im Kaiserreich Deutschland war. Bismarck ließ die SPD verbieten und mit der Polizei verfolgen. Bismarck wollte zugleich die Arbeiter davon abhalten, ihre Kämpfe fortzusetzen. Bismarck ließ darum die gesetzliche Sozialversicherung für alle Arbeiter einführen, damit die Arbeiter Ruhe geben sollten. Außerdem bekamen einige Arbeiterführer viel Geld, damit sie nur noch an sich selbst und nicht mehr an die Arbeiter denken sollten. Genau wie heute die Politiker im Bundestag oder in den Landtagen, die viel Geld bekommen und nur noch an sich und nicht mehr an uns hier im Volk denken.

Diese Politiker bekommen übrigens ganz hohe Renten, die nur aus den Steuergeldern bezahlt werden, die wir zahlen müssen. Auch die Bundeswehroffiziere und die oberen Beamten in den Ämtern und Behörden und Regierungsstellen bekommen ganz hohe Renten. Das ist doch eigenartig, dass genau diese Leute uns immer einreden wollen, dass kein Geld für unsere Renten da sein soll.

Es gibt Leute, die haben sich das mal ganz genau angeschaut. Einige meinen, dass die Durchschnittsrente für die kleinen Leute bei rund 1000 Euro liegt. Sie meinen auch, dass normalerweise jeder Rentner 2200 Euro bekommen müsste. Nur ist zuviel Geld aus der Rentenkasse verschwunden. Die Renten der mittleren Beamten sind 2,5 mal so hoch wie die durchschnittliche Arbeiterrente von 1000 Euro, also die meisten Beamten bekommen 2500 Euro Rente. Einst kleine Beamte wie Dein Onkel Werner aus Flensburg, der fast 40 Jahre Briefträger war, bekommen etwas mehr als 1500 Euro Rente.

Vor 40 Jahren gab es die gesetzliche Rente und fast immer auch noch die betriebliche Rente, so dass Deine Großeltern für ihr hartes Arbeitsleben immerhin zusammen mit fast 2000 Euro eine ganz gute Rente hatten. Dies aber wohl auch nur, damit sie nicht damals in die DDR umzogen, wo es das Recht auf Arbeit gab und jede wirklich schlimme Armut beseitigt war. Wie also die Arbeiter hier davon abhalten, dorthin umzuziehen? Ganz einfach, die Arbeiter wurden mit recht anständig hohen Löhnen gekauft und die DDR wurde als ganz schlecht hingestellt, weil es dort hinter der Mauer nie so viel zu kaufen gab wie hier. Es verhungerte dort zwar niemand, weil es nur sehr selten mal in der DDR Bananen gab. Aber mit vielen solchen Tricks schafften es die reichen Besitzer der Banken und Firmen hier, die Arbeiter davon abzuhalten, mal genauer Richtung DDR zu schauen, wo es keine Arbeitslosen gab.

Jetzt gibt es keine DDR mehr. Und Kuba ist zu weit weg, als dass die Menschen hier sonderlich viel von Kuba wissen. Hier weiß kaum jemand, dass die Menschen in Kuba mit 60 Jahren in Rente gehen und einen fröhlichen Lebensabend genießen. Dabei werden sie so alt wie hier bei uns. Einige von ihnen haben sehr hart gearbeitet, viele dort aber haben gar nicht sehr hart gearbeitet. Das haben wir uns ja alles angeschaut.

Frage einfach mal Rentner, warum sie nicht mehr arbeiten. Die meisten Rentner werden Dir sagen, dass sie zu alt zum arbeiten sind. Und damit meinen sie, dass sie mit 66 oder 70 Jahren nicht mehr so kräftig und gesund sind wie mit 30 oder 40 Jahren.

Der menschliche Körper ist mit 50 oder 60 Jahren meistens schon so verbraucht und verschlissen, dass er nicht mehr so arbeiten kann wie mit 30 oder 40 Jahren. Eine Verkäuferin kann also nicht beim ALDI mit 75 Jahren immer noch flink die Kasse bedienen wie mit 30 oder 40 Jahren. Schau nur mal, wie viele alte Menschen Brillen brauchen, um einigermaßen gut sehen zu können. Oder sie laufen am Stock, können also gar nicht mehr wie eine junge Krankenschwester im ständigen Dauerlauf die Arbeit machen. Unser Körper ist eben irgendwann mal im Alter kaputt gearbeitet. Unser Körper richtet sich nicht danach, ob es irgendwo Geld gibt oder nicht. Und viele Rentner werden Dir auch sagen können, dass selbst wenn sie auf Arbeitssuche gehen würden, ihnen keine Firma mehr einen Arbeitsplatz anbieten würde. Schon Menschen mit 40 oder 50 Jahren sind vielen Firmen zu alt für ihre gewünschten jungen und dynamischen Mitarbeitergruppen. Mit 32 Jahren hört auch jede Chance auf, einen Beamtenberuf beim Staat zu ergreifen.

Gut wäre es, wenn alle Menschen spätestens mit 60 Jahren eine gute Rente bekommen könnten. Dann würden die jüngeren Menschen leichter einen Arbeitsplatz bekommen. Und wenn das nicht reicht, um die Arbeitslosigkeit fast völlig zu beseitigen, dann wäre es gut, auch die Arbeitszeit für jeden kleiner zu machen, der arbeiten geht. Mehr Zeit für Kinder und Familie, warum nicht? Aber es geht eben nicht um Kinder und Familie, sondern um die paar reichen Multimillionäre und ihren Besitz und die Vermehrung von ihrem Reichtum. Das dürfen wir nie vergessen, wenn wir darüber nachdenken, was um uns herum so vorgeht.

Die Besitzer von ALDI oder METRO, Siemens oder der Deutschen Bank interessieren sich ganz und gar nicht für eine Rente im Alter. Diese Besitzer der Banken und Firmen sind auch im Alter steinreich. Sie vererben ihren Reichtum, so dass sich ihre Kinder und Enkel auch nie Gedanken um eine Rente im Alter machen. Die haben es wirklich gut hier, stimmt's?

Dazu klauen sie noch unsere Renten. Sie weigern sich einfach, mehr in die Rentenkassen einzuzahlen und damit für unser Wohl im Volk zu sorgen. Ihnen ist es völlig egal, ob die vielen armen Sozialrentner in der letzten Woche des Monats noch etwas Taschengeld haben oder nicht. Und diese reichen parfümierten Krawattenträger sitzen dann vor den Kameras der Fernsehsender und erzählen uns, dass die Rentner zu teuer sind, weil es zuviele Rentner und zu wenige Kinder in Deutschland gibt. Und dass die Menschen doch bitte erst mit 67 oder 69 oder am besten gar nicht in Rente gehen sollen, weil Rente eben so teuer ist. Das erzählen uns reiche privat versicherte Leute, die nie auf eine Rente angewiesen sein werden, um zu essen und zu wohnen und sich zu kleiden. Wer 5 oder 10 oder 50 Wohnungen oder Büros vermietet, hat im Alter viel mehr Geld als jeder alte Arbeiter mit seiner Rente.

Bei all dem sind wir Arbeiter eben viel mehr Menschen als jene reichen Besitzer von Banken und Firmen und ihre Beamten und Manager. Und wir haben unsere Stimme, mit der wir bei der Wahl abstimmen können. Und davor haben die reichen Herren eine riesige Angst! Sie haben eine riesige Angst, dass eine Arbeiterpartei entsteht, die von den vielen Arbeitern an die Regierung gewählt wird. Vor ungefähr 130 Jahren hatten sie deshalb die SPD als Arbeiterpartei verboten. Und vor 55 Jahren hatten sie deshalb die KPD als Arbeiterpartei verboten. Und sie passen ständig auf, dass es nur Parteien in den Parlamenten gibt, die keine Arbeiterparteien sind. Das nennen sie dann ihre Demokratie, die nach ihren Worten eine freiheitliche Demokratie ist und nach meinen Worten die Demokratie der reichen Besitzer der Banken und Firmen ist.

Wenn nun aber diese reichen Besitzer der Banken und der Firmen mit ihren Politikern und Beamten und Managern uns vielen Arbeitern einfach so die Rente wegnehmen würden, dann wehren wir uns natürlich sofort gegen diesen Diebstahl. Wir würden zumindest ganz laut draußen auf den Straßen und Plätzen protestieren. Das ist der Grund, warum uns diese Räuber nur Stück für Stück die Rente, den Lohn und so weiter kürzen und stehlen. Sie nehmen da immer nur so viel weg, dass die Menschen nicht gleich losrennen und protestieren. Und sie gewöhnen viele Menschen daran, ständig vor dem Glotzen zu sitzen und sich die Lügen anzuhören, die dort zu hören sind. Sie wollen uns immer dümmer machen, damit wir ihnen jede Lüge glauben sollen.

Aber jeder von uns hat auch einen Kopf zum Denken und mit Augen zum Sehen. Wir merken einfach, dass nicht wir da vor der Kamera im Fernsehen sitzen, sondern uns was vorgetrickst wird. Wir merken, dass da geschummelt wird an allen Ecken und Enden. Und beim Kartenspiel kann das ja mal Spaß machen, aber bei so wichtigen Dingen wie Lohn für die Arbeit und Rente zum Leben nach dem Arbeitsleben hört nun mal für uns der Spaß auf. Wir sind doch keine Bettler, die von denen was erbetteln müssen. Wir haben hart für unsere Renten geschuftet und dabei auch noch den ganzen Reichtum von denen erarbeitet. Dafür müssten sie uns äußerst dankbar sein, anstatt uns ständig Lügen aufzutischen und uns in die Taschen zu greifen.

Und sie sollen sich nicht zu sicher fühlen, diese feinen Herren, denn wenn wir mal richtig loslegen, dann geht es ihnen an den Kragen. Wir nehmen ihnen dann einfach die Banken und Firmen weg, damit die Banken und Firmen denen gehören, die darin arbeiten. Und die Felder sollen denen gehören, die darauf arbeiten. Und die Wohnungen sollen denen gehören, die in ihnen wohnen. Was unsere Hände schaffen, soll auch des Volkes Eigentum sein. Und wenn nur wenige Hände raffen, können wir vielen Menschen uns davon befreien. Im richtigen Moment werden wir das tun.

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