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FRAGEN
MEINER TOCHTER SABINE / 30.7.2011
(nach
„Heute“ 19.00 Uhr im ZDF)
„MAMA,
WARUM IST DA GENUG GELD FÜR DIE BOMBARDIERUNG DES FERNSEHSENDERS IN
LYBIEN?
WARUM
MUSS FÜR DIE HUNGERNDEN MENSCHEN IN OSTAFRIKA GESAMMELT WERDEN?“
Von
Kassandra
Kommunisten-online
vom 1. August 2011 –
Antwort:
Mein
liebes Kind, erstens bin ich froh, dass wir jetzt weder in Libyen noch
in Somalia leben.
Auch
wenn die Menschen dort genau solche Menschen sind wie Du und ich. Sie
haben Arme und Beine. Nur ihre Haut ist dunkler. Aber das ist ein eher
unwichtiger Unterschied, eben nur die äußere Erscheinung.
Vom
Wesen her sind sie Menschen wie wir. Und alle Menschen haben
Menschenrechte wie das Recht auf Arbeit, auf Frieden, auf gesundes
Trinkwasser und ausreichendes gesundes Essen, ein Dach über dem Kopf
und Kleidung sowie Bildung und Kultur.
Einige
dieser Menschenrechte haben wir hier in Mitteleuropa bisher dank des
Kampfes der Arbeiterklasse, unserer Eltern und Großeltern und Urgroßeltern
verwirklicht. Wir haben ein Dach über dem Kopf, unser Wasser ist
trinkbar, das Essen reicht, die Schulbildung wird immer schlechter, die
Kultur auch. Ein Recht auf Arbeit haben wir nicht, denn die sogenannten
Arbeitgeber müssen keinem sogenannten Arbeitnehmer eine Arbeit geben.
So ist das bei uns hier, immer noch, bis wir es ändern werden.
Anders
in Ostafrika. Die Menschen in Ostafrika haben dieselben Menschenrechte
wie wir. Aber dort sind diese Menschenrechte überhaupt nicht
verwirklicht. Europäische Fischkutter fischen ihnen die Fische vor
Ihren Küsten weg, so dass sie nicht mal ihren Fischfang machen und
essen können. Es herrscht Raub und Krieg. Ein Recht auf Frieden wird
den Menschen dort nicht gewährt. Durch ausbleibenden Regen ist das Land
eine Wüste. Viele Menschen und ihre Haustiere wie die Milchkühe
verdursten ganz schrecklich. An Schule und Kultur kann dort niemand
denken. Es geht nur noch um das nackte Überleben. Darum, den nächsten
Tag noch zu erleben und am Leben zu bleiben.
Libyen
war einst das reichste Land auf diesem armen Hungerkontinent namens
Afrika. Unter Libyens Wüste gibt es viel Erdöl und auch viel
Trinkwasser. Die Menschen dort lebten gut vom Verkauf des Erdöls,
welches mit Öltankschiffen in die USA, nach Europa und China
transportiert worden ist.
Jetzt
bombardieren unsere Soldaten immer wieder Städte in Libyen. Auch diesen
Fernsehsender haben sie jetzt bombardiert.
Angeblich
soll dies einem Volksaufstand dort helfen. Aber ein wirklich gegen eine
Regierung kämpfendes Volk hat den Sieg doch immer allein geschafft und
brauchte keine ausländischen Bomber, die Fernsehsender oder Flugplätze
oder Wohnhäuser zerstören.
Die
leicht zu beantwortende Frage ist also, wem diese Kriegsverbrechen der
NATO nützen. Sie nützen eben nicht Libyen. Sie nützen lediglich ausländischen
Räubern, die das libysche Erdöl einfach rauben und nicht mehr bezahlen
wollen.
Die
Bundeswehr ist ein Teil der NATO-Soldaten. Wir müssen also alles tun,
um aus der NATO auszutreten. Und eine Bundeswehr brauchen wir überhaupt
nicht, denn niemand in der Welt bedroht derzeit das deutsche Volk. Also
können wir uns die Kosten für diese teure und für uns unnütze
Bundeswehr sparen.
Aber,
mein liebes Kind, für die Bombenangriffe auf Libyens Städte muß kein
Geld gesammelt werden, weil wir Steuern zahlen und damit die Kosten für
diese Kriegsverbrechen zahlen. Mindestens jeder 5. Euro von meinem Lohn
geht als Lohnsteuer an die Staatskasse. Vom verbleibenden Geld geht
jeder 5. Euro bei unseren Einkäufen als Mehrwertsteuer an die
Staatskasse.
Schlaue
Leute haben ausgerechnet, dass mindestens die Hälfte des Geldes, was
Leute wie ich erarbeiten, in der Staatskasse landet. Und die Staatskasse
zahlt dann an die NATO und für die Erhaltung der Bundeswehr, und zwar
dicke Geldbatzen!
Dies
alles nach Gesetzen und Regelungen, über die ich nicht mal befragt
werde. Das nennt sich hier Demokratie. Eine Demokratie wie im alten
Griechenland, wo nur wenige reiche Bürger entscheiden dürfen. Wir
brauchen eben unsere Volksdemokratie, in der wir als Volk entscheiden
werden. Diese Volksdemokratie müssen wir uns erkämpfen. Wie die
Kubaner, wo wir im Urlaub waren.
Ich
habe Dir ja genug von den vielen tausenden Ärzten berichtet, die diese
Volksrepublik Kuba in die ärmsten Katastrophengebiete der Welt schickt,
und die zum Beispiel in Haiti, Venezuela und Bolivien ganz großartig
den ärmsten Menschen geholfen haben, schlimme Krankheiten zu überleben
oder ihr Augenlicht wieder zu bekommen.
Eine
Volksdemokratie schickt Ärzte in alle Welt. Ärzte, die Menschen heilen
wollen, ohne dabei reich werden zu wollen. Ärzte, die sich freuen, wenn
die alte Frau vor Glück weint, die nach 20 oder 30 oder 50 Jahren auf
ein Mal wieder sehen kann, nach der Operation ihrer Augen, die sie nie
zahlen konnte. Die ihren Mann nun sieht, die die Fotos ihrer Kinder und
Enkelkinder sieht. Du erinnerst Dich an den kubanischen Arzt, der uns
berichtete. Wenn auch nur 15 Minuten, denn er hatte keine Zeit, er
musste ja als Arzt im Krankenhaus seine Arbeit machen.
Du
siehst: Die Armeen mit den Kriegsverbrechern werden aus unseren
Steuergeldern bezahlt. Auch die Bomben werden damit bezahlt, die sie auf
libysche Städte oder afghanische Dörfer abwerfen.
Aber
für die hungernden und sterbenden Menschen in Ostafrika, darunter viele
Kinder und alte und kranke Menschen, will keine Regierung in
Mitteleuropa unser Steuergeld ausgeben. Darum bitten sie uns im
Fernsehen zu spenden. Wir sollen von dem Geld spenden, was uns bleibt,
wenn sie uns schon mindestens die Hälfte vom Arbeitslohn für die
Bomben und Soldaten weggenommen haben, die die Kriegsverbrechen in aller
Welt begehen.
Lern
Du mal weiter die spanische Sprache. Und wenn Du es nach der Schule
wirklich immer noch gerne willst, dann schicke ich Dich nach Kuba. Dann
studierst Du dort Medizin, wirst eine von diesen großartigen Ärztinnen,
die in aller Welt den ärmsten Menschen helfen. Überleg Dir mal, ob
dies das Beste ist, was Du machen kannst.
Du
weißt ja, jede und jeder kann was machen. Ich mache auch, was ich kann.
Ich bin leider keine Ärztin. Aber Du weißt ja, dass ich gute Genossen
hier organisiere, weil wir hier nicht ewig für diese
NATO-Kriegsverbrecher und Bundeswehr weiterhin Steuern zahlen wollen.
Wenn wir stark genug sind, werden wir das auch ändern können. Um stark
genug zu werden, müssen wir noch eine Menge arbeiten. Und Du weißt ja,
dass ich ständig arbeite. Und wenn Du die Schule hinter Dir hast, wirst
Du studieren oder arbeiten. So ist das Leben. Und alles, was uns nicht
umhaut, macht uns stärker! Stimmt's?!
Kassandra
Quelle:
E-Mail an die Redaktion mit der Bitte um Veröffentlichung
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FRAGEN
MEINER TOCHTER SABINE / 6. August 2011)
„MAMA,
WARUM KÖNNEN DIE ERWACHSENEN MENSCHEN NICHT IHR GANZES LEBEN LANG
ARBEITEN, WO DAS GELD FÜR DIE VIELEN RENTNER NICHT MEHR REICHT?“
Von
Kassandra
Kommunisten-online
vom 8. August 2011 –
Antwort:
Mein
liebes Kind, es gibt weder für junge noch für alte Menschen in diesem
Land ein Recht auf Arbeit. Darum kann nicht jeder erwachsene Mensch
arbeiten, selbst wenn er das gerne will. Darüber hatten wir schon
gesprochen.
Es
ist doch sehr eigenartig, dass das Geld für die Rentner nicht mehr
ausreichen soll. Die meisten Rentner haben viele Jahre lang gearbeitet
und jeden Monat Geld vom Lohn für die Rentenkasse abgezogen bekommen.
Also steht ihnen die Rente zu, wenn sie nicht mehr arbeiten können.
Mein
Urgroßvater, von dem mir meine Mama früher erzählt hat, war ein
Bergarbeiter. Tief unter der Erde in den Kohlegruben und Schächten, das
ist eine ganz schwere und harte Arbeit voller Dreck und Staub. So eine
Arbeit macht ein Mensch nur für wirklich gute Bezahlung. Die
sogenannten Kohlebarone, die Besitzer der großen Bergwerke, lockten
arbeitsuchende und kräftige junge Männer an. Sie lockten sie mit
Betriebswohnungen, die sie extra bauen ließen. Und wer da einzog,
musste natürlich Miete zahlen. Aber das war erst einmal wenig Miete an
die Bergwerksbesitzer, weil diese Bergwerksbesitzer die gesunden kräftigen
Männer ihr ganzes Leben lang für sich schuften lassen wollten.
Vor
150 Jahren gab es keine Kranken- oder Rentenversicherung. Und wer nicht
mehr arbeiten konnte, weil er krank war, flog einfach raus. Und wer
rausflog, bekam keinen Lohn mehr und musste mit seiner Familie hungern.
Vor 150 Jahren gab es keine Sozialhilfe, kein Arbeitslosengeld, keine
Krankenversicherung. Viele Menschen auch in Deutschland starben, nur
weil sie keinen Arzt und keine Medizin bezahlen konnten. Heute ist es in
vielen Ländern in Afrika, Asien und auf dem amerikanischen Kontinent
immer noch so. Wer nicht arbeitet, kann sich nichts zu essen leisten und
erst recht keinen Arzt.
Wollen
die Menschen so leben? Wollen Hunderttausende Bergarbeiter wirklich nur
für das Luxusleben der 20 reichen Bergwerksbesitzer ein Leben lang hart
schuften? Täglich 12 oder 14 oder sogar 16 Stunden, von Montag bis
Sonnabend? Nach 5 oder 10 oder 15 oder 20 Jahren dann völlig kaputt
gearbeitet mit Staublunge voller Husten und Atemnot und Krankheiten
durch den harten Beruf? Wollen das diese Menschen?
Nein,
sie wollten das nicht. Vor gut 150 Jahren begannen auch in Deutschland
die Arbeiteraufstände. Es kam zu sehr großen Streiks bei den großen
Webereien in der Textilindustrie und auch bei den Bergarbeitern. Zum
Beispiel hassten die Arbeiter in den Webereien die neuen Maschinen, weil
mit jeder neuen Webmaschine viele Arbeiter rausflogen, keinen Lohn mehr
erhielten und nichts mehr zu essen kaufen konnten. Das war ein
schreckliches Elend, wie es heute in Afrika oder Asien oder Amerika an
vielen Orten zu sehen ist. Vor 150 Jahren hassten die Arbeiter die neuen
Maschinen. Sie glaubten, dass die neuen Maschinen daran schuld sind,
dass Arbeiter gefeuert werden. Darum zerstörten sie sogar die
Maschinen. Und in der Öffentlichkeit sprach man von den „Maschinenstürmern“,
den Arbeitern, die die Maschinen mutwillig zerstörten.
Die
Bergarbeiter zerstörten keine Maschinen, denn jede Maschine
erleichterte ihnen etwas die Arbeit. Ihre Arbeit aber war sehr gefährlich,
denn es wurde viel mit Sprengungen gearbeitet, um an die Kohlevorkommen
oder die Erze im felsigen Untergrund zu kommen. Es gab viele Arbeitsunfälle
und damit viele verkrüppelte und für immer kranke Menschen. Die
Bergwerksbesitzer feuerten kalt diese verkrüppelten und kranken
Menschen, und sie warfen sie auch noch aus den Betriebswohnungen raus,
denn sie waren ja gefeuert worden und gehörten nicht mehr zum Betrieb.
Das Elend war furchtbar, auch für die Bergarbeiter.
Schließlich
streikten auch die Bergarbeiter massenhaft. Sie schlossen sich in
Gewerkschaften zusammen, wo sie sich auch gegenseitig halfen, wenn
jemand von ihnen in Not geriet. Die Bergwerksbesitzer riefen die Polizei
und das Militär, um die Arbeiter zur Arbeit zu prügeln. Es kam zu
Gewalt und Kämpfen zwischen den Arbeitern und den bewaffneten
Einsatzkommandos der Bergwerksbesitzer. Der Hass der Arbeiter auf die
Bergwerksbesitzer wurde immer größer, und immer mehr Bergarbeiter
legten die Arbeit nieder und streikten. Die Bergarbeiter zwangen die
Bergwerksbesitzer, dass die Bergarbeiter gegen Arbeitsunfälle,
Krankheit und im Alter abgesichert wurden. Die Bergarbeiter erkämpften
sich die Knappschaftsversicherung mit eigenen Knappschaftskrankenhäusern
und der ersten Rentenkasse für das Alter und den Lebensabend in der
deutschen Geschichte. Nie zuvor gab es das, abgesehen von Anfängen bei
den Piraten vor 700 Jahren.
Das
alles passierte vor ungefähr 150 Jahren. Es gab damals sehr viele
Arbeiter, und sie wurden immer mehr. Die Gewerkschaften wurden immer stärker.
Die reichen Fabrikbesitzer, Schiffswerftbesitzer, Bergwerksbesitzer
bekamen Angst, weil die Arbeiter sich für ihre eigene Zukunft und gegen
die wenigen reichen adligen und bürgerlichen Familien organisierten.
Die SPD war damals eine immer stärker werdende Arbeiterpartei und wurde
verboten, wie heute die KPD als Partei der Kommunisten verboten ist.
Mein Urgroßvater traf sich heimlich mit anderen SPD-Genossen im Park.
Das Kennzeichen der SPD-Genossen dort war eine rote Nelke. Und niemand
konnte verhindern, dass sich die SPD-Genossen als Arbeiter mit ihren
roten Nelken im Park erkannten und in gutem Kontakt blieben. Bismarck
hieß jener Junker mit viel Landbesitz aus einem alten Adelsgeschlecht,
der damals Reichskanzler im Kaiserreich Deutschland war. Bismarck ließ
die SPD verbieten und mit der Polizei verfolgen. Bismarck wollte
zugleich die Arbeiter davon abhalten, ihre Kämpfe fortzusetzen.
Bismarck ließ darum die gesetzliche Sozialversicherung für alle
Arbeiter einführen, damit die Arbeiter Ruhe geben sollten. Außerdem
bekamen einige Arbeiterführer viel Geld, damit sie nur noch an sich
selbst und nicht mehr an die Arbeiter denken sollten. Genau wie heute
die Politiker im Bundestag oder in den Landtagen, die viel Geld bekommen
und nur noch an sich und nicht mehr an uns hier im Volk denken.
Diese
Politiker bekommen übrigens ganz hohe Renten, die nur aus den
Steuergeldern bezahlt werden, die wir zahlen müssen. Auch die
Bundeswehroffiziere und die oberen Beamten in den Ämtern und Behörden
und Regierungsstellen bekommen ganz hohe Renten. Das ist doch
eigenartig, dass genau diese Leute uns immer einreden wollen, dass kein
Geld für unsere Renten da sein soll.
Es
gibt Leute, die haben sich das mal ganz genau angeschaut. Einige meinen,
dass die Durchschnittsrente für die kleinen Leute bei rund 1000 Euro
liegt. Sie meinen auch, dass normalerweise jeder Rentner 2200 Euro
bekommen müsste. Nur ist zuviel Geld aus der Rentenkasse verschwunden.
Die Renten der mittleren Beamten sind 2,5 mal so hoch wie die
durchschnittliche Arbeiterrente von 1000 Euro, also die meisten Beamten
bekommen 2500 Euro Rente. Einst kleine Beamte wie Dein Onkel Werner aus
Flensburg, der fast 40 Jahre Briefträger war, bekommen etwas mehr als
1500 Euro Rente.
Vor
40 Jahren gab es die gesetzliche Rente und fast immer auch noch die
betriebliche Rente, so dass Deine Großeltern für ihr hartes
Arbeitsleben immerhin zusammen mit fast 2000 Euro eine ganz gute Rente
hatten. Dies aber wohl auch nur, damit sie nicht damals in die DDR
umzogen, wo es das Recht auf Arbeit gab und jede wirklich schlimme Armut
beseitigt war. Wie also die Arbeiter hier davon abhalten, dorthin
umzuziehen? Ganz einfach, die Arbeiter wurden mit recht anständig hohen
Löhnen gekauft und die DDR wurde als ganz schlecht hingestellt, weil es
dort hinter der Mauer nie so viel zu kaufen gab wie hier. Es verhungerte
dort zwar niemand, weil es nur sehr selten mal in der DDR Bananen gab.
Aber mit vielen solchen Tricks schafften es die reichen Besitzer der
Banken und Firmen hier, die Arbeiter davon abzuhalten, mal genauer
Richtung DDR zu schauen, wo es keine Arbeitslosen gab.
Jetzt
gibt es keine DDR mehr. Und Kuba ist zu weit weg, als dass die Menschen
hier sonderlich viel von Kuba wissen. Hier weiß kaum jemand, dass die
Menschen in Kuba mit 60 Jahren in Rente gehen und einen fröhlichen
Lebensabend genießen. Dabei werden sie so alt wie hier bei uns. Einige
von ihnen haben sehr hart gearbeitet, viele dort aber haben gar nicht
sehr hart gearbeitet. Das haben wir uns ja alles angeschaut.
Frage
einfach mal Rentner, warum sie nicht mehr arbeiten. Die meisten Rentner
werden Dir sagen, dass sie zu alt zum arbeiten sind. Und damit meinen
sie, dass sie mit 66 oder 70 Jahren nicht mehr so kräftig und gesund
sind wie mit 30 oder 40 Jahren.
Der
menschliche Körper ist mit 50 oder 60 Jahren meistens schon so
verbraucht und verschlissen, dass er nicht mehr so arbeiten kann wie mit
30 oder 40 Jahren. Eine Verkäuferin kann also nicht beim ALDI mit 75
Jahren immer noch flink die Kasse bedienen wie mit 30 oder 40 Jahren.
Schau nur mal, wie viele alte Menschen Brillen brauchen, um einigermaßen
gut sehen zu können. Oder sie laufen am Stock, können also gar nicht
mehr wie eine junge Krankenschwester im ständigen Dauerlauf die Arbeit
machen. Unser Körper ist eben irgendwann mal im Alter kaputt
gearbeitet. Unser Körper richtet sich nicht danach, ob es irgendwo Geld
gibt oder nicht. Und viele Rentner werden Dir auch sagen können, dass
selbst wenn sie auf Arbeitssuche gehen würden, ihnen keine Firma mehr
einen Arbeitsplatz anbieten würde. Schon Menschen mit 40 oder 50 Jahren
sind vielen Firmen zu alt für ihre gewünschten jungen und dynamischen
Mitarbeitergruppen. Mit 32 Jahren hört auch jede Chance auf, einen
Beamtenberuf beim Staat zu ergreifen.
Gut
wäre es, wenn alle Menschen spätestens mit 60 Jahren eine gute Rente
bekommen könnten. Dann würden die jüngeren Menschen leichter einen
Arbeitsplatz bekommen. Und wenn das nicht reicht, um die
Arbeitslosigkeit fast völlig zu beseitigen, dann wäre es gut, auch die
Arbeitszeit für jeden kleiner zu machen, der arbeiten geht. Mehr Zeit für
Kinder und Familie, warum nicht? Aber es geht eben nicht um Kinder und
Familie, sondern um die paar reichen Multimillionäre und ihren Besitz
und die Vermehrung von ihrem Reichtum. Das dürfen wir nie vergessen,
wenn wir darüber nachdenken, was um uns herum so vorgeht.
Die
Besitzer von ALDI oder METRO, Siemens oder der Deutschen Bank
interessieren sich ganz und gar nicht für eine Rente im Alter. Diese
Besitzer der Banken und Firmen sind auch im Alter steinreich. Sie
vererben ihren Reichtum, so dass sich ihre Kinder und Enkel auch nie
Gedanken um eine Rente im Alter machen. Die haben es wirklich gut hier,
stimmt's?
Dazu
klauen sie noch unsere Renten. Sie weigern sich einfach, mehr in die
Rentenkassen einzuzahlen und damit für unser Wohl im Volk zu sorgen.
Ihnen ist es völlig egal, ob die vielen armen Sozialrentner in der
letzten Woche des Monats noch etwas Taschengeld haben oder nicht. Und
diese reichen parfümierten Krawattenträger sitzen dann vor den Kameras
der Fernsehsender und erzählen uns, dass die Rentner zu teuer sind,
weil es zuviele Rentner und zu wenige Kinder in Deutschland gibt. Und
dass die Menschen doch bitte erst mit 67 oder 69 oder am besten gar
nicht in Rente gehen sollen, weil Rente eben so teuer ist. Das erzählen
uns reiche privat versicherte Leute, die nie auf eine Rente angewiesen
sein werden, um zu essen und zu wohnen und sich zu kleiden. Wer 5 oder
10 oder 50 Wohnungen oder Büros vermietet, hat im Alter viel mehr Geld
als jeder alte Arbeiter mit seiner Rente.
Bei
all dem sind wir Arbeiter eben viel mehr Menschen als jene reichen
Besitzer von Banken und Firmen und ihre Beamten und Manager. Und wir
haben unsere Stimme, mit der wir bei der Wahl abstimmen können. Und
davor haben die reichen Herren eine riesige Angst! Sie haben eine
riesige Angst, dass eine Arbeiterpartei entsteht, die von den vielen
Arbeitern an die Regierung gewählt wird. Vor ungefähr 130 Jahren
hatten sie deshalb die SPD als Arbeiterpartei verboten. Und vor 55
Jahren hatten sie deshalb die KPD als Arbeiterpartei verboten. Und sie
passen ständig auf, dass es nur Parteien in den Parlamenten gibt, die
keine Arbeiterparteien sind. Das nennen sie dann ihre Demokratie, die
nach ihren Worten eine freiheitliche Demokratie ist und nach meinen
Worten die Demokratie der reichen Besitzer der Banken und Firmen ist.
Wenn
nun aber diese reichen Besitzer der Banken und der Firmen mit ihren
Politikern und Beamten und Managern uns vielen Arbeitern einfach so die
Rente wegnehmen würden, dann wehren wir uns natürlich sofort gegen
diesen Diebstahl. Wir würden zumindest ganz laut draußen auf den Straßen
und Plätzen protestieren. Das ist der Grund, warum uns diese Räuber
nur Stück für Stück die Rente, den Lohn und so weiter kürzen und
stehlen. Sie nehmen da immer nur so viel weg, dass die Menschen nicht
gleich losrennen und protestieren. Und sie gewöhnen viele Menschen
daran, ständig vor dem Glotzen zu sitzen und sich die Lügen anzuhören,
die dort zu hören sind. Sie wollen uns immer dümmer machen, damit wir
ihnen jede Lüge glauben sollen.
Aber
jeder von uns hat auch einen Kopf zum Denken und mit Augen zum Sehen.
Wir merken einfach, dass nicht wir da vor der Kamera im Fernsehen
sitzen, sondern uns was vorgetrickst wird. Wir merken, dass da
geschummelt wird an allen Ecken und Enden. Und beim Kartenspiel kann das
ja mal Spaß machen, aber bei so wichtigen Dingen wie Lohn für die
Arbeit und Rente zum Leben nach dem Arbeitsleben hört nun mal für uns
der Spaß auf. Wir sind doch keine Bettler, die von denen was erbetteln
müssen. Wir haben hart für unsere Renten geschuftet und dabei auch
noch den ganzen Reichtum von denen erarbeitet. Dafür müssten sie uns
äußerst dankbar sein, anstatt uns ständig Lügen aufzutischen und uns
in die Taschen zu greifen.
Und
sie sollen sich nicht zu sicher fühlen, diese feinen Herren, denn wenn
wir mal richtig loslegen, dann geht es ihnen an den Kragen. Wir nehmen
ihnen dann einfach die Banken und Firmen weg, damit die Banken und
Firmen denen gehören, die darin arbeiten. Und die Felder sollen denen
gehören, die darauf arbeiten. Und die Wohnungen sollen denen gehören,
die in ihnen wohnen. Was unsere Hände schaffen, soll auch des Volkes
Eigentum sein. Und wenn nur wenige Hände raffen, können wir vielen
Menschen uns davon befreien. Im richtigen Moment werden wir das tun.
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